Mark Grinsted - Coburg Darmstadt Windsor (ab 28.07.2019) (mit Autor)

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  • Ich habe vorgestern auf ARTE die Doku über Maria Theresia gesehen, sie hatte offenbar zu jedem ihrer 16 Kinder eine wirkliche Beziehung - und schickte die Töchter trotzdem fort.

    Die hab ich auch gesehen und es wurde doch auch betont, dass ihre sehr persönliche Beziehung zu ihren Kindern die Ausnahme und nicht die Regel war. Das war eine sehr gute Reportage, find ich .

    Ja, das stimmt.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich wollte mich nur kurz melden. Ich fürchte, heute wird's bei mir nichts mehr. Montags komme ich immer später von der Arbeit, und dann braucht mein Laptop ewig für sein Update ](*,).

    Ich schreibe jetzt vom Handy aus, das ist immer so mühsam :(.

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester


    Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.

    Jay Kristoff, Nevernight - Das Spiel

  • Hessen-Darmstadt und die Familie von Hessen und bei Rhein / bis Seite 49


    So, jetzt hab ich aufgeschlossen. Trotz der Fülle an Daten, Fakten und den vielen Namen und Verwandtschaftsverhältnissen liest sich das Buch verblüffend leicht und gut. Du hast für meinen Geschmack bis jetzt ein gutes Gleichgewicht zwischen trockenen Fakten und leichten Anekdoten in einem angenehmen Schreibstil gefunden, MarkG :)


    Sehr gut gefallen mir die vielen Originalzitate und die häufig farbigen Illustrationen, die einen guten Eindruck von Orten und Personen vermitteln.

    Und das gefällt mir auch sehr gut, denn so wird für mich Geschichte plastisch :D Ich liebe es, alte Bilder anzuschauen und mir ein Bild von Menschen und Räumen aus alter Zeit zu machen. :uups: Aber ist Dir auf dem Foto der jungen Julia Hauke ihre Taille aufgefallen? Meine Güte, muss sie sich eng eingeschnürt haben, die Taille konnte man ja mit den Händen umfassen (falls die Darstellung realistisch ist) :shock:

    Auch lockern die Abbildungen das Ganze sehr auf, so dass das Lesen noch mehr Spaß macht, mir jedenfalls.


    Für mich war es allerdings überraschend, dass auch Wilhelmine sich ganz öffentlich einen Liebhaber gönnte und von diesem zwei Kinder bekam, für die ihr Ehemann die Vaterschaft anerkannte - das dürfte ziemlich beispiellos sein. Die Berichte über diese ehelichen und unehelichen Kinder, die mir bisher unbekannt waren, sind auch sehr interessant.

    War das jetzt schlechtes Gewissen seinerseits oder war er tatsächlich so anständig, dass er seiner Frau die offizielle Blöße ersparen wollte? Oder sich selbst? Schade, dass man das nicht mehr erfahren wird, das würde ich Ludwig tatsächlich gerne fragen. Ich kann mich grad auch an kein weiteres Beispiel erinnern, bei dem der Ehemann so generös den Kindern des Nebenbuhlers gegenüber war. Und dann sind die Russen sogar noch so tolerant, die zweifelhafte Herkunft zu übersehen und machen das Mädchen zur Zarin. Auch das hat mich verblüfft, muss ich zugeben.

    Überhaupt verblüfft mich grad die Zahl an deutschstämmigen Zarinnen. :wink:


    Ich muss allerdings zugeben, dass es mir in diesem Kapitel schwerfällt, den Überblick über die Personen und ihre Familien zu behalten.

    Ich blättere ständig vor und zurück, um mir die Verwandtschaftsverhältnisse immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Aber Stammbäume zeichne ich doch keine, denn da werde ich ja gar nicht fertig. Und so große Papierbögen besitze ich auch gar nicht :loool:


    Dann begleite ich Dich jetzt nach England und in diese Zeit:

    genau durch den Act of Settlement kam es Anfang des 18. Jahrhunderts zur Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover


    Ich wollte mich nur kurz melden. Ich fürchte, heute wird's bei mir nichts mehr.

