Becky Chambers - Unter uns die Nacht / Record of a Spaceborn Few

  • Buchdetails

    Titel: Unter uns die Nacht


    Band 3 der

    Verlag: FISCHER Tor

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 464

    ISBN: 9783596702626

    Termin: Neuerscheinung März 2019

  • Bewertung

    4.1 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

    81,4% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Unter uns die Nacht"

    Science Fiction mit Tiefgang – ein Roman aus dem beliebten Wayfarer-Universum. Auf der Asteria, einem Siedlerschiff der exodanischen Flotte, ist für jeden gesorgt: Alle haben eine Wohnung, alle haben zu essen, alle haben einen Job – und leisten noch im Tod einen wertvollen Beitrag zur Gemeinschaft. Lichtjahre entfernt von der zerstörten Erde haben sich die Menschen ein wohldurchdachtes, selbstgenügsames Leben im Weltraum eingerichtet. Doch inzwischen sind ganze Generationen auf den Schiffen der Flotte geboren und aufgewachsen, und je selbstverständlicher das Siedlerdasein wird, desto größer sind die Zweifel: Bei Kip, der mit seinen 16 Jahren noch nicht weiß, was er mit seiner Zukunft anfangen will – außer dass sie sich definitiv nicht auf der Asteria abspielen soll. Bei Tessa, deren Alltag mit Job und Familie mehr als ausgefüllt ist – bis der technische Fortschritt sie einholt. Und bei der Archivarin Isabel, die sorgfältig die alten Traditionen bewahrt, die die Menschheit im Exil zusammenhalten sollen. Sie alle stehen vor der Frage: Warum auf einem Schiff bleiben, das sein Ziel längst erreicht hat? Für alle Fans von Ann Leckie, John Scalzi und Star Trek. »Becky Chambers ist eine starke neue Stimme in der Science Fiction.« phantastisch! »Aufwühlend, warmherzig und mitreißend.« Joanne Harris, Autorin von Chocolat
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  • Zur Autorin:

    Becky Chambers ist dieTochter einer Astrobiologin und eines Luft- und Raumfahrttechnikers. Ihren ersten Roman hat sie sich durch eine Kickstarter-Kampagne finanziert. Es wird als Wayfarer-Reihe ausgewiesen. Dem möchte ich nur bedingt zustimmen.


    Zum Inhalt:

    Das Buch schildert die Vorgänge auf einem Siedlerschiff im Weltall jeweils aus der Sicht verschiedener Personen. Hauptakteure sind dabei:

    • Kip – ein Jugendlicher, der seinen Weg noch nicht gefunden hat und von Langeweile getrieben so mancher dummen Idee seines Freundes folgt.
    • Eyas – Sie hat ihre Berufung gefunden und ist bei den anderen Bewohnern sehr angesehen.
    • Tessa – Sie ist gut in ihrem Job, muss sich aber auf Grund einiger Faktoren im Umfeld neu orientieren.
    • Isabel – Sie ist Archivarin und trotz ihres Alters immer noch begeistert von ihrer Tätigkeit.
    • Ghuh’lolan Mok Chutp – Harmagianerin und damit den Menschen technisch deutlich überlegene Spezies zu Besuch bei Isabel, um Nachforschungen zu betreiben.
    Zitat

    „Wissen sollte immer kostenlos sein“, sagte sie[Isabel]. „Was die Leute damit anfangen, ist ihre Sache.“


    Die Menschen haben sich Lichtjahre von der Erde ein Leben auf einem Schiff eingerichtet. War es das? In einem Kapitel wird jeweils aus der Sicht einer Person berichtet. Dabei entwickelt sich die Geschichte eher ruhig. Nach und nach ergeben sich Verbindungen zwischen den Personen durch Ereignisse oder Treffen, so dass ein Gesamtbild entsteht. Es stellen sich die Fragen nach dem Sinn des Lebens. Was, wäre, wenn. Dabei gibt es auch in diesem Roman so viele Details, die man betrachten und analysieren kann.


