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Ralf König - Stehaufmännchen

Stehaufmännchen

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Rowohlt Buchverlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 192

ISBN: 9783498035815

Termin: Mai 2019

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  • Produktvorstellung bei amazon.de:


    Afrika vor sechs Millionen Jahren. Grüner Urwald weicht der Savanne, und die Affen beschließen: „Runter vom Baum!“ Aber auf dem Boden der Tatsachen wächst mit dem aufrechten Gang das Gehirn, und Flop, der Australopithecus, denkt den ersten bewussten Gedanken der Menschheit: „Ach du Scheiße...“


    Er behält recht, denn egal, ob Homo Habilis Faustkeile kloppt oder Homo Erectus mit Feuer zündelt, jeder neue Handgriff führt tiefer ins Desaster! Und gerade als die Männchen anfangen, Gammelfleisch zu fressen, und sich als Herren der Welt fühlen, beschließen die Weibchen, ihren Eisprung zu verstecken, so dass beim Balzen keiner mehr weiß, woran er ist. Flop stört’s nicht weiter, er steht ohnehin mehr auf den stämmigen Homo Robustus, der mit seiner Horde friedlich in der Steppe grast.


    Aber "friedlich" hat die Hominisation offenbar nicht im Programm. Genauso wenig wie "Zurück auf die Bäume!“. Trotzdem beschließt Flop, sich mutig der Evolution entgegenzustellen.


    Hat nicht geklappt, wie wir heute wissen. Aber den Versuch war es wert.


    Eigene Beurteilung/Eigenzitat aus amazon.de:


    Nachdem sich König in seinen letzten Bänden in erster Linie der religiösen Hintergründe der menschlichen Entwicklung angenommen hatte – und dabei in erster Linie die judäo-christliche Richtung unter Beschuss genommen hat – geht es hier um besorgniserregende Tendenzen im Wesen des Menschen selbst, wie sie sich schon sehr früh in seiner Stammesentwicklung gezeigt zu haben scheinen. Diese zeichnet König in seiner üblichen kompromißlosen und zum Teil auch etwas überzeichneten Art und Weise nach und entlarvt dabei verschiedene grundlegende Aspekte der menschlichen Konkurrenz, der Kreativität, des Jagdverhaltens und des Verhältnisses der Geschlechter zueinander.


    Natürlich haben die Homo Habilis nicht angefangen aufrecht zu gehen, damit man ihre Hoden besser sieht und die Östrosschwellung der Weibchen sind auch nicht zwangsläufig durch den aufrechten Gang zurückgegangen. Und sicherlich haben die Menschen nicht begonnen, aufrecht zu gehen, um dem Gehirn mehr Platz zum Wachsen zu geben, und mehr Eiweiß gegessen, um dieses Wachstum zu fördern. Hätten die Menschen so weit gedacht, wäre die Entwicklung wahrscheinlich anders verlaufen – oder auch nicht. So stellt dieses Buch das Leben und die Entwicklungen von Homo Habilis zu Homo Sapiens Sapiens in einer Generation dar und eröffnet mit der Rahmenhandlung der Theaterdarstellung die Möglichkeit zum Einbezug der Entwicklungen bis in unsere Zeit – mit einigen sehr spitzen Fragen, wie „Ihr überlegt, wie ihr 10 Milliarden Menschen ernähren könnt? Statt zu überlegen, wie es gar nicht erst 10 Milliarden werden?“ Also ein sehr weit in die Vergangenheit reichendes Thema, mit sehr aktuellen Bezügen.

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