Bücherwichteln im BücherTreff

Judith Visser- Mein Leben als Sonntagskind / Zondagskind

Mein Leben als Sonntagskind

4.8 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

Verlag: Harpercollins

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 608

ISBN: 9783959673198

Termin: Mai 2019

Anzeige

  • Verlagstext

    Jasmijn ist ein ganz normales junges Mädchen. Kontaktfreudig und bei allen Mitschülern beliebt. Ein Sonntagskind, dem die Welt offensteht. Doch es gibt einen Haken: So ist sie nur in ihrem Tagebuch. Denn die wahre Jasmijn ist anders. Sie redet nicht. Nur mit ihrer Hündin Senta. Und mit Elvis Presley, mit dessen Postern sie ihr Zimmer tapeziert hat. Denn beide antworten nicht und das ist gut. Dann muss Jasmijn sich nicht fragen, was gemeint ist. Oder überlegen, was sie antworten soll. Wie schaffen es andere Menschen bloß, dass sie immer wissen, wie sie sich verhalten sollen? Mit Senta und Elvis an ihrer Seite macht sich Jasmijn auf, dieses Geheimnis zu ergründen und ihr Glück zu finden.

    Der Bestseller aus den Niederlanden: ein berührender Roman über das Erwachsenwerden mit Autismus


    Die Autorin

    Judith Visser wurde in Rotterdam geboren. 2006 debütierte sie mit ihrem Roman »Tegengif«. Sie gewann zweimal den Preis »Beste Rotterdamse Boek«. Ihr jüngstes Buch, »Mein Leben als Sonntagskind«, stand auf Platz 5 der niederländischen Bestsellerliste und gewann den Hebban Literatuur Clubprijs 2018. Erst im Erwachsenenalter hat Judith Visser erfahren, dass sie am Asperger-Syndrom leidet. Dank ihrer Erfahrungen versteht sie es, die Gefühlswelt eines jungen autistischen Mädchens auf wunderbar einfühlsame Weise einzufangen.


    Inhalt

    Als Jasmijn 1997 völlig überfordert vom Verkehrsgewühl im Fahrunterricht scheitert, sind Autismus und das Asperger-Syndrom längst nicht mehr unbekannt. Wundern könnte man sich allein darüber, dass erst Fahrlehrer Jaap den Zusammenhang zwischen Reizüberflutung und Jasmijns Problemen erkennt. Die junge Frau ist zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt und erzählt im Rückblick von einer Kindheit mit speziellen Bedürfnissen, die sie anderen Menschen nur schwer begreiflich machen konnte. Schon die Vorschule war für Jasmijn eine Tortur; für sie war es dort zu laut, zu grell, zu farbig. Erwachsene wollten von einem, dass man sie ansieht, ihnen antwortet und sie sogar anfasst! Es war schon anstrengend genug sie selbst zu sein, und dann sollte sie noch Gespräche mit Fremden führen. Was in den Köpfen anderer Menschen vorging, blieb dem Kind lange ein Rätsel. Für sich genommen, wirkt jedes Bedürfnis Jasmijns nach Logik, Ruhe und verlässlicher Routine plausibel, in der Summe aller für sie unerträglichen Ereignisse kann sie kaum am normalen Alltagsleben teilnehmen.


    Heute wäre es selbstverständlich, wenn ein Kind fordert, frei vom Zigarettenrauch der Eltern aufzuwachsen, damals wirkte Jasmins Wunsch exzentrisch. Nichtraucher hatten sich Rauchern unterzuordnen, so wie ein Schulkind sich an die Gemeinschaft anzupassen hatte. Erwachsene beschlossen, was gut für Kinder ist. Die Erwartungen, wie Jasmijn sich unter Verwandten oder unter Kindern benehmen sollte, überforderten sie so heftig, dass sie bereits als Kind schwere Migräneanfälle erlitt. Migräne kannte Jasmijns Mutter, weil ihr Vater/Jasmijns Opa daran litt, und konnte damit umgehen. Die Einmischung Außenstehender in Jasmijns komplizierte Welt verweigerte die Mutter geduldig, kam aber offenbar nicht auf die Idee, auch nur für die Migräne ärztliche Behandlung zu suchen. Dass noch Anfang der 80er Lehrer sich damit zufrieden gaben, wenn Eltern ihr auffallend besonderes Kind nicht genauer untersuchen lassen wollen, wirkt befremdlich.


    Nur mit ihrer Hündin Senta als Gefährtin entwickelt Jasmijn sich gemessen an ihrer Behinderung erfreulich, auch wenn ihr die Interessen Gleichaltriger lange ein Rätsel bleiben. Zum seltenen Glücksfall entwickelt sich in der Schule ihre tiefe Freundschaft zur Banknachbarin Kirstin, die ähnlich wie Jasmijns Mutter geduldig akzeptiert, dass das Mädchen in einer eigenen Welt lebt.


