Sebastian Schoepp – Seht zu, wie ihr zurechtkommt : Abschied von der Kriegsgeneration

  • Buchdetails

    Titel: Seht zu, wie ihr zurechtkommt: Abschied ...


    Verlag: Westend

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 288

    ISBN: 9783864892080

    Termin: Neuerscheinung April 2018

  • Bewertung

    5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "Seht zu, wie ihr zurechtkommt: Abschied ..."

    'Es ist ein persönlicher und wegen seiner Offenheit Respekt abverlangender Beitrag zur gerade erst größere Wirkung zeigenden Kriegsenkel-Debatte, aus dem sich mehr historisch lernen lässt, als aus der Lektüre mehrerer Jahrgänge der allermeisten akademischen Geschichtszeitschriften.' rosalux.de 'Diese beiden Ebenen, das Verbinden von Schoepps Erleben während der 'Pflegejahre' mit den Biografien seiner Mutter und seines Vaters, macht das Buch zu etwas Besonderem ... Geschickt verschränkt Sebastian Schoepp Vergangenheit mit den Erlebnissen und Eindrücken aus der Zeit des Kümmerns.' Frankfurter Rundschau 'Ein manchmal verbitterter, aber realistischer Einblick in eine Lebensphase, in der voll mobile Junge plötzlich gefrordert sind.' Chrismon plus 'Mit 'Seht zu, wie ihr zurechtkommt' liegt eine exzellente Reportage über das 'große Verdrängen' vor, die Unfähigkeit der Kriegsgeneration, mit ihren Kindern und Enkeln zu reden, und die geistigen und psychischen Verheerungen, die Nationalsozialismus und Krieg in der deutschen und österreichischen Gesellschaft für lange hinterlassen haben.' Wolfgang R. Langebucher und Fritz Hausjell in 'Der österreichische Journalist' 'Als seine Eltern pflegebedürftig wurden, tauchte er noch einmal tief in ihre und in die Vergangenheit Deutschlands ein. Über diese Zeitreise und nicht aufgearbeitete Traumata hat er ein Buch geschrieben.' Radio Bremen 2 „Man folgt Schoepp mit steigendem und gespanntem Interesse auf seiner Zeitreise ins Leben seiner Eltern, vom Russlandfeldzug bis ins Pflegeheim – und auf seinen Überlegungen dazu, wie man selbst von seinen Eltern geprägt wird. Es ist kein rührseliges Buch, aber ein anrührendes, ein kritisches, aber kein böses Buch. Es ist ein wunderbares Buch. Es ist eine kleine, 288-Seiten lange Kostbarkeit.“ Heribert Prantl, „Prantls Blick“ 'Warum das Familienleben mit den Eltern der Kriegsgeneration so schwierig war – und was das für die Pflegesituation bedeutet: Sebastian Schoepp schreibt über Abschied und Annäherung.' Märkische Allgemeine
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  • Original : Deutsch, 2018


    INHALT :

    Die Sorge um die alt werdenden Eltern ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Familienstrukturen haben sich aufgelöst, das Leben in der globalisierten Welt fordert maximale Flexibilität und Mobilität. Die wenigsten sind darauf vorbereitet, plötzlich für gebrechliche Menschen da sein zu müssen. Die Pflege reißt Lücken in unsere Lebensläufe und konfrontiert uns mit uns selbst. Dies umso mehr, wenn die Eltern den Zweiten Weltkrieg erlebt haben und in ihrer Seele unaufgearbeitete Traumata verbergen. Sebastian Schoepp macht sich auf eine Zeitreise ins Leben seiner Eltern, vom Russlandfeldzug bis ins Pflegeheim, und damit in die Vergangenheit Deutschlands. Denn mit dem endgültigen Ableben der Kriegsgeneration endet auch eine Epoche.

