Frank Herbert - Der Wüstenplanet / Dune

Dune: Der Wüstenplanet

4.1 von 5 Sternen bei 32 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Lübbe Audio

Bindung: Audio CD

Laufzeit: 00:26:43h

ISBN: 9783785752159

Termin: Januar 2016

Klappentext / Inhaltsangabe: Herzog Leto, Oberhaupt des Hauses Atreides, erhält Arrakis zum Lehen, den Wüstenplaneten, eine lebensfeindliche und doch begehrte Welt, denn in ihren Dünenfeldern wird das Spice abgebaut. Diese Droge verleiht den Menschen die Gabe, in die Zukunft zu blicken, und bildet damit die Grundlage für die interstellare Raumfahrt. Als Letos Armee einem tödlichen Hinterhalt zum Opfer fällt, verbündet sich sein Sohn Paul mit den Ureinwohnern Arrakis', den Fremen. Dies ist der Beginn eines gnadenlosen Rachefeldzuges ...
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  • Herzog Leto, Oberhaupt des Hauses Atreides, erhält Arrakis zum Lehen, den Wüstenplaneten, eine lebensfeindliche und doch begehrte Welt, denn in ihren Dünenfeldern wird das Spice abgebaut. Diese Droge verleiht den Menschen die Gabe, in die Zukunft zu blicken, und bildet damit die Grundlage für die interstellare Raumfahrt. Als Letos Armee einem tödlichen Hinterhalt zum Opfer fällt, verbündet sich sein Sohn Paul mit den Ureinwohnern Arrakis', den Fremen. Dies ist der Beginn eines gnadenlosen Rachefeldzuges ...


    "Der Wüstenplanet" gilt mithin als Science-Fiction Klassiker und hat mich in meiner "Kindheit" oder jungen "Jugendzeit" stark begleitet, allerdings eher durch den ersten Film und das damalige Computerspiel, was ich viel mit meinem Vater gespielt habe.

    Als ich dann wieder über das (Hör-)buch gestolpert bin, wollte ich dann mal die komplette Geschichte kennen lernen, aber habe mich aus Nostalgiegründen etwas länger davor gedrückt. :lol:

    Jetzt bin ich aber mit dem Hörbuch (mit einer Wahnsinnslänge von 26 Stunden!) durch.


    Es fiel mir am Anfang nicht sonderlich leicht, mich auf das Buch einzulassen, zumal ich es eben als Hörbuch gehört habe und man schon früh mit vielen Charakteren konfrontiert wird (das fällt mir bei Hörbüchern immer etwas schwerer), politischen und religiösen Themen und ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, mitten in die Story reingeworfen zu werden, denn es beginnt fast direkt mit dem Aufbruch zum Wüstenplaneten,


    Wie Üblich möchte ich nicht allzu viel über die Geschichte erzählen sondern vielmehr über den Aufbau und so ein paar Eckpunkte, die mir aufgefallen sind: Frank Herbert nimmt sich alle Zeit, um Charaktere, Orte und Geschehnisse einzuführen, zu erklären und für weitere Szenen vorzubereiten. Manche Sachen werden erst dann näher beleuchtet, wenn sie relevant sind, aber von vorneherein wird man in die Struktur der Gesellschaft eingeführt.

    Das vorherrschende und mit fortschreitender Geschichte immer wichtiger werdende Thema des Buches ist Religion. Immer wieder gibt es Prophezeiungen, Visionen, Religiöse Reden und Verhaltensarten, die einen durch das Buch begleiten. Mir ist die Verarbeitung des Themas weder besonders positiv noch besonders negativ aufgefallen, aber hier gibt es auch einen "Jihad", von dem mehrmals die Rede ist und den der Hauptcharakter gerne vermeiden möchte. Das hat bei mir immer wieder ein mulmiges Gefühl ausgelöst, weil ich mich aber auch nicht sehr gerne auf diesem Terrain bewege und aufgrund meines beschränkten Wissens kann ich deshalb auch nicht beurteilen, ob und wie viel Einfluss nicht-fiktionale Religionen hier hatten. Was man dank des Appendix zumindest erfährt ist, dass die Religion(en) aufgrund mehrer Kriege in dieser Welt irgendwann "überarbeitet" wurden, was Stark nach hinten losgegangen ist.

