Katharina Wolf - Die Sache mit der Motte und dem Licht

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Die Sache mit der Motte und dem Licht

4.8|2)

Verlag: Impress

Bindung: E-Book

Seitenzahl: 298

eISBN: 9783646605075

Termin: Juli 2019

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  • Die Sache mit der Motte und dem Licht - Katharina Wolf


    Impress

    298 Seiten

    LGBT

    Einzelband

    04. Juli 2019


    Inhalt:


    **Wenn das Herz sich die Flügel verbrennt…**


    Liebe auf Knopfdruck ist gar nicht so einfach. Das lernt Lenny spätestens, nachdem er sich bei der Dating-App G-Stagram angemeldet hat.

    Je länger er sucht, desto mehr zweifelt er daran, jemals den passenden Freund für sich zu finden. Bis eines Morgens Nick in den Schulbus steigt, der neue Fußballstar der Nachbarschule. Von ihm wird Lenny ab der ersten Begegnung angezogen wie die Motte vom Licht.

    Dumm nur, dass Nick im Gegensatz zu Lenny nicht nur unglaublich cool, sondern auch definitiv hetero ist.

    Oder etwa nicht?


    Meinung:


    Lenard, kurz Lenny, ist eigentlich ein cooler Typ.

    Locker drauf, immer schwarz gekleidet, hat zwei beste Freunde, keine Mobbingprobleme und ist eindeutig schwul.

    Nur seit seit kurzer Zeit ein paar Haltestellen weiter, dieser absolut heiße Typ mit Traummannpotenzial in seinen Bus einsteigt, verwandelt sich Lenny in ein sabberndes Häufchen schmachtendes Elend.

    Und Lenny, der theoretisch nie sprachlos ist, außer früh am Morgen (was ihn sehr sympathisch macht), kriegt auf einmal den Mund nicht mehr auf.

    Klar, dass das seinen beiden besten Freunden Freddy und Karla sofort ins Auge fällt. Oder besser gesagt auf die Ohren geht.

    So beginnt eine herzschmelzende, super hinreißende, absolut authentische Liebesgeschichte. Seufz.


    Ich liebe den Schreibstil der Autorin. Tue ich ehrlich. Sie schreibt wie sie spricht. Oder zumindest so ähnlich. In jugendlichem Stil, aufgelockert durch WhatsApp Nachrichten und Dating Apps, bringt sie uns die Story von Lenny und Nick näher. Ich konnte kaum aufhören zu lesen.

    Es war wie ein Drang, der mich sogar fast vom Schlafen abgehalten hat.

    Mein flatterhaftes Herz, das dumme Ding, wollte unbedingt noch mehr seufzen, hoffen, bangen und leiden.

    Gefühlsmäßig war das die totale Achterbahnfahrt und ich mittendrin, weil sie aus der Ich Perspektive erzählt ist.


    Und so kam es, dass ich überhaupt nicht lange brauchte, um sowohl Lenny, als auch Karla und Freddy und ihre Freundschaft in eben jenes Herz zu schließen.

    Solche Freunde hätte ich in der Abschlussklasse auch gern gehabt.

    Die Geschichte ist ein bisschen wie ein Tagebuch gestaltet - zumindest kam es mir so vor. Lenny lebt von Tag zu Tag, geht mit seinen Freunden auf Partys, arbeitet und verliert sich in seinen Schwärmereien für Nick. Und oh Mann, oh Mann, ich konnte das so gut nachvollziehen.

    Jede Emotion, die da in seinem süßen, kleinen Emobauch steckte.


    Der Verlauf der Handlung birgt einige Spannungsmomente, vor allem, weil man als Leser nicht weiß, geschweige denn ahnt, wie Nick auf bestimmte Dinge reagiert, von dem ja nicht mal klar ist, ob er überhaupt zum anderen Ufer gehört. Diese Ups und Downs ziehen sich durch die komplette Story und ich war hin und weg. Absolut gefesselt von Lennys Sichtweise, der, zum Glück für ihn, in einem toleranten Elternhaus aufgewachsen ist.

    Die Luft war während des Lesens fast wie statisch aufgeladen, es gab einige prickelnde Momente und die Entwicklung, die die Charaktere durchgemacht haben, fand ich vollkommen passend.

    Ganz ehrlich, es gab eigentlich überhaupt keinen Moment, wo ich nicht mit der Reaktion von Lenny einverstanden war - und das ist echt selten.

