J.W. Ironmonger - Der Wal und das Ende der Welt / Not forgetting the Whale

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Der Wal und das Ende der Welt

4.6|4)

Verlag: S. Fischer

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783103974270

Termin: März 2019

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  • Verlagstext

    Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.

    John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Welt, in der wir leben? Was brauchen wir, um uns aufgehoben zu fühlen? Und was würdest du tun, wenn alles auf dem Spiel steht?


    Der Autor

    J.W. Ironmonger wurde in Ostafrika geboren, wo er auch aufwuchs. Er hat einen Doktortitel in Zoologie und war Experte für Blutegel. Außerdem hat er mit seinem Team den Weltrekord im Shakespeare-Schnelllesen aufgestellt, die Sahara in einer alten Klapperkiste durchquert und den Evolutionsbiologen Jared Diamond in einem Wald mitten in Sumatra getroffen – aber das ist eine andere Zufallsgeschichte ...


    Inhalt

    Oft bleiben Bücher besonders intensiv in Erinnerung, die sich nur schwer einem Genre zuordnen lassen. Bei John Ironmongers Azalea Lewis war das bereits so. "Der Wal ..." fügt der britische Autor aus einem beschaulichen Schauplatz an der Küste Cornwalls, dem Leviathan-Mythos, der mathematischen Prognose menschlichen Verhaltens und einer dystopischen Handlung in unserer nahen Zukunft zusammen. Erzählt wird diese skurile Mischung rückblickend als mündliche Überlieferung des Ortes. Offenbar haben die handelnden Figuren überlebt und konnten die Geschehnisse ihren Enkeln erzählen.


    In St. Piran wird halbtot ein junger Mann an der Küste angespült, von dem anzunehmen ist, dass er sich das Leben nehmen wollte. Joe hat als Mathematiker für eine englische Bank eine Formel entwickelt, um menschliches Verhalten in die Zukunft fortzuschreiben und so maximalen Profit am Aktienmarkt erreichen zu können. Doch Joe ist offenbar für die Welt der Formeln und Algorithmen nicht gemacht und flieht vor seinen persönlichen Dämonen mit dem Auto aus der Hauptstadt – bis die Straße am Meer irgendwann nicht mehr weiterführt. Joe wird von den Dorfbewohnern gerettet und herzlich aufgenommen. Fernab der Hamsterräder der Metropolen hat der kleine Fischerort wie in einer Schneekugel überdauert. In St. Piran vergeht die Zeit in gemächlichem Tempo und Handyempfang braucht hier sowieso niemand.


    Als ein Wal hilflos an der Küste angespült wird, zeigt sich bei der Rettung des gewaltigen Tiers den Bewohnern zum ersten Mal Joes beeindruckende Fähigkeit, andere Menschen zu gemeinsamem Handeln zu motivieren. Joe gelangt durch die Rettungsaktion zu ungewohntem Ansehen im Ort. Als weltweit eine Grippe-Epidemie ähnlich der Spanischen Grippe von 1918 ausbricht, muss die kleine Gemeinde in der Realität eine Ausnahmesituation schultern, wie sie zuvor schon Mathematiker simuliert hatten. Wenn ein bestimmter Prozentsatz der arbeitenden Bevölkerung schwer krank wird oder stirbt, fällt in diesen apokalyptischen Szenarien zuerst die Stromversorgung aus, gleichzeitig mit der Wasser- und Treibstoffversorgung, für deren Pumpen Elektrizität nötig ist. Am Beispiel Joes, der keinen blassen Schimmer hat, ob das Dorf lieber normales Mehl oder „selfrising flour“ als Notvorrat bunkern soll, zeigt sich, wie unfähig moderne Menschen bereits zu den einfachsten Überlebenstechniken sind. Doch in St. Piran gehen, wie gesagt, die Uhren anders und es gibt genug Menschen, die sich an alte Zeiten vor dem technischen Fortschritt erinnern können. In der Krise kann z. B. selbst ein betagter Arzt die Menschen beraten und versorgen. Wenn keine Lieferungen mehr von außen eintreffen, muss man sich auf das konzentrieren, was die Gegend selbst hervorbringt: Fisch, Rindfleisch und Milch. Auf archaische Ängste vor Seuchen, Sturmfluten und hungrigen Menschenmassen reagieren Joe und St. Piran unerwartet – und das zum Weihnachtsfest.


