Mark Grinsted - Coburg Darmstadt Windsor (ab 28.07.2019) (mit Autor)

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  • mich hat's heut nacht mit einer Erkältung gründlich zerlegt

    Gute Besserung!:flower:

    Danke :) nachdem ich 24 von 36 Stunden verschlafen habe, geht es heute wieder besser. Duschen und Einkaufen waren anstrengend, aber beides nötig. Immerhin war ich so lernfähig, diesmal gleich zu Hause zu bleiben - nicht wie vor zwei Jahren, wo ich dann schlussendlich komplett für zwei Wochen außer Gefecht war.:roll:

    Jetzt werde ich mal versuchen zu lesen, mein Kopf fühlt sich ziemlich wach und fit an. Und unser Buch liest sich ja auch richtig gut. :study:

  • Ich habe heute die Kapitel um Leopold und bis zum Rennen um den Thron (S.188) gelesen.


    Leopold hatte ja ein sehr bewegtes Leben und kam nach dem Hin und Her um die Problematik des griechischen Throns als (offenbar fähiger) König von Belgien zur Ruhe und erlebte immerhin noch eine zweite Ehe und Vaterfreuden.


    Im Kapitel "Das Rennen um den Thron" hätte ich mir wirklich sehr ein Personenverzeichnis und gegebenenfalls Familienstammbäume gewünscht.

    Wenn jemand, wie z.B. Georg III einen Haufen Söhne hat und die dann auch noch mehr oder weniger gleich nennt (einmal August Friedrich, einmal Friedrich August, einmal Ernst August und einmal Adolf Friedrich:shock:), dann ist man bei einem Wilhelm dazwischen schon überaus dankbar. Wenn dann auch noch jede zweite Frau Augusta heißt, ist das definitiv zuviel für meine Nerven...

    Ich bin jetzt wirklich froh, auf Victoria, die spätere Queen, zuzusteuern, da blicke ich dann wenigstens durch.


    Nachtrag: Rückblickend zum Tod der Thronfolgerin Charlotte, gibt es da glaubwürdige Hinweise, dass sie vergiftet wurde, oder ist das nur böswillige Verleumdung wie im Falle Dianas, deren tödlicher Unfall meiner Meinung nach wohl kaum von der Königsfamilie in Auftrag gegeben wurde? Meiner persönlichen Meinung nach wurde Charlotte das Opfer ärztlicher Inkompetenz. Stockmar hatte sich ja wohlweislich aus ihrer ärztlichen Betreuung ferngehalten...

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • "Der Tod der Prinzessin Charlotte" bis Prinz Leopold als Witwer" (bis S. 144)


    So langsam hole ich auf :lol:


    Charlotte entpuppt sich immer mehr als faszinierende Persönlichkeit. Ich finde es so schön, dass sie es durchsetzen konnte, den Mann heiraten zu dürfen, den sie liebt, und mit ihm auch in England bleiben zu können. Das ist keine Kleinigkeit bei einem solchen Vater!

    Wobei ich glaube, dass sie da viel von ihrem Vater geerbt und / oder gelernt hatte. Sie nutzte die wenigen Asse in ihrer Hand sehr geschickt aus, wusste wie hoch sie pokern kann um ihren Willen durchzusetzen. Das macht sie als "Gegnerin" ihres Vaters zu einer Person, die er fürchten musste.

    Diese ganzen Reisen waren sehr faszinierend. Und sie ist ja richtig weit gekommen, bis in den Orient, ins Heilige Land und Alexandria :shock: . Da war sie bestimmt glücklich und stand nicht so unter Druck (wenn auch trotzdem unter Beobachtung) wie in England. Sie konnte frei sein.

    Das hätte ich ihr gar nicht zugetraut, dass sie sich derart die Welt anschaut. Schöne Kapitel über wenige glückliche Momente in einem sehr unglücklichen Leben. Aber frei war sie trotzdem immer nur eingeschränkt. Was ich über ihren Mann und dessen Machenschaften denke, will ich hier lieber nicht schreiben :evil:

    Dazu gibt es auch eine heutige Parallele: Wenn man Charles gleich erlaubt hätte, seine Camilla zu heiraten statt einer Frau, mit der ihn nichts verband, wäre der Königsfamilie auch einiges erspart geblieben.

    Eigentlich sind diese Parallelen richtig erschreckend :shock: 180 Jahre liegen dazwischen und nichts hatten sie gelernt. Da wäre einigen Menschen viel Leid erspart geblieben, wenn man Charles und Camilla als Paar akzeptiert hätte.

    Das kann man wohl sagen. Immerhin hatte Heinrich VIII Katharina von Aragon freiwillig geheiratet und die Ehe war auch gut, bis er sich in Anne Boleyn verliebte und unter dem Fehlen eines legitimen Sohnes litt. Caroline hatte dagegen keinen einzigen schönen Tag in ihrer Ehe, schon die Hochzeitsnacht, die der betrunkene Bräutigam vor dem Kamin verbrachte, war misslungen. Man fragt sich, wie die beiden zumindest eine Tochter zustande brachten.

