Nicholas Sansbury Smith - Trackers Buch 1

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Trackers: Buch 1

4.5|2)

Verlag: Festa Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783865527417

Termin: April 2019

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  • Eigentlich könnte es ein etwas verschobener Fall sein, denn im Rocky-Mountain-Nationalpark sucht der Polizeichef mit der Hilfe eine Fährtenlesers, der indianischer Abstammung ist, nach einem Mädchen. Sie hoffen es noch lebendig zu finden. Doch während sie durch den Nationalpark streifen, wird ihnen sehr schnell bewusst, dass der Täter ein Wahnsinniger sein muss. Das wäre ja schon recht interessant, aber es gibt noch einen größeren und zudem noch beklemmenderen Hintergrund. Die USA und Nordkorea stehen in keinem guten Verhältnis. Ist ja wie im wahren Leben, werden sich einige denken und so ist es. Eben dieses Verhältnis hat auf die gesamte Geschichte so eine starke Auswirkung. USA ist nämlich relativ schnell nicht mehr so, wie wir es kannten. Es liegt plötzlich im Dunkeln. Es wurde angegriffen. Ein EMP sorgt dafür, dass es keinen Strom mehr gibt. Was das alles für Folgen hat, ist mir so gar nicht bewusst gewesen, aber dieses Buch schildert es auf beklemmende Art und Weise. Und dazu eben noch dieser wahnsinnige Kerl, der sein Unwesen treibt.

    Der Autor kann viel mit diesem Thema anfangen und schildert es deshalb auch auf eine sehr überzeugende Weise. Er hat Berufserfahrungen und kann diese auch in seinem Schreibstil sehr gut rüber bringen. Er verknotet viele einzelne Stränge in der Handlung so gut miteinander, dass sie ein großes Ganzes ergeben und die Aktualität und auch diese Bedrohung sehr deutlich machen. Ich selbst hatte irgendwann das beklemmende Gefühl, dass ich vielleicht doch mal ein paar Essensreserven und Trinken lagern sollte. Ein paar Kerzen wären auch nicht schlecht, denn in unserer aktuellen, politischen Lage, ist wohl diese Geschichte nicht weit hergeholt.

    Erschreckend aber wahr.

    Der Autor spielt mit Wahrheit und Fiktion und lässt Legenden und mögliche Theorien so überzeugend verschmelzen, dass es mir an manchen Stellen wirklich ein ungutes Gefühl in den Magen gesetzt hat.

    Ich selbst bin nicht unbedingt bewandert, was alles militärisch möglich ist, bin dennoch ein großer Fan von Dystopien und ähnlichem. Diese Story war mir dann teilweise schon etwas sehr unheimlich, denn es könnte wirklich passieren. Hier über Deutschland oder wo auch immer könnte so ein EMP passieren und wäre ich dann noch lebensfähig? Könnten wir mit so etwas überhaupt umgehen?

    Die Reihe hat noch einige geplante Folgebände und auch der zweite Teil ist bereits im Mai erschienen. Ich weiß, dass ich den zweiten Teil definitiv lesen möchte, denn der Fall im Rocky-Mountain-Nationalpark ist vielleicht gelöst, aber die Problematik des Umgangs mit der Apokalypse noch lange nicht.

  • Es tut sich viel in Dystopien, dem Land in dem alles möglich und auch alles kaputt ist.


    Das neuste Steckenpferd der dystopischen Schreiberlinge scheint die Auslöschung der gewohnten Zivilisation durch einen gesteuerten EMP. EMP = Elektro Magnetischer Impuls, in englisch Electromagnetic Pulse, also EMP. So ein Impuls kann, wenn er gezielt durch die Explosion einer Bombe in diversen Schichten der Atmosphäre ausgelöst wird, den kompletten Zusammenbruch der Stromversorgung und die Zerstörung sämtlicher Elektronik in seinem Wirkungskreis zur Folge haben.


    Dies ist Science und keine Fiction, also eine sehr reale Bedrohung, welche im ersten Band der neuen „Trackers“-Serie den USA durch Nordkorea verabreicht wird. Auch wenn das ein wenig zu stereotyp daherkommen mag, ist auch dies nicht so weit von der Hand zu weisen.


    Der Autor der „Trackers“-Serie ist niemand anderes als Nicholas Sansbury Smith, der mit seinem „Extinction Cycle“ ebenfalls dystopisch im Festa Verlag vertreten ist. Sind es im Cycle mutierte Monster, welche der Menschheit gerne die Ausrottung bescheren möchte, so ist es bei den Trackers die blutrünstigste Bestie, welche der Planet Erde jemals hervorgebracht hat, die den Gegenpart zum Heldenpool des Ganzen darstellt: Der Mensch selbst!


    Sansbury Smith verlässt sich im Auftaktband der Serie nicht darauf einfach nur zu zeigen, wie sich die Gesellschaft selbst vor die Hunde bringt, wenn sie keinen Akkustrom für ihre Smartphones mehr hat, nein, es muss auch noch ein bestialischer Mörder an Werk gehen, dem es gilt das Handwerk zu legen.


    Und der gerät hier auch ein wenig zu sehr in den Vordergrund für meinen subjektiven Geschmack. So würde ich „Buch 1“ mehr in Richtung Thriller einstufen, denn ihm das Prädikat einer reinrassigen Dystopie zu verleihen. Doch das kann sich ändern, denn die Serie besteht in den USA bereits aus vier Bänden.


    Wie gewohnt geht es bei Festa recht ruppig zur Sache und auch die Trackers machen da keine Ausnahme. Kein Kuschelkurs wird von Sansbury Smith gefahren, wenn es um die Ausschmückung diverser Unappetitlichkeiten geht.


    Wie aus dem Cycle gewohnt, sind die handelnden Personen dicht und glaubhaft angelegt, sodass man sich in diverse Handlungen und Ansichten gut hineinversetzen kann.


    Wer Thriller mag, wird hier genauso bedient, wie die Dystopen, denen es gar nicht schnell genug mit dem Zerfall der sozialen Strukturen gehen kann.

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