Gil Ribeiro - Lost in Fuseta: Weiße Fracht

Weiße Fracht: Lost in Fuseta

3.6 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

Band 3 der

Verlag: KiWi-Paperback

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783462052688

Termin: April 2019

  • Weiße Fracht - Lost III


    Lost in Fuseta III –Weiße Fracht, Portugal-Krimi von Gil Ribeiro, 390 Seiten, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.
    Der Hamburger „Austausch-Kriminaler“ Leander Lost ermittelt in seinem 3. portugiesischen Fall.
    Leander Lost ist etwas Besonderes, ein Asperger-Autist, Eidetiker, liebenswerter Hamburger Kommissar in Diensten der portugiesischen Policia Judicária. Zusammen mit Sub-Inspektor Graciana Rosado und Carlos Esteves ermittelt er in seinem neuesten Fall. In Fuseta wird die Leiche des deutschen Aussteigers Uwe Ronneberg gefunden. Im nahegelegenen Tavira ereignet sich ein weiterer Mord an der Lehrerin Isamara Alves, stehen die Taten miteinander in Verbindung und hat das etwas mit einer gigantischen Drogenlieferung, die in Kürze die portugiesische Küste erreichen soll, zu tun? An der Algarve wird wieder auf Hochtouren ermittelt.
    Ich habe Lost in Fuseta I und II gelesen und mich schon sehr auf den neuen Band gefreut. Durch meine Vorkenntnisse war ich mit „Land und Leuten“ schon vertraut und konnte mich von Anfang an auf den neuen Fall einlassen, zwar ist es nicht zwingend notwendig, die Vorgängerbände zu kennen, aber es erleichterte mir die Lektüre enorm. Ribeiro spart nicht mit kursiv gedruckten portugiesischen Redewendungen, Straßen, Landschaften Speisen und Namen. Die Handlung geht über einen Zeitraum von fünf Tagen, die auf 41 Kapitel aufgeteilt sind, das war hilfreich, weil sehr übersichtlich. Die handelnden Personen waren hervorragend charakterisiert und liebevoll gezeichnet. Natürlich war Leander meine Lieblingsperson, der Protagonist ist wirklich ein sehr liebenswerter Mensch, der so offen und ehrlich und in manchen Situationen auch mal unbeholfen agiert, woraus sich so manche nette Situationskomik ergab. Er kann z.B. nicht lügen. Auch in seiner Beziehung zu Soraia, der Schwester von Graciana Rosado steht er sich hier gerne selbst im Wege. Mit seiner Inselbegabung, seinem fotografischen Gedächtnis konnte er wieder einmal viel zur Lösung des Falls beitragen. Der Plot ist in auktorialer Erzählweise verfasst. Die einzelnen Bedrohungen waren für meinen Geschmack immer etwas zu schnell „entschärft“ und gelöst , aber es gibt auch immer wieder neue Wendungen, die überraschen, deshalb ist stets für Spannung gesorgt. Die beiden Ermittler M&M aus Deutschland haben die Erzählung humorvoll belebt. Nicht gefallen, hat mir bei diesem Fall, dass sich der Protagonist gerne eine „Nase voll“ von der „weißen Fracht“, dem Kokain gönnt, das hätte sich der Autor sparen können, Die Figur Leander ist m. M. nach interessant genug. Der Handlung konnte ich zu jederzeit gut folgen, die Charaktere agierten nachvollziehbar und größtenteils logisch.
    Zum Ende wurde es noch einmal richtig spannend und es sieht so aus als ob der „Alemao“ nun endgültig in Fuseta und in der Familie Rosado angekommen wäre. Deshalb hoffe ich auch auf eine Fortsetzung der Reihe, durch einen vierten Band. Von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Neueinsteiger und die Fans der Reihe.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Auch der dritte Teil hat mir wieder gut gefallen.

    Anfangs war es mir ein bisschen viel Atmosphäre und Fusetas Postkartenidylle etwas zu klischeehaft, vielleicht, weil davon in den Vorgängern bereits reichlich verbreitet worden ist. Auch manches sehr überzeichnet, wie z. B. die beiden Polizisten M & M, simpel gestrickt und arg testosterongesteuert :roll:.

    Dann aber gewann die Krimihandlung an Fahrt und wurde stellenweise richtig spannend, aber in erster Linie ist es schon das Geschehen rund um die Figuren, das mich an diese portugiesischen Krimis fesselt.

    Ich finde sie einfach sympathisch und mag sie allesamt mit ihren Stärken und Schwächen. Wohl hauptsächlich wegen ihres Umgangs miteinander, und wie auch tatsächlichen oder vermeintlichen Underdogs mit freundlichem Respekt begegnet wird. Ist jedes Mal aufs Neue schön zu lesen, wie der Einzelgänger Leander dort Aufnahme und Freundschaft gefunden hat, man seine Andersartigkeit nicht nur respektiert, sondern auch wertschätzt und für ihn einsteht.

    Keine Ahnung, ob das für Portugal typisch ist, oder einfach ein bisschen "heile Welt" vermittelt, aber es tut irgendwie gut :).