    Meine Meinung:

    Becky Chambers hat mit „Zwischen zwei Sternen“ einen Meilenstein im SF-Genre abgeliefert. Wäre das nicht Ballast genug, hat sie auch mit „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ einen Meilenstein im SF-Genre abgeliefert. Ich musste „Unter uns die Nacht“ ein zweites Mal lesen, damit die „Vorgänger“ dem Genuss des Buches nicht im Wege stehen. Und wären da nicht die hohen Erwartungen und die Erinnerungen aus den beiden ersten Teilen, hätte ich bestimmt nach dem ersten Lesen bereits geurteilt: Becky Chambers hat mit „Unter uns die Nacht“ einen Meilenstein im SF-Genre abgeliefert. Auch hier entfaltet sie wieder eine Welt, in der ich gerne eingetaucht bin.

    Wichtig ist aus meiner Sicht. Jedes Buch steht für sich. Problem könnte nämlich sein, dass man die Crew aus „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ vermisst. Allerdings kreiert sie auch hier Charaktere, die ich gerne wieder lesen würde.


    Falls sich eine Leserunde zu Becky Chambers ergeben sollte, bitte mich unbedingt informieren.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Großartiges Feingefühl für die Problematiken der Gesellschaft


    Ich hab die beiden vorherigen Bände mit großer Begeisterung gelesen und war jetzt natürlich sehr gespannt, wie der finale Band ausfallen wird - denn es ist keine fortlaufende Geschichte mit den gleichen Charakteren, sondern ein Einblick in eine zukünftige Lebensperspektive aus verschiedenen Blickwinkeln. Allerdings im gleichen Rahmen, die Verhältnisse der verschiedenen außerirdischen Rassen und die Vorgeschichte bleiben gleich.


    Und in diesem Teil wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, von Menschen, die (fast) alle auf der Exodus Flotte wohnen - nämlich jene Raumschiffe, mit der die Menschen vor langer Zeit von der zerstörten Erde aufgebrochen sind, um sich eine Chance auf Überleben zu sichern, und die ein eine verbindende Gemeinschaft bilden. Becky Chambers beschreibt hier ein großartiges System, dass die Menschen sich aufgebaut haben, ein Zusammenleben und -wirken, das auf gegenseitigem Respekt und Gleichheit beruht. Das muss ich wirklich hervorheben, denn das ist die Essenz, die Botschaft, die sie mitteilen möchte, das eben solches friedliche Miteinander möglich ist.

    Aber sie lässt auch eine "Außerirdische" zu Wort kommen, ein Alien, das zur Exodus-Flotte gereist ist, um die Lebensweise kennen zu lernen und darüber zu berichten. Aus Sicht dieser völlig anderen Lebensform werden immer wieder eine Art Tagebucheinträge am Anfang der Kapitel gezeigt, eine Art Berichterstattung, wie das Leben der Menschen von ihr wahrgenommen wird; mit einigen wirklich ganz besonderen Einsichten und Erkenntnissen. Dieser Blickwinkel gibt auch mir als Leser neue Perspektiven, die mich über das Leben nachdenken lassen.


    Die Charaktere, die im Mittelpunkt stehen, sind ganz unterschiedlich: da wäre der 16jährige Kib, der noch überhaupt keinen Plan hat, was er mit seinem Leben anstellen soll und sich sicher ist, das er denn Sinn seines Lebens nur außerhalb seiner bisherigen Gemeinschaft finden wird.

    Dann gibt es Tessa, Mutter von 2 Kindern, die sich in ihrer Routine gefangen fühlt, aber auch nicht so recht weiß, ob und wie sie etwas ändern sollte.

    Eyas ist eine Hüterin, zuständig für die letzte Ehre der Toten und auch deren "Kompostierung", durch die selbst die Verstorbenen für die Gemeinschaft sorgen und dadurch nie vergessen werden.

