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Walter Moers - Der Bücherdrache

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Der Bücherdrache

3.9|5)

Verlag: Penguin Verlag,,

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 160

ISBN: 9783328600640

Termin: Februar 2019

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  • Klappentext:

    In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen Kraft des Orms durchströmt sind. Die Legende besagt, der Bücherdrache habe auf jede Frage die richtige Antwort.

    Der Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo Nathaviel hausen soll. Dabei wagt er sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren wie den heimtückischen Bücherjägern nur so wimmelt. Und er ahnt nicht, dass die größte Gefahr, die ihm droht, vom Bücherdrachen selber ausgeht. - Amazon


    Zum Autor:

    Er ist der geistige Vater von „Käpt’n Blaubär“ und „Kleines Arschloch“. Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, hat weder Kunst studiert noch eine grafische Ausbildung genossen. Dennoch gehört er seit 1985 zu den besten deutschen Comicautoren. 1994 erhielt er für das Konzept der TV-Sendung „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ den renommierten „Adolf-Grimme-Preis“. Im gleichen Jahr bemühte sich das Landesamt für Jugend und Soziales, eines der „Kleines-Arschloch“-Bücher auf den Index zu setzen. Ohne Erfolg. Mittlerweile hat sich der Zeichner mit Werken wie „Die Stadt der träumenden Bücher“ auch als Autor von Romanen und Erzählungen etabliert. Die Leser lieben seine Geschichten aus Zamonien, dem Kontinent der Fantasie – und des Humors, natürlich. – Amazon


    Zum Inhalt (Korrektur des Klappentextes):

    Ein Buch saugt Hildegunst von Mythenmetz, einen der Protagonisten der Zamonien-Reihe, ein. Dort begegnet er einem Buchling, der nach ihm benannt wurde und ihm seine Geschichte erzählt: Hildegunst Zwei wird von Klassenkameraden verschaukelt: Um in den angeblichen Club der Ormlinge aufgenommen zu werden, muss er sich in einer Mutprobe beweisen, den legendären Bücherdrachen aufspüren und eins der Bücher herausbrechen, das in dessen Haut festgewachsen ist. Er findet ihn, doch er erweist sich zunächst als belesenes, aufgeschlossenes Wesen, das Hildegunst Zwei mit Freundlichkeit und Erzählfreude entgegen tritt. Gefährlich wird es erst später.


    Meine Meinung:

    Als Nicht-Fan fantastischer Literatur verirre ich mich gelegentlich; wider Erwarten begeisterte mich „Die Stadt der träumenden Bücher“ vor einigen Jahren. Aber es scheint, als hätte das Orm Zamonien inzwischen verlassen. Oder seinen Schöpfer.


    Schon „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ enttäuschte mich, und die Hoffnung, die ich auf den Bücherdrachen gesetzt hatte, erfüllte sich nicht. Die Illustrationen sind nach wie vor originell und machen Spaß, vor allem die Grafik des Drachens, die sich über 13 Seiten hinzieht: Man bekommt tatsächlich ein Gefühl für die Größe des Ungeheuers.


    Wenn nur Plot und Handlung ebenso stark wären. Bis Hildegunst Zwei und der Drache aufeinander treffen, geht die Erzählung mit Spannung voran, denn man weiß nicht, ob er ein guter oder böser Drache ist.

    Leider ist er weder das eine noch das andere, schade. Warum hat Moers nicht aus dem Vollen geschöpft und den Drachen ganz konventionell entweder zu einem grausigen Prinzessinnen-Verschlinger oder einem zauberhaften Flügelwesen gemacht? Ein Zusammenspiel von Drache, egal ob Märchenfigur oder Monster, und Bücherwelt kann Leser und Buchliebhaber locken. Doch dieser Drache, auf seiner gesamten Haut ringsum mit Büchern bedeckt wie paniert, redet gerne. Umständlich intellektuell, leicht populär-philosophisch und literarisch angehaucht. Am Ende passen all diese Ausschweifungen aber nicht zu dem, was er Hildegunst Zwei anzutun gedenkt.


    Hildegunst von Mythenmetz erzählt dem Leser die Geschichte, die ihm Hildegunst Zwei erzählt, der erzählt, was der Drache ihm erzählt hatte. Unmittelbares Erzählen sieht anders aus.

    Ich wünsche Walter Moers einen gewaltsamen und schlagkräftigen Überfall des Orm.



    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: für die Illustrationen

    :bewertung1von5::bewertung1von5: für die Handlung

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)


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