Carl Spitteler - Imago

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Imago

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Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 130

ISBN: 9781482751710

Termin: März 2013

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  • Autor: Carl Spitteler
    Titel: Imago, erschien erstmals 1906
    Seiten: 184
    Verlag: Suhrkamp
    ISBN: 9783518016589


    Der Autor:
    Carl Friedrich Georg Spitteler, geboren am 24. April 1845 in Liestal und am 29. Dezember 1924 in Luzern gestorben, war ein Schweizer Dichter und Schriftsteller. 1919 erhielt er für sein Versepos «Olympischer Frühling» den Literaturnobelpreis.


    Inhalt, von der Verlagshomepage entnommen:
    Imago, 1906 erschienen, ist ein Roman, der eine Art parodiertes Selbstgericht vorstellt. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Dichters, Viktor, der nach längerem Fernsein in seine Heimatstadt zurückkehrt und dort seine Jugendliebe, mit der er sich in seiner Phantasie so gut wie verheiratet weiß, an der Seite eines biederen und senkrechten Bürgers tatsächlich verheiratet sieht.


    Meinung:
    Das war eine recht zähe Lektüre, die mich auch Tage danach ziemlich ratlos zurücklässt, ähnlich wie zuletzt vielleicht Miguel de Unamunos «Nebel». Wobei ich letzteres nach etwas Reflektion gut fand, und dieses Werk nun wirklich nicht meinem Interessengebiet entspricht.
    Dass ich mich an «Nebel» erinnert fühlte, liegt auch daran, dass beide Bücher ungefähr zur selben Zeit entstanden (Nebel 1914). In beiden Büchern verliebt sich der Ich-Erzähler hoffnungslos und unglücklich, und führt daraufhin sehr viele Gespräche, geht in sich, lässt «wirre» Gedanken kreisen und man kann teilweise die Erzählebenen nicht mehr sauber trennen. Aber während der Philosoph Unamuno Überlegungen zum Sinn des Lebens anstellt, und dabei auch komplexe aber humorvolle Passagen schafft, die das Lesen erleichterten, musste ich mich bei Spitteler immer wieder aufraffen, überhaupt weiter zu lesen.


    Da ist also ein junger Mann, Viktor, einer, der nach Jahren wieder in die Heimat kommt, und was muss er feststellen: Theuda - das Mädchen, in das er seit Jahren verliebt ist - ist verheiratet, mittlerweile stolze Mutter und gern gesehener Gast in der lokalen Gesellschaft zur Förderung der Kunst. Er sucht sie auf, sie soll sich schämen für ihren Verrat – allerdings erfährt der Leser dabei auch, dass diese Liebe ausschliesslich in Viktors Plänen stattfand. Es war eher eine lose Bekanntschaft, und Viktor hat während seiner Abwesenheit dieser Bekanntschaft mehr beigemessen als zu hoffen war. In einer Art Parusie entsteht in Gedanken Imago, die idealisierte Variante von Theuda, die Frau, so wie er sich sich immer vorstellte, in die er quasi verliebt ist, sein Leben verbringe möchte, und die durch Theudas echtem Leben, verraten wurde und nun «entstellt» ist. Theuda, im echten Leben, wird nun von ihm stets Pseuda, die Falsche genannt. Sie hat ihre Beziehung verraten, die vorgezeichnete Zukunft weggeschmissen, und erinnert sich kaum an Viktor.
    Die nächsten Wochen und Monate verbringt Viktor nun in seiner Heimat, stets innere Konflikte mit seinem Gewissen, Seele, (?), einem inneren ICH, genannt Strenge Herrin, austragend: abgestossen von Pseuda, die Hoffnung auf Imago nicht aufgebend, und dadurch launisch und sprunghaft Theuda in unterschiedlichen Situationen begegnend. Mal schroff, weil sie nun ebenso oberflächlich wie alle Personen in der Gesellschaft ist, mal hingezogen, weil er die wahre Imago in Theuda fühlt...


    Innere Konflikte, Zerrissenheit, Unentschlossenheit, die unterschiedliche Wahrnehmung von Beziehungen, die Dreiteilung in Theuda, Pseuda und Imago vor einer inneren Richterin «Strenge Herrin», einem Über-Ich,... das alles zu einer Zeit, als die psychoanalytischen Forschungen von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung im Entstehen waren.(Freud benannte seine Zeitschrift für Psychoanalyse ab 1912 nach diesem Roman) Der Roman mag ja prägend für seine Zeit gewesen sein. Ich kann der Thematik an sich schon wenig abgewinnen, der Schreibstil und die parodistisch gemeinte Erzählung waren meines Erachtens auch kein Gewinn.

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