Jacqueline F. Eckert - Verbannung

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  • Der Fluch der Mondsklaven 2 (Verbannung) - Jacqueline F. Eckert


    Lysandra Books Verlag

    384 Seiten

    High Fantasy

    Band 2

    04. März 2019


    Inhalt:


    Thyra-Fiah wird in Russland gefangen gehalten, um einer verrückten Waldelfe als Waffe und Versuchsobjekt zu dienen.

    Sie hat sich ihren Widersachern nur ergeben, um ihren Bruder Maykil zu retten, von dem bisher jede Spur fehlt.

    Zu ihrem Entsetzen ist sie nicht die einzige Gefangene - auch Prinz Joseph teilt ihr Schicksal an diesem Ort.

    Und so kämpft Thyra-Fiah nicht nur mit allen Mitteln gegen den Basilisken in ihr, sondern auch gegen die einnehmende Anziehungskraft des Prinzen, die sich wie blaues Feuer in ihrer Seele eingenistet hat. Dabei hat sie sich geschworen, ihm nie wieder zu vertrauen ...


    Meinung:


    Was habe ich mich auf den zweiten Band der Mondsklaven gefreut.

    Auf ein erneutes Aufeinandertreffen von Prinz Joseph und Thyra-Fiah.

    Und jetzt sitze ich hier und weiß nicht genau, wie ich das beurteilen soll, was ich gerade beendet habe.

    Zwei große Probleme haben sich mir direkt zu Beginn aufgetan -

    Erstens: Bis auf die Grundpfeiler der Geschichte wusste ich fast nichts mehr aus dem vorherigen Band, weil es einfach zu lange her war mit dem Lesen.

    Leider sind nur hin und wieder ein paar verworrene Informationen aus dem Königreich Herón eingeflossen.

    Der Folgeband „Verbannung“ spielt nämlich ausschließlich in der Menschenwelt.

    Zweitens: Man liest erneut aus der Ich-Perspektive. Aus Thyra-Fiahs Gedankenwelt, die mich in Band eins beeindruckt und jetzt einfach nur noch verwirrt hat. Versteht mich nicht falsch. Der Schreibstil ist genauso intensiv wie beim Vorgänger und hat mich auch gepackt und gefesselt.

    Aber irgendwie sind irgendwo die Emotionen verloren gegangen.


    Thyra-Fiah wird im zweiten Band nicht nur von ihrer bestialischen Seite fast unterjocht, nein, sie sitzt auch in einem russischen Gefängnis unter der Leitung einer merkwürdigen Waldelfe ein. Ich bin ehrlich, ich wusste die ganze Geschichte über nicht mehr, wie sie dort hingekommen ist, geschweige denn woher sie von ihrem entführten Bruder wusste. Da taten sich beim Lesen schon einige Lücken auf und die wurden leider nicht ausreichend gefüllt.

    Dadurch, dass mir vieles an Wissen fehlte, konnte die Story auch nicht so auf mich wirken, wie sie sollte:

    Thyra-Fiah, jeder Hoffnung beraubt, in einem fremden Land, verzweifelt, verletzt und in den Fängen von Menschen, die sie zu einer Waffe machen wollen.


    Wer mir aber im Gedächtnis geblieben ist, ist Prinz Joseph, Königssohn von Herón, der Schattenelf, der schwarze Magie ausdünstet.

    Und auch er blieb mir weiterhin ein Rätsel. Aber dieses Rätsel habe ich als positiv empfunden.

    Ich liebe die düstere Ausstrahlung, die er auch in der Gefangenschaft nicht verloren hat, das Geheimnisvolle und das Verwirrende an seinem Verhalten, wenn es mal überhaupt nicht vorherigen Mustern entspricht. Allerdings blieb er auch der einzige Charakter, der sich in mein Herz schleichen konnte, trotz allem, was er getan hat.


    Thyra-Fiah, das Basilisken Mädchen, hingegen bereitete mir Probleme.

    Die ganze Geschichte über war sie mir zu sehr hin und her gerissen. In ihren Gedanken und Gefühlen, sodass ich irgendwann nur noch genervt die Augen verdreht habe. Für meinen Geschmack muss sie sich entscheiden was sie sein will.

    Dieser ganze Zustand zwischen „Ich hasse meine Bestie“ und „aber ich bin mit ihr kugelsicher“ ist nicht tragbar. Zumindest nicht über den ganzen Band hinweg. Genauso wie ihr Gefühlschaos. Das war irgendwann nur noch zum Haare raufen.


    Trotz all dieser Kritik und der Tatsache, dass mir manche Orts- und Tageswechsel entgangen sind, habe ich an der Geschichte geklebt.

    Die Autorin hat es geschafft, dass ich dauerhaft interessiert war.

    Am Verlauf, an den Beziehungen, an den Personen - obwohl mich nur eine wirklich fasziniert hat.