    Fazit

    Judith Vissers Icherzählerin berichtet gradlinig in kurzen Kapiteln und in chronologischer Reihenfolge. Die 600 Seiten lassen sich flott weglesen. Unvergessen bleiben werden mir Jasmijns Mutter, die bewundernswert stoisch Einmischung Außenstehender abwehrt, und Jasmijns zwingende Logik, mit der sie die Welt sieht. Man könnte sich durchaus kritisch fragen, wie weit sich ein Mensch mit besonderen Bedürfnissen seiner Umwelt anpassen muss und wie weit andere freiwillig auf dessen Besonderheiten Rücksicht nehmen könnten.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    :study: -- Hartlieb - Meine wundervolle Buchhandlung

    :study: --

    :musik: -- Eugen Ruge - Metro


  • Hmm, woher hattest du denn dein Exemplar? Es scheint erst am 1. Mai herauszukommen.

  • Leben mit Asperger!


    Jasmijn Vink, wächst mit Bruder Emiel behütet bei ihren Eltern in Rotterdam auf. Jasmijn hat von klein auf Probleme, sich in eine Gruppe zu integrieren, schon die Vorschule in der Princes Marijkeschool wird zur Katastrophe. Zu laut .... zu hell... zu viele Kinder sind dort für Jasmijn, die am liebsten für sich alleine ist und Bücher liest. Einzig zu Hause, bei ihrer Familie, mit ihrem Hund Senta oder beim Kreuzworträtseln und Singen mit ihren geliebten Grosseltern, findet Jasmijn Ruhe. Mit Anfang 20, erklärt die Diagnose "Asperger Syndrom" endlich Jasmijns Andersartigkeit und die Anfälle, die ihr überreiztes Hirn auslöst, wenn die Eindrücke zu viel für sie sind.


    Da ich beruflich, unter anderem mit Menschen mit Asperger Syndrom, eine Form von Autismus, zu tun habe, war ich dementsprechend gespannt auf dieses Buch. Die Autorin hat im Erwachsenenalter erfahren, dass sie das Asperger Syndrom hat. Und so war ich überzeugt, dass diese Beeinträchtigung authentisch in die Story eingeflochten wurde. Ich bin absolut begeistert. Jasmijn ist ein Paradebeispiel eines Menschen mit Asperger! Vieles kam mir von meiner Arbeit her, sehr bekannt vor. Wenn ein Mensch mit Asperger den Lärm ungefiltert verarbeiten muss. Unklar gestellte Fragen nicht direkt beantwortet werden können … oder klipp und klar von dem Menschen mit Asperger, die dazu neigen, alles wörtlich zu nehmen, gesagt wird, was Sache ist! Dass, dabei ein Mensch mit Asperger, unbewusst sehr verletzend zu seinem Gegenüber sein kann, ist eine Tatsache. Das eingeschränkte Sozialverhalten, das ein Mensch mit Asperger an den Tag legt. Schwierigkeiten mit unbekannten Menschen verbal zu kommunizieren. All diese Punkte habe ich in diesem Buch wieder gefunden.

    Als Leser ist man hautnah dabei, wie die Protagonistin als Vierjährige die Vorschule beginnt, dann die Schule durchläuft und schliesslich erwachsen wird und versucht ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Figur Jasmijn macht eine enorme Entwicklung durch und wirkt dadurch durch und durch authentisch. Berührend, wie die Eltern sich immer auf die Seite ihrer Tochter und ihrer Andersartigkeit stellen. Traurig, wie die Beeinträchtigung Jasmijn immer wieder Steine in den Weg legt. Für den Schulbesuch, Freunde zu finden, die erste Liebe zu geniessen, ins Kino zu gehen… Bedrückend, wie der ältere Bruder Emiel oft zurück stecken und Rücksicht nehmen muss. Judith Visser zeigt auch, wie engstirnig das heutige Schulsystem mit Kindern, die anders sind, manchmal umgeht. Wer nicht der Norm entspricht, muss sich anpassen. Etwas, was für Kinder mit Asperger nahezu unmöglich ist. Erstaunt hat mich, wie die Schulkollegen, Familie und Freunde der Familie selbstverständlich mit Jasmijn umgehen. Ich denke in der Realität hätte Jasmiijn ein Mobbingopfer werden können. Doch der Fokus der Autorin liegt nicht auf der Ausgrenzung, obwohl es schon Situationen, die in die Richtung gehen, im Buch gibt. Sondern darauf, zu zeigen wie Menschen mit Asperger fühlen, denken und handeln. Und wie das Umfeld, sei es Familie, Lehrer oder Klassenkameraden sehr viel Toleranz und Fingerspitzengefühl haben müssen. Gerade die Toleranz wird hier in der Figur Kristin, Jasmijns Freundin in der weiterführenden Schule, sehr gut vermittelt. Auch im realen Leben brauchen Menschen mit Asperger sehr viele " Kristins " um sich herum.