    Auch diese Parallelen sind erschreckend, wenn auch Mary wenigstens teilweise wohl eine gute Kindheit hatte. Wie Caroline und Georg zu einer Tochter gelangten, will ich lieber nicht genauer wissen. 8-[

    Das Kapitel über Charlottes Tod ist sehr traurig, vor allem, wenn man bedenkt, wie überflüssig und sinnlos dieser viel zu frühe Tod nach kurzer, glücklicher Ehe war. Es scheint so, als hätten die Ärzte mit ihrer Aderlasserei und strikten Diät sie auf dem Gewissen, weil sie Charlotte dadurch extrem geschwächt hatten.

    Ich finde, das scheint nicht nur so. Eine gesunde junge Frau wird während der Schwangerschaft derart gesundheitlich abgewirtschaftet - da muss man sich ja wundern, dass in Adelshäusern überhaupt Frauen und ihre Kinder die Schwangerschaften überlebten. :pale:

    Christian Friedrich von Stockmar berichtet, der aus späteren Zeiten als Heiratsvermittler zwischen Victoria und Albert bekannt ist. Hier tritt er zunächst als Militärarzt und Leibarzt Leopolds auf, um dann den Arztberuf an den Nagel zu hängen und als Leopolds Sekretär und Hofmarschall tätig zu werden.

    Und schon da agiert er klar diplomatisch/politisch, indem er sich klug aus der Schwangerschaft der Prinzessin heraushält. Ein kluger Mann von Anfang an.

    In diesen Abschnitten haben mir die vielen Originalzitate von Karoline Bauer über Stockmar und Leopold gefallen, dadurch hat man den Eindruck, gewissermaßen ein Zeitzeuge gewesen zu sein.

    Die finde ich auch gut, v.a. dann, wenn sie so deutlich ihre (nicht immer positive) Meinung über die Charaktere formuliert. Das gibt einen sehr persönlichen Eindruck zu den Menschen wieder, im Kontext der Zeit. Wenn wir aus heutiger Sicht urteilen, sind wir doch geprägt durch unser heutiges Leben. Wenn Zeitzeugen urteilen, dann aus deren Kontext heraus, und das macht es für mich so spannend.

    Gedankenspiele... was wäre gewesen, wenn sie irgendwann den Thron Englands bestiegen hätte? Wäre sie vielleicht verbittert? Das möchte ich irgendwie nicht glauben, denn ich hatte den Eindruck, dass sie eine sehr starke Frau gewesen ist, die sich nicht so leicht unterkriegen ließ. Das hätte bestimmt zu erbitterten Kämpfen zwischen ihr und ihrem Vater geführt.

    Hätte sie den Thron bestiegen, dann wäre ihr Vater doch gar nicht mehr am Leben gewesen. Wie hätten dann erbitterte Kämpfe mit ihm stattfinden sollen? ?(

    Bei Stockmar bin ich noch unentschlossen.

    Ich auch, aber ich bin ja noch gar nicht so weit wie ihr. Aber die Zitate von Karoline Bauer werfen ja ein gewisses Licht auf seinen Charakter und das ist nicht nur positiv gefärbt. :-k


    Wir dürfen ruhig mal spekulieren, ob Prinzessin Charlotte eines natürlichen Todes gestorben ist oder nicht. Wurde sie eventuell vergiftet? Das Verhalten ihres Vaters - und ihrer Großmutter, der Königin Charlotte - war schon verdächtig.

    Das Verhalten ihres Vaters und ihrer Großmutter passt für mich einfach nur zu deren Charakteren, mehr nicht. Sie standen ihr ganzes Leben lang nicht als mitfühlende Charaktere in der Geschichte ihrer Familie. Die Risiken für Charlotte waren durchaus realistisch genug, auch ohne Eingreifen Dritter. Georg musste sich einfach nur auf die schlechte Medizin der damaligen Zeit verlassen, was er bestimmt tat, und auf die gesetzlichen Vorgaben, was er mit seiner Abwesenheit ja ebenfalls tat, und schon standen die Chancen für Charlotte durchaus eher schlecht als recht.


    Dann muss ich ja "nur noch" das Witwerleben studieren, um wieder ganz bei Euch zu sein :D

  • wenn auch Mary wenigstens teilweise wohl eine gute Kindheit hatte.

    Aber die schöne Kindheit dauerte nicht allzu lange, sie war ja noch sehr jung, als Katharina von Aragon abserviert wurde und sie war dann auch von ihrer Mutter meist getrennt.


    Ich auch, aber ich bin ja noch gar nicht so weit wie ihr. Aber die Zitate von Karoline Bauer werfen ja ein gewisses Licht auf seinen Charakter und das ist nicht nur positiv gefärbt.

    Das wirkt sehr authentisch. Stockmar ist jedenfalls eine interessante Persönlichkeit, von ihm wird in den Kapiteln über Victoria sicher noch mehr zu lesen sein.

    Georg musste sich einfach nur auf die schlechte Medizin der damaligen Zeit verlassen, was er bestimmt tat,

    Ekelhaft, seinem eigenen Kind den Tod zu wünschen! :puker::thumbdown: Später intrigierte er auch noch gegen seinen verwitweten Schwiegersohn. Diese Familie (Georg III, seine Frau und der spätere Georg IV) sind in meinen Augen eine asoziale Sippe.


    Kein Wunder, dass die Engländer später von Victorias harmonischem Familienleben begeistert waren!

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  • Aber die schöne Kindheit dauerte nicht allzu lange, sie war ja noch sehr jung, als Katharina von Aragon abserviert wurde und sie war dann auch von ihrer Mutter meist getrennt.

