Bücherwichteln im BücherTreff

Dennis E. Taylor - Ich bin Viele / We are Legion - We are Bob

Ich bin viele

3.9 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 464

ISBN: 9783453319202

Termin: Juli 2018

Anzeige

  • Autor - Titel / Serie:

    Dennis E. Taylor - We are Legion ( We are Bob) - Bobiverse 1


    Sprache: englisch

    Schlagworte: Sci-Fi, Humor, Weltall, Erforschung, Entwicklung, Überleben, Bob, Menschheit

    Verlag: Worldbuilders Press

    ISBN/ASIN: 9781680680584

    Bindung: Taschenbuch


    Autor:

    Vom Leser zum Schreiber: Der Kanadier Dennis Taylor war von Beruf Programmierer, ist aber mittlerweile in Rente. Dass er sich zur Ruhe gesetzt hat, kann man dennoch nicht behaupten. Er ist glücklich, über die freie Zeit und nutzt diese nun zum Schreiben von Science-Fiction-Romanen. Taylor, der selbst immer begeisterter Leser von SciFi-Büchern war, setzt mit „Ich bin viele“ den Auftakt zu einer erfolgreichen Reihe, die den Fans als „Bobiverse“ bekannt ist. In Deutschland erschien der erste Band im Sommer 2018. Die Reihe entwirft das bekannte Genre neu: Bob unterschreibt gerade einen Vertrag darüber, dass sein Körper nach seinem Tod eingefroren werden soll, da ist sein Leben auch schon vorüber. Als er hundert Jahre später wieder erwacht, ist er jedoch kein Mensch mehr, sondern eine Künstliche Intelligenz! Und als solche muss er funktionieren, wenn er nicht abgeschalten werden will. Dennis Taylor, der selbst nie erwartet hätte, dass aus ihm einmal ein Autor wird, teilt seinen Namen mit verschiedenen anderen bekannten Persönlichkeiten und veröffentlicht seine Bücher deshalb unter dem Namen Dennis E. Taylor. Neben dem Schreiben ist Snowboarden sein größtes Hobby. Außerdem ist er immer noch ein unverbesserlicher Leser von Science-Fiction. Er lebt mit seiner Familie in Coquitlam in der kanadischen Provinz British Columbia.

    (Q Loveleybooks)


    Facebook

    Blog


    Inhalt:

    Bob Johansson has just sold his software company and is looking forward to a life of leisure. There are places to go, books to read, and movies to watch. So it's a little unfair when he gets himself killed crossing the street


    Bob wakes up a century later to find that corpsicles have been declared to be without rights, and he is now the property of the state. He has been uploaded into computer hardware and is slated to be the controlling AI in an interstellar probe looking for habitable planets. The stakes are high: no less than the first claim to entire worlds. If he declines the honor, he'll be switched off, and they'll try again with someone else. If he accepts, he becomes a prime target. There are at least three other countries trying to get their own probes launched first, and they play dirty


    The safest place for Bob is in space, heading away from Earth at top speed. Or so he thinks. Because the universe is full of nasties, and trespassers make them mad — very mad.

    (Q We are Legion)


    Meinung:

    Dennis E. Taylor - We are Legion (We are Bob)


    Robert Johannson ist reich. Das war nicht immer so, aber nachdem er seine Softwarefirma verkauft hat, dürfte er für den Rest seines Lebens ausgesorgt haben. Und da er auch noch einiges an Geld für ein paar sinnfreie Ausgaben übrig hat, unterschreibt er einen Vertrag bei CryoEterna. Nach seinem Tod wird ihm der Kopf abgesägt, dieser eingefroren und irgendwann wacht er dann mit neuem Körper wieder auf. So ist zumindest der Plan. Als dann Robert (kurz Bob) nur kurze Zeit später von einem Auto überfahren wird, stellt sich für Bob schnell heraus, dass das nicht ganz so läuft wie im Vertrag vereinbart.

    Im Jahr 2133, nur 117 Jahre nach seinem Tod, wacht er in einem Labor in New Handeltown wieder auf und muss schnell feststellen, dass er keinen neuen Körper hat, sondern ein neues Gehäuse. Bob befindet sich in einem Computer, oder besser gesagt, er ist ein Computer.

    Auf der Welt hat sich wahnsinnig viel geändert und die Pläne von CryoEterna wurden durch die Regierung geändert.

    Bob wurde für ein Programm zur Erforschung und Besiedlung des Weltalls ausgewählt und viele Wahlmöglichkeiten bleiben ihm hierbei nicht.