    Dann gibt es noch Isabel, die schon ein recht hohes Alter erreicht hat und das Archiv betreut. Sie ist auch zuständig für Ghuh´loloan, die Außerirdische, die über das Leben in der Flotte berichtet.

    So unterschiedlich diese Figuren alle sind, sie alle suchen einen Platz im Leben, in einer Gemeinschaft, in der sie nicht alleine sind und sich eine Aufgabe wünschen, die sie erfüllt.


    Ich fand diesen Band nicht ganz so spannend wie die ersten beiden, aber auf jeden Fall interessant zu beobachten, wie sich diese verschiedenen Persönlichkeiten in ihrem Alltag zurecht zu finden versuchen; dabei das Vertraute verinnerlichen, aber sich auch auf neues einzulassen - mit dem Hintergrund, das Veränderung unabänderlich ist.


    Besonders schön ist in dieser Reihe die Akzeptanz der unterschiedlichen Rassen, die hier in den Weiten des Alls aufeinander treffen, der Respekt vor kulturellen Unterschieden und das Selbstverständnis von gleichgeschlechtlichen Orientierungen. Hier sind so viele positive Entwicklungen integriert die jeden sensibilisieren sollten, dass jeder Mensch ein Recht hat so zu leben wie er möchte, und gleichzeitig auch die Pflicht, der Gemeinschaft, die ihm das überleben sichert, auch etwas zurückzugeben.

    Ein wundervolles Weltbild und viele positive Anregungen für eine Gesellschaft, die funktioniert, ohne jemanden auszugrenzen und die immer wieder versucht, auch mit den kulturellen Unterschiedenen anderer außerirdischer Spezies zurecht zu kommen und sich anzunähern, ohne ihre eigenen Wert zu verlieren oder sie anderen wegnehmen zu wollen.


    Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen und wirkt immer wieder nach wenn wichtige Themen aufkommen. An manchen Stellen hat es sich für mich etwas gezogen, da ich etwas mehr "Raum - Abenteuer" erwartet hatte und kein reines Entwicklungsbild der Charaktere. Dafür gab es aber viele sehr interessante Einblicke in das Leben der Flotte wie es sein könnte, auch sehr gut verständlich ohne zuviel in Fachjargon auszuarten, und ich war vor allem von dieser stimmigen Lebensweise fasziniert, die die Menschen sich auf dieser "Arche" aufgebaut haben.


    Manchmal hat mir da zwar etwas Tempo gefehlt, aber insgesamt kann ich das Buch nur jedem ans Herz legen, weil es eine Menge an Herzlichkeit, Menschlichkeit und Tiefsinnigkeit besitzt, die zeigt, das jeder selbst verantwortlich ist für das, was er aus seinem Leben macht - und eine tolerante Gemeinschaft das Ziel ist, das jeder von uns im Herzen tragen sollte.


    Mein Fazit: 4 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

  • Auch ich habe die ersten beiden Bücher von Becky Chambers, die in ihrem Wayfarer-Universum spielen, mit großer Begeisterung gelesen. Sie waren eine andere Art von Science Fiction, die auf ihre ganz eigene Art zu begeistern wussten. Deshalb war ich auch gespannt auf ihr drittes Buch, dessen Geschichte im selben Universum angesiedelt ist. Doch zum ersten mal hat mich die Autorin tatsächlich gelangweilt. Ich fragte mich, wieso, und musste feststellen, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. Dennoch werde ich es versuchen.


    In den ersten beiden Büchern hatte die jeweilige Geschichte eine Art roter Faden; ein Ziel, auf welches die Handlung zu steuerte. Dieser rote Faden lag meistens im Hintergrund, da es nicht vorrangig darum ging, aber er führte dennoch die Handlung auf ihren einzelnen Schritten durch die Geschichte. Das ist in diesem Buch anders. Hier gibt es keinen roten Faden, da hier einfach "nur" das Alltagsleben der Menschen in der Exodus-Flotte beschrieben wird.

