Fabian Nury & Thierry Robin - The Death of Stalin / La Mort de Stalin

The Death of Stalin

5 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Splitter-Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 144

ISBN: 9783962191719

Termin: Neuerscheinung Februar 2018

Klappentext / Inhaltsangabe: Josef Wissarionowitsch Stalin, Erbe der Mission Lenins und väterlicher Führer des Sowjetvolkes, erleidet am 2. März 1953 einen Schlaganfall. Zwei Tage später wird er für tot erklärt. In diesen zwei Tagen liefern sich die Mitglieder des kommunistischen Zentralkomitees hinter den Kulissen einen erbitterten Kampf um seine Nachfolge und die Machthabe in der UdSSR, in dem die volle Absurdität des totalitären Regimes ans Licht kommt. Fabien Nury (»Es war einmal in Frankreich«) spinnt eine bitterböse Politsatire um den Tod Stalins und das anschließende groteske Gerangel machtgieriger Funktionäre. Und Thierry Robins (»China Rot«) Zeichnungen geben ihr den passend schrägen Strich. Das Schrägste ist jedoch, dass alles wirklich so passiert ist. Die Graphic-Novel-Vorlage zum Film mit Steve Buscemi, Jason Isaacs und Jeffrey Tambor – Kinostart gleichzeitig zum Erscheinen des Comics!
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  • Eigenzitat aus amazon.de:


    In der Nacht vom 28.02. zum 01.03.1953 erleidet Josef Stalin, Generalsekretär der KPdSU, im Büro seiner Datscha einen Schlaganfall. Alle Versuche ihn in der Folge zu retten schlagen fehl und die verbleibenden Mitglieder des Zentralkomitees der Partei beginnen sich neu zu positionieren und eine möglichst sichere Position zu bekommen – und einige der gefährlicheren Konkurrenten auszuschalten. Gleichzeitig müssen vertrauenswürdige Ärzte herangeschafft werden – und nach Stalins Tod gilt es sein Erbe richtig zu verwalten und die Bestattung würdig zu gestalten.


    Dies alles führte seinerzeit zu einer Menge an Problemen und Verwirrungen in Moskau, in Russland und in der gesamten UdSSR. Und zum Verlust vieler Menschenleben.


    Die vorliegende Graphic Novel ist nicht eine faktengetreue Wiedergabe der damaligen Ereignisse, wie bereits im Vorwort verdeutlicht wird, denn Thierry Robin, der Geschichte studiert hat, hatte sich bereits vergeblich an einer Comic-Biographie Stalins versucht, die möglichst faktisch sein sollte – und daran gescheitert. Als Fabian Nury ihm das Skript zu dieser Geschichte vorlegte, wurde ihm klar, dass dies wohl die beste Möglichkeit sein würde, diese Ereignisse – zumindest dem Geiste nach – in Comicform vorzustellen.


    Und so werden wir in den Stunden und Tage nach Stalins Anfall und seinem Tod Begleiter von Innenminister Lawrenti Pawlowitsch Beria, Nikita Crutschtschow, Anastas Mikojan, Lasar Kagonowitsch, Verteidigungsminister Nikolai Bulganin und Außenminister Wjatscheslaw Molotow, die um die Vorherrschaft – und ihr jeweiliges Überleben – ringen, genau wie Stalins zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Kinder.


    Die Chronologie der Ereignisse entspricht bewusst nicht ganz der Realität und die Charaktere sind genauso bewusst in ihren Eigenschaften überzeichnet. Eigenschaften, die sie aber wohl schon gehabt haben. Dies alles ist zeichnerisch von Monsieur Robin eindringlich umgesetzt – wenn auch bei Weitem nicht so graphisch, wie in dem von dieser Graphic Novel inspirierten Film.


    Im Anhang gibt es noch einige Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte dieses Buchs, sowie die Charakterestudien, auf deren Grundlage die Figuren in diesem Band festgelegt wurden. Und es gibt noch einige Seiten aus Robins aufgegebenem Versuch einer graphischen Stalin-Biographie.


    Das alles ist auf gutem Papier in Hardcoverbindung mit leichter Übergröße ein schöner Beitrag zu jeder Comic-Sammlung.

  • Autoren/Zeichner: Fabien Nurry/Thierry Robin

    Titel: The death of Stalin

    Seiten: 144

    ISBN: 978-3-96219-191-9
    Verlag: Splitter


    Autoren/Zeichner:

    Fabien Nury wurde 1976 geboren und ist ein französischer Comicautor. Zeichnungen von Kurzgeschichten erschienen in mehreren Magazinen, bevor er sich auf historische Erzählungen spezialisierte. Er prägte dabei das biografische Comic. Seine Werke wurden mehrfach ausgestellt und ausgezeichnet.