    Wie genau, das verstehe ich selbst nicht so ganz und es bleibt wohl, genauso wie dieser zweite Band, ein großes Rätselchaos mit Lücken für Neues.


    Fazit:


    Der zweite Band rund um die Mondsklaven steht unter zwei großen Schlagworten: Lücken und Intensität.

    Auf der einen Seite hängt mein Herz an dieser Geschichte. Sie ist anders und irgendwie stilvoll.

    Die Charaktere entsprechen nicht der Norm, sie zweifeln und hassen und können augenscheinlich nicht mit Gefühlen umgehen.

    Doch die Autorin setzt sie intensiv ein. Jedes Wort schreit mir aus dem Buch entgegen.

    Auf der anderen Seite hat mir die Story zu viele Lücken. Zu viel Chaos.

    Zu viel Gedankenwirrwarr und es fehlte mir diesmal der emotionale Funke.

    Aber ich muss trotzdem wissen, wie es mit Thyra-Fiah weitergeht.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️?(3,5/5)

  • Achtung, hierbei handelt es sich um den zweiten Teil! Spoileralarm!

    Nachdem der erste Teil der Trilogie „Der Fluch der Mondsklaven – Verrat“ noch mit einem strahlenden Mond und Farbe daherkam, ist das Erscheinungsbild des zweiten Teils nun deutlich düsterer. Der Mond liegt nur noch in einem Schatten und auch alles andere hat jegliche Farbe verloren.

    Aber wie sollte es auch anders sein, denn nach dem Finale des ersten Teils, wird wohl im zweiten Teil nichts mehr blumig und farbenfroh sein, denn nicht nur Thyra-Fiah wurde verraten, sondern so viele mehr und so findet sie sich gefangen wieder. Aber nicht nur sie ist hier, sondern auch viele andere, die den Mondsklaven angehören. Das schlimme: Sie sollen scheinbar untersucht werden, sind so etwas wie Versuchskaninchen für eine Durchgeknallte. Aber ist Flucht eine Möglichkeit? Denn zum einen muss man erstmal aus dieser ganzen Situation rauskommen und wie gesagt, wenn dort eine Durchgeknallte die Strippen in den Händen hält, wer weiß dann, was als nächstes kommt? Und zum anderen, sind sie überhaupt noch in der Heimat? Denn Thyra-Fiah wurde ja vom Prinzen vorher schon in die Menschenwelt entführt, was sollen sie machen, wenn sie in dieser rauskommen? Wie sollen sie sich verhalten mit ihrem Fluch? Und noch eine wichtige Frage: wie kommen sie wieder nach Hause?



    Die Autorin hat in diesem Buch einen Teil, den ich als das bisher Beste beschreiben würde, was ich bisher von ihr gelesen habe. Emotionen und Konflikte, werden wirklich sehr gut und vor allem auch realistisch dargestellt, wo vielleicht andere oft einfach nur mit zwei, drei Nebensätzen etwas dazu verlauten lassen. Zudem hat sie mich mal wieder voll auflaufen lassen, da denkt man, ach komm, da wird sie einen noch quälen und zieht es raus und nein, da macht sie es eben genau anders und gibt einem, womit man nicht gerechnet hat. Und dann kommt da diese Wendung. Ich dachte nur so: Das ist jetzt nicht ihr Ernst, oder? Wie kann sie nur? Tja und dann stand ich da…

    Gerade der Hauptcharakter Thyra-Fiah hat in diesem Band nochmal deutlich an Tiefe gewonnen, da wir durch Rückblicke, die sehr gut gesetzt waren, noch einmal mehr erfahren haben, warum sie so ist, wie sie ist und zudem auch, was in ihrer Welt verlangt wurde.

    Ein wenig schwierig war für mich der Wiedereinstieg, da der erste Teil nun schon etwas her ist, da wäre mir eine kleine Rückblende ganz lieb gewesen. Sonst scheint die Autorin es zu lieben, wenn sie etwas bekräftigen möchte es als dreifache Wiederholung zu schreiben. Anfangs stockte ich deshalb kurz, aber irgendwann lernte ich, dass es einfach zu ihr gehört.

    Zudem bin ich nun wahnsinnig gespannt, was denn nun nach diesem Ende als nächstes kommt, also werde ich wieder ganz gespannt auf den abschließenden Band warten. Somit kann ich das Buch den Lesern empfehlen, die auf Fantasy stehen, die nicht unbedingt vor Liebesgeschwafel tropfen muss, denn das hält sich hier wirklich in Grenzen, sie kommt nur soweit ins Spiel, wie sie wirklich gebraucht wird! Zudem sollte sich jeder Leser bewusst sein, dass es eher im Urbanfantasy-Bereich ein zu Hause hat, auch wenn es da noch diesen extra Kontinenten gibt, auf dem die Mondsklaven leben.

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