Bücherwichteln im BücherTreff

Claire Legrand - Zorngeboren/Furyborn

Zorngeboren - Die Empirium-Trilogie

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Band 1 der

Verlag: Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 592

ISBN: 9783038800200

Termin: Februar 2019

Anzeige

  • Zorngeboren (Empirium Trilogie 1) - Claire Legrand


    Arctis Imprint

    592 Seiten

    High Fantasy/Jugendbuch

    Band 1

    28. Februar 2019


    Inhalt:


    Rielle und Eliana. Zwei Königinnen, die die magische Macht besitzen, über das Schicksal der Welt von Avitas zu bestimmen.

    Doch wer von beiden wird sie retten, und wer sie zerstören?


    Rielle Dardenne rettet ihren Freund den Kronprinzen – mithilfe der sieben Arten der Elementarmagie.

    Doch die Einzigen, die diese außergewöhnliche Fähigkeit besitzen sollen, sind laut Prophezeiung zwei Königinnen:

    die Sonnenkönigin des Heils und die Blutkönigin der Zerstörung.

    Kann Rielle in sieben Prüfungen beweisen, dass sie die Sonnenkönigin ist?


    Tausend Jahre später: Die Kopfgeldjägerin Eliana Ferracora besitzt magische Kräfte und glaubt, damit unantastbar zu sein – bis eines Tages ihre Mutter und andere Frauen verschwinden. Eliana schließt sich einer gefährlichen Mission an und entdeckt, dass das Böse im Herzen des Imperiums noch schrecklicher ist, als sie es sich jemals hat vorstellen können …


    Meinung:


    Eine Prophezeiung, die die Welt ins Unglück stürzen oder retten kann.

    Eine Pforte, die Gutes drin oder Schlechtes draußen hält.

    Ein Land, ein Königreich, ein Imperium, das es zu schützen gilt.

    Zwei junge Frauen, die Eine der Anfang, die Andere das Ende.

    Sieben Elementarkräfte, die kontrollieren, was nicht kontrolliert werden kann.

    Und 1020 Jahre dazwischen.


    Dies‘ ist die Geschichte von Rielle und Eliana.

    Beide leben in der Welt von Avitas, doch 1020 Jahre trennen ihre Leben.

    In Rielles Geschichte steigt man im Jahr 998 der avitasischen Zeitrechnung ein. Sie ist die Tochter des Lord Kommandanten und lebt am königlichen Hof in Âme de la Terre. In einer Welt in der Auserwählte jeweils ein wenig Elementarmagie beherrschen.

    Jeder für sich kann sich an einem Element bereichern.

    Rielle jedoch ist besonders und das Wissen darum könnte ihren Tod bedeuten.


    Eliana hingegen kennt keine Magie. Zumindest nichts Greifbares.

    Die einzigen magischen Dinge, die ihr etwas bedeuten sind die singenden Klingen ihrer Dolche und die fantastischen Geschichten ihres Bruders. Mehr braucht sie nicht für ein Leben im Jahr 1018, denn sie ist der Fluch von Orline, eine der besten Kopfgeldjägerinnen ihrer Zeit - doch auch sie hütet ein Geheimnis, das ihr eine Menge Feinde bescheren könnte.


    Abwechselnd in die jeweiligen Leben der beiden Frauen einzutauchen erwies sich anfangs als etwas schwierig.

    Die Welt von „Zorngeboren“ ist etwas komplexer und man muss erstmal die Fühler ausstrecken und sich langsam vorantasten, was dem Leser durch eine Karte zu Beginn und eine Übersicht der Magie zum Ende erleichtert wird - was mich aber am meisten beeindruckt hat waren die sechs Charakterkarten in der Mitte des Buches. Wunderschöne Zeichnungen mit den wichtigsten Informationen auf der Rückseite, sodass man sich immer wieder vor Augen führen konnte, von wem da gerade erzählt wird.

    Das habe ich so selten bei einer Geschichte gesehen und fand ich richtig genial.


    „Zorngeboren“ ist mit seinen knapp 600 Seiten eine Story, die bei der Ausführung regelrecht ins Detail gehen kann und das, ohne langatmig zu wirken. Man begleitet Rielle und Eliana auf ihren jeweiligen Pfaden in der erzählenden Perspektive - was es einerseits natürlich einfacher machte die Gesellschaftsformen, Riten und Rangfolgen zu verstehen, andererseits aber auch verhinderte, dass ich mich ganz in die Protagonisten fallen lassen konnte.

