Kathryn Croft - Als Grace verschwand / The Girl You Lost

  • Buchdetails

    Titel: Als Grace verschwand


    Verlag: Rütten & Loening

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 362

    ISBN: 9783352009303

    Termin: Neuerscheinung April 2019

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Als Grace verschwand"

    Bist du meine Tochter? Simone Porter musste mit einem schweren Schicksalsschlag fertigwerden. Vor achtzehn Jahren wurde ihre sechs Monate alte Tochter entführt. Als ein Mädchen mit Namen Grace sich bei ihr meldet und erklärt, ihre Tochter zu sein, glaubt Simone ihr nicht. Doch das Stofftier, das Grace bei sich hat, lässt sie zweifeln. Genauso einen Plüschhasen hat ihre Tochter besessen. Grace aber behauptet noch etwas anderes: dass sie aus Notwehr einen Mord begangen hat und dass sie dringend Hilfe braucht. Simone ist hin und her gerissen – und dann verschwindet Grace wie ihre Tochter damals. Atemberaubend! Die Geschichte eines Verschwindens. Von einer Bestsellerautorin aus Großbritannien.
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  • Was es für Eltern bedeutet, wenn das einzige Kind spurlos verschwindet, ist schwer nachzuempfinden. Einen kleinen Einblick vermittelt der Thriller "Als Grace verschwand" von Kathryn Croft. Sie erzählt von Simone Porter, die mit einem schweren Schicksalsschlag fertigwerden musste. Vor achtzehn Jahren wurde ihre sechs Monate alte Tochter entführt. Als ein Mädchen mit Namen Grace sich bei ihr meldet und erklärt, ihre Tochter zu sein, glaubt Simone ihr nicht. Doch das Stofftier, das Grace bei sich hat, lässt sie zweifeln. Genauso einen Plüschhasen hat ihre Tochter besessen. Grace aber behauptet noch etwas anderes: dass sie aus Notwehr einen Mord begangen hat und dass sie dringend Hilfe braucht. Simone ist hin und her gerissen – und dann verschwindet Grace wie ihre Tochter damals.



    Das Cover des Buches ist interessant. Unwillkürlich fühlt man sich an eine Fensterscheibe erinnert, durch die man durch ein heftiges Unwetter auf eine graue Straße hinausblickt. Der nüchterne Titel ist in einer blutroten Schrift gestaltet worden, wobei sich die einzelnen Buchstaben des Vornamens "Grace" in ihre einzelne Bestandteile auflösen.




    Im Mittelpunkt dieses Roman steht die Journalistin Simone Porter, die vor 18 Jahren einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen musste. Das Geschehen wird aus ihrer Sicht vermittelt, hin und wieder finden sich Einträge einer unbekannten Person, die an die Form eines Tagebuches erinnern und aus der Retrospektive wie das Schuldbekenntnis eines Täters anmuten.




    Für mich war es die erste Begegnung mit der Schriftstellerin Kathryn Croft. Sie hat einen beeindruckenden Thriller vorgelegt, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten hat. Stilistisch gesehen, schreibt sie auf einem hohen Niveau. Sie schafft es mühelos, von einem dramatischen Prolog an eine hohe Spannung aufzubauen, die sie mittels vieler unerwarteter Wendungen und falscher Fährten bis zum (versöhnlichen) Epilog hindurch halten kann. Man staunt über die zahlreichen einzelnen Handlungsstränge ihres Werkes, die zu einem erschütternden Ganzen verwoben werden. Auch die Auflösung des Falles erscheint logisch und überzeugend, alle offenen Fragen werden beantwortet, und man bleibt tief erschüttert zurück. Unbedingt lesenswert!

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Kathryn Croft: Als Grace verschwand“ zu „Kathryn Croft - Als Grace verschwand“ geändert.
  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Kathryn Croft - Als Grace verschwand“ zu „Kathryn Croft - Als Grace verschwand / The Girl You Lost“ geändert.
  • Potential verschenkt!


    Als die 6 Monate alte Helena bei einem Spaziergang im Park verschwindet, stürzt das Leben von Simone und Matt wie ein Kartenhaus zusammen. Das Baby wird nie gefunden und die Porters trauern 18 Jahre lang um die verlorene Tochter. Bis sich eines Tages die 18jährige Grace bei Simone meldet und sagt, sie glaube, sie sei die verschwundene Helena. Als Beweis hat sie das Kuscheltier, das damals mit dem Baby verschwunden ist, dabei. Verraten, dass sie als Baby entführt wurde, hat ihr ein Freund ihrer Mutter Ginny. Aus Notwehr hat Grace ihn erschlagen. Simone ist hin und her gerissen, denn kurz nach dem DNA Test ist Grace spurlos verschwunden.



    Das Thema, ein Baby wird aus einem Park entführt, während die Grossmutter mit ihm spazieren geht, ist etwas, was wohl jedem von uns unter die Haut geht. Auch mir. Und so konnte ich kaum glauben, wie trocken und emotionslos, das hier erzählt wird. Und ich denke, das Wort " Erzählung " hat hier ihre Berechtigung. Denn, mit grosser Distanz und absolut oberflächlich, wird diese Szene beschrieben. Erst mit der Zeit kam ich dahinter, weshalb das so ist. Und damit begannen auch gleich meine Probleme mit diesem Buch. Denn, der Schreibstil ist sehr sachlich, mit kurzen und teilweise knappen Sätzen, hatte ich ständig das Gefühl, die Autorin kratzt nur an der Oberfläche. So wirkten die Figuren auf mich, als spielen sie eine Rolle. Die Handlung ist teilweise an den Haaren herbei gezogen. So war ich mehr als erstaunt, wer da alles auf hinterhältige Tricks hin, Simone das Herz ausschüttet. Sie trifft sich kurz nach einer Tat, und nachdem sie sich bei der Familie mit Vorspiegelung falscher Tatsachen eingeschleimt hat, mit einem Opfer. Ob ein Opfer einer Gewalttat sich wohl kurz danach mit einer fremden Frau zum Gespräch zusammensetzt? Auch eine Leiterin eines Pflegedienstes lässt sie seelenruhig in die Karten blicken. Datenschutz lässt grüssen. Und da gibt es noch eine ehemalige Patientin, die völlig übergangslos aus der Vergangenheit ihrer Pflegerin plaudert. Die Entführung selbst, stellt sich schlussendlich als sehr konstruiert heraus, da musste ich Punkte für den Plot abziehen.

    Die erste Hälfte des Buches ist langatmig und beherrscht von Gefühlen à la " was wäre gewesen, wenn unser Baby nicht entführt worden wäre". Dazu kommen viele Gespräche zwischen Grace und Simone, die absolut zäh zu lesen sind. Erst ab der Mitte nimmt die Story an Fahrt auf , wird fesselnd und spannend. Dies auch, weil immer wieder mal kursiv geschriebene Kapitel eingeschoben wurden, die aus der Sicht eines Verdächtigen geschrieben sind. Umgehauen hat mich das Ende, das mich völlig kalt erwischt hat. Damit hat die Autorin doch noch einiges gut gemacht … wenn der Weg dahin auch ziemlich steinig war. Am Ende habe ich auch gemerkt, dass trotz aller Unnahbarkeit, die Figuren mir leid tun und ich mit ihnen fühle.

    Meiner Meinung nach hat hier Kathryn Croft durch ihren Schreibstil sehr viel Potential dieser Story mit emotionalen Thema verschenkt.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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