    Ich hab Marys genaues Alter nicht mehr im Kopf, ich hätte jetzt getippt, dass sie ca. 12 Jahre alt war, als Katharina abgeschoben wurde. :-k

    Stockmar ist jedenfalls eine interessante Persönlichkeit, von ihm wird in den Kapiteln über Victoria sicher noch mehr zu lesen sein.

    Interessant ist er auf alle Fälle - ein kluger Kopf, der genau weiß, wann er diese Klugheit wie einsetzen muss. Das wird bestimmt noch sehr spannend.

    Ekelhaft, seinem eigenen Kind den Tod zu wünschen! :puker::thumbdown: Später intrigierte er auch noch gegen seinen verwitweten Schwiegersohn. Diese Familie (Georg III, seine Frau und der spätere Georg IV) sind in meinen Augen eine asoziale Sippe.

    Gegen wen hat er eigentlich nicht intrigiert? Ich finde es auch auffallend, dass seine ledigen Brüder wohl alle das Land verließen. Das hatte bestimmt auch seine Gründe. Was macht er jetzt eigentlich mit seiner Frau? Rechtmäßig ist sie jetzt Königin von England. :-s

  • Squirrel : von mir nachträglich auch noch gute Besserung :winken:.

    Meiner persönlichen Meinung nach wurde Charlotte das Opfer ärztlicher Inkompetenz. Stockmar hatte sich ja wohlweislich aus ihrer ärztlichen Betreuung ferngehalten...

    Daran hat er auch gut getan. Denkt mal an ein, zwei Generationen später, als die Tochter von Viktoria (die Kronprinzessin von Preußen) entbunden hat und dabei auf englische Ärzte vertraut hat. Wie ist sie dafür angegangen worden, als Wilhelm (II.) mit einem behinderten Arm geboren wurde!


    Ich glaube auch, Georg hatte es gar nicht nötig, sie zu vergiften. Er brauchte nur auf die ärztliche Kunst vertrauen (ja, das war Sarkasmus).

    Ich finde, das scheint nicht nur so. Eine gesunde junge Frau wird während der Schwangerschaft derart gesundheitlich abgewirtschaftet - da muss man sich ja wundern, dass in Adelshäusern überhaupt Frauen und ihre Kinder die Schwangerschaften überlebten. :pale:

    Ich hatte ja letztes Jahr ein Buch über die österreichischen Kaiserinnen gelesen, da sind auch so viele im Kindbett gestorben :cry:.

    Hätte sie den Thron bestiegen, dann wäre ihr Vater doch gar nicht mehr am Leben gewesen. Wie hätten dann erbitterte Kämpfe mit ihm stattfinden sollen? ?(

    Du hast recht, das war nicht durchdacht, das schiebe ich mal auf meine Müdigkeit gestern Abend.

    Ich glaube, ich wollte damit sagen, wenn sie länger gelebt hätte, hätte es bestimmt erbitterte Kämpfe gegeben zwischen der "aufgehenden" und der "scheinenden" Sonne, also zwischen Charlotte und Georg.


    Was macht er jetzt eigentlich mit seiner Frau? Rechtmäßig ist sie jetzt Königin von England. :-s

    De jure, aber nicht de facto :wink:. Bei Georg I. war es nicht anders, der hatte seine Ehefrau ja eingesperrt (Sophie Dorothea, "die Prinzessin von Ahlden".


    Und dann lese ich mal weiter.

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester


    Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.

    Jay Kristoff, Nevernight - Das Spiel

  • Ich glaube, ich wollte damit sagen, wenn sie länger gelebt hätte, hätte es bestimmt erbitterte Kämpfe gegeben zwischen der "aufgehenden" und der "scheinenden" Sonne, also zwischen Charlotte und Georg.

    ganz bestimmt hätte das noch bittere Kämpfe gegeben, zumal Charlotte ja immer ihre Mutter unterstützte.

  • bis Prinz Leopold als Witwer" (bis S. 158)


    Ich komm weiter zu Euch ran :lol:

    Von den "dummen Liebschaften" des verwitweten Leopold hielt er nichts, stattdessen führte er ihm seine eigene Cousine, die Schauspielerin Karoline Bauer als Geliebte, bzw. morganatische Ehefrau zu. Stockmar selbst war nicht gerade ein Beziehungsversteher, er heiratete seine Cousine Fanny Sommer aus finanziellen Gründen und überließ diese dann sich selbst. Sie spielte offenbar in seinem Leben gar keine Rolle und wird in Stockmars Wikipedia-Artikel nicht mal erwähnt! :shock:

    Diese Liebschaften waren natürlich allen Plänen konträr. Stockmar plante sehr weit in die Zukunft, gerissen und wohlüberlegt - aber mir wird er gerade nicht sympathischer. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob wir Mitleid mit Stockmars Frau haben müssen oder ob wir uns mit ihr freuen sollten: vielleicht war es ja auch nicht das schlechteste an einer arrangierten Ehe, wenn man sich gegenseitig in Ruhe ließ? Hast Du weiter über sie recherchiert, wie es ihr so erging? Oder hast Du, MarkG weitere Informationen zu Stockmars Frau und ihrem Leben?

