Wie geht ihr mit Rechtschreib- bzw Grammatikfehlern in Büchern um?

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  • Oje, habt ihr Probleme. Ist nicht böse gemeint aber mich wundert es schon wie wichtig für manche hier der 100%ige korrekte Umgang mit Wort und Sprache ist.

    Nuja, wenn man Geld für Sprache ausgibt (und nichts anderes sind Bücher ja im Prinzip), dann sollte die auch schon möglichst korrekt sein.


    Anders herum verdient der Autor ja auch seinen Lebensunterhalt damit. Ein Autor, der nicht schreiben kann ist wie ein Pilot, der nicht fliegen kann.

    Ich möchte mich weder dem Einen, noch dem Anderen anvertrauen oder ihn für etwas finanzieren, was er schlichtweg nicht kann.

    Ich :study: gerade: Dämonenzyklus 02 ~ Das Flüstern der Nacht von Peter V. Brett

  • Wenn es so viele oder so drastische Fehler sind, dass sie mich aus dem Lesefluss werfen, dann muss der Rest schon gewaltig gut sein, um mich zum Weiterlesen zu bewegen. Ich bin zwar durch viele Selfpublisher-Bücher abgehärtet, aber schmerzfrei bin ich diesbezüglich noch lange nicht. Unangenehm fällt mir auf, dass imemr wieder auch Verlagsbücher mit einem eigentlich unverschämt hohen Fehleranteil auf den Markt kommen. Hatte zwei Bücher aus dem Lucifer Verlag mit teilweise richtig schlechter Übersetzung und dann noch Rechtschreibfehlern oben drauf.

  • aber mich wundert es schon wie wichtig für manche hier der 100%ige korrekte Umgang mit Wort und Sprache ist.

    Es kommt auf den Kontext an.:wink: Wenn man mit Freunden oder Bekannten spricht oder ihnen Briefe, Mails oder WhatsApp-Nachrichten schickt, kommt es natürlich nicht darauf an, sich dialektfrei und 100%ig korrekt auszudrücken.

    Bei Äußerungen im öffentlichen Raum (Nachrichtensprecher, Journalisten, Rezensenten, Moderatoren etc.) erwarte ich aber durchaus ein korrektes und gepflegtes Hochdeutsch.

    Genau das.

    Ich arbeite selbst mit Sprache. Von mir wird fehlerfreies Arbeiten erwartet - dasselbe erwarte ich auch von Verlagen. Verlagsautoren laste ich Rechtschreib- und Grammatikfehler in ihren Büchern gar nicht an; ich kenne einige professionelle, gute Autoren, die Legastheniker sind oder andere Lern- oder Rechtschreibschwächen haben, die können keine orthografisch perfekten Manuskripte einreichen. Es ist Aufgabe des Verlages, für ein professionelles. möglichst fehlerfreies Endprodukt zu sorgen (irgendeinen Tippfehler übersieht man immer, das kenne ich aus meinem eigenen Arbeitsalltag).

    Veröffentlichen Autoren im Selbstverlag, ist es ihre Aufgabe, Lektoren und Korrektoren zu beschäftigen. Das ist Teil des Handwerks. Wenn jemand diesen Teil vernachlässigt und mir schlampige Arbeit vorsetzt, für die ich auch noch Geld ausgegeben habe, macht mich das schon ein wenig sauer.

    "Selber lesen macht kluch."


    If you're going to say what you want to say, you're going to hear what you don't want to hear.
    Roberto Bolaño

  • ... Veröffentlichen Autoren im Selbstverlag, ist es ihre Aufgabe, Lektoren und Korrektoren zu beschäftigen. Das ist Teil des Handwerks. Wenn jemand diesen Teil vernachlässigt und mir schlampige Arbeit vorsetzt, für die ich auch noch Geld ausgegeben habe, macht mich das schon ein wenig sauer.

    Es ist ja auch absurd, Kunden flüchtige Arbeit vorzulegen, die viel lesen oder selbst mit Texten arbeiten. Wenn sie Fehler nicht bemerken, wer dann? Ich würde auch nicht gerade vor einer Berufsschneiderin mit zipfelndem Rocksaum herumlaufen ...