    Fazit

    John Ironmonger deckt im Nachwort die Anregung zu seinem dystopisches Seemannsgarn auf: der sinngemäße Ausspruch "Jede Gesellschaft ist nur drei volle Mahlzeiten von der Revolution entfernt.", dessen Quelle noch nicht überzeugend geklärt ist. Ironmongers Figuren (z. B. Kenny, der Treibgutsammler) zeigen sich so skurril wie liebenswert, allein seine Erzählweise lohnt die Lektüre des Buchs. Das Nachdenken über die Weltwirtschaft in Form eines gestrandeten Wals und die nahenden hungrigen Massen aus anderen Landesteilen wirkt für ein Anfang 2015 veröffentlichtes Buch geradezu beunruhigend weitblickend. Auch wenn ich kein passendes Genre für Ironmongers dystopische Weihnachtsgeschichte um einen gestrandeten Wal und die Flucht aus der täglichen Tretmühle finde: sie lohnt sich zu lesen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    9 von 10 Punkten

    :study: - Diamond - Krise

    :musik: - Historische Reisen um den Globus


    Reihen neu/ergänzen

    01. Buchtitel dt. (Jahr)--ISBN

    02. Buchtitel dt. (Jahr), Buchtitel engl.--ISBN

    1-3 (Jahr) (Sammelband)--ISBN

  • Das gibt's ja sogar als Hörbuch - das perfekte Geburtstagsgeschenk für meinen Mann. Völlig uneigennützig, versteht sich.


    Danke für den tollen Tip!

  • ... Völlig uneigennützig, versteht sich. ...

    :mrgreen: Na, dann berichte mal ...

    :study: - Diamond - Krise

    :musik: - Historische Reisen um den Globus


    Reihen neu/ergänzen

    01. Buchtitel dt. (Jahr)--ISBN

    02. Buchtitel dt. (Jahr), Buchtitel engl.--ISBN

    1-3 (Jahr) (Sammelband)--ISBN

  • Werde ich machen!

  • St. Piran ist ein kleines idyllisches Fischerdorf in Cornwall. Es liegt abgelegen und eigentlich passiert nicht viel in dem Ort. Doch dann geschehen mehrere Dinge fast gleichzeitig. Erst wird ein nackter junger Mann am Strand angespült. All kümmern sich rührend um ihn. Am nächsten Tag strandet ein Wal an der Küste. Dieser Wal hat Joe gerettet und nun tun Joe und die Dorfbewohner alles, um den Wal zu retten. Durch die gemeinsamen Anstrengungen der Menschen gelingt es, den Wal wieder ins Meer zu bringen. Noch ahnt niemand, wie ihre Gemeinschaft bedroht wird – oder das Land oder die Welt, denn nichts existiert für sich, alles hängt mit allem zusammen.

    Es ist eine märchenhafte Geschichte, die uns John Ironmonger hier erzählt. Der Schreibstil ist unvergleichlich.

    Joe hat als Analyst in London an der Börse etwas ausgelöst, das verheerende Folgen hat. Damit hat er einen Domino-Effekt hervorgebracht, der er nicht mehr stoppen konnte und ihn zur Flucht veranlasst hat. Er kommt aus der „großen, weiten“ Welt in dieses Dorf, das von der Welt ganz abgeschnitten ist. Aber damit verändert sich auch hier etwas. Denn obwohl jeder sein Päckchen zu tragen hat, kommt es nicht auf den Einzelnen an, sondern darauf, gemeinsam zu sehen, dass es weitergeht. Nur gemeinsam ist man stark.

    Joe ist zwar die Hauptperson in dieser Geschichte, aber es gibt ganz viele tolle und liebenswerte Charaktere.