    Ich hab Dich schon vermisst :friends: Das holst Du aber die Woche über locker wieder auf. Dafür bin ich am Mittwoch unterwegs und werde maximal kurz antworten können. :ergeben:

  • Squirrel : Gelesen habe ich auch bis S. 49 und bin also Up to date. Aber das Teil updatet seit 20 Uhr und ist erst bei 27 % :computer:.

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
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  • Squirrel : Gelesen habe ich auch bis S. 49 und bin also Up to date. Aber das Teil updatet seit 20 Uhr und ist erst bei 27 % :computer:.

    Deswegen hab ich im Privatleben kein MS-Produkt mehr 8) Aber da hilft jetzt kein Ärgern :friends: Morgen textest Du uns dann zu mit deinen Kommentaren.

  • Im Kapitel über die dritte Tochter Victoire finde ich den Brief, der die Todesumtände von Augustes Schwester Sophie beschreibt, ein spannendes Zeitzeugnis. Was immer die Ursache war, so ist es erschreckend, wie schnell junge Menschen damals starben. Ich weiß das, aber es so zu lesen ist nochmal etwas anderes.

    Das freut mich, denn ich hatte beim Schreiben hin und her überlegt, ob dieser recht lange Brief, halb deutsch, halb französisch, und vom Inhalt her ziemlich verstörend, mit hinein soll oder nicht. Aber ich dachte, er ist als Zeitzeugnis wichtig – und er bot einen passenden Übergang zum Fürstentum Leiningen an.

    Ich hab mich da natürlich etwas leichter getan, weil ich die genannten Ländereien und Städte genau verorten konnte - ich hatte die Karte im Kopf, weil die meisten sich nur in einem Radius von ca. 100 km um meine Geburtsstadt Wiesbaden befinden. Das hat geholfen. :wink:

    Ja, es ist eine ganz andere Sache, wenn man das Rhein-Main-Gebiet gut kennt (auch wenn die Wiesbadener und Wiesbadenerinnen* erst sehr spät nach Hessen kamen :friends:).


    * da ich mit 3 Leserinnen zu tun habe, muss ich wohl ausnahmsweise auf das Gendern sehr Acht geben!:wink:

  • Aber das Teil updatet seit 20 Uhr und ist erst bei 27 %

    Interessant, das war bei mir vorgestern genau so, der PC hing stundenlang bei 27%. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich habe ihn einfach über Nacht laufen lassen und am nächsten Morgen war er dann doch fertig. Ich kann ihn doch nicht einfach mittendrin ausschalten, wenn es mir Bill Gates verbietet ...:(

  • Das freut mich, denn ich hatte beim Schreiben hin und her überlegt, ob dieser recht lange Brief, halb deutsch, halb französisch, und vom Inhalt her ziemlich verstörend, mit hinein soll oder nicht. Aber ich dachte, er ist als Zeitzeugnis wichtig – und er bot einen passenden Übergang zum Fürstentum Leiningen an.

    Oh, zumindest €nigma und ich haben da keinerlei Berührungsängste mit dem Thema und Castor vermutlich auch nicht 8) Ich fand das Zeitzeugnis sehr passend und als Übergang sehr gut geeignet.

    * da ich mit 3 Leserinnen zu tun habe, muss ich wohl ausnahmsweise auf das Gendern sehr Acht geben! :wink:

    Ich bin da unempfindlich und finde es teilweise sogar sehr überzogen. Also wegen mir darfst Du gern von Wiesbadenern schreiben :wink:

  • dass er seiner Frau die offizielle Blöße ersparen wollte? Oder sich selbst?

    Wenn ich das im Buch richtig verstanden habe, wusste ohnehin jeder, dass die Kinder nicht von ihm waren. Deshalb vermute ich eher, dass er den außerehelichen Kindern Schwierigkeiten ersparen wollte.