    Thierry Robin wurde 1958 geboren, ist ebenfalls Comicautor und zeichnete bereits Weihnachtsbriefmarken für die französische Post. Sein Werk wurde 1990 erstmals ausgestellt, was ihm die Türen zum Verlagswesen öffnete. Zusammen mit Nury veröffentlichte mehrere historische Graphic Novels.


    Inhalt:

    An alle Parteigenossen...

    An alle Werktätigen der Sowjetunion...


    Das Herz des Kampfgefährten und genialen Fortsetzers der Sache Lenins,

    des weisen Führers der Kommunistischen Partei und des Sowjetvolkes, Josef Wissarionowitsch Stalin...


    ... hat aufgehört zu schlagen.

    -Mitteilung der Partei- und Staatsführung der UdSSR vom 8. März 1953-

    (Klappentext)


    Rezension:

    Eine komplette Biografie in Form eines Comics zu gestalten, funktioniert in den meisten Fällen schon aufgrund der Vielschichtigkeit von Ereignissen nicht und würde ein sehr ausuferndes Projekt werden, so scheiterte Thierry Robin bei dem Versuch, eine solche über keinen Geringeren als Stalin zu entwerfen. Doch, wie ist es, eine solche auf ein bestimmtes Moment zu konzentrieren? Erzielt man damit nicht genau die gleiche, wenn nicht sogar eine bessere Wirkung?


    Zusammen von Fabien Nury und Thierry Robin gestaltet, liegt hiermit "The death of Stalin" vor, die Graphic Novel, die nun den Fokus rund um die Ereignisse legt, die sich um den Tode des Massenmörders und sowjetischen Diktators Stalin abspielten. Fein nuanciert wird dargestellt, welches Machtvakuum dieser Machtmensch bereits im Sterbebett hinterließ und welche Ränkespiele sofort nach seinem Tode begannen. Die Autoren und Zeichner orientierten sich dabei eher lose an dem, was überliefert ist, so gab es z.B. den am Anfang dargestellten Brief der Maria Judina wirklich, doch war er nicht der Auslöser für Stalins Schlaganfall, der zum Tod führte. Dennoch ist den beiden Zeichnern ein großer Wurf gelungen.


    In düsteren Farben wird der irrsinn von Macht- und Ränkespielen dargestellt, sowie die Charkterzeichnung der einzelnen Akteuere auf die Spitze getrieben. Wiedererkennungswert haben die Protagonisten. Ihre realen Vorbilder sind sofort ersichtlich. Kalt wird es den Lesern den Rücken hinterlaufen, wenn der gefürchtete Geheimdienstchef Beria seine finsteren Pläne schmiedet und Figuren wie Chruschtchow oder Bulganin darauf reagieren müssen. Wirkliche Sympathieträger gibt es nicht, doch zeigen Nury und Robin den ganzen Irrsinn auf, den das Machtvakuum verursachte, welches sich nach Stalins Tod ergab.


    Die Autoren zeigen auf, dass Stalins Terrorregime weitreichende Folgen hatte, noch über den Tod hinaus, mit den Folgen zu kämpfen hatte. Das Chaos, welches der große Terror hinterließ, wenn es um die Suche nach geeigneten Ärzten etwa ging oder selbst vor Stalins erwachssenen Kindern nicht haltmachte. In diesem Sinne kann man Thierry und Nury nur Respekt zeugen, sich auf wichtige Details dieser geschichtlichen Ereignisse zu konzentrieren. Vielleicht ist nicht alles den tatsächlichen Begebenheiten zu hundert Prozent angeglichen, sofern überhaupt überliefert, aber so hätte es sein können. Der Geist des Geschehens kommt in jedem Fall rüber.


    Ausgesprochen gut zeigen die Autoren, was Macht mit den Menschen macht, besonders aber die abhängigkeiten udn Rivlitäten der Führungsfiguren, die in den Zeichnungen einen realen Wiedererkennungswert besitzen. Es fällt leicht, dem zu folgen, selbst, wenn man sich bisher kaum mit den geschichtlichen Werdegängen beschäftigt hat. Alleine, um die Atmosphäre aufzunehmen, genügen bereits ein paar Seiten. Die Zusammenarbeit von Robin und Nury hat hier zu einer gelungenen Mischung geführt, diese wiederum zu einer interessanten und packenden Graphic Novel, die es in sich hat.


    Geschichte kann eben spannend sein. Besonders, wenn sie so erzählt wird.