    Vor allem oder gerade bei Liebesgeschichten gibt es immer eine Sache, von der ich mir wünsche, sie wäre anders gelaufen.

    Nicht so bei „Die Sache mit der Motte und dem Licht.“


    Fazit:


    Vom selbstbewussten Chaoten, dessen einzige Probleme Schule und eine ungewisse Zukunft sind, hin zum willenlosen, hormongesteuerten Idioten mit einem Rätsel namens Nick, das gelöst werden will?

    Willkommen in Lennys unterhaltsamer, emotional verwirrter, aber absolut packender Welt, die als i Tüpfelchen nahezu mobbingfrei ist.

    So gefällt mir das und so sollte es auch in der Realität sein.

    Mit einem gekonnt frischen Schreibstil und Szenen aus der Normalität, sowie einer aufregenden Liebe hat die Autorin mich komplett überzeugt.

    Die Motte und das Licht (oder auch der Emo und der Schönling) sind dermaßen lesenswert für alle LGBT Fans.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️(5/5)

  • Diese Liebesgeschichte, die man fast noch als Jugendbuch einordnen könnte, wird aus der Perspektive von Lenard erzählt. Der Schreibstil ist sehr angenehm, sodass man das Buch in rasanter Geschwindigkeit inhalieren kann.


    Lenard ist 17 und hatte noch nie einen Freund. Er sehnt sich sehr nach einer Beziehung, weiß aber nicht, wie er andere homosexuelle Männer kennenlernen soll, weshalb er sich zu Beginn des Buches bei einer Dating-App anmeldet. Diese App spielt im Verlauf der Geschichte jedoch eine sehr untergeordnete Rolle; sie wird noch gelegentlich erwähnt, ist für die Handlung aber kaum von Bedeutung. Im Wesentlichen geht es um Lenards heimlichen Schwarm Nick, der plötzlich gar nicht mehr so unerreichbar ist, wie Lenard immer dachte. Allerdings sendet Nick sehr widersprüchliche Signale, und Lenard weiß eigentlich gar nicht, ob Nick überhaupt Interesse an Männern hat...


    Lenard ist ein wundervoller Protagonist. Er war mir von Beginn an sehr sympathisch, da er eine lockere, fröhliche Art an sich hat, die beim Lesen sofort ansteckt. Er hat sich bereits vor längerer Zeit vor Familie und Freunden geoutet und steht zu sich selbst. Er hat einen besten Freund und eine beste Freundin, mit denen er viel unternimmt und denen er fast alles anvertraut.

    Lenard ist bis über beide Ohren in einen Jungen aus seinem Schulbus verliebt, dessen Name er jedoch nicht kennt, geschweige denn, dass er eine Chance bei diesem hätte. Diese Gefühle, für jemanden aus der Entfernung zu schwärmen, kennt wohl jeder und ich fand sehr süß und authentisch dargestellt, wie Lenard über ihn redet und denkt. Ich konnte mich kaum von den Seiten lösen, weil die Geschichte extrem spannend verläuft und man aufgrund der einseitigen Perspektive aus Lenards Sicht nie weiß, was in Nicks Kopf vorgeht und was hinter seinem Verhalten steckt.
    Auch im weiteren Verlauf der Geschichte war Lenards Handeln für mich immer sehr gut nachvollziehbar. Die Autorin hat hier eine wunderbare Balance zwischen "blind vor Liebe" und "sich selbst treu bleiben" geschaffen. Lenard lässt aufgrund seiner Verliebtheit zwar teilweise mit sich spielen, bleibt seinen Prinzipien aber trotzdem treu und grenzt sich ab, wenn er spürt, dass ihm etwas nicht gut tut. Auch ist er dabei immer reflektiert und kann seine Situation sehr realistisch einschätzen.


    Lediglich etwas schade fand ich, dass die Geschichte relativ abrupt endet. Es hätten locker noch mal 100 Seiten folgen können über die Entwicklungen, die sich zum Ende hin ergeben haben, ohne dass mir langweilig geworden wäre. Zu einem zweiten Teil würde ich daher nicht nein sagen. :D


    Fazit:

    Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten und mir beim Lesen sehr viel Freude bereitet. Es ist eine leichte, lockere Geschichte, die dennoch einige wichtige Werte vermittelt. Sehr gute, empfehlenswerte :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne.

    Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. Kurt Tucholsky :wink:


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