    Das zweite sehr wichtige Thema sind das breite Geflecht aus Fraktionen, Häusern, Organisationen, Gruppierungen etc. etc., jedes mit seinen eigenen Interessen und Zielen, die zuweilen politischer oder religiöser Natur sind. Da hinterzusteigen ist gar nicht so leicht, aber auch hier hat Frank Herbert sich an den wichtigen Stellen die Zeit genommen, diese zu erklären oder zu erläutern, wenn es notwendig war. Gerade Politik und Religion sind ausschlaggebend für die Handlung. Wenn ich so recht darüber nachdenke, ist die Grundprämisse im Bereich Politik ganz ähnlich zu "Das Lied von Eis und Feuer" (Zumindest zu dem Teil, den ich gelesen habe).

    Und den dritten Bereich nimmt Ökologie als wichtiges Thema. Wie sieht der Planet aus, was macht ihn aus, was macht die Menschen auf diesem Planeten aus, was brauchen sie, wie leben sie, Flora und Fauna. Beizeiten hörte es sich wie ein Sachbuch an, wenn Herr Herbert sich in den Beschreibungen "verlor" :D.

    Und zwischen diesen drei Themen hat Frank Herbert seine Story eingebettet. Vermutlich wird deshalb auch klar, warum es gerade als Hörbuch schwer fällt, den Überblick zu behalten und man manche Passagen vielleicht auch mehr als einmal hören muss. Es ist eine stark politisch und religiös ausgerichtete Geschichte, mit vielschichtigen Charakteren, der man folgen muss, aber sie schafft es, konstant über die 26 Stunden zu wachsen und "bei Stange" zu halten und in einem gut gelungenen Höhepunkt zu gipfeln.


    Was die Charaktere angeht sind diese sehr vielschichtig, aber meistens in Führerrollen, befehlenden oder hohen Positionen, oder deren Leibwachen. Über das "Gemeine Volk" erfährt man aus direkter Hand sehr wenig, es passt aber zu den Themen. Außerdem sind nicht nur liebenswerte Personen dabei, sondern auch welche, die man von vorneherein hasst oder zu hassen lernt. Für mich hätte ich gerne mehr über das Volk der Fremen (die Wüstenbewohner) aus Sicht eines geborenen Fremen gehört, Aber so hat man das Volk so kennen gelernt, wie man es vermutlich tatsächlich getan hätte - nämlich ohne irgendeine Ahnung, was denen wichtig ist oder wie sie die Dinge handhaben, wie sie aufwachsen oder leben.


    Etwas, worüber ich mir jetzt länger den Kopf zerbrochen habe ist der Schreibstil: Grundlegend kann man ihm schon gut folgen, vermutlich in geschriebener Form besser als in gehörter, aber Kopfschmerzen haben mir die vielen religiösen Texte und Prophezeiungen bereitet, weil Frank Herbert die dann doch für mich sehr verschwurbelt geschrieben hat. Denen konnte ich beim hören sehr schlecht folgen. Den Bereichen aber, wo es um Ökologie, Gesellschaft oder allgemeinen Erklärungen ging, kam schon fast ein sachbuchmäßiges Feeling auf, die dann auch so stimmig wirkten, dass ich das Gefühl hatte, was zu lernen. Das hat mir schon imponiert. Wenn man das betrachtet, dann passt für mich auch die Schreibweise bei den Prophetischen Teilen, weil (wie oben schon genannt) das auch nicht ein Thema ist... Allgemein hat der Stil gut zu Inhalt und Geschichte gepasst.


    Und dann möchte ich nochmal was zu den Sprechern sagen:

    Marianne Rosenberg spricht nur Zwischenpassagen, die aus Aufzeichnungen (früheren und späteren im Vergleich zur Geschichte) stammen und sowohl politischer als auch religiöser Natur sind. Dadurch weiß man sofort, wenn sie spricht, womit man es zu tun hat. Sie macht ihre Sache gut, denn diese Passagen wirken auch wie ein Informationstext vorgelesen, klar und deutlich, ohne jegliche Gefühlsregungen.

