J. Assmann / F. Ebeling - Ägyptische Mysterien

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  • Kleiner Überblick

    Der Titel "Ägyptische Mysterien. Reisen in die Unterwelt in Aufklärung und Romantik" von Jan Assmann und Florian Ebeling stellt das Thema der Mysterien vor und zeigt den Einfluss der Mysterien in der Kultur der Aufklärung und Romantik. Ein Highlight ist für mich dabei "Die Zauberflöte" von Mozart und Schikaneder. Außerdem wird Apuleius mit seiner antiken Darstellung der Mysterien ein eigenes Kapitel gewidmet, da es in der Zeit von Aufklärung und Romantik die wohl einflussreichste Quelle war und sogar noch heute einen äußerst wichtigen Stellenwert hat. Darüber hinaus werden zum Verständnis der Mysterienkultur in Aufklärung und Romantik aber noch weitere Quellen und Adaptionen der Mysterien jenseits dieser Zeit von Aufklärung und Romantik vorgestellt und gut nachvollziehbar dargestellt, wie beispielsweise die Mysterieninhalte um Pythagoras und Orpheus. Daneben sind die Ausführungen auch sehr interessant, wenn man sich für die Freimaurerei interessiert, denn auch die Freimaurer dieser Zeit setzten sich intensiv mit den Mysterien auseinander und leiteten daraus zentrale Gedanken für ihre Logenarbeit ab.


    Pro/Contra

    Einige Details würde ich zwar anders auslegen als Assmann/Ebeling, doch die beiden haben ohne Frage ein äußert solides und profundes Wissen über das spezielle Thema der Mysterien. Assmann ist dazu ein über alle Maßen renomierter Forscher, sodass man in diesem Titel wohl eine der besten Darstellungen zu diesem eben recht speziellen Thema vermuten kann. Mir hat dieser Buchtitel jedenfalls viele Anregungen gegeben und ebensoviele Zusammenhänge deutlich machen können.


    Empfehlung

    Das Buch berührt in Teilen auch Fragen und Themen, wie mit der "Zauberflöte", die ein größeres Publikum jenseits der Literaturwissenschaft interessieren könnten. Auch weitere Kapitel, wie das von Apuleius (der ja mit seinem Mysterien-Roman auch die Liebesgeschichte von Amor und Psyche geprägt hat), könnten ein größeres Publikum ansprechen, denn sie sind recht unterhaltsamn, durchaus leicht nachvollziehbar sowie spannend aufbereitet. Doch im Gros hat das Buch den Charakter einer Erforschung und Darstellung eines literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen Spezialthemas. Somit wäre dies Buch vor allem an Leser mit literaturwissenschaftlichen oder kulturwissenschaftlichen Interesse zu empfehlen.

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