Nuray Çeşme - Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird

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  • Nuray Çeşme - Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird


    Inhalt (von amazon übernommen)

    Hamburg-Eimsbüttel, 22:00 Uhr. In der Dunkelheit lauert ein Schatten, der die Fenster einer Wohnung und das dahinter verborgene alltägliche Leben ihrer Bewohner beobachtet. Ein Leben, von dem Amelia nur träumen kann. Eine Liebe, die sie nicht haben kann.

    Amelia ist eine temperamentvolle Italienerin. Marlon ist ein Frauenheld mit einer problematischen Vergangenheit. Nach einer kurzen, aber innigen Romanze zwischen den beiden ist es jedoch bereits vorbei. Amelia wird zum Opfer von Ghosting. Aber Amelia hat nicht vor, ihren Traum einfach so aufzugeben. Sie verstrickt sich immer tiefer in eine gefährliche Obsession und schon bald vergisst sie, wer sie wirklich ist.

    Amelia will Marlon zeigen, dass er sie tief im Inneren immer noch liebt. Doch kann sie wirklich seine Liebe zurückgewinnen, ohne sich selbst zu verlieren?

    Meine Rezension


    „Die Obsession – Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird“ ist das zweite Buch von Nuray Çeşme. Vorher erschien von ihr „Der Wille versetzt Berge – Aus dem Leben einer türkischen Gastarbeiterfamilie“.


    In dem vorliegenden Buch, der als Psychothriller benannt wird, geht es um Amelia, eine 36jährige, attraktive, temperamentvolle Italienerin. Sie lernt, nachdem sie schon viele kurze Beziehungen hatte, auf einem Onlineportal den Frauenhelden Marlon kennen und lieben. Der junge Mann zeigt sich von seiner besten Seite, verbringt viel Zeit mit Amelia. Doch das ist nur von kurzer Dauer, denn urplötzlich bricht er den Kontakt mit ihr ab. Von da an beginnt sie ihn zu verfolgen, beobachtet ihn mit einer zwanghaften Intensität. Sie verstrickt sich dabei immer mehr in Widersprüche, verliert dabei fast ihre Identität...


    Mich hatten die Thematik, das geheimnisvolle Cover im Vorfeld angesprochen und ich wollte mich sehr gern auf diesen Psychothriller einlassen. Aber ich muss leider sagen, dass der Aufbau und der Handlungsverlauf der Geschichte mich nicht überzeugten. Die Art und Weise der Schilderung der Problematik um die Protagonisten und diese selber konnten mich nicht fesseln.

    Die Handlungsstrukturen um die Vielzahl an angeschnittenen Themen wie Online-Dating, Ghosting, krankhafte Liebe, Stalking, psychische Störungen, Zwangsverheiratung, konservative Erziehung, problematische Kindheit werden angerissen, aber unvollständig, irgendwie bruchstückartig vorgetragen und nicht konsequent erzählt. Die Autorin spricht wichtige Aspekte (bspw. Schwangerschaft, Abtreibung, das verwandtschaftliche Verhältnis Lukas zu Marlon) an, die dann keinerlei Rolle mehr spielen.

    „Die Obsession...“ erfolgte in einer merkwürdig distanzierten, nüchternen, fast pragmatischen Erzählweise aus der Ich-Perspektive, die mich nicht erfaßte. Viele Wortwiederholungen taten ihr Übriges. Mein Lesefluß wurde gehemmt. Es kam mir so vor als hätten zwei Personen an dem Buch geschrieben. Auf der einen Seite fand ich einige Stellen, die mir in ihrer Aussage und in der Ausdruckskraft gefielen.

    Bspw. [178] „Der Spiegel hat einen Riss in der Mitte und es schauen mich zwei Frauen an, Amelia und Sofia, Sofia und Amelia. Beide sehen gleich aus, mit dem einen Unterschied, dass die eine schwarzweiß ist, Amelia – zerbrochen, voller Wut und Hass, und daneben, in voller Farbe, in Anmut und Liebe und unendlich schön, Sofia. Zwei Frauen, dieselbe Frau, wie eineiige Zwillinge“.

    Andererseits störten mich die Worthäufungen, was beim Lektorat hätte auffallen müssen.

    Zum Finale kommt etwas Bewegung ins Geschehen, aber auch da werden in „Hopplahopp-Manier“ wichtige Dinge nicht mit der nötigen Ruhe zu Ende erzählt. Das sah für mich nach einer Fortsetzung aus.