    Simon Jäger habe ich auch bereits mehrfach gehört und er spricht auch den Großteil des Hörbuches und ich finde ihn auch durchweg gut. Klar und deutlich, gelegentliche Gefühlsregungen / Ausbrüche passend zur Szene. Nur einen Charakter (die "Hellseherin" des Imperators) hat er so tief sprechen lassen, dass ich erst dachte, dass sie ein Kerl wäre.

    Jürgen Prochnow hingegen hat mich etwas enttäuscht. Er hat hauptsächlich die Passagen aus Sicht des Herzog Harkonnen übernommen und seine Stimme krächzte manchmal teils schmerzhaft in meinen Ohren. Das hat mir nicht gut gefallen. Die Stimmlage hat für mich zu dem Haus Harkonnen gepasst, aber irgendwie hat er einfach nen Ton getroffen, der sich nicht gut mit meinem Ohr vertragen hat. Zudem hat er Feyd-Rautha als "Faetra-Utha" ausgesprochen, was sich dann gebissen hat mit dem Namen, den Simon Jäger ausgesprochen hat, sodass ich erstmal die beiden Namen nicht auf den gleichen Charakter vereinen konnte.



    Alles in allem habe ich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: vergeben.

    Ich habe einen halben Stern abgezogen wegen dem Sprecher Jürgen Prochnow. Weil er mir beim Sprechen eben so unangenehm aufgefallen ist.

    Einen weiteren halben Stern habe ich abgezogen, weil ich mit den mystischen prophetischen Teilen nicht gut klargekommen bin und denen nicht gut zuhören konnte und sie vermutlich manchmal deswegen nicht gut verstanden habe.

    Und den letzten halben Stern habe ich abgezogen, weil es für mich eben stark Oberschichtenlastig war und für all die kleineren Sachen, die hier und da noch waren.


    Hätte ich also das Buch gelesen,hätte ich wohl :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne oder vielleicht sogar :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: vergeben. Das Hörbuch verliert aber da einfach an manchen stellen.


    In Abschlussbetrachtung zu meiner Nostalgieangst war diese einfach unbegründet. Das Buch hat mich mitgenommen und da abgeholt oder dort meine Erinnerungen erweitert und unterpolstert, wo Film und Computerspiel aufgehört haben :lol:

    Mein Jahr 2019 (SuB 296/365): :study:: 55 :musik:: 40 :wuetend:: 2

    Aktuelles Jahr (SuB 365/372): :study:: 24 :musik:: 17:wuetend:: 0

  • Ich hatte das Buch schon mindestens zweimal gelesen als der Film in die Kinos kam. Die filmische Umsetzung, die Bilder und Nähe zum Buch hatten mir damals sehr gut gefallen. Nur der Film-Schluss hat mir in seiner Visualisierung und Plattheit überhaupt nicht gefallen. Interessanterweise spielte Jürgen Prochnow den Vater von Paul Atreides und müsste daher auch eine Sprechweise für Feyd-Rautha Harkonnen gefunden haben, der wiederum von Gordon Sumner (Sting, ehem. Sänger und Bassist von The Police) gespielt wurde.

    Es fiel mir am Anfang nicht sonderlich leicht, mich auf das Buch einzulassen, zumal ich es eben als Hörbuch gehört habe und man schon früh mit vielen Charakteren konfrontiert wird (das fällt mir bei Hörbüchern immer etwas schwerer), politischen und religiösen Themen und ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, mitten in die Story reingeworfen zu werden, denn es beginnt fast direkt mit dem Aufbruch zum Wüstenplaneten,

    Und dies war für mich im Buch nicht anders. Eigentlich wird es eher aus Sicht eines Dritten erzählt, der Paul Atreides begleitet. Als Leser hat man noch weniger Infos als Paul und erfährt ein bisschen etwas aus einem Gespräch zwischen Vater und Sohn. Aber das Gespinst aus Intrigen, Politik und Verrat ist dermaßen undurchdringlich, dass man auch am Ende des Buches nicht alles durchdrungen hat. Und warum übernimmt die Familie Atreides die Verwaltung des Wüstenplaneten von den Harkonnen, wenn doch alles eine Falle, eine Täuschung in einer Täuschung in einer Täuschung ist. Aber das Buch hat mich dann doch sehr schnell in seinen Bann gezogen.