    Es ist eine philosophische Geschichte, die einen nachdenklich stimmt. Dieses Buch hebt sich wohltuend von anderen Büchern ab, die globale Katastrophenszenarien beschreiben.

    Ein wunderbares und tiefgründiges Buch über die Menschlichkeit.

  • St. Piran in Cornwall: Der Tag, an dem ein Wal das Leben des Ökonomen Joe Haak rettet, soll das Schicksal eines ganzes Dorfes bestimmen. Eigentlich lebt und arbeitet der junge Mann in London. Sein ganzes Sein und Handeln wird von seiner Arbeit bestimmt. Vor einiger Zeit ist ihm die Entwicklung von Cassie gelungen, eines Simulationsprogrammes, das komplexe wirtschaftliche Voraussagen treffen kann. Was passiert, wenn die Ölpreise steigen? Oder wenn sich ein bereits schwelender Konflikt zwischen zwei Nationen plötzlich verschlimmert? Auf all diese Fragen weiß Cassie eine Antwort. Als sie ihn jedoch eines Tages im Stich lässt und Joes Arbeitgeber millionenschwere Verluste erleidet, flieht er ins idyillische St. Piran und stürzt sich dort ins Meer.

    Als Joe wieder zu sich kommt, sieht er sich von den Dorfbewohnern umringt. Schnell gelingt es ihm, deren Sympathie und Vertrauen zu erlangen. Und so ist er es auch, der nun seinerseits mit Hilfe der Menschen aus St. Piran dem Wal das Leben rettet, als dieser am Ufer strandet. Bei Mallory Books, Dorfarzt im Ruhestand, findet Joe eine neue Unterkunft und verliebt sich in Polly, die Frau des Pastors. Endlich kann er einmal zur Ruhe kommen und den Stress seines Jobs hinter sich lassen, doch dann stellt Cassie eine furchterregende Berechnung an. Ein Ausbruch der Grippe wird viele Menschen das Leben kosten und Joe Haak weiß sofort, was er zu tun hat: er muss die Dorfbewohner sicher durch diese Katastrophe bringen.

    Es ist ein interessantes, wenn auch nicht ganz neues Szenario, das Autor John Ironmonger hier entwirft. "Die Menschheit ist nur drei volle Mahlzeiten von der Anarchie entfernt" - um diese These kreist der gesamte Roman. Dennoch fällt es nicht leicht, ihn einem klaren Genre zuzuordnen. Das Buch hat leicht dystopische Elemente, eine klitzekleine Liebesgeschichte sowie viele tiefgreifende Gespräche zu bieten. Am ehesten passt vielleicht der Begriff "philosophischer Roman", aber warum auch immer alles in enge Schubladen pressen?

    Der Schreibstil ist angenehm, mit einem liebevollen, aber durchaus sehr ironischen Blick beschreibt der allwissende Erzähler sein St. Piran und die Geschichte um Joe Haak. Gerade diese Momente, die die Dorfgemeinschaft mit all ihren schillernden Persönlichkeiten einfangen, sind es, die den Zauber des Romanes ausmachen. Die lebenslustige Aminata, die kluge Martha oder der brummige Mallory - sie alle machen das Buch erst lesenswert. Daher leidet der Text auch an der recht langen Passage, in der Joe allein mit Pastor Alvin in der Kirche eingesperrt ist. Die sich wiederholenden kindischen Streitereien zwischen den Männern, begleitet von Entschuldigungen und religiösen Diskussionen hätten durchaus gekürzt werden können. Ansonsten ist der Roman jedoch eine kurzweilige, unterhaltsame Lektüre, die aufgrund der zeitlichen Lage auch als Weihnachtsgeschichte gelesen werden kann.

    Fazit: eine nette kleine Geschichte, der ein Wal den Rahmen gibt :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


  • Ein Buch, was gut tut


    Diesen Roman werde ich nicht so schnell vergessen - ein ruhiger Roman über Eigenbrötler, Tierschutz und die drohende Klimakatastrophe. Einmal etwas POSITIV anderes. Selten konnte mich eine Geschichte so in den Bann ziehen - das Buch geht wirklich auf einen über, und hinterlässt ein tolles schönes/positives Gefühl.