    Überhaupt verblüfft mich grad die Zahl an deutschstämmigen Zarinnen. :wink:

    Das war mir sogar schon bekannt.:wink:

    denn ich hatte beim Schreiben hin und her überlegt, ob dieser recht lange Brief, halb deutsch, halb französisch, und vom Inhalt her ziemlich verstörend, mit hinein soll oder nicht.

    Ich finde es sehr gut, wenn solche Originalquellen im Buch enthalten sind und historische Persönlichkeiten selbst zu Wort kommen.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich bin da unempfindlich und finde es teilweise sogar sehr überzogen. Also wegen mir darfst Du gern von Wiesbadenern schreiben

    Gut so! Als Nichtmuttersprachler finde ich es interessant und amüsant zu beobachten, wie sich in den letzten Jahrzehnten die deutschsprachige Gesellschaft aus falsch verstandener Grammatik zunehmend verheddert und immer absurdere Stilblüten zustande bringt. Wie will man aus dieser Sackgasse je wieder herauskommen! Im Englischen hat man das Problem nicht (dafür aber andere). Theresa May war Prime Minister. Punkt. Niemand wäre auf die Idee gekommen, sie als Prime Ministeress zu bezeichnen. Männer in Deutschland haben auch kein Problem damit, dass sie als Person grammatisch weiblich sind - oder wenn sie als Geisel genommen werden!

  • Da bin ich wieder :D. Und, bevor ich auf die letzten Kapitel eingehe, erstmal ein wenig Allgemeines.


    Sehr gut gefallen mir die vielen Originalzitate und die häufig farbigen Illustrationen, die einen guten Eindruck von Orten und Personen vermitteln.


    Ich finde es sehr gut, wenn solche Originalquellen im Buch enthalten sind und historische Persönlichkeiten selbst zu Wort kommen.

    Da kann ich mich nur anschließen. Mir gefallen ebenfalls die Zitate und farbigen Illustrationen, später sogar Fotos, sehr gut. Da hat man gleich das passende Bild vor Augen.



    Ich bin da unempfindlich und finde es teilweise sogar sehr überzogen.

    Ich sage zu sowas immer "falsch verstandene Emanzipation". Es gibt wichtigeres in Sachen Gleichbehandlung von Mann und Frau (wie z.B. die Anpassung der Löhne) als sich um die jeweils entsprechenden Anreden zu kümmern. Und wenn es jetzt noch ein drittes Geschlecht gibt, wo soll das denn enden.


    Doch jetzt....


    Hessen-Darmstadt und die Familie von Hessen und bei Rhein / bis Seite 49


    Ich habe das auch noch so in Erinnerung (nicht nur aus dem Schulunterricht, sondern auch, weil ich einige Napoleon-Biografien gelesen habe), dass er die Landkarte Europas einmal kräftig durchgemischt hat und viele neue Fürstentümer gegründet hat - abhängig davon, wie diese sich ihm gegenüber verhalten haben. Soweit ich in Erinnerung habe, gab es hier u.a. das Königreich Westfalen unter dem Bruder Napoleons, Jérome.

    Allerdings, gerade auch die Einzelheiten finde ich sehr verwirrend, weil ich in der Geografie nicht so zuhause bin. Ich bin froh, wenn ich die großen Städte einigermaßen orten kann.


    Da finde ich die Personen schon wesentlich interessanter, wie eben besagte Großherzogin Wilhelmine von Kassel. Es war ja schon einigermaßen ungewöhnlich, wenn eine Fürstin/Königin sich einen Liebhaber hielt, gerade weil ja so sehr auf die Erbfolge geachtet wurde. Aber dass die Kinder noch so gleich behandelt wurden (und die Abstammung auch von Dritten nie offiziell in Frage gestellt wurde), dass eins der Kinder sogar Zarin von Russland werden konnte, finde ich doch sehr beachtlich.


