Catherine Shepherd - Der Blütenjäger

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  • Lauf um dein Leben


    Der Blütenjäger, Thriller von Catherine Shepherd, 318 Seiten, erschienen im Kafel Verlag.


    Der 4. Teil der Laura Kern – Thrillerserie.


    Eine tote junge Frau wird am Waldrand aufgefunden, von hinten ins Herz geschossen, dekoriert mit einer Blüte, einem Bild vom Opfer kurz vor ihrem Verschwinden und einem Ring. Als unter gleichen Bedingungen, drei weitere Todesopfer gefunden werden, beginnt Laura Kern vom LKA Berlin auf Hochtouren zu ermitteln. Kann es sich um einen Serienmörder handeln? Zusammen mit der Psychologin Dr. Niemeyer, die das Täterprofil erstellt und ihren Kollegen, vom LKA macht sie sich an die Arbeit. Warum und von wem, werden die Mädchen wie Wild gejagt und getötet?
    Der Prolog beginnt schon nervenzermürbend, mit der Jagd auf eines der Mädchen. Geschrieben in der Ich-Perspektive lässt es den Leser schon auf den ersten Seiten, die Spannung spüren, die das ganze Buch hindurch auf sehr hohem Niveau bleibt. Das hat die Autorin mit der genauen Beschreibung, dieser Jagden, durch den Wald geschafft. 47 Kapitel in überschaubarer Länge die im auktorialen Erzählstil und in genau der richtigen Länge verfasst sind folgen, es endet mit einem Epilog, der die Ereignisse ein paar Tage nach der Klärung der Taten beschreibt. Die Geschichte teilt sich in zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart und zum anderen die Geschehnisse vor 20 Jahren, immer wieder habe ich gerätselt wie sich die beiden Erzählstränge wohl am Ende verbinden. Schlagfertige Dialoge, gaben mir das Gefühl direkt im Geschehen dabei zu sein, auch das Setting ist hervorragend beschrieben, sodass der Plot wie ein Film vor meinem geistigen Auge ablief. Der vorliegende Thriller hat mich hervorragend unterhalten. Immer an den spannendsten Stellen, wechselte der Erzählstrang, stellenweise konnte und wollte ich das Buch deshalb nicht aus der Hand legen. Bis zum Ende wusste ich überhaupt nicht, wer der vielen Verdächtigen, der Serienkiller sein könnte. Die Autorin hat geschickt falsche Spuren gelegt und raffinierte unvorhergesehene Wendungen eingebaut. Die wortgewaltige Sprache hat mich sehr angesprochen, z.B. auf Seite 127: Laura hatte mit ansehen müssen, wie zwei Menschen, vor ihren Augen, innerlich zerbrachen. Dort, wo eben noch das Leben strahlte, hatte etwas Stumpfes Dunkles, von ihnen Besitz ergriffen. Die handelnden Charaktere sowie die Protagonistin handelten nachvollziehbar, Laura, Max und vor allem Taylor waren mir sehr sympathisch, sie kannte ich auch von den vorangehenden Bänden, der Laura Kern-Serie, die mir ebenfalls gefallen haben. Der Plot war meist logisch. Soweit hat die Autorin wieder alles sehr gut gemacht. Ein paar kleinere Kritikpunkte bleiben jedoch. In der dramatischen Endphase, kam mir die Auflösung doch etwas abrupt daher, was genau zu erklären, ohne zu spoilern leider nicht möglich ist. Auch stapfen die Ermittler zu dritt und ohne Schutzausrüstung und Nachtsichtgeräte durch den tiefen dunklen Wald, obwohl sie wissen, dass ein „Killer“ mit einem Gewehr, Jagd auf Menschen macht. Das ist für mich etwas unrealistisch. Auch zu Beginn gab es für mich ein paar Ungereimtheiten. Im Prolog steht: „Die Wucht der Kugel reißt mich zu Boden. Ich lande mit dem Gesicht im Schmutz. Warme Flüssigkeit breitet sich unter mir aus. Ich kann nicht mehr atmen, aber ich höre seine Schritte“. Bei der Begutachtung des Tatorts heißt es aber: „Sieht so aus, als wäre sie bereits tot gewesen, als sie zu Boden ging.“ Das hat mich insgesamt aber nicht weiter gestört, denn der Unterhaltungswert überstieg bei weitem diese kleinen Irritationen.

    Für alle Fans der Reihe und auch die „Neueinsteiger“ für die vorliegender Thriller ohne Vorkenntnisse, gut zu lesen ist, meine absolute Leseempfehlung und verdiente 4 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Laura will beim Joggen ihre Dämonen vertreiben, da wird sie zu einem Mordfall gerufen. Die Tote in Partykleidung wurde erschossen. Der Täter hat ein Foto und eine Blume dazu gelegt. Es ist nicht das erste Opfer und es kommen weitere hinzu. Die Psychologin Susanne Niemeyer wird hinzugezogen, um ein Täterprofil zu erstellen. Laura hat ihren Verdächtigen schnell ausgemacht und versucht alles, um ihn zu überführen. Aber ist sie wirklich auf der richtigen Spur?

    Wie immer bei den Büchern von Catherine Shepherd ist es sehr spannend. Schon im Prolog können wir die Angst eines der Opfer spüren. Aber auch später können wir miterleben, welche Gedanken den Opfern durch den Kopf gehen und was sie tun, um vielleicht doch zu überleben. Zwischendurch erfahren wir von einem kleinen Jungen, dessen Schwester vor zwanzig Jahren vor seinen Augen getötet wurde. Die Polizei verdächtigte ihn, die Tat begangen zu haben und auch seinerzeit war die Psychologin Niemeyer im Spiel.

    Laura ist eine sympathische Ermittlerin, die ihr Trauma immer noch nicht verarbeitet hat. Sie will aber auch nicht darüber reden, nicht einmal mit Taylor, der ihre Gefühle in Aufruhr bringt. Sie ermittelt zusammen mit Max, der aber der Beziehung wegen die Arbeitszeiten einhält. Daher begreife ich sein eifersüchtiges Gehabe nicht.

    Es ist ein Buch, dass man nur schwer aus der Hand legen kann, denn die Spannung ist von Anfang an hoch und man kommt der Lösung einfach nicht näher. Am Ende aber löst sich alles stimmig auf.

    Ich kann diesen sehr spannenden Thriller nur empfehlen.

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