    Die Charaktere wurden sehr gut beschrieben, teilweise skurril und ich fand sie sehr liebenswert.

    Vom Spannungsbogen hätte das Buch etwas mehr Potential gehabt - aber dennoch war ich das Buch hindurch gefesselt.

  • Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.

    John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Welt, in der wir leben? Was brauchen wir, um uns aufgehoben zu fühlen? Und was würdest du tun, wenn alles auf dem Spiel steht? ... (Klappentext)

    🐋🐋🐋🐋🐋


    "Am blassgrauen Himmel über Piran Head flogen an diesem Tag keine Flugzeuge. Auf dem Wasser waren keine großen Schiffe zu sehen. Keine Wanderer kamen über die Klippenwege. Kein Fahrzeug fuhr auf der Straße. Kein Strom floss durch die Kabel, kein Wasser durch die Leitungen. Die Radiosender sendeten keine Musik. Als die Dorfbewohner an diesem trüben Oktobertag erwachten, hörten sie nur das Schreien der Möwen, das Pfeifen des kalten Nordwindes und das Läuten zweier Kirchenglocken."
    (S. 347)


    Was war zuerst da - der Wal oder der angspülte nackte Mann?

    In dem kleinen Fischerdorf St. Piran an der Küste Cornwalls geschahen zwei besondere Ereignisse an einem Tag und innerhalb weniger Minuten. Es wurde ein Wal ganz nah an der Küste gesichtet und es wurde ein Mann an den Strand gespült. Zwei Ereignisse und beide führten dazu, dass in diesem kleinen Dorf ab diesem Zeitpunkt nichts mehr ist wie es einmal war.


    Wie Joe wird man in St. Piran angespült. Es ist ein malerisches Dörfchen, von der Außenwelt nahezu abgeschnitten und mit gerade mal 300 Einwohnern. St. Piran wimmelt nur so von skurrilen aber äußerst liebevollen Figuren und jeden einzelnen schließt man sofort ins Herz. Jeder hat seine Eigenheiten, jeder seine kleine Geschichte und jeder seinen Grund in diesem kleinen Fischerdörfchen zu bleiben, anstatt in eine der größeren Städte zu ziehen. Dann ist da nun auch Joe, der ihnen im wahrsten Sinne vor die Füße gespült wurde und das kleine Dörchen somit in Aufruhr versetzt.


    Joe ist, bzw. war, Börsenanalytiker einer Bank und sorgte mit seiner letzten Analyse in seiner Abteilung für einen Supergau. Er flüchtete und gelangte so auf sehr spektakuläre Weise nach St. Piran.

    Im Verlauf erfahren wir, in Form von Rückblenden, was sich ereignete, was für ein Typ Joe vorher war und erhalten auch Einblicke was passiert, wenn nur ein Zähnchen im großen Zahnrad des Systems abbricht und somit unweigerlich zum Kollaps führt - ein wahrer Schmetterlingseffekt, der zu Krieg, Hunger, Pandemien und so zum Ende der Zivilisation und somit auch der Menschlichkeit führt. Doch dies scheint diesmal nicht nur bloße Theorie zu sein und im Verlauf spitzt sich die Lage zu und macht auch vor dem abgelegenem Dörfchen St. Piran nicht Halt.


    "Ein Mann in Irland klagte: >>Das schwarze Zeug ist alle.<<
    >>Das Öl?<<, fragte Peter.
    >> Kein Öl, du Pfeife. Guinness!<<"
    (S. 338)


    Es ist schwer dieses Buch in ein Genre einzuordnen. Es ist nicht nur ein Roman und nicht nur eine Dystopie.

    In den mir bekannten Dystopien liegt die Welt bereits in Trümmern - hier ist man jedoch dabei wie alles seinen Anfang nimmt.

    In den anderen Dystopien kämpft jeder gegen jeden, jeder konzentriert sich auf sein eigenes Überleben - hier sieht man wie es laufen könnte, wenn man sich die Menschlichkeit bewahrt und zusammenhält.