    Apropos Zaren:

    Überhaupt verblüfft mich grad die Zahl an deutschstämmigen Zarinnen. :wink:

    Da geht es mir wie €nigma , das war mir auch bekannt. Aber es ist auch nicht sonderlich überraschend, seit Katharina II. und Peter II. war das Zarenhaus ohnehin durchgängig deutsch.



    Die Ausagen des Autors über die Abzockerei der Kirche (Entschädigungen nach nunmehr 200 Jahren und die übliche Untätigkeit der Politik auch an der Änderung dieser Zustände)


    Wie feige sind unsere Politiker eigentlich ](*,)

    MarkG , mir kam der Abschnitt sehr, sehr bekannt vor, ich glaube, den habe ich vor kurzem erst fast wortwörtlich so gelesen (allerdings kann ich mich nicht erinnern, wo. Wurde der schon mal irgendwo veröffentlicht?

    Dass die katholische Kirche entschädigt wurde, ist irgendwo noch nachzuvollziehen, schließlich haben die ja einiges verloren (obwohl die Engländer da ja wesentlich weniger zimperlich gewesen sind, nachdem Heinrich VIII. seine eigene Kirche gegründet hatte). Aber aus Paritätsgründen auch noch die evangelische, und auch noch so lange, bis in die heutige Zeit :shock:, zu "entschädigen", ist wirklich ein starkes Stück. Und auch, dass es von Leuten bezahlt wird, die ausgetreten sind oder nie in der Kirche waren, oder eben einer ganz anderen Religion angehören.

    Allerdings ist die Kirche auch heute noch ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor. Ich weiß, ich habe mit der Kirche auch nichts mehr am Hut, und hier in der Gegend sind sowieso alle evangelisch (bis auf eine katholische Enklave in Hildesheim), aber in den katholischen Gegenden sieht die Sache schon ganz anders aus.


    Das freut mich, denn ich hatte beim Schreiben hin und her überlegt, ob dieser recht lange Brief, halb deutsch, halb französisch, und vom Inhalt her ziemlich verstörend, mit hinein soll oder nicht.

    Auf alle Fälle! Vom Inhalt ganz abgesehen, fand ich es schon beeindruckend, wie einfach mal so von einer Sprache in die andere gewechselt wurde (obwohl damals ja hauptsächlich französisch gesprochen wurde, allerdings war nach Napoleon aufgrund der nationalen Erhebung auch die deutsche Sprache an den Höfen auf dem Vormarsch).


    Oh, zumindest €nigma und ich haben da keinerlei Berührungsängste mit dem Thema und Castor vermutlich auch nicht 8) Ich fand das Zeitzeugnis sehr passend und als Übergang sehr gut geeignet.

    Habe ich auch nicht (also Berührungsängste).


    Und jetzt freue ich mich auf George III.

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester


    Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.

    Jay Kristoff, Nevernight - Das Spiel

  • Wurde der schon mal irgendwo veröffentlicht?

    Alle paar Jahre wird das Thema wieder aufgewärmt (meistens von der FDP) aber schnell wieder eingestampft. In der FAZ habe ich immer wieder darüber gelesen, zum Beispiel 2013: https://www.faz.net/aktuell/wi…le-ewigkeit-12555649.html oder auch hier Anfang des Jahres: https://www.faz.net/aktuell/wi…die-kirchen-16065625.html. Und es gibt sogar eine Website von einem ex-Theologen (!) unter https://stop-kirchensubventionen.de/ wo man sogar online eine Petition unterschreiben kann! Ich habe bereits unterschrieben - ich finde die ganze Sache ungeheuerlich.....

  • Allerdings ist die Kirche auch heute noch ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor.

    Das ist wirklich verhängnisvoll, so z.B. angesichts Überbevölkerung und Verbot von Empfängnisverhütung. Ich halte es mit Karl Dall, der bei einem Auftritt in meiner Heimatstadt einmal sagte, er habe nichts gegen Gott, aber das Bodenpersonal gefalle ihm nicht. Ich halte das Bodenpersonal für komplett überflüssig.


    unter https://stop-kirchensubventionen.de/ wo man sogar online eine Petition unterschreiben kann! Ich habe bereits unterschrieben - ich finde die ganze Sache ungeheuerlich.....

