Lin Rina - Touching Soul

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KHAOS: Touching Soul

4.2|3)

Verlag: Drachenmond Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 450

ISBN: 9783959914215

Termin: Juli 2018

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  • Khaos (Touching Soul) - Lin Rina


    Drachenmond Verlag

    450 Seiten

    Scifi Fantasy

    Einzelband

    18. Juli 2018


    Inhalt:


    Daya lebt auf einem vergessenen Gefängnisplaneten unter skrupellosen Verbrechern.

    Nur ihre Gabe, in den Seelen anderer zu lesen und ihre Gefühle zu erspüren, sichert ihr das Überleben.

    Als eine Gruppe genetisch veränderter Menschen aus dem Kryoschlaf erwacht, gerät Daya plötzlich zwischen die Fronten von Macht und Gewalt.

    Doch was ist richtig? Den Soldaten und ihrem Anführer Khaos zu helfen, den Planeten zu verlassen, oder das Leben ihrer Leute zu erhalten?

    Denn Khaos ist nicht irgendein Soldat. Seine Seele ist für Daya unwiderstehlich.

    Aber sich in einen Mann zu verlieben, der nicht zum Lieben geschaffen wurde, ist ein gefährliches Spiel.


    Meinung:


    Ein einsamer Gefängnisplanet irgendwo in den unendlichen Weiten des Alls.

    Eine Station voll mit skrupellosen Verbrechern. Allesamt männlich.

    Und eine Frau, die gezwungen ist als Kind zu leben, damit sie unversehrt bleibt.

    Ihre einzige Waffe: Sie kann in Seelen lesen wie normale Menschen in Büchern.

    Klingt aufregend? Ist es auch. Irgendwie.

    Das Lesen fiel mir leicht und das, obwohl mir manchmal etwas der Kopf schwirrte.

    Es ist schwer zu beschreiben, weil ich noch nie so empfunden habe in Bezug auf eine Protagonistin.


    Daya ist eigentlich erwachsen und doch verhält sie sich wie ein Kind.

    Oder versucht es zumindest. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive in der Ich Form erzählt, was es mir eigentlich leicht machen sollte, mich in sie hineinzuversetzen. Und doch hatte ich gerade zu Beginn damit extreme Probleme.

    Vermutlich lag es an ihrer Gabe und ihrem Bestreben möglichst unauffällig zu bleiben. Damit konnte ich irgendwie nicht umgehen.

    Das Duckmäuserische ist wichtig für ihr Überleben, aber ich mag sowas nur in den seltensten Fällen. „Khaos“ gehörte nicht dazu.

    Die Story spielt sich im Grunde genommen nur in einem Umkreis von ein paar Metern ab, an einem Ort, der ein ehemaliges Gefängnis darstellt und „Station“ genannt wird. Man erlebt kein grün, keine Natur, nichts Tierisches, außer die anderen menschenähnlichen Spezies, die den Planeten bevölkern.

    Im Grund könnte man die Atmosphäre als Science Fiction ähnlich bezeichnen, zumal hier auch viele verschiedene Arten von Menschen zusammen kommen.

    Eidechsoiden, Supersoldaten, komische, undefinierbare Monstermenschen oder eben kleine, kranke Mädchen, die Gefühle sehen.


    Das Setting ist düster und wirkte irgendwie trostlos und doch fand ich es interessant und faszinierend.

    Die Autorin zeigt hier einen Blick in eine andere Welt, ohne, dass es in eine Dystopie oder Ähnliches ausartet.

    Die verbliebenen Personen haben sich den Umständen, der Gewaltbereitschaft und dem Frauenmangel auf dem Planeten angepasst und Daya versucht die Lücken dazwischen mit medizinischem Handeln zu füllen.

    Am ehesten würde ich die Gemeinschaft in der Daya lebt als Gang oder Clan mit mehr oder weniger klaren Hierarchien bezeichnen. Bis Khaos kam.


    Der Schreibstil der Autorin ist super angenehm zu lesen und sie schafft es mit wenig Mitteln sehr viele Bilder in den Kopf zu zaubern.

    Allerdings haben die Worte es nicht geschafft, die fehlende emotionale Verbindung zu übertönen, die sich nur ganz langsam aufgebaut hat.

    Wäre Daya gleich zu Anfang so gewesen wie zum Ende, wäre ich besser mit der Story klargekommen.

    Dadurch, dass sie Seelen sehen kann, ist es der Autorin aber gelungen all ihren Nebencharakteren die Tiefgründigkeit zu verleihen, die ich bei Daya vermisste.

    Die Geschichte selbst ist in meinen Augen relativ unspektakulär in Bezug auf Action und auch die Spannung generierte sich nur durch die Analyse der verschiedenen Seelen und ihrer Gemütszustände.

    Es gibt ein paar Szenen, die man gefährlich nennen könnte - der Kern der Situationen hat mich jedoch nie ganz gepackt und mitgerissen.


    Und trotz all dieser Kritikpunkte komme ich nicht umhin die Geschichte zu mögen und als angenehm und abwechslungsreich zu empfinden - obwohl eben gar nicht so viel passiert. Dayas Sicht auf die Dinge ist recht einfach und doch so umfangreich, dass man als Leser das Gefühl hat alles zu wissen.

    Nur in Sachen Liebe, Götter und Kampf ist sie unwissend.

    Doch Khaos und seine Gefährten sorgen für reichlich Aufklärung, bringen Wirbel in die Station und man kann einfach nicht anders, als sie direkt ins Herz zu schließen. Ich fand sowohl die Truppe als auch die Namen toll gewählt und die Assoziationen, die hier entstanden waren wohl ausschlaggebend für die positiven Vibes.


    Fazit:


    Khaos ist eine intensive Geschichte, die tief in die emotionalen Ebenen von Menschen vordringt und sie entblättert, so wie Daya es mit Seelen nun mal macht.

    Ihre Gabe ist außergewöhnlich und diese Story ist es ebenso.

    Eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy inklusive Hassliebe und Manipulationen.

    Leider haben diese vielen Gefühle mich nicht so erreicht wie sie sollten und auch Daya war mir nicht gleich sympathisch.

    Der Handlungsverlauf ist eher ruhig und hat keine hohen Spannungsspitzen, sodass ich zu dem Ergebnis komme: Kann man lesen, muss man aber nicht.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️?(3,5/5)

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