Yrsa Sigurdardottir - R.I.P. / Aflausn

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R:I:P

4.2|11)

Verlag: btb Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 448

ISBN: 9783442756650

Termin: Juni 2019

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  • Inhalt: Ein junges Mädchen wird entführt, misshandelt und brutal ermordet. Einzelne Szenen ihrer Qualen werden vom Täter gefilmt um sie über die sozialen Medien zu verbreiten.

    Kurz darauf verschwindet ein weiterer Jugendlicher und eine fieberhafte Suche beginnt.

    Kommissar Huldar und seine Kollegen werden auch in diesem Fall durch die Psychologin Freya unterstützt.


    Meine Meinung: In Yrsa Sigurdardottirs neuestem Krimi geht es um Mobbing unter Jugendlichen. Ein brisantes Thema, denn dieses traurige Phänomen gibt es (leider) schon lange, doch durch die Möglichkeiten des www und insbesondere der sozialen Medien gibt es für die Betroffenen kaum noch eine Chance ihren Peinigern zu entkommen.

    Der Krimi ist spannend, gut zu lesen und lebt insbesondere durch die schwierige Ermittlungsarbeit. Im Team der Ermittler läuft es nicht rund, Huldars Chefin Erla steht unter großem Druck und tut sich sehr schwer ihre Vorbehalte gegenüber Huldar und Freya zu überwinden.


    Fazit: Wer gerne nordische Krimis mit komplizierten Protagonisten liest, wird auch diese Buch mögen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Yrsa Sigurdardottir - R.I.P.“ zu „Yrsa Sigurdardottir - R.I.P. / Aflausn“ geändert.
  • Ein Mädchen wird im Kino überfallen, misshandelt und brutal ermordet. Der Täter macht Filmaufnahmen und verschickt diese über die sozialen Medien an ihre Kontakte. Bei der Befragung der Freunde und Mitschüler stellt sich mit der Zeit heraus, dass die ermordete Stella nicht so nett war, wie es anfangs scheint. Doch wer hat ihr das angetan? Dann wird ein Junge namens Egill vermisst und wieder wird über die sozialen Medien alles öffentlich gemacht. Die Ermittlungen kommen nicht von der Stelle.

    Dies ist der dritte Band um Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja. Ich habe auch bereits die Vorgängerbände gelesen und daher kommen mir Freyja und Huldar wie alte Bekannte vor.

    Der Schreibstil hat mir gut gefallen und lässt sich angenehm lesen, aber es geht auch wieder brutal zu.

    Huldar ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, nicht unbedingt sympathisch, aber ein guter Ermittler. Zwischen seiner Chefin Erla und ihm läuft es nicht gut. Auch Freyja hat ihre Probleme.

    Die Ermittlungen ziehen sich etwas schleppend dahin. Die Befragungen der Jugendlichen zeigen erst so nach und nach ein Bild über die Toten, das nicht sehr angenehm ist. Leider läuft bei der Polizei vieles nicht richtig, was die Ermittlungen nicht einfacher macht.

    Mobbing ist ein brisantes Thema und die sozialen Medien machen es besonders leicht, jemand anderen fertig zu machen. Es ist schwierig dem zu entkommen, denn auch ein Orts- oder Schulwechsel machen dem furchtbaren Treiben kein Ende. In diesem Thriller werden sowohl Täter als auch Opfer beleuchtet.

    Immer wieder gibt es Wendungen, welche dafür sorgen, dass man den Täter nicht ausfindig machen kann. Die Spannung wird also hochgehalten.

    Mir hat dieser spannende und packende Thriller gut gefallen.

  • 4,5 Sterne


    Komplexer Fall


    „R.I.P.“ ist nach „DNA“ und „SOG“ der dritte Fall für Kommissar Huldar und Psychologin Freyja. Bereits auf der ersten Seite ist es spannend und sorgt für Gänsehaut, da man hautnah mitbekommt, wie der Täter die Jugendliche auf brutale Weise tötet. Die Ermittlungen bauen sich nur langsam auf. Vor allem zu Beginn gibt es kaum Spuren. Man hat recht früh eine Ahnung, wohin es geht, aber das ganze Ausmaß wird erst zum Schluss deutlich. Der Fall ist komplex und die einzelnen Hinweise fügen sich am Ende zu einem verständlichen Bild zusammen. Das Buch zeigt, wie schrecklich und wie schön das Leben sein kann und wie eine Entscheidung ein Leben komplett verändern kann.