    Und in anderen Dystopien läuft man durch ein Setting aus zerstörten Gebäuden mit beklemmender Atmosphäre, doch hier befindet man sich in einem malerischen Fischerdörfchen, mit weichem Sand unter den Füßen, weiß getünchten Häusern im Rücken und blickt auf das tiefblaue Meer.

    Und dann ist da natürlich der Wal, der sich nah an der Küste aufhält und seine Fontäne in den regenverhangenen Himmel bläst. Dieser hat seine ganz eigene Aufgabe in diesem Roman.


    Der Schreibstil ist klar und flüssig, mit ruhigen Tönen, wunderschönen Naturbeschreibungen und Wohlfühlatmosphäre. Das mag nun etwas kurios klingen, da es sich hier um ein beginnendes Endzeitszenario handelt, doch in diesem dystopischen Roman sind vor allem Zusammenhalt, Hoffnung und der Erhalt der Menschlichkeit die großen Themen. Hier entwickeln sich die Charaktere, ohne sich selbst zu verlieren.


    ">>Es gibt ein paar Dinge, auf die wir uns immer verlassen können, Joe.
    Die Sonne wird morgen aufgehen. Wir sind alle sterblich. Und es wird immer Gesetze geben, die es zu befolgen gilt.<<"
    (S. 299)


    Man fühlt sich in diesem Roman/in dieser Dystopie so unheimlich wohl, spürt jedoch auch gleichzeitig die drohende Gefahr, welche in immer größer werdenden Schritten auf einen zukommt ... und trotzdem würde man nicht weg wollen, genau so wie die Bewohner von St. Piran auch.

    Fazit:

    Dieser dystopische Roman ist bedrückend, regt zum Nachdenken an und ist zugleich wunderschön und voller Hoffnung - quasi eine Wohlfühl-Dystopie.

    Ich habe gelacht, ich habe auch das ein oder andere Tränchen verdrückt, habe mich nur zu gerne in diesem Fischerdörfchen aufgehalten und selbst ich Misanthropin, habe so ein kleines bisschen den Glauben an die Menschheit gewonnen.

    Es ist eines jener Bücher, in das man ein- und nie wieder auftauchen möchte und welches einem lange in Erinnerung bleibt. Ein Lesehighlight sondergleichen! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    © Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Bilder, Rezept zum Buch und Autoren-Info)

  • Der junge Mann Joe wird bewusstlos am Strand von St. Piran gefunden. Niemand in dem 300 Seelen Dorf weiß, wer er ist, oder wo er herkommt. Und Joe will auch nicht viel über sich preisgeben. Als er an demselben Strand einen Wal findet, der aus eigener Kraft nicht zurück ins Meer schafft, mobilisiert er das ganze Dorf um den Wal zu retten. Dabei freundet er sich mit den Bewohnern an und erzählt seine Geschichte. Er kommt aus London und was dort bei einer Investmentbank angestellt. Sein Programm, dass die wirtschaftliche Zukunft berechnen soll, ist ein voller Erfolg. Dachte er, bis die Bank seinetwegen große Mengen Geld verliert. Einer muss den Kopf dafür hinhalten und Joe ist sich sicher, dass er es sein wird. Und so verlässt er London, durch eine unüberlegte Aktion landet er mitten im Meer und überlebt nur durch den Wal, den er nun in St. Pirat das Leben gerettet hat. Als Joe endlich eine Internetverbindung, in dem doch sehr abgeschotteten Dorf, findet, erhält er von seinem Programm eine entscheidende Vorhersage. Die Menschheit steht auf dem Spiel.

    Dieses Buch handelt von der Menschlichkeit, den guten und den schlechten Seiten. Die Frage ist, welche Seite wird in einer extremen Situation vorherrschen? Nächstenliebe, Zusammenhalt, oder der Egoismus?

    Mich hat die Geschichte sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht. Ich hätte gern noch etwas mehr erfahren, was nach dem Schluss passiert.

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