    Es gibt keine Perpektivwechsel, Mittelpunkt ist durch das ganze Buch Jasmijn und ihr Leben. Ich empfand dies als sehr erholsam und die Geschichte ist sehr fesselnd. Der Schreibstil, der eher einfach gehalten und dabei sehr ausdrucksstark ist, hat mir sehr gefallen und mich begeistert! Obwohl das Buch sehr dick ist, hatte ich niemals das Gefühl, der Langatmigkeit.

    "Mein Leben als Sonntagskind" ist definitiv ein Buch, bei dem ich traurig war, als ich es ausgelesen hatte.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Die kleine Jasmijn lebt von kleinauf immer mehr in ihrer eigenen Welt und braucht viel Struktur, Ordnung, Ruhe, Sicherheit und Vertrautheit, um sich auf die Welt um sie herum einlassen zu können. Mit der Zeit wird die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und dem, was sich für sie gut anfühlt, immer größer, sie lernt aber auch sich Freiräume zu ermöglichen und hat liebevolle Eltern, Hunde, die sie abgöttisch liebt, und ein paar gute Freund_innen die sie auf ihren Weg begleiten. So lernt sie mit der Zeit die Diskrepanz mit der "normalen " Jasmijn, welche sie innerlich vor sich sieht, und ihrer Alltags - Jasmijn immer mehr zu verringern und sich ein Leben aufzubauen, in dem sie glücklich sein kann. Und sie beginnt ihr Leben aufzuschreiben und in dieser Form sich auszudrücken.

    Der Autorin Judith Visser gelingt es in diesem autobiographischen Roman auf beeindruckende Art und Weise die Leser_innen mit in die eigene Kindheit und Jugend zu nehmen, mit ihr zu lachen, zu weinen, sich für sie zu freuen und auch zu trauern. Das Buch "Mein Leben als Sonntagskind" berührt ganz tief im Herzen und lässt auch die innere Frage bei einer_m selbst anklingen: Wie gehe ich selbst mit Menschen um, die bestimmte gesellschaftliche Normen und Erwartungen nicht erfüllen können, wieviel Toleranz habe ich gegenüber anderen, die mehr Ruhe und Stille brauchen und was kann ich selber tun, um einen Raum zu schaffen, indem andere so sein können wie sie sind ohne sich verstellen zu müssen.

    Der Autorin ist mit diesem Roman ein sehr persönliches Buch gelungen, was aber auch sehr politisch gelesen werden kann und dazu aufruft eine Welt zu schaffen, in der alle so leben können wie sie sind und in der bestimmte gesellschaftliche Normen wie z.B. Schulzwang in Frage zu stellen sind.

  • Leben außerhalb der Norm

    Jasmijn Vink ist schon als Kind anders als die anderen. Sie ist am liebsten allein mit ihrer geliebten Hündin Senta, deren Gesellschaft ihr lieber ist als die anderer Menschen. Sie erträgt die vielen Gerüche und Geräusche nicht und weiß nie, wie man sich richtig verhalten soll. Deshalb sind der Kindergarten und später die Schule ein Graus für sie. In den Pausen zieht sie sich an einen stillen Ort im Schulhaus zurück, obwohl sie als Teenager in ihren Klassenkameraden Elliot verliebt ist, der sich natürlich, wie alle anderen, im Schulhof oder der Aula aufhält. Jasmijm weiß nicht, wieso sie so anders ist als ihre Klassenkameraden. Erst als Erwachsene erfährt sie, dass sie an Asperger, einer Form von Autismus, leidet. Trotz ihres Andersseins findet Jasmijn während der Schulzeit eine gute Freundin, Kirstin, mit der sie in kleinen Schritten beginnt, die Welt zu erkunden und zum Beispiel auch mal zum Kleiderkauf in ein Einkaufszentrum zu gehen anstatt sich etwas im Katalog auszusuchen.