    Das werde ich wohl auch unterschreiben.


    Ich habe mich heute mit König Georg III & Königin Charlotte sowie deren Sohn Prinz Georg und vor allem dessen unglückseliger Frau Caroline von Braunschweig (bis S.93) befasst.


    (obwohl damals ja hauptsächlich französisch gesprochen wurde,

    Joachim Heinrich Campe, der uns an seinen Eindrücken von der unglücklichen Caroline und ihrer Wohnstätte teilhaben lässt, war (ebenso wie ich) kein Freund der französischen Sprache. Es war mir bisher unbekannt, dass wir ihm einige Wörter verdanken, die er erfand, um die entsprechenden französischen Wörter auszumerzen ( Erdgeschoss statt Parterre; Stelldichein statt Rendezvous), aber das Beste ist sein Vorschlag für "Mumie", die "Dörrleiche" :totlach:, das werde ich gleich in meinen Wortschatz übernehmen.


    Caroline hat mir - nicht zum ersten Mal - leidgetan. Schwiegertochter eines zunehmend irren Schwiegervaters und einer Schwiegermutter, die zwar eine Landsmännin, aber absolut nicht hilfreich war und Frau eines Stinkstiefels, der sie nicht haben wollte. Es ist mir kaum begreiflich, weshalb sie sich die Behandlung durch ihren Ehemann und die fast durchgehende Trennung von iher einzigen Tochter Charlotte gefallen ließ. Hier wäre sicherlich eine Scheidung möglich gewesen. Dann hätte der Thronfolger in einer zweiten Ehe einen männlichen Erben haben können und die arme Caroline noch ein wenig persönliches Glück erfahren dürfen.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Als Nichtmuttersprachler finde ich es interessant und amüsant zu beobachten, wie sich in den letzten Jahrzehnten die deutschsprachige Gesellschaft aus falsch verstandener Grammatik zunehmend verheddert und immer absurdere Stilblüten zustande bringt.

    Das hat gar nichts mit Grammatik zu tun, sondern mit übertriebener political correctness, so richtig typisch deutsch :roll:

    Soweit ich in Erinnerung habe, gab es hier u.a. das Königreich Westfalen unter dem Bruder Napoleons, Jérome.

    Ja, daran erinnere ich mich auch :wink:

    Aber es ist auch nicht sonderlich überraschend, seit Katharina II. und Peter II. war das Zarenhaus ohnehin durchgängig deutsch.

    Mit den Zarenhäusern hab ich mich noch nicht so intensiv beschäftigt :uups:

    Aber aus Paritätsgründen auch noch die evangelische, und auch noch so lange, bis in die heutige Zeit :shock: , zu "entschädigen", ist wirklich ein starkes Stück. Und auch, dass es von Leuten bezahlt wird, die ausgetreten sind oder nie in der Kirche waren, oder eben einer ganz anderen Religion angehören.

    Oh, die Kirche wird aus vielen Quellen finanziert - sobald Du arbeitslos wirst, wird Dir z.B. automatisch vom Arbeitslosengeld Kirchensteuer einbehalten, auch wenn Du in keiner Kirche bist. Dem Amt ist es einfach zu kompliziert, das für jeden korrekt zu berechnen und so wird halt jeder zur Kasse gebeten - und das Ganze ist von der Politik abgesegnet [-(


    MarkG Danke für die Links, die muss ich mir die Tage mal in Ruhe anschauen. Und jetzt mach ich mir gleich mal Gedanken über meinen Post zu Georg III :-k

  • König Georg III & Königin Charlotte sowie deren Sohn Prinz Georg und vor allem dessen unglückseliger Frau Caroline von Braunschweig (bis S.93 76)