    Die Geschichte um Bob besticht, gerade zu Beginn, durch sehr viel Humor. Im ersten Teil der Erzählung begleitet der Leser Bob bei seiner Ausbildung. Bob ist hierbei extrem unterhaltsam und das obwohl er körperlos ist. Ich habe in diesem Teil der Geschichte wirklich oft lachen müssen. Eigentlich sind die Umstände für Bob gar nicht wirklich zum Lachen, denn er ist nur noch Software, mehr oder minder eingesperrt und noch dazu unfreiwillig an diesem Programm beteiligt, dennoch ist es die sarkastische Art, die ihn sehr sympathisch macht. Die Geschichte macht hier fast den Eindruck als würde es eine Komödie werden und mir gefiel der Gedanke.


    Ab dem Moment aber an dem Bob startet, wird die Stimmung etwas anders. Bob bleibt zwar Bob, vorerst, aber aufgrund der momentanen Lage/Bedrohung wird es spannender.

    Im Laufe der Geschichte ändert sich die Atmosphäre immer wieder mal etwas, aber dazu gleich noch mehr.


    Bob kann natürlich das Universum nicht allein durchforsten und brauch dementsprechend Hilfe und die bekommt er durch Reproduktion seinerselbst. Es ist ihm möglich sich selbst zu verfielfältigen. Was der Geschichte eine neue Dynamik gibt. Man könnte zwar meinen, dass sich ein Bob der sich einfach reproduziert, einfach nur wieder ein Bob wird, doch dem ist nicht so. Der Autor hat sich dazu entschieden jede Kopie etwas anders darzustellen. Wodurch man sehr viele Individuen bekommt und die Geschichte wieder interessanter wird. Ich habe mich nämlich schon gewundert wie man mit einfach nur vielen Bobs eine halbwegs unterhaltsame Geschichte entstehen lassen kann. Bob entscheidet relativ schnell, dass jeder Bob sich einen eigenen Namen geben darf. So gibt es nur noch den einen Bob und dem Leser fällt es auch wesentlich einfacher den anderen Bobs auf ihren Reisen zu folgen. Hinzu kommt, dass die Bobs eine Möglichkeit haben sich darzustellen. Der ursprüngliche Bob hat recht schnell eine VR (virtuelle Realität) entwickelt, um sich seine eigene Welt zu bauen und mit dieser, aber auch der realen Außenwelt, zu interagieren und vor allem um bei Verstand zu bleiben. In diesen Welten erstellen die Bobs auch für sich einen Avatar und werden so für sich selbst und auch für den Leser menschlicher. Recht schnell habe ich ein Gefühl für die Darstellungen bekommen und auch wenn ich wusste, dass es sich um Computerprogramme handelt, wenn auch sehr intelligente und selbstbestimmende, so kamen die Bobs mir doch mehr als Personen vor.


    Da sich Bob nun aufgeteilt hat und seine Klone in die Weiten des Universums entlässt, begleiten wir als Leser einige wenige Bobs bei ihren Entdeckungen. Im Laufe der Erzählung muss man hierbei aufpassen, dass man nicht den Zeitüberblick verliert. Der Überblick wird aber erleichtert, da zu Beginn jedes Kapitels beschrieben wird bei welchem Bob man sich befindet, zu welcher Erdenzeit und an welchem Ort. Die Entfernungen, welche die Bobs im All zurücklegen sind groß und spielen sich in langen Zeitspannen ab. Da wir nun aber nicht nur einen sondern einige Bobs begleiten springt die Zeit von Kapitel zu Kapitel schonmal um mehrere Jahre nach vorn und nach hinten. Das klingt zwar erstmal verwirrend und anstrengend, aber so kommt keine Langeweile auf. Es bleibt unterhaltsam.


    Weiter oben hatte ich bereits die sich verändernde Atmosphäre in der Geschichte angesprochen. Im Grunde passiert das vornehmlich durch die Zeitsprünge und somit durch die Wechsel der Handlungsorte und den beteiligten Bobs. Mal ist es lustiger, mal bedrohlicher, mal sonderbarer, mal einfach anders. Hinzu kommen die unterschiedlichen Bobs, denn jeder hat einen etwas anderen Charakter und, was ich viel interessanter fand, eine andere VR-Gestalltung.


