Samson Kambalu - Jive Talker / The Jive Talker: Or, How to get a British Passport

  • Buchdetails

    Titel: Jive Talker


    Verlag: Unionsverlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 320

    ISBN: 9783293205321

    Termin: Juli 2011

  • Bewertung

    3.3 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Jive Talker"

    Sein Name bedeutet »Don’t worry be happy«. Ist das der Grund, weshalb der kleine Samson in einer Welt, wo hinter jeder Ecke Mambas, Malaria und Misere lauern, zu einem Teenager heranwächst, der Michael Jacksons Moonwalk perfekt beherrscht, Nietzsche mit Vorliebe auf dem Klo liest und sich mit zwölf seine eigene Religion ausdenkt? Oder liegt es an seinem unverbesserlichen Vater, dem Jive Talker? Der muss zwar seinen Traum, ein richtiger Doktor zu werden, gegen eine Anstellung als Hilfsarzt und eine immer größer werdende Familie eintauschen, seinem Sprössling impft er aber einen nie versiegenden Optimismus und den Drang zum Philosophieren ein. »Jive Talker« ist die sprühende Lebensgeschichte eines Jungen, der in Malawi aufwächst und auszieht, Künstler zu werden. Mit seiner Leidenschaft für die Sprache und einem irrwitzigen Humor bewältigt er Höhen und Tiefen und beschert uns einen rasanten autobiografischen Roman.
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  • Kurzmeinung

    Steffi
    war ganz nett zu lesen. Das Ende war etwas holprig und "zu schnell" geschrieben, dafür war die Kindheit sehr ausführlich

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  • Verlagstext

    Sein Name bedeutet »Don’t worry be happy«. Ist das der Grund, weshalb der kleine Samson in einer Welt, wo hinter jeder Ecke Mambas, Malaria und Misere lauern, zu einem Teenager heranwächst, der Michael Jacksons Moonwalk perfekt beherrscht, Nietzsche mit Vorliebe auf dem Klo liest und sich mit zwölf seine eigene Religion ausdenkt? Oder liegt es an seinem unverbesserlichen Vater, dem Jive Talker? Der muss zwar seinen Traum, ein richtiger Doktor zu werden, gegen eine Anstellung als Hilfsarzt und eine immer größer werdende Familie eintauschen, seinem Sprössling impft er aber einen nie versiegenden Optimismus und den Drang zum Philosophieren ein. »Jive Talker« ist die sprühende Lebensgeschichte eines Jungen, der in Malawi aufwächst und auszieht, Künstler zu werden. Mit seiner Leidenschaft für die Sprache und einem irrwitzigen Humor bewältigt er Höhen und Tiefen und beschert uns einen rasanten autobiografischen Roman.


    Autor

    Samson Kambalu wurde 1975 als fünfter Spross einer zehnköpfigen Familie in Malawi geboren. Er erhielt ein Stipendium für die renommierte Kamuzu Academy und organisierte die erste Konzeptkunstausstellung in Malawi. Von da an ging es in mehrerer Hinsicht steil nach »oben«: geografisch nach London, wo er heute lebt, und mit seiner Karriere: Sein »Holy Ball«, Kambalus bekanntestes Kunstwerk, hüpfte von einem Erdteil zum andern. Der autobiografische Roman »Jive Talker« ist seine erste Veröffentlichung.