    Ich hab mich gestern Abend im Bett noch festgelesen (was ich dann heute den Tag über etwas bereuen musste). Bei Georg III werden wir ja direkt mit den bereits von Castor erwähnten Acts konfrontiert, die die Wahl passender Ehemänner und Ehefrauen so beschränkte. Georg III war also nicht nur zunehmend geisteskrank, sondern ein extrem missgünstiger Mensch, wenn er so ein Gesetz aus den geschilderten Gründen erließ. MarkG gibt es Belege dafür, dass er aus solch persönlichen Gründen derart rigide in die Heiratspolitik eingriff? Ich gehe mal davon aus, so gut wie Du recherchiert hast.

    Überhaupt scheinen mir Georg III und seine Frau ziemlich engstirnig und unangenehm zu sein. Zwar finde ich es prinzipiell nicht schlecht, dass sie auf ihre Ausgaben achteten (was Herrscher häufig ja nicht taten), aber sie scheinen es doch ziemlich übertrieben zu haben. Mit den entsprechenden Auswirkungen bei ihren Sprösslingen - die schlagen über die Stränge, leben auf Kosten anderer mit immensen Schulden und ans Heiraten denken sie auch nicht. So haben sich Königs das wohl nicht vorgestellt.

    Wobei ich bei einer deiner Anmerkungen bin:

    Hier wäre sicherlich eine Scheidung möglich gewesen. Dann hätte der Thronfolger in einer zweiten Ehe einen männlichen Erben haben können und die arme Caroline noch ein wenig persönliches Glück erfahren dürfen.

    Für Georg IV wäre eine Scheidung doch nur lästig gewesen, denn er wäre erneut zu einer Heirat gedrängt worden, die er nicht wollte. Ohne Scheidung konnte er fröhlich weitermachen wie bisher und die Thronfolge war ja durch seine Tochter gesichert. Insofern ist es für mich logisch, dass es zu keiner Scheidung kam. Und Caroline war nicht in der Position, auf eine Scheidung zu drängen, nehme ich mal an.

    Ja, sie tut mir schon auch leid, aber sie war auch extrem undiplomatisch in ihrem Verhalten - wie naiv kann man denn sein?


    Was mich ein wenig überraschte, war die finanzielle Großzügigkeit des Parlaments, das mehrfach in horrender Weise für die Schulden des Prinzen einsprang. Was erhoffte man sich davon? Einsicht wohl kaum...


    So, jetzt heißt es bei mir "Auftritt Campe" :wink: bin schon neugierig auf die Dörrleiche, auch wenn ich persönlich gar nichts gegen die französische Sprache habe, ganz im Gegenteil. Schließlich war die Suisse Romande viele Jahre lang meine zweite Heimat :love:

  • Oh, die Kirche wird aus vielen Quellen finanziert - sobald Du arbeitslos wirst, wird Dir z.B. automatisch vom Arbeitslosengeld Kirchensteuer einbehalten, auch wenn Du in keiner Kirche bist.

    Memo an mich selbst: nicht arbeitslos werden. Aber wie wir oben gelernt haben, nützt das auch nichts, weil wir den Verein trotzdem unterstützen.



    König Georg III & Königin Charlotte sowie deren Sohn Prinz Georg und vor allem dessen unglückseliger Frau Caroline von Braunschweig (bis S. 93)


    Bei Georg III werden wir ja direkt mit den bereits von Castor erwähnten Acts konfrontiert,

    Da bin ich ja vorgeprescht, ich Streberin :uups:.

    Aber da habe ich gemerkt, dass man manche Sachen, die heute üblich und irgendwie selbstverständlich sind (wie, dass die Queen bei Eheschließungen zustimmen muss) noch gar nicht so alt sind und erst durch Georg III. eingeführt wurden.



