Jamie L. Farley - Schutt und Asche

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Adular (Band 1): Schutt und Asche

4.5|1)

Verlag: Sternensand Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 372

ISBN: 9783038960362

Termin: März 2019

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  • Adular (Schutt und Asche) - Jamie L. Farley


    Sternensand Verlag

    372 Seiten

    Fantasy

    Band 1

    15. März 2019


    Inhalt:


    Als Dunkelelf im Kaiserreich Adular zu leben, bedeutet, weniger wert zu sein als Straßendreck. Dûhirion ist einer von ihnen und musste früh lernen, dass das Leben nicht fair spielt, insbesondere dann nicht, wenn man mit grauer Haut geboren wird. Menschen, Zwerge, Waldelfen und Hochelfen blicken auf ihn und seinesgleichen herab wie auf Ungeziefer.

    Als Kind wurde er an die Assassinengilde Umbra verkauft und dort unter grausamen Bedingungen zum Meuchelmörder ausgebildet.

    Eigentlich hatte er nicht geplant, sich in die beginnenden Aufstände seitens der Dunkelelfen einzumischen, auch wenn er die Unterdrückung seines Volkes nicht gutheißt. Doch da ist seine verbotene Liebe zur Waldelfin Elanor.

    Die Beziehung zu ihr lässt Dûhirion unfreiwillig ins Zentrum der Unruhen rücken – und dabei wird nicht nur sein Leben in Gefahr gebracht.


    Meinung:


    Seit ich die Kurzgeschichte des Autors in der Anthologie „Winterstern“ gelesen hatte, war ich hin und weg von seinem Schreibstil und auch von der Story an sich. Schon damals konnte er mich mit seinen Charakteren Dûhirion und Elanor einnehmen und selbst in der Rezension hatte ich geschrieben, wie sehr ich mir eine eigene Story für den Dunkelelfen wünsche.

    Jetzt, knapp zwei Jahre später, veröffentlicht der Autor nun mit Adular sein Debüt und es ist der düster, dunkle Auftakt zu etwas viel Größerem.


    Das Kaiserreich „Adular“ ist die Heimat von Elfen aller Art, sowie Zwergen und Menschen. Die Rangfolge ist dabei klar definiert.

    Hochelfen stehen über allem, Dunkelelfen liegen in Seitengassen in einem Haufen Scheiße, wo sie hingehören.

    Auch Dûhirion hat unter den brutalen, menschenunwürdigen Umständen der elfischen Unterdrückung zu leiden.

    Doch er wird, als Assassine von Umbra, zumindest noch ein wenig gefürchtet, während andere mit dunkler Hautfarbe nicht so viel Glück haben. Die Szenarien, die der Autor hier beschreibt sind rückwirkend nicht nur echt hart zu schlucken, sondern, so man denn will, auch gesellschaftskritisch.

    Aber das ist ein anderes Thema, über das man stundenlang philosophieren könnte.


    Als Leser geht es direkt hinein in den dreckigen, schmutzigen Graben, wo die Dunkelelfen leben.

    Man begleitet Dûhirion bei seiner Arbeit als Assassine, sieht Blut, Action und unsägliches Leid. Das alles verpackt in einen wirklich schönen Schreibstil, der locker von der Hand geht und gleichzeitig die Bilder hervorragend in den Kopf katapultiert.

    Die Lebenssituationen, denen die Dunkelelfen ausgesetzt sind, sind nicht einfach, doch was kann man schon dagegen tun?

    Die regierende Hand ist in der Überzahl und durch die Foltermethoden und dass niemand die große Moralkeule schwingt, ist auch die Bevölkerung Adulars dementsprechend eingeschüchtert. Nicht alle, aber die meisten.


    Elanor, die zweite, wohlgemerkt sehr sympathische Protagonistin, gehört nicht dazu. Von Haus aus Waldelfin und Schneiderin blickt sie mit Missachtung auf die Zustände ihrer Heimat und wünscht sich etwas dagegen tun zu können.

    Ich bin ehrlich, diese kleine Rebellion, die im Laufe der Geschichte startet, hat mir sehr gut gefallen.

    Neben den Charakteren, die sehr vielfältig sind - vor allem in ihren Ansichten - hat mir auch die Düsterkeit, dieser Hauch der Gefahr, dieses „bei jedem falschen Augenaufschlag kannst du schon im Kerker landen oder direkt sterben“ extrem zugesagt.

    Atmosphärisch gesehen hat der Autor hier eine Grube der Hoffnungslosigkeit geschaffen, die nur von den Lichtblicken zwischen Elanor und Dûhirion, sowie ein paar lauteren Stimmen durchbrochen wird.


    Der Verlauf der Story beschränkt sich erstmal nur auf die Städte Malachit und Orlean, durch die sich die Schere zwischen Arm und Reich zieht, wie man es aus mittelalterlichen Gegenden kennt.

    Hohe Mauern, um die Reichen zu schützen, während man den „Armen“ Pest und Cholera an den Hals wünscht.

    Diese Strukturen werden zwar durch Umbras Assassinengilde respektiert, aber wohin die Aufträge Dûhirion führen ist ihm einerlei.

    Um das Ganze ein wenig „aufzulockern“, sorgt der Autor hin und wieder für bizarre Massaker, explosive Begegnungen und - etwas verstreut - auch ein wenig Humor bei den Protagonisten. Damit, zumindest die männliche Gattung, nicht so düster ausfällt, wie beschrieben.


    Ich war wirklich echt begeistert von der Geschichte, den Figuren und dem Handlungsstrang, von der Spannung und dem Mitgefühl.

    Das alles abwechslungsreichs aus Elanor und Dûhirions Sicht erzählt.

    Und dann... dann... kam das. DAS!

    Ich kann es nicht benennen, aber es war für mich einfach das Klischeehafteste was hätte passieren können und aaaargh, neeeein. Wieso denn bloß!? Grundlegend echt... toll, aber ich hab einfach nur die Augen verdreht.

    Diesen Schock musste ich dann erstmal überwinden, nur um zum Ende hin den komplett gegenteiligen Stich versetzt zu bekommen, der die abstruse Situation wieder einigermaßen wettmachte. Und das führt mich zum...


    Fazit:


    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

    Der Assassine ist’s, kommt leis‘ und geschwind.

    Wer tötet ganz skrupellos, trotz Herz und Verstand?

    Ein Dunkelelf; die Rebellion, hoffentlich noch unerkannt.


    „Adular“ wäre ein Glanzstück an apokalyptisch, unterjochendem Feeling geworden - ein Debüt, das mich vollends überzeugen konnte - wenn da nicht diese eine Szene bzw Begebenheit einen mittelgroßen Knacks reingehauen hätte.

    Lässt man das jedoch außer Acht, hat man eine einnehmende, fesselnde Geschichte voller Blutrausch und Hoffnung, Rebellion und friedlichen Momenten, Folter und Magie, spannend und erschütternd zugleich.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ 💫 (4,5/5)

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