    Andererseits muss man ihm zugutehalten, dass er sehr loyal und auch gerissen war. Dass Leopolds zweite Ehe "nur" morganatisch war, hat ja nicht nur damit zu tun, dass Karoline Bauer ihm nicht ebenbürtig war. Dadurch ist er in den Augen der Öffentlichkeit (die jetzt immer wichtiger wird; die Zeiten sind vorbei, in denen die Adligen, Könige usw. tun und lassen konnten, was sie wollten) der trauernde Witwer der verehrten Prinzessin Charlotte geblieben.

    Loyal war er auf jeden Fall, aber bestimmt auch zu einem guten Teil (oder vor allem?) sich selbst gegenüber - nur mit der Macht über Leopold, der sich ja offensichtlich Stockmar gegenüber als "gehorsam" erwies, konnte er auch diese Karriere und ein so gutes Leben leben. Was wäre ansonsten denn aus ihm geworden? Ein zwar finanziell unabhängiger Arzt, aber eben auch nur das.

    Und wie er seine Kusine in diese für sie extrem unvorteilhafte morganatische Ehe manipuliert, ist für mich nur Beleg dafür, dass er für seine und Leopolds Karriere keine Rücksichten nahm. Schade, dass Karoline nicht auf ihre Mutter hörte. Gut für uns, dass sie so ausführlich Tagebuch führte.

    als (offenbar fähiger) König von Belgien

    da bin ich ja mal gespannt - ich werde jetzt den Samstag so beginnen wie ich es mir die ganze Woche schon vorgestellt habe: gemütlich mit Buch und ohne irgendein "Muss" im Hinterkopf. Bin wieder fit :dance:

  • Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob wir Mitleid mit Stockmars Frau haben müssen oder ob wir uns mit ihr freuen sollten: vielleicht war es ja auch nicht das schlechteste an einer arrangierten Ehe, wenn man sich gegenseitig in Ruhe ließ? Hast Du weiter über sie recherchiert, wie es ihr so erging?

    Sie war sicherlich nicht traurig darüber, den berechnenden Gatten teilweise drei Jahre(!) nicht zu sehen, aber sie wird leider nicht die Freiheit gehabt haben, ihr Leben mit einem besseren Mann zu genießen, da sie (auf dem Papier) eben doch verheiratet war.

    Im Wikipedia-Artikel spielt Fanny keine Rolle, ansonsten habe ich nur diesen Ausschnitt aus einem älteren Buch gefunden, in dem auch schon davon die Rede ist, dass Stockmar nur Fannys Geld und ansonsten nicht von ihr belästigt werden wollte.

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  • ansonsten habe ich nur diesen Ausschnitt aus einem älteren Buch gefunden

    hey, das sind ja die Memoiren von Karoline :applause: Schade, leider konnte seine Frau ihr Leben also nicht genießen. Dabei hätte sie doch einige Freiheiten gehabt, wenn auch ohne die Möglichkeiten einer neuen Ehe.


    die Kapitel um Leopold und bis zum Rennen um den Thron (S.188)


    Puh, ich hab jetzt besonders im letzten Kapitel echte Bildungslücken bei mir entdeckt. Punktuell bin ich mir sicher, dass wir in der Schule natürlich die Französische Revolution, den Bürgerkönig, die Märzrevolutionen 1848 und als nächstes Bismarck behandelten. Aber dazwischen? Da herrschte eben in meinem Hirn echte Leere, wie ich zugeben muss :pale: Die ganzen Umbrüche dazwischen, die Existenz einer österreichischen Niederlande, die Tatsache, dass Frankreich einmal alle Benelux-Staaten in seinem Staatsgebiet enthielt - das alles wusste ich schlicht nicht. Und ich bezweifle sogar, dass wir das in der Schule jemals lernten. 8-[ Ich war ja auf einer integrierten Gesamtschule und wir hatten von der 5.-10. Klasse das Fach Gesellschaftslehre, das Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde etc in sich vereinigte. Damit reduzierte sich natürlich die Zeit, in der diese Fächer unterrichtet werden konnten, und wir sind mit dem D-Zug durch Diverses hindurchgeschossen. Wie ging es Euch denn mit gerade diesen beiden Kapiteln?


    Erfreut habe ich dabei aber zur Kenntnis genommen, dass der doch recht tranige Leopold dann tatsächlich als belgischer König der richtige Mann am richtigen Platz war und das kleine, neu entstandene Königreich stabilisieren konnte. Hätte ich ihm echt nicht mehr zugetraut, so trantütig wie er in den letzten Kapiteln nach dem Tod seiner Frau daherkam. Und das Berechnende, das ihm mehrfach von Zeitzeugen unterstellt wurde, trat ja durchaus zum Vorschein. Insgesamt also eher eine unangenehme Erscheinung, jedenfalls für mich. Mit dieser positiven Wendung hatte ich nicht mehr gerechnet, aber umso schöner. Und Karoline hat ja recht schnell begriffen, dass England und diese morganatische Ehe für sie keine Zukunft bereithielten. Hätte das Mädel mal auf Mama gehört.....