    Und was Hörbücher angeht, bin ich nicht sehr erfolgreich. Ich bin definitiv Leser. Beim Hören muss ich mich viel mehr konzentrieren und meistens werde ich schläfrig. Beim Lesen entfalten sich Bilder in meinem Kopf, die mir beim Hören fehlen. Also doch lieber Buch. Und was Buchverfilmungen angeht, bin ich immer im Zwiespalt. Ich bin neugierig. Wie wurde es umgesetzt? Kann ich dem zustimmen? Und verdrängen die Filmbilder letztendlich nicht die eigenen Kopfbilder?

  • Und was Hörbücher angeht, bin ich nicht sehr erfolgreich. Ich bin definitiv Leser. Beim Hören muss ich mich viel mehr konzentrieren und meistens werde ich schläfrig. Beim Lesen entfalten sich Bilder in meinem Kopf, die mir beim Hören fehlen.

    Ich kann das sehr gut auf der Arbeit machen, da meine Arbeit sehr Techniklastig ist :lol: Dann werden beide Gehirnhälften gleichermaßen beansprucht.

    Mit den Bildern klappt das beim Lesen selber auch bei mir besser, aber die Sandwurmreitenden Fremen haben sie sehr stark gerade am Ende eingebrannt in meinem Kopf :lol: Und da bin ich tatsächlich sehr froh über das Computerspiel, weil ich ansonsten vermutlich nen riesigen Regenwurm im Kopf hätte.:-,

    Mein Jahr 2019 (SuB 296/365): :study:: 55 :musik:: 40 :wuetend:: 2

    Aktuelles Jahr (SuB 365/372): :study:: 24 :musik:: 17:wuetend:: 0

  • Jürgen Prochnow hingegen hat mich etwas enttäuscht. Er hat hauptsächlich die Passagen aus Sicht des Herzog Harkonnen übernommen

    Jürgen Prochnow als Harkonnen geht ja überhaupt nicht, der soll gefälligst den Herzog Leto Atreides sprechen und sonst nix.


    Ist zwar schon eine ganze Weile her, dass ich die Bücher gelesen habe, aber so weit ich weiß war Wladimir Harkonnen lediglich Baron, ob für Feyd-Rautha erbte nach dem Tod von seinem Adoptivvater Wladimir dessen Titel und Glossu Rabban auch bekannt als die Bestie müsste Graf gewesen sein.

  • Ist zwar schon eine ganze Weile her, dass ich die Bücher gelesen habe, aber so weit ich weiß war Wladimir Harkonnen lediglich Baron, ob für Feyd-Rautha erbte nach dem Tod von seinem Adoptivvater Wladimir dessen Titel und Glossu Rabban auch bekannt als die Bestie müsste Graf gewesen sein.

    Jetzt wo du es erwähnst, ja, es war immer von Baron Harkonnen die Rede, ich bringe solche Titel häufiger durcheinander :pale:

    Mein Jahr 2019 (SuB 296/365): :study:: 55 :musik:: 40 :wuetend:: 2

    Aktuelles Jahr (SuB 365/372): :study:: 24 :musik:: 17:wuetend:: 0

  • Jetzt wo du es erwähnst, ja, es war immer von Baron Harkonnen die Rede, ich bringe solche Titel häufiger durcheinander

    Nicht nur DU :lol:


    Ich habe mich noch nie für Titel und ihre Über- und Unterordnungen groß interessiert. Wichtig war mir nur, wer bei den Harkonnen das Sagen hatte. Der Titel war mir egal, der Typ Mensch aber nicht.