    In diesem Buch begleiten wir Jasmijn von der Kindergartenzeit bis ins Erwachsenenleben und erfahren, wie ein Mensch mit Asperger die Welt wahrnimmt, was eine sehr berührende und interessante Erfahrung ist. Immer wieder habe ich gedacht, mach schon Jasmijn, spring über deinen Schatten und habe mich mit ihr über kleine Erfolge gefreut, wenn sie es schafft, Menschen in die Augen zu sehen oder sich in unbekannte Situationen zu begeben. Ein äußerst lesenswertes Buch, ein dicker Schmöker, der mir bis zur letzten Seite sehr gut gefallen hat. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Jasmijn ist ein ganz normales junges Mädchen. Kontaktfreudig und bei allen Mitschülern beliebt. Ein Sonntagskind, dem die Welt offensteht. Doch es gibt einen Haken: So ist sie nur in ihrem Tagebuch. Denn die wahre Jasmijn ist anders. Sie redet nicht. Nur mit ihrer Hündin Senta. Und mit Elvis Presley, mit dessen Postern sie ihr Zimmer tapeziert hat. Denn beide antworten nicht und das ist gut. Dann muss Jasmijn sich nicht fragen, was gemeint ist. Oder überlegen, was sie antworten soll. Wie schaffen es andere Menschen bloß, dass sie immer wissen, wie sie sich verhalten sollen? Mit Senta und Elvis an ihrer Seite macht sich Jasmijn auf, dieses Geheimnis zu ergründen und ihr Glück zu finden.



    Autorin (Quelle: Autorenseite bei Vorablesen.de):

    Judith Visser wurde in Rotterdam geboren. 2006 debütierte sie mit ihrem Roman »Tegengif«. Sie gewann zweimal den Preis »Beste Rotterdamse Boek«. Ihr jüngstes Buch, »Mein Leben als Sonntagskind«, stand auf Platz 5 der niederländischen Bestsellerliste und gewann den Hebban Literatuur Clubprijs 2018. Erst im Erwachsenenalter hat Judith Visser erfahren, dass sie am Asperger-Syndrom leidet. Dank ihrer Erfahrungen versteht sie es, die Gefühlswelt eines jungen autistischen Mädchens auf wunderbar einfühlsame Weise einzufangen.



    Inhalt:

    Jasmijn lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder in Rotterdam. Sie ist ein intelligentes Mädchen und kann bereits im Alter von 4 Jahren schon lesen. Als sie nun in die Vorschule kommt, fangen die Probleme an. Hier ist alles zu laut, zu hell und mit dem Fräulein kann sie auch nicht sprechen, da diese eine Fremde für sie ist. Auch in den weiterführenden Schulen hat Jasmijn immer wieder mit neuen Klassenkameraden, Leherer und einer neuen Umgebung zu kämpfen. Ihr Lichtblick ist immer wieder das Spazierengehen mit ihrer Hündin Senta, wobei sie sich frei fühlt und sie selbst sein kann. Auch in der Musik von Elvis findet sie Trost und Ruhe und nimmt deshalb ihren Walkman überall mit hin um in der freien Zeit ihren Kopf von dem ganzen Lärm zu befreien. Jasmijn bemerkt selbst, dass sie anders ist als alle anderen und schreibt in ihr Tagebuch, was die „normalen“ Jasmijn in diesen Situationen machen würde.



    Meine Meinung:

    Die Autorin hat es geschafft mir einen wunderbaren Einblick in das Leben eines autistischen Mädchens zu bekommen. Die Geschichte von Jasmijn wird auf etwas über 600 Seiten in kurzen Kapiteln erzählt, die so schnell dahingeflogen sind. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil war sehr angenehm und leicht.


    Jasmijn ist eine bemerkenswerte Protagonistin. Von den Menschen mit denen sie zu tun hat wird sie als seltsam, arrogant oder egoistisch gesehen. Jedoch war hier das Thema „Autismus“ wohl auch nicht so präsent und niemand hätte daran gedacht, dass eine Störung für ihr Verhalten verantwortlich ist. Sie braucht Ruhe und Ordnung und wenn sie etwas für unlogisch hält dann tut sie das auch nicht. Mir hat Jasmijn wirklich sehr gut gefallen und war sehr sympathisch. Ihre Liebe zu Tieren fand ich ganz besonders toll und auch „ihre“ Logik hat mich oft zum schmunzeln gebracht. Aber ich hätte sie in manchen Situationen gerne mal geschüttelt und gesagt: „Mach doch deinen Mund auf und erklären den Menschen wie du dich fühlst“. Es ist wirklich faszinierend, dass das manche Menschen wohl einfach nicht können.


    Ihre Eltern, besonders ihre Mutter, haben sich an ihr Verhalten gewöhnt. Ihre Mutter verteidigt immer wieder vor anderen und nimmt ihr „seltsames“ Verhalten mit den Worten „So ist sie eben“ hin. Ihr Bruder ist ein „typischer“ großer Bruder, der seine kleine Schwester immer wieder aufzieht. Auch er merkt, dass an ihr etwas anders ist und sagt ihr auch ins Gesicht, dass sie nicht normal ist.