    :study:


    Reihen neu/ergänzen

    01. Buchtitel dt. (Jahr)--ISBN

    02. Buchtitel dt. (Jahr), Buchtitel engl.--ISBN

    1-3 (Jahr) (Sammelband)--ISBN

  • Hier sind aber die Gemüter erhitzt. :) Ein Paar Fehler im Buch, und... :-kist doch nicht weiter schlimm. Kann man doch einfach überlesen. O:-) Wenn es mehrere sind, ist natürlich die Stimmung schon anders. Ich sehe es persönlich nicht so eng... :-, Denn ich mache selbst Fehler, was aber nicht weiter schlimm ist, finde ich. Und den Text, den Text eines Buchs verstehe ich auch mit Fehlern. Natürlich wenn es übertrieben häufig und bei einfachsten Regeln nicht beachtet wird, ist es auch mir zu viel, aber im Großen und Ganzen interessiert mich der Inhalt. Ich hatte bis jetzt nur ein einziges Buch aus diesem Grund nicht lesen können. Das war sogar mit meinen beschränkten Kenntnissen, zu viel des Guten, das habe ich dem Autor dann auch mitgeteilt. Aber das war es auch schon. Hin und wieder trifft man Bücher, wo man merkt, dass der Lektorat nicht so toll war, aber es hält mich ganz sicher nicht vom Lesen des Buchs ab. O:-)

    2019: Bücher: 90/Seiten: 37 220
    2018: Bücher: 224/Seiten: 89 626
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Prange, Peter - Ich, Maximilian, Kaiser der Welt

    Chanter, Catherine - Die Quelle

  • Kann es sein, dass dieser Thread auch einen gewissen Zeitgeist widerspiegelt, der mit der Wertschätzung von Sprache zu tun hat?


    Ich möchte weder mich noch andere als pingelig bezeichen, die gravierende bzw. gehäufte Fehler oder Umgangssprache / Dialekt in Romanen nervt. Das hat nichts mit Herablassung oder Beurteilung zu tun. Im täglichen Leben sieht das freilich anders aus, da redet wohl fast jeder so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und wird in der Regel vom Großteil verstanden. Aber wie viele hier finde ich es wichtig und auch nicht zu viel Mühe, Sprache in Schriftmedien so zu verwenden, dass sie für jeden gut verständlich ist und ein Maß an Respekt dem Leser und nicht zuletzt der Sprache selbst gegenüber erkennen lässt.

  • Dialekt in Romanen nervt

    Dialekt in Romanen finde ich nun wieder eher authentisch als nervig.

    So gehen die Meinungen auseinander. :loool::-,

    Ich :study: gerade: Dämonenzyklus 02 ~ Das Flüstern der Nacht von Peter V. Brett

  • Ich bin froh, dass ihr, findo und Farast ,erwähnt, dass ihr ähnliche Problme mit der Unterscheidung von den/dem und einen/einem habt. Bisher habe ich gedacht, dass ich mit der Unterscheidung Probleme habe, weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist (ich nehme einfach mal frech an, dass es eure aber ist :uups:). Das ist auch einer der Gründe, warum ich selten Rezis schreibe. Es dauert einfach zu lange, weil ich zu oft überlegen muss, wie ich etwas schreibe.

    Ich denke, dass es den Inhalt eines Textes (Buch, Zeitungsartikel etc.) etwas entwertet, wenn zu viele Grammatik- oder Rechtschreibfehler zu finden sind. Man konzentriert sich dann mehr auf die Fehler als auf eventuell interessante oder wertvolle Aussagen, die der Text bietet.

    Bisher hatte ich mit meinen(?) Büchern Glück oder zumindest sind mir keine gehäuften Fehler aufgefallen.

    "We need to sit on the rim of the well of darkness and fish for fallen light with patience" - Pablo Neruda




  • weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist

    Du hast richtig getippt, Deutsch ist meine Muttersprache :) Darf ich dich fragen wie lange du schon Deutsch schreibst bzw. lernst? Mir wäre es persönlich nie aufgefallen, dass es nicht deine Muttersprache wäre!

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Ich schreibe mir auch alle Fehler auf, um sie der Autorin weiterzugeben.

    Das ist nicht die Aufgabe von Testlesern, und das würde ich der Autorin auch ganz deutlich sagen. Wenn ein Selfpublisher ein Buch veröffentlicht, hat er selbst dafür zu sorgen, dass das Buch korrigiert und lektoriert wird – zumindest, wenn er Geld dafür verlangt. Als zahlender Leser hat man ein Anrecht auf möglichst einwandfreie Ware.

    Wenn ich ein Buch anfange, das nur von Fehlern wimmelt, lese ich es nur sehr selten bis zum Ende. Selbst wenn mir dann die Geschichte gefallen sollte, gebe ich maximal zwei Sterne, denn solch ein Produkt abzuliefern ist für mich nur mangelhaft. Breche ich ab (was bei wimmelnden Fehlern meistens der Fall ist), gebe ich nur noch einen Stern = ungenügend, weil man keine null-Sterne abgeben kann. Aber so schreibe ich das dann auch in die Rezi. Wenn nur hier und da ein Fehler auftaucht (geringfügig mehr als in einem gut korrigierten Verlagsbuch), gibt es weniger Sternabzug.