    Über Caroline von Braunschweig habe ich schon an anderer Stelle gelesen, und da hat sie mir auch schon so leid getan. Und mir fielen auch sofort die Parallelen zu Diana auf. Mit dem Unterschied allerdings, dass Caroline weitaus weniger Möglichkeiten hatte, an ihrer Situation was zu ändern als Diana, und hilfloser war. Anderseits hatte sie schon ein loses Mundwerk und wusste nicht, wann sie selbiges besser zügelt.

    Bei ihren "offenen Briefen" an ihren Mann habe ich gleich gedacht, ob das wohl eine so gute Idee gewesen ist. Aber andererseits, wenn sie ihm "privat" geschrieben hätte, ob das wirklich was genutzt hätte? Eher nicht.


    Hier wäre sicherlich eine Scheidung möglich gewesen.

    Das glaube ich nicht. Scheidungen waren bei "Königs" immer sehr verpönt. Da sind wir wieder beim Thema "Diana": Wie lange hat das gedauert, bis sie und Charles geschieden waren? Meines Wissens war das sowieso die erste königliche Scheidung, jedenfalls in neuerer Zeit.


    aber das Beste ist sein Vorschlag für "Mumie", die "Dörrleiche" :totlach: , das werde ich gleich in meinen Wortschatz übernehmen.

    Ich in meinen auch. Ich habe da so eine Kollegin :-,.

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
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    Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.

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  • Anderseits hatte sie schon ein loses Mundwerk und wusste nicht, wann sie selbiges besser zügelt.

    Was mich faszinierte war, wie zutreffend der Herzog von Braunschweig den Charakter seiner Tochter (in seinem Gespräch mit Lord Malmesbury) erkannt hatte - und es kam alles genau so, wie er es geahnt hatte. Nur kam er, Kriegsheld wie er war, trotzdem nicht gegen seine Frau (und seine Tochter) an, um die Katastrophe abzuwenden.

  • Ich bin jetzt auch bis Seite 93 gekommen und ....

    Für Georg IV wäre eine Scheidung doch nur lästig gewesen, denn er wäre erneut zu einer Heirat gedrängt worden, die er nicht wollte. Ohne Scheidung konnte er fröhlich weitermachen wie bisher und die Thronfolge war ja durch seine Tochter gesichert.

    ... muss somit diese Aussage revidieren. Georg IV wollte also die Scheidung, aber ich verstehe nicht warum. Egal, er bekam sie nicht durch. Und ja, mittlerweile habe ich sehr viel Mitleid mit Caroline und auch ihrer Tochter. Meine Güte, wer solche Verwandte hat, braucht keine anderen Feinde mehr :wuetend:

    Und mir fielen auch sofort die Parallelen zu Diana auf. Mit dem Unterschied allerdings, dass Caroline weitaus weniger Möglichkeiten hatte, an ihrer Situation was zu ändern als Diana, und hilfloser war.

    Diese Ähnlichkeiten gingen mir beim Lesen auch durch den Kopf. Mit den Medien der heutigen Zeit hatte Diana natürlich andere Möglichkeiten sich zu wehren und nutzte sie auch sehr clever aus. Aber manches holte sie dann auch wieder ein, denn die Medien ließen sie dann auch nicht mehr zur Ruhe kommen. Ein zweischneidiges Schwert. :-# Caroline versuchte dies auch und auch erst als letztes Mittel der Wahl. Teils scheint sie ja auch die Öffentlichkeit auf ihre Seite ziehen zu können, nur genutzt hat es ihr nicht viel. Bin gespannt, wie diese Geschichte weitergeht.


    Was mich faszinierte war, wie zutreffend der Herzog von Braunschweig den Charakter seiner Tochter (in seinem Gespräch mit Lord Malmesbury) erkannt hatte - und es kam alles genau so, wie er es geahnt hatte.

    Damals wie heute kannten Eltern ihre Kinder durchaus genau - nicht alle, wie wir bei Georg III sehen können. Aber der Herzog ist ein gutes Beispiel dafür, dass man seine Kinder lieben und trotzdem ihre Fehler und damit ihr Scheitern im Leben voraussehen kann. Leider hat er Recht behalten.

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