    Nach und nach müssen sich die Bobs, manchmal allein, manchmal zu mehreren, der einen oder anderen Herausforderung stellen. Sie müssen mit den Bedingungen arbeiten, die ihnen vorgesetzt werden. Sie entwickeln sich, verbessern sich und ihre Art und wachsen über sich hinaus. Sie müssen Rückschläge in Kauf nehmen und sich auch mit den Menschen auseinander setzen. Es ist soviel zu tun und noch so wenig Platz im Buch, dass es am Ende nicht verwunderlich ist, dass nichts wirklich abgeschlossen ist. Neue Bedrohungen tauchen auf, ein mysteriöses Planetensterben wird entdeckt und dann ist da ja auch noch die Menschheit.


    Im Grunde hat mir der Teil wirklich gut gefallen, gerade wegen dem Humor. Leider nimmt der Humor im zweiten Teil der Erzählung etwas ab. Er ist nicht mehr gar so präsent wie zu Beginn als Bob noch im Labor war, aber zu Lachen gibt es dennoch mehr als genug, wenn auch nicht bei jedem Bobklone.

    Was ich dem Buch hoch anrechne ist, dass es sich nicht in ellenlangen technischen Beschreibungen verliert und die Geschichte immer voran kommt. Allerdings muss ich sagen, dass ab und an etwas mehr Erklärung nicht geschadet hätte.

    Hat mich Bob-1 noch zu Beginn sehr gut unterhalten so finde ich seine Veränderung zum Ende hin etwas besorgnisserregend. Ich will hier nicht spoilern, allerdings muss ich sagen, dass mir seine Wandlung gar nicht gefallen hat, wenn sie auch absolut nachvollziehbar ist. Er hat sich zu verbissen auf etwas konzentriert als selbst noch zu merken wie weit er sich dort hineinziehen lässt. Zum Ende hin lässt aber eine Erkenntnis seinerseits darauf hoffen, dass er es erkannt hat. Vielleicht wird es ja in der Fortsetzung wieder.


    Auf jeden Fall werde ich auch zum zweiten Teil der Trilogie greifen und freue mich schon auf ein Wiedersehen mit den Bobs und hoffe natürlich, dass es viel zu entdecken gibt.

    Obwohl ich um die deutsche Version der Geschichte wusste, habe ich mich für die englische Variante entschieden. Ich hatte etwas Sorge da es sich um Sci-Fi handelt, aber da sich die Erzählung nicht allzu sehr in technischen Details verliert, kam ich recht gut damit klar. Wahrscheinlich sind einige Witze an mir vorbei gegangen, dennoch habe ich an einigen Stellen laut lachen können.



    1. (Ø)

      Verlag: Ethan Ellenberg Literary Agency


    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


    Da gibt es dieses Zitat [....] es besagt, dass Moral das ist, was man tut, wenn niemand hinsieht.
    (Wrath James White - Der Totenerwecker)

  • edit: da die Rezi zu lang war hier das Fazit (ist mir ja auch noch nicht passiert ;) )


    Fazit:

    We are Legion ist ein gelungener Auftakt in eine Trilogie. Es ist unterhaltsam, witzig, interessant und auch spannend. Mir hat es viel Spaß gemacht Bob und seine Klone zu begleiten. Es ist praktisch alles noch offen und es bleiben viele Möglichkeiten wie sich die Geschichte entwickelt. Hauptsache die Bobs behalten ihren Sinn für Humor.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


    Da gibt es dieses Zitat [....] es besagt, dass Moral das ist, was man tut, wenn niemand hinsieht.
    (Wrath James White - Der Totenerwecker)

  • und noch die deutsche Version:

    Ich bin viele: Roman (Bobiverse 1)

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


    Da gibt es dieses Zitat [....] es besagt, dass Moral das ist, was man tut, wenn niemand hinsieht.
    (Wrath James White - Der Totenerwecker)

  • Ich bin ebenfalls ein großer Fan der Reihe. Höre die Hörbücher dazu und warte sehnlichst darauf, dass der 3. Teil vertont wird.

    Ich kann dich beruhigen. Die Bobs behalten ihren Humor

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Dennis E. Taylor - We are Legion ( We are Bob) - Bobiverse 1“ zu „Dennis E. Taylor - We are Legion - We are Bob / Ich bin Viele“ geändert.
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Dennis E. Taylor - We are Legion - We are Bob / Ich bin Viele“ zu „Dennis E. Taylor - Ich bin Viele / We are Legion - We are Bob“ geändert.
  • Ich fand das Hörbuch klasse. Es wird gelesen von Simon Jäger und der macht es großartig. Als SF-Fan kommt man bei Bob auf seine Kosten.

    Einziger Wermutstropfen: Es fällt irgendwann schwer, den Bob-Überblick zu behalten.


    ***

    Aeria

Anzeige