Harry Harrison - The Technicolor Time-Machine / Zeitreise in Technicolor

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  • Produktvorstellung bei amazon.de (Meine Übersetzung):


    L M Greenspan, der Chef der dahinsiechenden Climactic Studios, hat seinem Produzenten Barney Hendrickson fünf Tage gegeben um einen Blockbuster abzudrehen - sonst ist Climatic am Ende.


    Unmöglich?


    Nicht mit Professor Hewetts wunderbaren Ruckzuck-Zeitmaschine, die Antwort auf die Gebete eines Hollywood-Produzenten. Sich in 1. Jahrtausend zurück schleichend mit einem kompletten Filmzug und zwei glamourösen Stars beschließt Barney zu bewesien, dass die Wikinger Amerika 500 Jahre vor Kolumbus entdeckt haben - und dies in Technicolor zu filmen. Aber das ist gar nicht so einfach, wie es klingt, als sie merken, dass die Geschichte sie enttäuscht un dass ihr Wiking-Kolumbus es versäumt in der Neuen Welt aufzutauchen.


    Eigene Beurteilung/Eigenzitat:


    In fünf Tagen sollen die Bank-Angestellten kommen, um Climatic Studios Bücher zu prüfen - und die sind eindeutig zu gut frisiert um keinen Ärger zu erzeugen. Die Studios bräuchten einen guten Film, aber bisher gibt es noch nicht einmal eine Idee, geschweige denn ein Drehbuch. Und genau in dieser Situation tritt Professor Hewett an das Studio heran, um es als einen Sponsor für seine Arbeit an seiner Zeitmaschine zu gewinnen. Als Barney - mittelmäßiger Produzent - dieses Gerät vorgeführt bekommt kommt ihm die Idee mit der Live-Action-Verfilmung der Entdeckung Amerikas. Denn Zeitreisen bedeuten, dass man einen mehrmonatigen Film drehen kann um ihn praktisch ein oder zwei Tage nach der Inauftraggabe abzuliefern. Und es lässt sich auch wesentlich billiger produzieren, wenn man on-location drehen kann, in Zeiten, in denen die Verwaltungen dies nicht ständig reglementieren und man Touristen und Schaulustige umleiten muss.


    Doch wie gestaltet man Verträge für Berater aus dem 11. Jahrhundert, in dem in Skandinavien noch meist mit Tauschhandel gearbeitet worden ist? Wer spricht Altnordisch und kann dies notariell beglaubigt übersetzen? Wie gewinnt man weitere "Zeitgenossen" für die Arbeit als Statisten? Was macht man, wenn sich der Hauptdarsteller ein Bein bricht und für Monate ausfällt? Und was macht man, wenn "richtige" Indianer im 10. Jahrhundert dann seltsamerweise gar nicht so aussehen, wie man dies aus Darstellung des 19. und 20. Jahrhunderts und tausenden von Western kennt?


    Viele logistische und auch rechtliche Fragen müssen also geklärt werden - und dabei auch noch der grobe Kommerz des Studio-Bosses, dessen Gier an der schlechten finanziellen Situation des Studios schuld ist, gedämpft, da dieser das Projekt wieder und wieder gefährdet.


    Man sollte kaum glauben, wie aktuell dieser Roman thematisch und sprachlich wirkt, wenn man bedenkt, dass er ursprünglich 1968 erstmals erschienen ist und damit eigentlich selbst schon Geschichte ist. Auf jeden Fall zu empfehlen.:thumleft::thumleft::study:

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