Benjamin Zephaniah - The Lives and Rhymes of Benjamin Zephaniah. An Autobiography

  • Produktvorstellung bei amazon.de/Meine Übersetzung:


    *BBC Radio 4 Book of the Week*

    Benjamin Zephaniah, der die Welt für seine Kunst und seinen Humanismus bereist hat, erzählt nun eine Geschichte, die all diese Dinge umfasst: die Geschichte seines Lebens.


    In den frühen 1980ern, als die Punks und Rastas auf den Straßen waren um gegen Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und die NAtionale Front zu demonstrieren, konnte man Benjamins Dichtkunst auf den Demonstrationen, außerhalb von Polizeistationen und auf der Tanzfläche hören. Seine Mission war es, seine Poesie überall hinzubringen um es sie so auch bei Leuten bekannt zu machen, die keine Bücher lasen. Seine Dichtkunst war politisch, musikalisch, radikal und notwendig.


    In den frühen 1990ern hatte Benjamin dann auf jedem Kontinent der Welt Auftritte gehabt [komisch, Antartika wird meines Lesens nach nicht erwähnt] (eine Großtat, die er in einem einzigen Jahr bewältigte) und er hat seitdem mit dem Auftreten und Touren nicht aufgehört.Nachdem Nelson Mandela Benjamins Tribut an ihn gehört hatte, während er im Gefängnis saß, verlangte dem Dichter vorgestellt zu werden, was sich zu einer lebenslangen Freundschaft auswachsen sollte, die ihrerseits Benjamins Arbeit mit Kindern in Südafrika inspirieren sollte. Benjamin ist auch der erste Künstler gewesen, der mit den Wailers nach dem Tod von Bob Marley gespielt hat, mit denen er dann den Tribut an Nelson Mandela aufnahm.


    The Life and Rhymes of Benjamin Zephaniah ist eine wahrlich ungewöhnliche Lebensgeschichte, welche die Macht der Dichtung und die Wichtigkeit des Grenzenverschiebens durch Kunst feiert.


    Eigene Beurteilung/Eigenzitat aus amazon.de:


    Seit mehr als einem Vierteljahrhundert begleitet nun schon die Kunst Benjamin Zephaniahs meinen eigenen Lebensweg, wobei es mir neben den Auftritten mit seinen Gedichten in erster Linie die Romane angetan haben – die hier in meinen Augen ein wenig zu sehr nebenher beschrieben werden – und auch nur unvollständig.


    Benjamin ist als Sohn einer jamaika-stämmigen Mutter aufgewachsen und hat bereits in jungen Jahren nicht nur Erfahrungen mit Rassismus gemacht, sondern auch mit der Dichtung, weil seine Mutter immer mal wieder gerne in Reimen gesprochen hat. Zunächst christlich erzogen wandte er sich später dem Rastafari zu, was auch zu seinen bekannten Nachnamen führen sollte. Immer mal wieder dichtend und gelegentlich vor Gruppen politische Ideen dubbend, wurde der junge Benjamin zunächst einmal ein ziemlich erfolgreicher Kleinkrimineller, bis ihm in Birmingham das Pflaster zu heiß wurde und er nach London zog. Dort wurde er schnell ein angesehenes Mitglied nicht nur der Kunst- und Musikszene, sondern auch ein aufrechter und zum Teil ziemlich lauter Aktivist gegen die Reformation des Zechenwesens unter Thatcher, Kämpfer gegen Nationalismus und Rassismus, Ankläger von Polizeigewalt und noch vielem mehr. Eine grundlegende Wut gegen Ungerechtigkeiten jeder Art hat den heute sechzig Jahre jungen Dreadlock-Träger nie wirklich verlassen.


    Aber im Laufe der Jahrzehnte hat er noch so viel mehr getan, bis er einem internationalen Fernsehpublikum auch noch in seiner Rolle als Jeremaih Jesus in „Peaky Blinders“ bekannt werden sollte. Und auch heute ist er immer noch sehr rege, lebt „organisch“ und weitgehend autark, verbringt viel Zeit bei seinem Chen-Taiji-Meister in China und sucht überall den Frieden zu fördern.


    Ein so volles Leben, das mit Begegnungen wie mit den Wailers, Sinead O’Connor, Nelson Mandela und vielen anderen geschmückt ist, ist spannend – bis zu einem gewissen Grade, dann wird man von der Vielfältigkeit und dem Spektrum von Benjamins Engagement ein wenig überwältigt – und versteht, warum er heutzutage meditieren MUSS um einem kompletten Burn-Out vorzubeugen.


    Eine erfrischende Autobiographie mit einigen Härten gegen sich selbst – und einer ordentlichen Portion Humor und Sprachwitz.