    Ihre Leher und Lehrerinnen führen oft Gespräche mit ihren Eltern. Es wird über ihr soziales Verhalten gesprochen und auch darüber, dass Jasmijn sich in den Fächern abkapselt, die sie nicht interessieren. Es ist wirklich interessant zu erfahren wie sich Jasmijn fühlt und wie sie auf verschiedene Situationen reagiert und wie diese von ihren Mitmenschen aufgefasst werden. Oft bei großen Menschenmassen bekommt Jasmijn heftige Migräneanfälle. Heutzutage würde man ziemlich schnell einen Arzt aufsuchen und der Ursache auf den Grund kommen wollen, was wohl in der Zeit noch nicht der Fall war. Es wird alles abgetan mit: „Das hat sie öfter“ und „Das wird schon wieder“. Ich bin wirklich froh, dass man heutzutage so etwas nicht auf sich beruhen lässt, sondern dem Ganzen auf den Grund gehen will.



    Fazit:

    Ein großartiges Buch, dass ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich war sogar ziemlich traurig, als das Buch zu Ende war. Ich hätte Jasmijn gerne noch weiter in ihrem Leben begleitet. Die Autorin schafft es einen Einblick in die Gefühlswelt von Jasmijn zu geben, mit ihr zu lachen, zu weinen und zu lieben. Ich geben eine klare Leseempfehlung für dieses Buch. Es hat mich komplett begeistert.


    Bewertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel. Und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen."
    (Walt Disney)









  • Fesselnder Einblick in die Erlebniswelt und Entwicklung eines Kindes mit Asperger-Syndrom

    Das Buch beginnt mit der Situation einer Fahrstunde einer jungen Frau. Sie hat bereits überdurchschnittlich viele Fahrstunden hinter sich gebracht, reagiert aber immer noch wie ein Anfänger. Zu überfordert von den vielen auf sie einströmenden Eindrücke und Informationen in der Verkehrssituation, kann sie die Aufgaben eines Fahrers nicht bewältigen. Schon hier wird deutlich, dass es sich bei der Protagonistin um eine Person handelt, die Informationen anders verarbeitet als der Durchschnittsmensch.

    Auf den weiteren 600 Seiten des Romans schildert Jasmijn viele kleine Erlebnisse ihres Lebens aus ihrer Sicht, vom Beginn als Kleinkind über ihre Erfahrungen in der Schulzeit bis hin zur jungen Frau. Wir werden hineingenommen in die Erlebnis- und Gedankenwelt eines Kindes, das Eindrücke schlechter verarbeiten und organisieren kann als andere Menschen, und für das zu starke Sinneseindrücke mit Überforderung und Schmerzen verbunden sind. Diese Erfahrungen und Gedanken lassen verstehen, warum sie so anders reagiert als „normale“ Menschen. Warum sie sich abkapselt, soziale Situationen meidet und eine enge Beziehung nur zu dem Hund der Familie aufbaut.

    Zunächst war ich überrascht, dass das Buch so dick ist. Dann haben mich die Schilderungen aber so gefesselt, dass ich den Roman an einem Wochenende hintereinander weg durchgelesen habe. Auch wenn sich zwischenzeitlich Ereignisse und Situationen ähneln, so fand ich es doch sehr spannend zu sehen, wie das Kind mit seiner Art zu Denken und den Anforderungen der Umwelt kämpft, den Wunsch, normal zu sein verspürt, immer wieder scheitert, aber doch nicht aufgibt. Ich fand das Buch absolut lesenswert und es hat mich auch ein wenig zum Nachdenken gebracht, was „normal“ ist und was möglicherweise dahinter steckt, wenn Menschen anderes reagieren als die Umwelt von ihnen erwartet. Auch die Frage, in welchem Maße man sich an die Erwartungen der Umwelt anpassen oder lieber ganz sich treu bleiben sollte, hat mich nach dem Lesen weiter beschäftigt.

  • Normal oder sonderbar?


    Greta Thunberg, seit einiger Zeit als Umweltaktivistin bekannt in aller Munde, sagt: „Ich glaube, auf gewisse Weise sind wir Autisten die Normalen, während alle anderen etwas sonderbar sind.“


    Greta hat genau wie Jasmijn, die Hauptfigur aus “Mein Leben als Sonntagskind” von Judith Visser, das Asperger Syndrom. Dass die Autorin selbst unter dieser Form des Autismus leidet, entnimmt man ihrer Vita. Wie viel Persönliches und wie viel Erdachtes zwischen den Zeilen ihres Werkes steckt, weiß nur sie allein.


    Judith Visser nimmt den Leser mit in die kindliche und jugendliche Welt eines Mädchens, das anders scheint wie Mädchen im gleichen Alter, das sich lieber zurückzieht, wenn's laut wird, das lieber mit ihrem Hund spielt, als mit Bekannten etwas zu unternehmen, das vieles wörtlich nimmt und durch alltägliche Situationen oft überfordert wird, und das wenig spricht. Der Klappentext stimmt übrigens in der Form nicht wirklich. Jasmijn redet sehr wohl, aber lediglich mit ihr vertrauten Personen.