    Was macht er jetzt eigentlich mit seiner Frau? Rechtmäßig ist sie jetzt Königin von England. :-s

    Das hab ich übrigens im Internet selbst noch weiter nachgelesen und Georg IV hat sich echt weiterhin so völlig daneben benommen, das war echt ohne Worte. Bis hin zu einem öffentlichen Prozess zur Verabschiedung eines umstrittenen Gesetzes, den er verlor bzw. den das Unterhaus schließlich wegen Aussichtslosigkeit einstellte, ließ er ja nichts unversucht, um seine Frau loszuwerden. Er schloß sie ja dann sogar von der Krönungszeremonie aus, ließ sie tatsächlich vor verschlossener Kirchentüre abweisen ](*,)

    Aber seiner Arroganz verdanken wir dann Königin Viktoria, die das absolute Gegenteil ihres Vorgängers wurde. Und damit komme ich auch wieder auf sichereres historisches Terrain :lol:

  • Leopold und die griechische Krone, Leopold I., Das Rennen um den Thron


    Ich habe dann auch mal gleichauf gezogen.

    Mir geht es teilweise wie Squirrel , was die Gründung Belgiens anbelangt. Die österreichischen Niederlande waren mir schon eher ein Begriff, gab es doch die Schwester bzw. die Tante von Kaiser Karl V., die als Statthalterinnen der Niederlande eingesetzt waren, und das mehr oder weniger erfolgreich.


    Bildungslücken habe ich (peinlicherweise) entdeckt, was die Verwaltung der Hannoverschen Lande anbelangt. Schließlich lebe ich ja hier ja. Aber irgendwie habe ich darüber nie Gedanken gemacht :-k. Der Herzog von Cumberland ist allerdings auch in Hannover ein Begriff. Allein schon deshalb, weil er später König von Hannover wurde und sein Reiterstandbild vor dem Bahnhof steht mit der Aufschrift "Dem Landesvater sein treues Volk". Und "unterm Schweif" ist einer der bekanntesten Treffpunkte in Hannover :lol:.

    MarkG , bei Ernst August ist was nicht ganz richtig. Ernst August wurde 1837 König Ernst August I. von Hannover, er starb 1851. Georg V. war dessen Sohn, der (letzter) König von Hannover war, von 1851. Das habe ich noch so in Erinnerung von meinen Besuchen im hiesigen Schloss und im Bomann-Museum, in beiden gab es eine Abteilung mit dem Titel "Geschichte des Königreichs Hannover", da stand ich schon vor den Porträts der beiden. Ernst August war sehr unbeliebt, weil er auch sehr reaktionär gewesen ist. Und Georg V. war bekannt als der "blinde König". Ich habe sicherheitshalber, falls die Erinnerung trügt, noch mal bei Wikipedia nachgeschaut.


    Außer Ernst August fand ich bei der ganzen "Prinzenriege" August Friedrich, den Herzog von Sussex, am interessantesten. Also eigentlich seine … ja, Ehefrau bzw. die Frage der gültigen Eheschließung aufgrund des Royal Marriages Act. Dass dieser nicht in Hannover galt, war mir auch noch nicht bekannt. Es war also nicht ein Königreich, sondern immer noch zwei getrennte Königreiche mit unterschiedlichen Gesetzen, und wie wir bei Victoria noch sehen werden, auch unterschiedlichen Erbfolgegesetzen.

    Ich hatte mal nachgeschaut, seit 2015 gilt der Royal Marriages Act nicht mehr. Und ich glaube auch nicht, dass das in der neueren Zeit noch so strikt gehandhabt wurde (ob William seine Kate geheiratet hätte, wenn Lieschen König ihr Veto eingelegt hätte?)

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
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  • Oder hast Du, MarkG weitere Informationen zu Stockmars Frau und ihrem Leben?

    Nein, über sie weiß man wirklich nicht viel. Es ist die Rede von zwei Kindern, vielleicht auch mehr. Der älteste war Ernst Stockmar, der später die Erinnerungen seines Vaters aufarbeitete und veröffentlichte. Daraus habe ich reichlich zitiert. Dieser Ernst Stockmar wurde der Prinzessin Victoria (Tochter von Königin Victoria) als Sekretär zugeteilt, als sie den Prinzen Friedrich von Preußen heiratete und nach Berlin ging. In einem Eintrag in der "Deutschen Biographie" von 1893 über Ernst Stockmar heißt es über seine Mutter:

    "Da der Vater im Interesse seiner fürstlichen Freunde bis 1857 fast in jedem Jahre nur sechs Monate im Kreise seiner Familie zubrachte [Das stimmt nicht ganz. Wie wir wissen, war er oft viel länger weg], fiel die Sorge um die erste Erziehung des Kindes der Mutter, Fanny v. Stockmar geb. Sommer, zu. In gut bürgerlichen Verhältnissen ausgewachsen, hatte diese ernste, gescheute Frau auch nach der Verbindung mit dem an den Verkehr mit Fürsten gewöhnten Stockmar ihre Schlichtheit bewahrt. Von ihr erbte Ernst die natürliche Einfachheit des Wesens und eine, in diesem Maaße selten anzutreffende Bescheidenheit in allen Ansprüchen an Lebensgenuß."

    "Schlicht" ist wohl das Schlüsselwort.

    Dann gab es noch eine jüngere Tochter Marie, aber ich weiß nichts über sie.

    Irgendwo hatte ich gelesen, Fanny Stockmar habe die letzten Lebensjahre ihres Mannes zur Qual gemacht, aber ich glaube, das war bei Caroline Bauer– und ich würde ihre Worte nicht auf die Goldwaage legen.

  • Im Kapitel "Das Rennen um den Thron" hätte ich mir wirklich sehr ein Personenverzeichnis und gegebenenfalls Familienstammbäume gewünscht.