    Es stört mich mittlerweile auch, wenn ein Fehler immer wieder auftaucht, weil ein Autor es nicht besser weiß, denn dann hätte es zumindest der Korrektor finden müssen. Wenn der das dann auch nicht kann, kann ich immerhin einen Hinweis in der Rezension geben – oder ich gebe dem Autor direkt den Hinweis, wenn ich persönlich mit ihm in Kontakt bin.


    Im Übrigen interessiert es mich eher weniger, wenn jemand im Forum, einer Rezension oder einem Blog die Rechtschreibung nicht beherrscht. Mich würde in dem Fall eine konsequente Kleinschreibung mehr nerven als ein ein verkehrtes Wen/Wem wie bei findo oder ein fehlendes Komma, weil hier niemand Geld dafür kassiert, sondern einfach nur zur Unterhaltung beiträgt und Diskussionsstoff zur Verfügung stellt.


    Ich habe hier gelesen, dass sich manche nach der alten Rechtschreibung richten und glauben, dass die in den meisten Fällen auch noch richtig ist. Das kann aber auch zu Irritationen führen, denn ich richte mich z.B. nach der neuen Rechtschreibung und nach den Empfehlungen, die Duden bei mehreren richtigen Möglichkeiten gibt. Dadurch kann es vorkommen, dass Anhänger der alten Rechtschreibung glauben, ich würde viele Rechtschreibfehler machen. Wegen so jemandem habe ich für eine Bücherreihe lediglich drei Sterne mit Hinweis auf »viele Rechtschreibfehler« bekommen, obwohl das nicht stimmt. Die drei Sterne machen mir nichts aus, wenn sie inhaltlich bedingt sind. Nicht jedem kann alles gefallen. Aber viele Fehler unterstellt zu bekommen, obwohl man nach den neuesten Rechtschreibregeln schreibt, das ist einfach nur ärgerlich. In dem Fall empfehle ich, ein als Rechtschreibfehler empfundenes Wort einfach mal bei Duden.de zu suchen und sich zu vergewissern, ob man nicht eventuell selbst falsch liegt.


    Es gibt für Selfpublisher allerdings noch ein anderes Problem, nämlich jemanden zu finden, der etwas von seinem Fach versteht. Früher habe ich mal eine Geschichte von jemandem korrigieren lassen, der Linguistik studiert hatte. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass er nur verschlimmbessert hatte, was natürlich auch nicht Sinn der Sache ist. Aber das zeigt dann auch das Problem auf: Wenn man als Autor von jemandem korrigieren lässt, weil man selbst keine oder nur wenig Ahnung hat, kann man auch schlecht überprüfen, ob die Korrektur nun richtig erfolgt ist. Ebenfalls ist der Begriff Lektor nicht geschützt. Was mir manchmal als lektorierter Text vorgelegt wird, kann durchaus noch ein richtiges Lektorat vertragen, weil auf die einfachsten Dinge nicht geachtet wird. Das ist insbesondere dann ärgerlich, wenn der Autor Geld dafür bezahlt hat. Ich hatte sogar mal von einer Autorin gelesen, die im Nachhinein das gezahlte Geld von ihrer Lektorin zurückverlangt hatte, nachdem der Roman bei Qindie nicht durchgekommen ist. Aber nicht jeder ist so konsequent :wink:


    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Im Übrigen interessiert es mich eher weniger, wenn jemand im Forum, einer Rezension oder einem Blog die Rechtschreibung nicht beherrscht. Mich würde in dem Fall eine konsequente Kleinschreibung mehr nerven als ein ein verkehrtes Wen/Wem wie bei findo oder ein fehlendes Komma, weil hier niemand Geld dafür kassiert, sondern einfach nur zur Unterhaltung beiträgt und Diskussionsstoff zur Verfügung stellt.

    Das sehe ich genauso wie Du - wir hier sind alle keine Sprachexperten und ich finde es toll, wie viele von uns hier rezensieren. Da ist es mir egal, wenn immer mal ein Fehler enthalten ist.

    Bei Fehlern in Büchern sieht das wieder anders aus. Ich bezahle viel Geld für diese Bücher (ich kaufe ja sehr oft Hardcover), da erwarte ich auch einwandfreie Qualität. Dass mal ein Fehler zu finden ist, kann passieren, aber wenn gehäuft Rechtschreibfehler auftauchen, die man mit einer simplen Überprüfung durch Word hätte bereinigen können, dann werde ich grantig und schreibe das auch in meiner Rezension.

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: James Hawes - The shortest history of Germany

  • Ich warte auf eine nächste Rezension mit folgenden Satz: "Hier bin ich grantig." :wink:

    Die Spelling-Grantler als gemäßigte Abspaltung der Spelling-Nazis ...

    :study:


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