    Die berührende Geschichte hat mich gefangen genommen und ihre überaus sympathische Protagonistin zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln gebracht. In einfachem Erzähl- und Sprachstil wird Jasmijn's Erlebnis- und Gefühlswelt echt, berührend und ergreifend geschildert, während Jasmijn‘s Umfeld meines Erachtens doch ein wenig blass bleibt. Ab und an habe ich mich zwischen den Seiten sogar wiedergefunden. Manchmal empfinde ich das mitunter übertrieben hektische und oberflächliche Treiben um mich herum kaum erträglich und belastend und wünsche mir Flucht und Ruhe. Bin ich deshalb nicht normal?


    Kurzum, ich habe den Roman über einen besonderen und außergewöhnlichen jungen Menschen gerne gelesen, mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt - und das will was heißen bei einer Länge von 600 Seiten - und lege das Buch jedem ans Herz, der mehr über Autismus erfahren und augenscheinlich sonderbare Menschen besser verstehen möchte.

  • Auf dieses Buch bin ich zunächst wegen des schönen Covers aufmerksam geworden. Die Thematik "Leben mit Asperger" interessiert mich schon länger. Allerdings fand ich den Klappentext nicht sonderlich anregend (im Nachhinein betrachtet sogar irreführend) und war daher zunächst unsicher, ob dieses Buch wirklich etwas für mich sein könnte.


    Aufgrund der Rezension von Buchdoktor habe ich es dann doch bei Netgalley angefragt - und es keinen Moment lang bereut. Selten ist mir so gut "erklärt" worden, was es bedeuten kann, mit dem Asperger-Syndrom zu leben. Vor allem die konsequente Innensicht der Figur, die bestimmt auch viel eigenes Erleben der selbst von Asperger betroffenen Autorin widerspiegelt (sicher teilen die beiden nicht nur rein zufällig die Namensinitialen), hat mir viele Aha-Momente beschert.


    Passend zu dem Umstand, dass Menschen mit Asperger sich nur auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren können (was aber auch vielen Leuten ohne Asperger so gehen dürfte), liegt in diesem Roman nur ein einziger Erzählstrang vor und es gibt sehr wenige Zeitsprünge. Das hebt sich wohltuend von vielen anderen aktuellen Romanen ab, in denen meist mehrere Perspektiven und Zeitebenen miteinander verflochten werden, und hat die Lektüre auch für mich als Leserin entspannt gestaltet.


    Meine anfängliche Sorge, dass mir das das Buch mit über 600 Seiten zu ausufernd oder gar langatmig werden könnte, hat sich nicht bewahrheitet - ich habe jede einzelne Seite genossen und das Buch am Ende eher mit Bedauern aus der Hand gelegt. Sehr gern hätte ich noch mehr über Jasmijn und ihr Leben gelesen und der Schluss kam mir zu schnell, hat mir in seiner Prägnanz des "Darum" aber auch gut gefallen.


    Da der Roman noch dazu flüssig und angenehm geschrieben ist, werde ich ihn gern weiterempfehlen und auch verschenken. Er hat mir nicht nur viele schöne Lesestunden beschert, sondern ich denke auch, dass ich die Menschen mit Asperger in meinem privaten und beruflichen Umfeld nach dieser Lektüre ein ganzes Stück besser verstehen kann.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Lg Sarange :cat:


    :study: Olga Tokarczuk - Ur und andere Zeiten

    :study: Jørn Lier Horst - Winterfest / Vinterstengt

    :study: Astrid Lindgren - Madita


    :musik: Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen (letztes oder vorletztes Jahr schonmal gelesen)

  • Als Baby ist Jasmijn noch unauffällig und lacht viel, doch schon bereits im Kindergartenalter zeigt sich, dass das kleine Mädchen anders ist, als die anderen Kinder. Sie liest lieber, als mit jemandem in Kontakt zu treten. Selbst leise Geräusche sind für sie unerträglich laut, so dass sie sich immer mehr zurückzieht. Auch Emotionen kann sie nur schwer aus den Gesichtern oder Gesten ihres Gegenübers ablesen, so dass sie stets nur reagiert und imitiert, anstatt wirklich zu interagieren. Als Jasmijn dann in die Schule gehen soll, verstärken sich die Probleme noch mehr. Nur mit Senta, ihrer Hünding, ist sie gerne unterwegs. Denn bei Senta kann Jasmjn genau die sein, die sie eben ist. Senta bewertet nicht, sie liebt einfach nur bedingungslos.


    Judith Visser erzählt bewegend von einer Kindheit und Jugend, die genau genommen ihre eigene ist. Erst mit Anfang 20 wird bei Judith (und ebenso bei Jasmijn) das Asperger-Syndrom diagnostiziert, eine Form des Autismus, und das Anderssein, das sie schon immer in sich gespürt hat, erhält endlich einen Namen.