    Da war leider nicht direkt zu Beginn eine Verbindung zu spüren, etwas, das mich fesselte und mitzog, sondern es dauerte seine Zeit zumindest ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln. In dieser Spanne war ich eine außenstehende Beobachterin und das liegt mir eigentlich nicht so. Ohne dieses Problem hätte ich „Zorngeboren“ direkt zu meinen Highlights zählen können, so ergab sich allerdings ein weiterer kleiner Kritikpunkt.


    Die Welt von Avitas ist groß, gefährlich und fesselnd, das steht außer Frage.

    Die Autorin entführt den Leser in zwei unterschiedliche Zeiten, in ein König- und Kaiserreich und überrascht mit einem ungewohnten Feindbild, mit Gedankensprache und viel gewaltigen Szenen und Action.

    Die Atmosphäre ist generell eher düster angehaucht, dunkel und wabernd, es gibt nur wenige Lichtblicke in Form von kleinen Liebeleien auf beiden Seiten. Während es sich beim Lesen hauptsächlich um Eliana und Rielle dreht, sind aber auch die Nebencharaktere nicht zu verachten.

    Die Autorin hat es geschafft einem jeden eine gewisse Tiefe zu verschaffen und sie fast so wichtig zu machen, wie die beiden jungen Frauen selbst. Da hat man den mysteriösen Wolf, der in Elianas Zeit Rebellen anführt.

    Remy, einen großartigen Geschichtenerzähler mit kindlicher Naivität.

    Navana, eine junge Frau auf deren Freundschaft man zählen kann.

    Ludivine und Audric hingegen sind Rielles Abenteuergefährten und begleiten sie durch die schwierigsten Prüfungen ihres Lebens - mit Loyalität und Herz. Und dann ist da natürlich noch der geheimnisumwobene Corien, der Puppenspieler im Hintergrund.

    Diese Zusammensetzung hat mir, neben dem Setting, wirklich sehr gut gefallen.

    Auch wenn mir Elianas Part, ihre Lebensgeschichte und ihr „Freundeskreis“ ein wenig mehr zugesagt hat.


    Mein letzter Kritikpunkt bezieht sich allerdings auf die gegebene Vorstellungskraft und das, was damit einhergeht.

    „Zorngeboren“ fällt für mich in die High Fantasy Kategorie und da ich sowas eher selten lese, brauchte ich ein wenig länger, um alles zu visualisieren. Womit ich meine Schwierigkeiten hatte, waren Rielles Prüfungen.

    Sie sind magisch, spannend und aufrüttelnd, keine Frage - aber teilweise auch etwas überladen, meiner Meinung nach.

    Der Schreibstil der Autorin ist nicht schwer zu lesen oder zu verstehen, aber es liefen an diesen Stellen einfach sehr viele, sagen wir „unbekanntere Wege“ zusammen, sodass ich das Gesamtbild nur schwer erfassen konnte.

    Nichtsdestotrotz tut das der Bindung an diese grandiose Welt und Story keinen Abbruch.


    Fazit:


    „Zorngeboren“ ist mal was anderes. Leicht verständliche, wenn auch stellenweise etwas schwerer visualisierbare, High Fantasy fesselt den Leser und entführt in zwei gegensätzliche Zeiten mit überraschenden Gegnern.

    Zauberhaft, machtvoll und kurz vorm Explodieren trifft gefühlt auf „bar jeder Hoffnung“, rebellisch und magielos.

    Die Charaktere sind vielfältig, die Luft fast immer zum Schneiden dick und man kommt nicht von den Seiten los.

    Es war für mich kein schnell rasender Pageturner, weil ich Avitas auch verstehen wollte, trotz kleineren Bindungsproblemen - vielmehr sind Rielle und Elianas Leben eine Geschichte, der man gebannt lauschen kann, begierig auf mehr - Lagerfeuerfeeling garantiert. Ich bin jetzt schon gespannt auf Teil zwei, denn mein Herz dürstet nach mehr Informationen, Dunkelheit und verheerenden Kriegen.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

    1. (Ø)

      Verlag: Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG


Anzeige