John Marsden - Morgen war Krieg / Tomorrow, When the War Began

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Morgen war Krieg

3.5|2)

Verlag: Carlsen

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 288

ISBN: 9783551361301

Termin: 2002

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  • Inhaltsangabe:
    (eigene Zusammenfassung)

    Als Ellie und ihre Freunde von einem mehrtägigen Campingtrip ins Outback zurück kommen, finden sie ihre Kleinstadt verlassen vor. Zumindest fehlen die Einwohner, ihre Familien und Freunde. Stattdessen streifen Soldaten einer nicht näher genannten ausländischen Invasionsarmee durch die Straßen, die offenbar den nahe gelegenen Hafen als Brückenkopf benutzen. Sollen sie sich diesen zu erkennen geben? Oder sich doch lieber verstecken? Oder gar kämpfen?

    Über den Autor:
    (Quelle: Wikipedia, gekürzt)

    John Marsden wurde 1950 als drittes Kind einer Familie mit vier Kindern geboren. Er verbrachte den größten Teil seiner Jugend auf dem australischen Lande und zog zunächst nach Kyneton und später nach Devonport. Im Alter von zehn Jahren zog seine Familie nach Sydney, wo er The King's School in Parramatta besuchte. Diese Schule ist bekannt für ihren militärischen Unterrichtsstil.

    1982 wurde er festgenommen, weil er gegen den Bau des Franklin-Staudamms protestiert hatte. Da alle Gefängnisse in der Nähe voll waren, wurde er zum streng geschützten HM Prison Risdon gebracht. Später erklärte er, dass er diese Erfahrung benutzt hat, um einige Abschnitte in Liebe Tracey, liebe Mandy und der Tomorrow-Reihe zu schreiben.

    Bekannt geworden ist er durch die Tomorrow-Reihe. Tomorrow When The War Began erfuhr in Australien 26 Neuauflagen. Seine Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt und erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Nicht alle seine Werke wurden in die deutsche Sprache übersetzt.

    Persönlicher Zugang und Eindruck:

    Ich bin auf Marsden durch eine Diskussion aufmerksam geworden, in der die literarischen und cineastischen Vorbilder von Homefront (das Videospiel, nicht das Drama) behandelt wurden. Neben dem Klassiker "Die Rote Flut" wurde eben auch "Morgen war Krieg" genannt, und ich habe die Bücher von einem Bekannten ausgeliehen bekommen.
    Dementsprechend war meine bescheidene Erwartungshaltung, einen Résistance Jugendroman im Kalten Krieg zu lesen, in dem sich heldenhafte Teenager auf unrealistische Art und Weise erfolgreich gegen einen übermächtigen Feind zur Wehr setzen.

    Dem ist aber keineswegs so. Die Begegnungen zwischen den Kids und dem fremden Militär sind durchaus realitätsnahe dargestellt und gehen keineswegs immer gut aus. Der Gedanke des Widerstands steht auch nicht wirklich im Mittelpunkt der Geschichte, es wird kein wirkliches Feindbild aufgebaut. Die angreifende Nation wird nie wirklich beim Namen genannt. sogar die Ethnie des Feindes wird nicht 100% festgelegt. Aus heutiger Sicht würde man auf China tippen, ganz klar, aber das ist eine Projektion des Lesers.

    All das hat mir eigentlich sehr gut gefallen, ebenso wie die Tatsache, dass die feindlichen Soldaten nicht entmenschlicht werden. Im gegenteil, man hat das Gefühl, dass sind irgendwelche genauso armen Schweine aus einer Wehrpflichtigen-Armee, die teilweise gar nicht dort sein wollen. Wieder eine Projektion.

    Leider schwankt das Buch nach einer gewissen Zeit zwischen den Beziehungen der Teenager untereinander einerseits, der Kriegshandlung und den Widerstandsplänen andererseits hin- und her. Das erste wird niemals wirklich berührend und tiefgründig, das zweite nimmt nicht genug Fahrt auf, um mitzureißen.
    Dazwischen werden immer wieder Survival Elemente eingestreut, die nicht immer Sinn machen.
    Als Jugendbuch würde ich es nur eingeschränkt empfehlen, als erwachsene Leserin musste ich mich mir bei manchen Ideen der Protagonisten an den Kopf greifen.
    Dennoch: Nach der letzten Seite ist eine gewisse Neugier auf die Fortsetzungen durchaus vorhanden, was nicht zuletzt am semi-offenen Ende liegt.

    Mein Fazit:


    "Morgen war Krieg" ist ein durchaus angenehm zu lesendes Buch, das man sich auch in der sicher nicht immer optimalen deutschen Übersetzung ins Handgepäck für den nächsten Flug legen kann. "Ganz nett", aber eben nicht mehr. 3.5 Sternchen von mir.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

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