    Auch wenn der Fall im Vordergrund steht, nimmt sie die Autorin Zeit, auf das Leben von Huldar und Freyja einzugehen. Die Psychologin hat private Probleme, die ihr sehr zu schaffen machen. So ganz habe ich nicht verstanden, wieso sie nach etwas Anderem strebt, obwohl sie schon das tut, was sie glücklich macht. Huldar hat mit seiner Vorgesetzten zu kämpfen, die nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Da dies der dritte Band der beiden Ermittler ist, haben die zwei eine Vorgeschichte. Man muss diese nicht kennen, da einige Dinge kurz und knapp angesprochen werden. Die Andeutungen haben Lust auf mehr gemacht, weshalb ich die beiden Vorgänger lesen möchte. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass in diesem Krimi nur Figuren vorkommen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, große Schwierigkeiten und kaum etwas Positives in ihrem Leben haben.


    Fazit


    Der Thriller zeichnet sich durch ein düsteres Setting, Charaktere mit großen Problemen, einer sich langsam aufbauenden aber komplexen Ermittlung und einem guten Ende aus.

  • Mobbing


    R.I.P., Thriller von Yrsa Sigurdardottir, 444 Seiten, erschienen im btb-Verlag.


    Kommissar Huldar, seine Chefin Erla und die Psychologin Freyja ermitteln wieder.


    Das Mädchen Stella wird in einem Kino in dem sie arbeitet, überfallen. Der Täter lässt sie um Verzeihung flehen, erschlägt sie auf brutalste Weise und schleppt sie aus dem Kino. Kurz darauf wird ihre Leiche in einem Hinterhof gefunden, dabei ein Blatt mit der Ziffer zwei darauf. Kurz darauf wird in seinem Elternhaus ein weiterer Jugendlicher zusammengeschlagen, diese Tat wird ebenso, wie die Tat an Stella, über Social Media an seine Klassenkameraden und Freunde weitergeleitet, er wird in einem Container gefunden, dabei ein Blatt mit der Nummer drei. Kommissar Huldar und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Wer ist der Mörder der die jungen Menschen so eiskalt und brutal ermordet und was haben sie verbrochen um den Tod zu verdienen? Auf der Suche nach dem Opfer Nummer eins und dem Täter, stoßen die Ermittler auf menschliche Abgründe. Die ermordeten Schüler haben auf gemeinste Weise Mitschüler gemobbt.
    42 aufregende Kapitel in angenehmer Leselänge, lebendige Dialoge, ein auktorialer Erzählstil, bildhafte Beschreibung des Settings und der Personen machten die Lektüre zu einem wahren Lesevergnügen. Wie auch der Vorgängerband hat mich R.I.P. bestens unterhalten.
    Ich habe das vorangehende Buch gelesen, was aber m. E. zum Verständnis des vorliegenden Bandes nicht nötig ist. Huldar hat sein angespanntes Verhältnis zu den Damen in seinem Team noch nicht klären können, Erla ist auf ihn sauer und Freyja geht ihm immer noch aus dem Weg was den Plot belebt aber die Nachforschungen auch etwas behindert. Der Anfang ist gut beschrieben und ich hatte keine Mühe sofort in Lesefluss zu kommen. Die Ermittlungen sind logisch und die Polizeiarbeit ist interessant erklärt. Der Spannungsbogen zieht sich vom ersten Kapitel bis zur letzten Seite. Die Taten sind schonungslos, jedoch gut beschrieben. Die Personen sind hervorragend charakterisiert und handeln nachvollziehbar. In der Mitte der Geschichte meinte ich den Täter ausgemacht zu haben, doch die Autorin hat es geschickt verstanden, den Leser auf die Falsche Fährte zu locken und immer wieder unerwartete Wendungen einzubauen, die Lösung des Falls hat mich letztendlich total verblüfft. Da die einzelnen Abschnitte oft mit einem Cliffhänger enden, hat mich die Geschichte einfach nicht losgelassen ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Blogeinträge von „Vala“ in kursiver Schrift, die dazwischen eingestreut waren, haben mich betroffen gemacht, das Thema „Mobbing“ vor allem in sozialen Medien, das auch den Taten zugrunde liegt, wurde im Buch hervorragend herausgearbeitet.