    Ein weiterer Punkt ist die Sichtweise auf unterschiedliche Rassen, die tiefe Charakterisierung und die Toleranz, welche die einzelnen Begegnungen in den Geschichten als Folge hat. So wurde z.B. auf der Reise der Wayfarer im ersten Buch nacheinander auf jedes einzelne Crewmitglied eingegangen. In Unter uns die Nacht wird jedoch der Alltag von fünf Menschen und einer Außerirdischen (Tessa, Eyas, Kip, Isabel, Sawyer und Ghuh'loloan) erzählt. Und zwar nicht nacheinander, sondern alles gleichzeitig. So wird man ständig aus der Handlung gerissen, weil die Erzählung sich wieder einer anderen Figur widmet. Und es ist dabei leider nicht so, dass eine Geschichte aus verschiedenen Sichten weiter erzählt wird. Nein, ist gibt diese Geschichte, den bereits oben erwähnten roten Faden, nicht. So wirkt das ganze sehr zerstückelt und über weite Strecken auch irgendwie unbefriedigend.


    Allerdings muss ich auch erwähnen, dass das ganze wieder mit einer solchen Wärme erzählt wird, dass ich doch wissen wollte, wie es mit den einzelnen Figuren weitergeht. Dazu trägt auch der angenehme, flüssige Schreibstil der Autorin bei. Und im letzten Drittel des Buchs passiert dann etwas, was alle Protagonisten gleichermaßen beeinflusst. Von diesem Augenblick an merkt man dann auch den Wandel und die Veränderung in der Geschichte, welche das Buch dann doch interessant macht und prägt.


    Wie auch schon in den ersten beiden Büchern stehen hier die Charaktere und die Toleranz zwischen unterschiedlichen Rassen und Auffassungen im Vordergrund. Im Gegensatz zu den Vorgängern war es hier für meinen Geschmack nur leider zu viel unterschiedliches gleichzeitig. Manchmal ist weniger auch mehr. Oder eben ein roter Faden, an dem man sich wage orientieren kann.


    Fazit:

    Auch wenn mir das Buch nicht mehr so gut gefallen hat, wie die beiden Vorgänger, kann ich es dennoch bedenkenlos weiterempfehlen.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Das Buch fand ich wirklich gut: Die Charaktere wurden gut rübergebracht, es war sehr interessant, das Leben der Menschen in der Flotte kennenzulernen, die dort immer noch lebten, obwohl es nicht mehr notwendig war, und die sich ihre Art so zu leben erhalten haben. Natürlich sind im Laufe der Zeit viele weggegangen und haben sich auf Planeten angesiedelt (wo das Leben auch nicht einfacher war), aber es kamen auch etliche, um etwas Neues auszuprobieren und kennenzulernen.

    Sehr interessant fand ich die Berichte der Harmagianerin Ghuhl, die für eine längere Zeit die Flotte besuchte und das Leben der Exodaner dort studierte und wie sie dieses und diese empfand.

    Auch wie sie Isabel gegenüber, die sie begleitete, beschrieb, wie sie die Menschen einschätzte. Das war sehr lehrreich. Sie schätzte aber auch ihre eigene Art kritisch ein.

    So schön fand ich auch, wie Eyas, die Hüterin über die Toten, einem 16jährigen Jungen, der mit sich und seinem Leben noch nichts anzufangen wusste, einen tollen Vortrag hielt und ihm damit half, seinen Weg zu finden. So, wie sich die Menschen dort generell sehr umeinander kümmern.


    Trotzdem fand ich es nicht so gut wie die beiden Vorgängerbände - es fehlten die Spannung und das gewisse Etwas, da es eben vorwiegend um das Leben der Exodaner in der Flotte ging.

    Aber es war sehr gut erzählt und bekommt von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:.

    Irrlicht und Hexe (7. Hexenregel: Unterschätze nie die Kraft des Wortes - es hat eine besondere Kraft, es kann befreien, anstoßen und verändern, aber auch verletzen und zerstören)

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