    Wenn jemand, wie z.B. Georg III einen Haufen Söhne hat und die dann auch noch mehr oder weniger gleich nennt (einmal August Friedrich, einmal Friedrich August, einmal Ernst August und einmal Adolf Friedrich :shock: ), dann ist man bei einem Wilhelm dazwischen schon überaus dankbar. Wenn dann auch noch jede zweite Frau Augusta heißt, ist das definitiv zuviel für meine Nerven...

    Man hätte sie wohl am leichtesten durchnummeriert :mrgreen: Mir schwirrte jetzt auch gerade der Kopf mit den ganzen Prinzen nebst Gemahlinnen :compress:

    Der Herzog von Cumberland ist allerdings auch in Hannover ein Begriff. Allein schon deshalb, weil er später König von Hannover wurde und sein Reiterstandbild vor dem Bahnhof steht mit der Aufschrift "Dem Landesvater sein treues Volk". Und "unterm Schweif" ist einer der bekanntesten Treffpunkte in Hannover :lol: .

    Ach, das ist der mit dem Schweif? Den Treffpunkt kenn ich ja vom Erzählen auch :loool:

    Ernst August wurde 1837 König Ernst August I. von Hannover, er starb 1851. Georg V. war dessen Sohn, der (letzter) König von Hannover war, von 1851.

    Das war mir beim Lesen gar nicht aufgefallen :uups: Wie gut, dass Du eine Einheimische bist

    Außer Ernst August fand ich bei der ganzen "Prinzenriege" August Friedrich, den Herzog von Sussex, am interessantesten. Also eigentlich seine … ja, Ehefrau bzw. die Frage der gültigen Eheschließung aufgrund des Royal Marriages Act. Dass dieser nicht in Hannover galt, war mir auch noch nicht bekannt. Es war also nicht ein Königreich, sondern immer noch zwei getrennte Königreiche mit unterschiedlichen Gesetzen, und wie wir bei Victoria noch sehen werden, auch unterschiedlichen Erbfolgegesetzen.

    Ich hab da nie drüber nachgedacht, sondern bin immer davon ausgegangen, das der Royal Marriages Act natürlich nur für das United Kingdom gilt. Es betraf ja im Wortlaut wohl auch nur explizit die englischen Verhältnisse, also die englischen Nachkommen des entsprechenden Königshauses. :-k

    Bis Eduard, Herzog von Kent (S. 194)

    Aber die Prinzen haben echt gelitten unter ihrer Familie, irgendwie taten sie mir grad ein wenig leid. Besonders der Duke of Kent, der so lange fest mit "seiner Frau" zusammenlebte, die ihm überall hin folgte, der finanziell so vergessen wurde, wobei er stets militärisch seinen Dienst fürs Land leistete. Irgendwie 'ne arme Socke. :-? Wobei es den Herzögen sicherlich insgesamt nicht so schlecht ging, gar keine Frage. Die jammerten auch durchaus auf hohem Niveau, aber diese Rache des Unterhauses, wie sie im Kapitel über Eduard geschildert wird, ist schon auch kleinlich. Was haben die alles finanziert und durchgewinkt bei dem Umsymphat Georg IV, aber den einen, der tatsächlich in gewisser Weise "arbeitet", den lassen sie am ausgestreckten Arm verhungern. Nee, da wird das Unterhaus grad auch nicht sehr sympathisch. [-(

  • MarkG , bei Ernst August ist was nicht ganz richtig. Ernst August wurde 1837 König Ernst August I. von Hannover, er starb 1851. Georg V. war dessen Sohn, der (letzter) König von Hannover war, von 1851.

    Ach, danke, ja, 1851 soll es heißen statt 1837. Ich weiß, Hannover wird bei mir etwas stiefmütterlich behandelt, da es nicht zum Kernthema gehörte, aber sicher genauso interessant. Vielleicht gibt es irgendwann mal ein weiteres Buch "Berlin Hannover Windsor" .....:|


    Und ja, Georg V (von Hannover) wurde im Alter von 10 Jahren durch Krankheit in einem Auge blind und mit 14 verlor er das andere Auge durch einen Unfall. Der Arme.


    Königin VIctoria mochte und bemitleidete ihren Vetter Georg. Am 17. Juni 1853 schreibt sie in ihrem Journal, als er im Buckinghampalast zu Besuch war:


    "Georg führte mich hinein und ich fand es ganz einfach, ihn zu führen, indem ich nur seinen Arm sanft drückte. Es ist wunderbar, wie geschickt er ist, er isst so ordentlich das, was sein Diener für ihn zurechtschneidet. Er [der Diener] steht hinter seinem Stuhl und passt auf jede seiner Bewegungen auf. Georg redet viel, und interessant. Er liebt leidenschaftlich die Musik. Wäre er nicht blind, wäre er sehr gutaussehend, denn er hat schöne Gesichtszüge und eine sehr gute Figur ... Der arme Georg ist so zuvorkommend und liebenswürdig und erträgt sein Unglück mit der allerschönsten Resignation und Geduld. Man muss einfach für ihn Zuneigung und das allergrößte Mitgefühl empfinden."

