Christian von Aster - Ein Brief vom Keilerstein

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  • Klappentext:

    Im Zentrum dieses Briefes steht der Genius Dr. Erwin Sternhammers, eines Mannes, dessen schulmedizinische Karriere gegen Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch »unangemessene« Experimente an lebenden Objekten ein plötzliches Ende fand. In seinen Schriften aber leben die Gedanken des »Frankenstein von Marburg« weiter. Nicht zuletzt weil sein Werk jungen Medizinern auch heute noch eine Chance verheißt, die prosaische Chirurgie der Gegenwart mit tieferen spirituellen Inhalten zu verbinden.

    Beeindruckt von Sternhammers Visionen beginnt der Autor des vorliegenden Briefes sein Praktikum in einer entlegenen, vom engsten Stab Dr. Sternhammers geleiteten Klinik am Keilerstein.


    Meine Meinung:

    In einem Brief an einen Freund erzählt ein junger Arzt von seinem Praktikum in einer Klinik, das so ganz anders abläuft als üblich. Es gibt nur drei stationäre Patienten, deren Versorgung äußerst simpel ist. Der junge Arzt vertreibt sich deshalb auch rasch die Zeit auf andere Weise. Einzig ein paar seltsame Schlüsselerlebnisse geben ihm zu denken, bestärken ihn aber auch in seinem Wunsch, den Leiter der Klinik, Dr. Erwin Sternhammer, kennen zu lernen. Dieser hatte in seinem Bestreben, Chirurgie und Spiritualität zu verknüpfen, Experimente durchgeführt und Forschungen betrieben, bei denen er ethische Grundsätze außer Acht ließ. Die Titel seiner Bücher deuten bereits an, in welche Richtung die ganze Sache gehen wird, doch so wirklich erhellend sind die Ausführungen des Briefeschreibers - der Sternhammer über alles verehrt - nicht. Erst als es ihm gelingt, zu seinem Idol vorzudringen, wird er auch mit der ganzen Wahrheit konfrontiert und vor eine Wahl gestellt.


    Schon wenn man das Buch zur Hand nimmt, ahnt man anhand der Titelillustration von Holger Much, dass man es hier mit einer unheimlichen Geschichte zu tun bekommt. Je tiefer man eintaucht, je mehr Bilder von Much man zu Gesicht bekommt, desto düsterer wird die Stimmung und desto unheimlicher die Geschichte, bis diese schließlich in eine scheußliche Offenbarung mündet. Wer mit Christian von Asters Werk vertraut ist, findet einen versteckten Hinweis auf das, was da kommen wird. Dennoch traf es mich mit Wucht, und auch der Schluß tat sein übriges, mir ein unwohliges Schaudern über den Rücken laufen zu lassen.


    Der Schreibstil versetzt einen um etliche Jahrzehnte in die Vergangenheit und nur die Erwähnung moderner Technik verortet die Handlung in der Gegenwart. Es ist gerade dieser Stil mit den langen, oft etwas verschachtelten Sätzen, der eine immer bedrohlicher werdende Atmosphäre malt, die durch die Bilder von Holger Much noch zusätzlich verstärkt wird.


    Fazit:

    Grandioses Buch.

    Verführung Volljähriger zum Bücherkauf sollte nicht unter 5 Jahren Stadtbibliotheksmitgliedschaft bestraft werden!

  • Das klingt ja sehr vielversprechend und somit befindet sich das Buch jetzt auf meiner Wunschliste. :D Eine sehr schöne Rezension, die gleich zum Kauf anregt

    Nur indem wir uns selbst prüfen, erreichen wir Meisterschaft über uns selbst. Nur so können wir mehr werden als wir sind.

    Matthew Stokoe (high life)

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