    Aus Jasmijns Perspektive und daher ganz nah am Geschehen berichtet die Autorin, wie sich dieses Leben angefühlt hat. Mit Tieren kann Jasmijn gut umgehen, mit Menschen ist es umso schwieriger. Nur durch feste Rituale und Gewöhnung schafft sie es überhaupt, ein kleines Bisschen Ruhe und Beständigkeit in ihr Leben zu bringen, bis ein negatives Ereignis droht, sie völlig aus der Bahn zu werfen.


    Man spürt in jeder Zeile dieses besonderen Romans, dass dahinter jemand steckt, der weiß, wovon er schreibt. Der die Unsicherheiten kennt, die Verletzungen, die Mühsamkeit, die einen Menschen mit dem Asperger-Syndrom der Alltag kostet. Jasmijns Eltern, vor allem die Mutter, versuchen stets, ihr Kind zu unterstützen und es so zu akzeptieren, wie es nun mal ist. Stoisch wiederholt sie, dass Jasmijn "nun mal so sei", auch wenn Verwandte und Bekannte immer wiederholen müssen, was für ein seltsames Kind sie doch sei. Dennoch gerät auch die Familie oft an die Grenzen ihres Verständnisses und ihrer Kraft. Die Mutter ist gekränkt, der Vater genervt und der Bruder leidet daran, dass alle Aufmerksamkeit sich immer auf seine kleine Schwester lenkt. Dabei muss man auch bedenken, dass hier eine Kindheit in den 80er Jahren beschrieben wird. Einer Zeit, zu der das Wissen über Formen des Autismus noch sehr begrenzt war und Eltern und Kinder oft hilflos zurückblieben.


    Trotz allem gelingt es Jasmijn, ihr eigenes Leben zu meistern. Sie erlebt die erste Liebe und berufliche Erfolge, meistert Rückschläge und Verluste. Wenn ich eines an diesem Roma zu kritisieren hätte, dann, dass ich auch nach den knapp über 600 Seiten vieles nicht erfahre, was ich gerne noch gewusst hätte. Die Autorin hingegen berichtet auf Instagram weiterhin über ihr Leben, über das Schreiben, über ihre Liebe zu Hunden und zeigte dort kürzlich zum Beispiel auch ein Foto der echten Senta. Dies hat mich dem Roman und den Figuren noch näher gebracht - eine bewundernswerte Frau und ein bewegender Roman! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Dieses Buch ist ein wahrer Wälzer, und doch hätte ich noch stundenlang weiterlesen mögen um zu erfahren, was Jasmijn in den restlichen 20 Jahren seit 1999 so passiert ist. Doch die Autorin konzentriert sich hier rein auf die Kindheit und Jugend ihrer Protagonistin, die stark autobiografisch ist. In einem Interview sagte sie, dass sie zwar einiges von sich selbst weggelassen, und auch einiges hinzu erdacht hat. Aber im Großen und Ganzen beschreibt sie hier ihr Leben, ihr Aufwachsen und Erwachsenwerden mit dem Asperger-Syndrom, ohne dass sie überhaupt weiß was das ist geschweige denn dass sie das hat.


    Sie weiß nur, dass sie anders ist. Ihre Mutter sagt es ihr ja oft genug, begleitet von einem kleinen Seufzer, "So bist du eben". Erstaunlicherweise akzeptieren ihre Eltern das aber, wobei man immer bedenken muss: sie wussten ja gar nicht, dass Jasmijn nicht einfach nur eigen ist sondern eben Asperger hat. Dennoch waren sie absolut verständnisvolle Eltern, die immer hinter ihrer Tochter standen! Sie versuchten nie sie zu ändern, sagten nie "jetzt reiß dich aber mal zusammen", sondern akzeptieren ihre Eigenarten und versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Lösungen zu finden damit Jasmijn ihre Umwelt leichter ertragen kann. Denn fremde Menschen, Gewusel, viele Stimmen, grelles Licht, starke Gerüche, Musik - all das ist für Jasmijn zu viel. Das macht es ihr schwer, Shoppingtrips im Einkaufszentrum, die Schuldisco oder selbst Essenseinladungen bei ihrer besten Freundin zu überstehen.


    Jasmijn fällt es zudem schwer, sich auf mehr als eine Sache gleichzeitig zu konzentrieren. Sie vergleicht sich da an einer Stelle mit der "normalen Jasmijn", die in ihrem Kopf 'lebt' und sich eben ganz normal verhält. "Klar, sie konnte wie alle anderen die ganze Skala der Nebengeräusche herausfiltern, sich auf das eine Geräusch einstellen, das sie hören wollte, und den Rest vorbeifliegen lassen wie Bälle, die das Tor verfehlen. Dass bei mir alle Bälle trafen, wusste sie nicht. Mein Kopf war ein Tor ohne Torwart."