    Wieder einmal hat es Sigurdardottir geschafft einen erstklassigen, spannenden und unterhaltsamen Thriller vorzulegen. Ich bin begeistert und hoffe, dass ich den „Hauptdarstellern“ in einem weiteren Islandthriller begegnen werde. Eine absolute Leseempfehlung für die Genießer von skandinavischen Krimis und vor allem für die Fans der Autorin. Dafür verdiente fünf Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • MÖRDERISCHE RACHE


    Nach DNA und SOG hier nun der dritte Fall für Huldar und Freya. Auch dieses Mal besteht der Buchtitel nur aus drei Buchstaben.

    R.I.P. - Ruhe in Frieden (lat. Requiescat in pace, abgekürzt R.I.P.) ist eine häufig verwendete Grabinschrift. Die Bedeutung war mir allerdings für diese Geschichte nicht passend. Der Originaltitel lautet „Aflausn“, was Absolution bedeutet. Das finde ich besser.

    Dieser Thriller von Yrsa Sigurdardóttir widmet sich einem besonderen Thema des Verbrechens, dessen Folgen eher psychischer, quälender Natur sind und selten tödlich enden.


    Es beginnt ganz harmlos an einem schönen Ort, in einem Kino nach der Vorstellung. Das junge Mädchen Stella ist mit Aufräumarbeiten beschäftigt als ihr Leben brutal und jäh endet. Per Snapchat versendet der skrupellose Mörder die verstörenden Bilder an ihre Freundinnen. Von Stella indes keine Spur! Kurz darauf verschwindet der 15jährige Egill aus seinem Elternhaus. Die Anzeichen deuten auf eine Entführung hin. Wo ist der Zusammenhang zu Stella? Kann der Junge noch gerettet werden vor dem anscheinend irren Killer? Wie in den vorangegangenen Bänden werden Huldar, sein Team und Freya als Psychologin den Dingen auf den Grund gehen...


    Ich habe schnell wieder Zugang zu den Protagonisten gefunden. Es sind nicht nur die speziellen, außergewöhnlichen Verbrechen, die eine große Rolle bei der Autorin spielen. Die Personen haben auch ein privates Leben. Huldar ist ein attraktiver Mann, der sich trotzdem beim weiblichen Geschlecht recht ungeschickt anstellt. Nicht nur bei seiner Vorgesetzten Erla, auch bei Freya ist er in Ungnade gefallen. Wieviele Zeilen, Sätze, Seiten werden da noch zu lesen sein, bis endlich klare Entscheidungen fallen? Mir ist das Rumgeeiere mittlerweile stellenweise echt zuviel. Es wurde für meinen Geschmack inzwischen zäh. Das mag gehen, wenn man z. B. nur einen Band liest. Das zieht sich aber nun schon von Anfang so hin und das bei erwachsenen, gestandenen Menschen! Bei Freya scheint mittlerweile zumindest in ihrem Lebensstil, in ihrer Zukunftsplanung ein Umdenken stattzufinden.

    Die Ermittlungen führen trotz Unstimmigkeiten, vielen kleinen und auch größeren Kontroversen im Team schließlich zum Erfolg. Die vollständige Auflösung des diffizilen Falles gelingt, die Taten werden schlüssig aufgeklärt. Ich wurde allerdings auf eine falsche Fährte gelenkt, dachte lange Zeit in die verkehrte Richtung. Die gesamte Handlung wurde sehr geschickt aufgebaut. Alle Personen, teilweise mit schwierigen, isländischen Namen, die mich manchmal verwirrten, werden nachvollziehbar durch das Geschehen geführt. Bei mir blieben zum Ende keine Fragen offen.


    Fazit:

    Der dritte Teil der Serie ist ein Thriller auf solidem Fundament mit einem ernsthaften Thema, das unter Jugendlichen durch die Social Medias immer mehr zu einer Gefahr wird. In R.I.P. führt es zu äußerst brutalen Morden. Dabei verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem diabolischen Geflecht.


    Ich wurde trotz der einschränkenden Bemerkungen gut unterhalten. Fünf von fünf Sternen! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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