  • Nee, da wird das Unterhaus grad auch nicht sehr sympathisch. [-(

    Nun, jetzt muss doch ich eine Lanze für das Parlament brechen. Napoleon hatte jahrelang versucht, den britischen Außenhandel zu blockieren. Das Volk hungerte, die Wirtschaft war am Ende. Und jetzt kommen die zahlreichen Prinzen, die es nicht einmal geschafft haben "ordentlich" zu heiraten und einen Thronfolger zu produzieren, sondern stattdessen ständig Skandale und Scharen von unehelichen Kindern produzieren, und erwarten, dass sie alle vom Steuerzahler durchgefüttert werden sollen! Gut, der Herzog von Kent scheint der anständigste der ganzen Brüder gewesen zu sein, aber dass sich das Parlament knauserig zeigt, ist mehr als verständlich.


    Einen netten Skandal habe ich im Buch nicht unterbringen können: Der Herzog von York, Oberkommandierender der britischen Armee, hatte, wie seine Brüder, eine Mätresse, eine Mary Anne Clark. Sie aber nützte die Position ihres Liebhabers für einen blühenden Handel mit Offizierspatenten aus. Als es herauskam, musste er natürlich zurücktreten, bekam aber wenige Jahre später seinen alten Posten zurück. Hier eine Karikatur aus der Zeit.

  • Nun, jetzt muss doch ich eine Lanze für das Parlament brechen.

    Darfst Du ja auch, ich bin ja auch prinzipiell deiner Meinung ....

    Gut, der Herzog von Kent scheint von der anständigste der ganzen Brüder gewesen zu sein, aber dass sich das Parlament knauserig zeigt, ist mehr als verständlich.

    ... aber ich hab mich auch hauptsächlich auf den Herzog von Kent bezogen, der ja wirklich (wenn ich alles richtig behalten habe) sein ganzes Leben lang im Militär diente. Ich empfinde es als sehr ungerecht verteilt - die einen wurden ihr Leben lang gepudert und gehätschelt und den einen hier lässt man hängen. Meiner Meinung nach hätte das Parlament viel früher bereits die Geldhähne zudrehen müssen, nämlich schon beim Prinz of Wales, als er es noch war. Auch wenn mir sein Vater Georg III auch nur bedingt sympathisch war, so hatte der immerhin den Daumen auf den Finanzen und schonte damit den Haushalt des Volkes. Ein bisschen hat das Parlament schon Mitschuld, denn die haben dem Prinzen of Wales ja mehr als genug Geld in den Allerwertesten gepustet - und immer wieder bei gleichbleibend schlechtem Erfolg, denn der machte nur immer wieder neue Schulden. Hätten ihn einfach mal auflaufen lassen sollen, das hätte ihn und seine Brüder evtl. früher kuriert und die Staatskasse entschieden entlastet.

  • Wie ging es Euch denn mit gerade diesen beiden Kapiteln?

    Bei mir ist der Geschichtsunterricht auch schon sehr lange her und ich muss überdies sagen, dass mich im Zusammenhang mit Geschichte immer die Menschen und ihr Leben mehr interessieren als die Verteilung irgendwelcher Ländereien an irgendwelche Länder. Insofern überfliege ich solche Abschnitte eher und habe auch nicht den Ehrgeiz, darüber genau Bescheid zu wissen.

    Erfreut habe ich dabei aber zur Kenntnis genommen, dass der doch recht tranige Leopold dann tatsächlich als belgischer König der richtige Mann am richtigen Platz war und das kleine, neu entstandene Königreich stabilisieren konnte.

    So ging es mir auch. Sein Leben bekam gewissermaßen noch einen Sinn. Dass er als Charlottes Witwer allerdings so lange immer noch 50 000 Pfund im Jahr bekam und davon (in späteren Kapiteln) nichts davon verwendete, seine verwitwete Schwester Victoire zu unterstützen, finde ich ziemlich schrappig.:( Dafür wurde er ja auch ziemlich unverblümt kritisiert.

    Das hab ich übrigens im Internet selbst noch weiter nachgelesen und Georg IV hat sich echt weiterhin so völlig daneben benommen, das war echt ohne Worte.

    Da fragt man sich, ob er nicht auch einen Dachschaden hatte wie sein Vater - möglicherweise war das erblich? Sonst war er einfach nur ein extrem unsympathischer und unempathischer Mensch.

    Aber seiner Arroganz verdanken wir dann Königin Viktoria, die das absolute Gegenteil ihres Vorgängers wurde.

    Victorias direkter Vorgänger war allerdings nicht Georg IV, sondern Wilhelm IV, der wohl nicht so ein übler Zeitgenosse (wie sein Bruder) war. Seine Kritik an Victorias Mutter Victoire war vermutlich in einem gewissen Maße berechtigt. Dass diese Frau sehr übergriffig war, weiß man schon aus anderen Büchern über Victoria.

    (ob William seine Kate geheiratet hätte, wenn Lieschen König ihr Veto eingelegt hätte?)

    Ich denke, dass er dann auf die Thronfolge gepfiffen hätte. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass im 21. Jahrhundert noch irgendjemand sein Liebes-, bzw. Eheleben von solchen Vorschriften (Marriage Acts) reglementieren ließe. Mir scheint ohnehin, dass die jahrhundertelange Inzucht unter Adeligen sich nicht positiv auf deren intellektuelle Kapazitäten und Gesundheit (Erbkrankheiten!) ausgewirkt hat, da ist die Mischung mit "bürgerlichem" Blut ganz hilfreich.:wink:

    "Schlicht" ist wohl das Schlüsselwort.