    Ich kann das Buch nicht als Psychothriller bezeichnen. Dafür hatte es zu wenig Spannung, es besaß keinen Nervenkitzel, was mich zum unbedingten, ungeduldigen Weiterlesen trieb. Mein Kopfkino kam nicht in Gang.


    Die Grundidee für „Obsession“ finde ich gut, aber es bleibt leider zu vieles im Ansatz stecken, wird nicht weiter ausgeführt. Es ist leider nicht das Buch, das in mir Spuren hinterlassen wird. :bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Informationen zur Autorin (von amazon)


    Nuray Çeşme wurde 1976 in Balıkesir geboren und lebt inzwischen in Hamburg. Sie ist geprüfte Bilanzbuchhalterin und arbeitet als Abteilungsleiterin in einem Hamburger Konzern. Mit dem Schreiben hat sie nach dem Tod ihres Vaters begonnen, als sie seine Lebensgeschichte in einer sehr persönlichen Biografie zusammentrug. Das vorliegende Buch ist ihre zweite Veröffentlichung.


    Mehr zur Autorin: http://www.nuray-cesme.de

  • Was ist mit Amelia los?


    Die Obsession, Psychothriller von Nuray Cesme, 340 Seiten, erschienen bei BoD - Books in Demand.
    Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird.
    Die 36jährige Amelia lernt auf einer Dating-Platform Marlon kennen und verabredet sich mit ihm. Anfangs zeigt er sich von seiner besten Seite und überrascht Amelia mit Picknicks und Ausflügen, bis er sein Ziel erreicht hat, Amelia in sein Bett zu bekommen. Dann zieht er sich zurück, ist nicht mehr erreichbar und meldet sich nicht. Deshalb beginnt die Protagonistin ihn zu stalken , was immer schlimmere Formen annimmt und schließlich eskaliert.
    So ein Plot hat unwahrscheinlich viel Potential, vor allem weil die beiden Hauptfiguren schlechte Erfahrungen in Partnerschaften und mit ihren Vätern gemacht hatten. Ich habe mich dafür interessiert weil das Buch als „Psychothriller“ angepriesen wird. Bei einem Thriller erwarte ich, dass ich das Buch vor Spannung nicht aus der Hand legen kann, im Idealfall denke ich in den Lesepausen darüber nach wie es weitergehen könnte. Dies ist hier nicht der Fall gewesen. Ich war mit dem Buch schnell fertig, denn es sind nur 340 Seiten und die Schrift ist ziemlich groß. Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig. Unterhalten hab ich mich dabei weniger gut, denn die Geschichte strotzte nur so von Wiederholungen, die einem Schüler vermutlich eine miese Aufsatznote einbringen würden z.B. auf Seite 79: „Sie hatte mit den anderen Frauen die Holztische aufgebaut, die aus hellem grauen Holz waren. Dazu stellten sie Holzstühle auf.“ Oder hier: „: "Wie gerne würde ich jetzt stundenlang mit dir schreiben, Marlon, aber ich muss mir die Wohnung bei dir anschauen und deshalb habe ich in den nächsten Stunden keine Zeit, mit dir zu schreiben. Also muss ich dir schreiben, dass ich verabredet bin." Die Figuren handelten nicht immer logisch nachvollziehbar, klar bei den psychischen Störungen z.B. der Protagonistin. Sie waren aber ausnahmslos alle, sehr unsympathisch für mich. Gerne hätte ich auch gewusst, womit Amelia, soviel Geld verdient um sich mal schnell eine Zweitwohnung, tolle Klamotten und einen SUV zu leisten. Auch die zeitliche Abfolge war etwas wirr durcheinander je nachdem welcher Charakter, jeweils in der Ich-Form die Geschichte erzählte, Erinnerungen und Rückblicke erschienen kursiv. Am besten haben mir die Szenen gefallen, als die Protagonistin aus ihrer Kindheit erzählte. Der Leser erfährt nebenbei wie die User in verschiedenen Dating -Foren ticken, das habe ich aber in diesem Buch nicht gesucht. Sogar das Ende hat mich enttäuscht, da dachte ich dass endlich Action ins Buch kommt, aber das hat sich leider nicht erfüllt. Zusammenfassend meine ich, dass das Buch und ich einfach nicht zusammen passten. Keine Leseempfehlung und gutgemeinte 2 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

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