Daniela Zörner - Blackcouch.com

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  • „Blackcouch.com“ von Daniela Zörner
    Erscheinungsdatum: 26.06.2016

    Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (26. Juni 2016)

    Genre: New Adult, Zeitgenössische Frauenliteratur, Belletristik


    Klappentext:

    Posts, Shops, Dates – die Berlinerin Jessica Jaensch rauscht mit ihrer Mädelclique via Smartphone im Spaßfieber durch das Leben. Einen fetten Extrakick beschert der brandneue Smart TV, ein spontanes Geschenk von ihrem Dad. Der riesige Monitor ist wie geschaffen für die hippsten Videos, Serien und Webshops. Von DCC, der Data Control Corporation, hat die junge Frau noch nie gehört. Allein Jessicas öder Job als Japanisch-Übersetzerin bei „Global Translation Network“ sorgt für Dauerfrust. Bis sie eine heiße Affäre mit ihrem Kollegen Sascha beginnt, der Jessica über „Touch“ gedatet hat. Dennoch beschließt sie an ihrem 25. Geburtstag spontan, den Job hinzuschmeißen. An anspruchsvollen Angeboten herrscht auf dem Arbeitsmarkt schließlich kein Mangel. Via Smart TV begibt sie sich auf die Suche nach dem absoluten Traumjob. Der reale Höllentrip beginnt ohne Vorwarnung mit einer bizarren SMS. Ein Hacker wühlt sich durch ihr digitales Leben. Zuerst übernimmt „Ghostdevil“ ihren Smart TV, danach das Smartphone. Aus dem intimen Leben der jungen Frau werden virale Hits. Gleichzeitig hagelt es Absagen auf Jessicas Bewerbungen. Erst bei einem ätzenden Aushilfsjob stößt sie auf den Grund dafür. (Quelle: Amazon)


    Über die Autorin:

    Daniela Zörner wurde 1963 in Niedersachsen geboren. Nach dem Studium zog sie viele Jahre lang als Pressefotografin und Journalistin kreuz und quer durch Deutschland. Heute lebt die freie Autorin mit ihrem Ehemann leidenschaftlich gerne in Berlin. Ein Faible für Literatur unterschiedlichster Genres, das besondere Licht des Nordens, sowie ungewöhnliches Strandgut wetteifern um ihre knapp bemessene Freizeit. Ihre Motivation, immer wieder zu Block und Stift zu greifen, lautet kurz und knapp: Sie kann nicht anders. (Quelle: Amazon)




    Rezension:


    „Blackcouch.com“ habe ich in Form eines Rezensionsexemplares als E-Book gelesen, das mir höflicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Der Roman hat durch seine aktuelle Thematik meine Aufmerksamkeit gewonnen.


    Ein Mädchen, wie es eine jede von uns sein könnte, sieht sich mit den Schattenseiten von Generation Smartphone, Twitter und Co. konfrontiert. Die Geschichte beginnt eher harmlos und ruhig. Man lernt Jessica kennen, eine für mich eher unsympathische junge Frau, die als Japanischübersetzerin arbeitet und sich in ihrer Stelle sehr langweilt. Ihr Leben besteht hauptsächlich daraus, zu arbeiten und ihre Freizeit mit ihren Freundinnen tratschend, twitternd, feiernd und shoppend zu verbringen.


    Dann gibt es da noch Sascha, der gemeinsam mit ihr in der Übersetzungsfirma arbeitet. Er ist das komplette, „altmodische“ Gegenteil von ihr und besitzt weder Smartphone, noch Social-Media. Obwohl beide unähnlicher kaum sein könnten, fühlen sie sich zueinander angezogen.


    Die Autorin hält uns an dem Beispiel von Jessica einen schonungslosen Spiegel vor. Wie sie selbst bei einem Date pausenlos twittert, chattet und Selfies postet. Sascha hat dafür eher weniger Verständnis.


    Ein Makel in dieser wirklich erschreckenden Geschichte war der etwas schleppende Anfang. Bis zur Mitte des Buches wird sich noch relativ wenig mit der fesselnden Stalkerthematik beschäftigt.


    Richtig spannend wird es, als Jessica eine ominöse Nachricht auf dem Smart-TV erhält, den sie als Geschenk von ihrem Vater bekam. Ab dieser Stelle habe ich das E-Book nicht mehr aus den Händen legen können.


    Jessica muss sich die Kontrolle über ihr Leben mühsam zurückkämpfen, während der Stalker förmlich jede ihrer großzügig geteilten Spuren im Netz gegen sie verwendet. Fotos, Videos, Kommentare, Tweets und Ausspionieren via Smartphone-Kamera und Mikrofon, sind nur die gruselige Spitze des Eisberges.


    Dieser fiktive Roman hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen und definitiv meine Aufmerksamkeit für dieses Thema arg verschärft. Man merkt der Autorin an, dass hier viel Recherche hinter liegt. Das hat mir besonders gut gefallen.


    Jessica selbst konnte nicht meine Sympathie gewinnen und ist bis zum Schluss einfach unverbesserlich. Ihre Geschichte hat dennoch großes Mitleid in mir erweckt.


    Insgesamt ist der Roman kurz und knackig, mit einem Mädchen, wie sie eine jede von uns sein könnte. Mit leichten Einstiegsschwierigkeiten, einem flüssigen und verständlichen Schreibstil ist es definitiv eine solide Lektüre – schonungslos ehrlich dazu! Ein weiterer Pluspunkt ist für mich auch, dass man als Nicht-ITler durchaus verständlich mit der Problematik vertraut wird. Ein Augenöffner, den man einmal lesen sollte!

    1. (Ø)

      Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform


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