    Quelle: Produktbeschreibung

    (siehe auch : https://www.swr.de/swr1/bw/pro…1895042/8i2xgu/index.html )


    BEMERKUNGEN :

    Als die Eltern immer älter werden und durch Unfälle an den Rand der Pflegebedürftigkeit geraten, steht für sie und ihr Einzelkind Sebastian plötzlich die Frage im Raum, wie es weitergehen soll. Die Schoepps sind weitestgehend alleingelassen mit diesen Fragen und wursteln sich durch einen Dschungel an Möglichkeiten, bzw Unmöglichkeiten, durch einen Wust an Bürokratie und verschiedensten Pflegeangeboten. Auf dieser Ebene wirft das Buch Fragen auf an die Alters(vor)sorge, an Vorausschau und Erfahrungen im konkreten Umgang mit Behörden und Pflegeeinrichtungen. Das alles aus dem immer grösser werdenden Erfahrungsfundus der Familie.


    Zur gleichen Zeit, und immer wieder eingeschoben, geht der Blick in biographische Elemente der Eltern von dern entfernten Vergagngenheit bis schließlich in die Jetztzeit hinein : sei es die Kindheit in den späten 20iger, dann 30iger Jahren, und die Kriegserfahrungen. Für den Vater als junger Soldat zwischen 1942-44 an der Ostfront bis hin zur Kriegsgefangenschaft. Was hat er wohl erlebt ? Und was wird da verschwiegen… ?


    Aber auch bei der Mutter : die Jahre zwischen Berlin und der Ostsee, besonders gegen Kriegsende. Konnte man da überhaupt ungeschoren davonkommen ? Auch da Verschwiegenheiten, Geheimnisse ?


    Und wie drücken sich diese Traumata, aber auch das Siegel des Geheimnis, der Verschwiegenheit, der Sprachlosigkeit, der "Schwamm-drüber-Mentalität », der selektiven Wahrnehmung dann in den späteren Jahren aus, dem Neubeginn in der BRD ? Und auf die nachfolgende Generation? Wieweit ist das Erfahrende prägend, in der 2., ja 3. Generation ? Kinder der Kriegsgeneration, ja, auch ein Sebastian Schoepp als Baujahr 1964?!! Ist so Familiengeschichte erzählt als Fortsetzung der Kriegsbedingungen, bzw -erfahrungen ?


    Diese verschiedenen Perspektiven wechseln einander nicht chronologisch ab, sind in gewissem Sinne sprunghaft. Das schafft Lebendigkeit im Erzählen, das nicht ganz humorlos abläuft. Aber auch hier und da eine Art des unerwarteten Wechsels, der aber nicht etwa schlimm ist.


    Sebastian Schoepp erzählt sehr aufrecht, persönlich, offen : über seine Eltern, aber auch sich selbst. Auf der Suche nach der Wahrheit, oder/und den Ursachen der Befindlichkeiten der Eltern weiß er auch, dass wir aus der historischen Distanz schwierig urteilen können, uns dem enthalten sollten vielleicht.

    Selber Baujahr 1963 finde ich mich in vielen Dingen wieder. Nicht alle, aber zumindest auch ich, fühle mich noch in einer gewissen Form der Kontinuität der Erfahrungen der Eltern und Großeltern zu Kriegs- und Flüchtlingszeiten. Diese Prägung sollten wir vielleicht nicht vergessen ohne einfach Verantwortung von uns zu schieben.


    Ein sehr gutes Buch , zwischen Sachbuch, Biographie, Erfahrungsbericht, Essay.


    AUTOR :

    Sebastian Schoepp, 1964 geboren, ist seit 2005 als außenpolitischer Redakteur der Süddeutschen Zeitung für Südeuropa und Lateinamerika zuständig. Besonders zu Lateinamerika hat er ein besonderes Verhältnis, seit er beim Argentinischen Tageblatt in Buenos Aires volontierte. Als er in Buenos Aires Korrespondent werden soll, muss er absagen, weil die Eltern pflegebedürftig werden. Erst stirbt der Vater, dann stirbt die Mutter (Januar 2016) und der Sohn schreibt ein anrührendes Buch über den Abschied auch von der Kriegsgeneration.



    Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

    Verlag: Westend; Auflage: 1 (3. April 2018)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 9783864892080

    ISBN-13: 978-3864892080

    ASIN: 3864892082

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    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

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