    Ist damit "bescheiden" oder "nicht übermäßig intelligent" gemeint? :-k

    Besonders der Duke of Kent, der so lange fest mit "seiner Frau" zusammenlebte, die ihm überall hin folgte, der finanziell so vergessen wurde, wobei er stets militärisch seinen Dienst fürs Land leistete. Irgendwie 'ne arme Socke.

    Die richtig arme Socke war seine Lebensgefährtin, die ins Kloster abserviert wurde. Unfassbar!:thumbdown:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
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  • immer die Menschen und ihr Leben mehr interessieren als die Verteilung irgendwelcher Ländereien an irgendwelche Länder. Insofern überfliege ich solche Abschnitte eher und habe auch nicht den Ehrgeiz, darüber genau Bescheid zu wissen.

    Aber wenn wie hier viele Menschen durch diese Umverteilungen betroffen werden, wenn von jetzt auf gleich Länder aufgelöst oder neu gebildet werden, dann hat es viel Einfluss auf das Leben der Menschen, v.a. der einfachen Menschen. Insofern interessiert es mich dann schon, was wie wann wohin geschoben wurde und welche Auswirkungen das hatte. Wenn ich mir die Entstehung Belgiens anschaue, dann ist mir klar, warum das Land bis heute so zerrissen und uneins im Inneren ist. Da hätte man die Wallonen leichter Frankreich zugeschlagen :-?

    Dass er als Charlottes Witwer allerdings so lange immer noch 50 000 Pfund im Jahr bekam und davon (in späteren Kapiteln) nichts davon verwendete, seine verwitwete Schwester Victoire zu unterstützen, finde ich ziemlich schrappig. :( Dafür wurde er ja auch ziemlich unverblümt kritisiert.

    Und er ließ ja noch üppige Schulden zurück als er nach Belgien aufbrach - das verwundert mich noch mehr. 50.000 Pfund sind eine irrsinnige Menge Geld, die er da Gott-weiß-wie aus dem Fenster geworfen hat.

    Da fragt man sich, ob er nicht auch einen Dachschaden hatte wie sein Vater - möglicherweise war das erblich? Sonst war er einfach nur ein extrem unsympathischer und unempathischer Mensch.

    Porphyrie kann zwar vererbt werden, ist aber keine Erbkrankheit. In aller Regel haben Porphyrie-Kranke gesunde Nachkommen. Und Georg IV war ja nicht geistig umnachtet wie sein Vater. Seine Anlagen zeigten sich ja quasi von Kindesbeinen an :roll:

    Victorias direkter Vorgänger war allerdings nicht Georg IV, sondern Wilhelm IV, der wohl nicht so ein übler Zeitgenosse (wie sein Bruder) war.

    Ich weiß, aber ohne Georgs Ignoranz der Thronfolge gegenüber, über die wir uns ja schon gewundert hatten (und dem Unglück Wilhelms und seiner Frau, die in 4 Jahren 4 Kinder verloren), wäre Victoria nie auf den Thron gekommen. Ob er sich wenigstens noch im Grab umgedreht hat, dass eine Frau eine so erfolgreiche Königin wurde?

    Seine Kritik an Victorias Mutter Victoire war vermutlich in einem gewissen Maße berechtigt. Dass diese Frau sehr übergriffig war, weiß man schon aus anderen Büchern über Victoria.

    Ich erinnere mich dunkel an so einiges bis hin zu gemeinsamem Schlafzimmer bis ins Erwachsenenalter :-#

    Ist damit "bescheiden" oder "nicht übermäßig intelligent" gemeint?

    oder vielleicht auch spartanisch?

    Die richtig arme Socke war seine Lebensgefährtin, die ins Kloster abserviert wurde. Unfassbar! :thumbdown:

    Sie und die arme Irin, die dem Duke of Clarence 10 Kinder gebar und dann verarmt in Paris starb, sind natürlich die, die am meisten gekniffen wurden :wuetend:

  • Wenn ich mir die Entstehung Belgiens anschaue, dann ist mir klar, warum das Land bis heute so zerrissen und uneins im Inneren ist.

    Das ist allerdings richtig.

    In aller Regel haben Porphyrie-Kranke gesunde Nachkommen.

    Schon, aber wenn diese Nachkommen, falls sie auch von Porphyrie betroffen sind, aufgrund medizinischen Nichtwissens keine entsprechenden Maßnahmen ergreifen können, werden sie vermutlich auch mit zunehmendem Alter unter den Folgen leiden. Diese Erkrankung ist bis zum heutigen Tage im britischen Königshaus vertreten.

    Ob er sich wenigstens noch im Grab umgedreht hat, dass eine Frau eine so erfolgreiche Königin wurde?

    Das wäre ihm zu wünschen! :loool:

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    (Francis Bacon)
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  • Schon, aber wenn diese Nachkommen, falls sie auch von Porphyrie betroffen sind, aufgrund medizinischen Nichtwissens keine entsprechenden Maßnahmen ergreifen können, werden sie vermutlich auch mit zunehmendem Alter unter den Folgen leiden. Diese Erkrankung ist bis zum heutigen Tage im britischen Königshaus vertreten.

    Womit wir wieder beim Thema Inzucht in Adelskreisen sind. Da haben die Familien allerdings auch derart eng und bunt sich vermischt, dass der Genpool immer kleiner und anfälliger wurde.

    Interessanter Artikel, der ja auch eine Deutung zu Charlottes Tod enthält. :-k

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