    Die reale Jasmijn braucht einen festgelegten und bekannten Ablauf. Sie muss sich auf jede Situation im Vorhinein einstellen, und sei es nur ein Besuch bei der Oma. Auch dort muss sie wissen, wer von der großen Verwandtschaft auch da sein würde. Denn im Kopf spielt sie ganze Szenen vorher durch, übt alles und legt sich ein Drehbuch zurecht - als wäre ihr Leben ein Theaterstück.


    Wie sich diese überbordenden Situationen voller Sinneseindrücke für Jasmijn anfühlen, beschreibt die Autorin anhand zahlreicher Erlebnisse sehr eindrucksvoll und nachvollziehbar. Auch, wie kräftezehrend das für sie war (angesichts der Mengen an (ungesunder) Nahrung die sie verzehrte um einen anstrengenden Tag zu überleben wundert es mich sehr, dass sie anscheinend nie Gewichtsprobleme bekommen hat).


    Erstaunlich fand ich dann aber, dass sich die Protagonistin nicht nur bewusst ist dass sie sich anders verhält. Sondern dass es eben diese "normale Jasmijn" in ihrem Kopf gibt, die sich all den Situationen wunderbar anpassen kann die ihr selbst so viele Schwierigkeiten bereiten. Sie beschreibt teilweise sehr detailliert, wie die normale Jasmijn reagiert hätte. Sie sagt ihr quasi vor, was sie jetzt 'normalerweise' tun sollte. Als Leser fällt es einem dann manchmal schwer zu verstehen, wieso Jasmijn trotz dieser inneren Soufleuse 'nicht über ihren Schatten springen' kann. Und anscheinend fragt sich das die Jasmijn in ihrem Kopf auch. "Komm, rief die Normale Jasmijn. Du kannst es doch. Doch sie verstand mich nicht. Ich konnte es eben nicht."


    "Mein Leben als Sonntagskind" ist ein Buch, das mich sehr gut unterhalten hat. Viel mehr noch hat es mir aber vor allem das Leben - und vor allem Aufwachsen - mit dem Asperger Syndrom sehr verständlich und nachvollziehbar vor Augen geführt. Eine wahrlich beeindruckende Lektüre!

  • "Mein Leben als Sonntagskind" ist einer dieser Wälzer, bei denen man gar nicht merkt, wie die Seiten verfliegen, und sich am Ende wünscht, das Buch hätte noch ein paar hundert Seiten mehr. Der Leser begleitet die Protagonistin und Ich-Erzählerin Jasmijn durch ihre Kindheit und Jugend und sieht dabei die Welt durch ihre Augen. Und die scheint voller Probleme zu sein, die bereits in der Vorschule damit beginnen, dass Jasmijn mit fremden Kindern spielen soll, mit einer fremden Frau reden muss. Oft weiß sie sich dann nicht anders zu helfen, als davonzulaufen, und versteht nicht, warum ihre Eltern dann böse werden. Was Jasmijn glücklich macht, sind Tage am Strand, ihre Hünding Senta und Musik. Besonders die von Elvis. Und so vergehen die Jahre, in denen Jasmijn vor allem mit den zwischenmenschlichen Beziehungen hadert, da niemand sie zu verstehen scheint und sie genauso wenig versteht, was alle anderen von ihr wollen. Bis sie Elliot kennenlernt. Zwischen ihnen entwickelt sich eine ganz besondere Art von Beziehung und dabei macht Jasmijn es Elliot nicht immer leicht.


    Jasmijn wächst in den 80er und 90er Jahren auf, als noch nicht viel über die Krankheit Autismus bekannt war. Sie muss selbst lernen, zu verstehen, warum sie die Welt anders sieht als andere Menschen. Warum sie Panik bekommt, wenn es zu laut um sie herum ist, oder warum Gespräche mit anderen sie so sehr erschöpfen, dass sie Migräneanfälle bekommt. Besonders faszinierend finde ich, dass die Autorin selbst erst im Erwachsenenalter erfahren hat, dass sie das Asperger-Syndrom hat. Umso wundervoller gelingt es ihr, die Gefühlswelt ihrer Ich-Erzählerin zu beschreiben.


    Den Schreibstil empfand ich als ungemein fesselnd und lebendig, auch wenn er sehr geradlinig und direkt ist. Aber damit passt er nur umso besser zur Ich-Erzählerin und ich finde es sehr authentisch, wie die Autorin ihre Protagonistin zu Wort kommen lässt. Es entsteht ein sehr starker Sog und die Seiten fliegen nur so dahin. Für mich war es überaus spannend, in die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin abzutauchen und die Welt durch ihre Augen zu sehen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond

Anzeige