    Inhalt

    Wer wie Samson Kambalu in den 70ern in Malawi aufwächst, lebt gefährlich. Er und seine Geschwister werden nachts von Ratten angeknabbert, schwarze Mambas suchen im Haus der Familie ein trockenes Plätzchen und Malaria, Polio oder Tuberkulose werden als Schicksal hingenommen. Der Icherzähler zeigte sich bereits in früher Kindheit als schlaues Kerchen; seine Familie erklärte seine Pfiffigkeit damit, dass Samson eben eine typische Frühgeburt sei. Ein Jivetalker ist jemand, der einen afroamerikanischen Dialekt spricht oder Unsinn erzählt. In Kambalus autobiografischem Roman übernimmt der Vater die Rolle des Jivetalkers. Der alte Aaron Kambalu zieht sich zum Lesen aufs Klo zurück und teilt seine frisch erworbenen Kenntnisse anschließend mit seiner ausgedehnten Kinderschar. Von Beruf ist Vater Kambalu Hilfsarzt im Staatsdienst, der häufig versetzt wird. Ohne die Dienstwohnungen, die der Staat seinen Angestellten zur Verfügung stellt und ohne Schwarzmarktgeschäfte mit allem, was sich in einem Krankenhaus abzweigen lässt, wäre die große Familie kaum durchzubringen. Hinterlegt ist die Geschichte einer afrikanischen Kindheit mit ernsthaften Informationen über das politische Geschehen in Malawi während und nach der Amtszeit Präsident Bandas (1964 bis 1993). Samson erlebt den Regierungswechsel 1994 am Beispiel seiner Schule, die sich vom kostenlosen nationalen Vorzeigeprojekt unter der neuen Regierung zur kostspieligen Privatschule wandelt. Samson hatte als 13-Jähriger plötzlich seinen Ehrgeiz entdeckt, sich für die Aufnahmeprüfung an der einzigen Internatsschule Malawis zu bewerben. Britische Etikette und humanistische Bildung werden auf dieser bildungspolitischen Insel von einem rein weißen Lehrerkollegium britischer Herkunft hochgehalten, glatt vorbei an den Interessen der Schüler, die für Michael Jackson schwärmen. Während der harschen Initiationsriten an der Schule schlägt wieder voll das humanistische Ideal durch - die Streiche werden z. B. von Romulus oder Caligula gespielt. Malawi hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Universität und Samson zeigt sich als echter Visionär mit seiner androgynen Selbstinszenierung und seinen Plänen, später als Musiker oder bildender Künstler im Ausland zu studieren.


    Warum in afrikanischen Staaten die Lebenserwartung bei unter 40 Jahren liegen kann, weiß inzwischen jeder. Samson berichtet nüchtern darüber, wie sein Vater in den 90ern plötzlich zu überraschendem Reichtum aus dem Schwarzmarkthandel mit Medikamenten kommt, weil immer mehr Kranke vor seinem Privathaus Schlange stehen. Als es ihm selbst immer schlechter geht, gibt der alte Aaron Kambalu vor, an Gicht erkrankt zu sein. Seine Kinder wissen über HIV Bescheid, so dass niemand ihm die Gicht-Geschichte abnimmt.


    Fazit

    Samson Kambalu erweist sich in seinem autobiografischen Roman als gewitzter Beobachter seines Landes und als schlagfertiger Erzähler. Seine Analysen sind von herbem Charme, wenn er erzählt, wie das Christentum die gewohnte Rollenverteilung in Afrika umstürzte und wie fortan Männer gar nichts mehr taten, während ihre Frauen mit dem Baby auf dem Rücken allein die schwere Feldarbeit übernahmen. Auch Kambalus Erzählung bezaubert, wie in seiner Kindheit die Kinder stets die Schuhe auszogen, wenn ein Weißer fotografierte; denn jeder weiß doch, dass mit den Fotos Spendenkampagnen angeleiert werden. Für Kinder mit Schuhen würde kein wohlhabender Weißer spenden. Kambalus Brachialhumor im ersten Teil des Buches wirkt dagegen stark überzogen. Lieber würde ich die Beobachtungen des Mannes aus Malawi auf mich wirken lassen, ohne dass ich in jeder Szene penetrant daran erinnert werde, dass dies jetzt aber lustig zu sein hat. Kambalus Informationen zur jüngeren Geschichte Malawis und der autobiografische Hintergrund fügen sich im Jive Talker dann doch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.


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    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.!" E. L. Doctorow

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Samson Kambalu - Jive Talker“ zu „Samson Kambalu - Jive Talker / The Jive Talker: Or, How to get a British Passport“ geändert.

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