Marc Elsberg - GIER - Wie weit würdest du gehen?

Gier - Wie weit würdest du gehen?

3 von 5 Sternen bei 12 Bewertungen

Verlag: Blanvalet

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 448

ISBN: 9783764506322

Termin: Februar 2019

  • Kurzmeinung

    Hiyanha
    Ein wirklich cooles Thema, aber sehr wirr und in blödester Bildzeitungsschreibe umgesetzt
  • Kurzmeinung

    nordlicht
    zwar wieder interessant, aber etwas langatmig
  • Kurzbeschreibung:
    »Stoppt die Gier!«, rufen sie und »Mehr Gerechtigkeit!«. Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Sie demonstrieren gegen drohende Sparpakete, Massenarbeitslosigkeit und Hunger – die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise, die Banken, Unternehmen und Staaten in den Bankrott treibt. Nationale und internationale Konflikte eskalieren. Nur wenige Reiche sind die Gewinner. Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden.
    Der renommierte Nobelpreisträger Herbert Thompson soll eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent – aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen …


    Autor:
    Marc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren. Er war Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg sowie Kolumnist der österreichischen Tageszeitung »Der Standard«. Heute lebt und arbeitet er in Wien. Mit seinen internationalen Bestsellern BLACKOUT, ZERO und HELIX etablierte er sich auch als Meister des Science-Thrillers. BLACKOUT und ZERO wurden von »Bild der Wissenschaft« als Wissensbuch des Jahres in der Rubrik Unterhaltung ausgezeichnet und machten ihn zu einem gefragten Gesprächspartner von Politik und Wirtschaft.


    Allgemeines:
    Erschienen bei blanvalet im Februar 2019.
    448 Seiten, unterteilt in 7 große Abschnitte und 82 Kapitel. Eingerahmt wird die Handlung von einer Geschichte, auf die im Lauf der Handlung eingegangen wird.
    Nachwort und Dank bilden den Abschluss.

    Erzählt wird in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven.
    Die Handlung spielt im Berlin einer nahen Zukunft.


    Meine Meinung:
    Wieder greift Elsberg ein hochbrisantes und aktuelles Thema auf: den immer weiter auseinanderklaffenden Graben zwischen Arm und Reich. Und er zeigt auch gleich eine mögliche Lösung für das Problem auf, die durchaus einleuchtet, der ich aber leider attestieren muss, dass sie nicht funktionieren wird. Die Menschheit ist dafür einfach nicht reif. Gier und vor allem Missgunst werden es zu verhindern wissen.
    Der Titelzusatz „Wie weit würdest du gehen?“ ist ein bisschen verwirrend, wie ich finde. Die Frage stellt sich im Lauf des Buches eigentlich gar nicht, denn das Verbrechen ist ja schon geschehen. Was wir miterleben, ist die Aufklärung einerseits und die Bemühungen der zwei Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der intelligente und ein bisschen schlitzohrige „Spieler“ Fitzroy Peel, der für mich der Sympathieträger in diesem Buch ist, und der unglaublich nervige „Samariter“ Jan Wutte, der seinem Spitznamen nicht viel Ehre macht. Ich fand ihn ziemlich unerträglich mit seiner ständigen Sorge um sich selbst und seiner Paranoia, die Polizei betreffend. Ansonsten lässt Elsberg diesmal kein Klischee aus: unfähige bzw. unangemessen auftretende Ermittler, skrupellose Killer, für alles offene Weltenretter… es ist für alle was dabei. Mir besonders ans Herz gewachsen ist eine alte Dame (die Oma einer der Protestierenden), die das Herz auf der Zunge trägt und die großen Fragen der Welt punktgenau platziert – und oft auch die Antworten dazu. Sie bildet ein ausgleichendes Element, das der Story sehr gutgetan hat.
    Ich weiß gar nicht, woran es gelegen hat, dass Elsberg mich diesmal nicht so packen konnte, wie in seinen vorangegangenen Büchern. Vielleicht liegt es an der Thematik. Wirtschaftswissenschaft ist mir ein bisschen zu abstrakt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich diesmal – wie schon anfangs erwähnt – nicht daran glauben kann, dass die Menschheit dieses Problem in den Griff bekommen kann. Mir fehlt irgendwie der Hoffnungsschimmer am Ende des Buches oder die Inspiration, für das eigene Verhalten (damit meine ich so etwas, wie immer genug Wasser und Konserven im Haus zu haben, sowie Kerzen, Streichhölzer und einen Campingkocher – worauf ich seit der Lektüre von Blackout streng achte). Keine Frage: spannend und lehrreich ist auch dieser Titel allemal. Für mich persönlich fehlt ein bisschen der letzte Kick, weswegen es von mir „nur“ :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: gibt. Leser, die tiefer in der Materie stecken, werden das bestimmt ganz anders erleben. Denkanstöße liefert Elsberg aber allemal und so gibt es auch für „GIER“ eine Leseempfehlung von mir.


    Fazit:
    Unterhaltsamer als ein Sachbuch, aber genauso informativ. Elsberg kann wissenschaftlich und gleichzeitig spannend unterhalten.

    Gelesen in 2020: 1 - Gehört in 2020: 1 - SUB: 424


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Roman lesen = Zeitvertreib.


    Inhalt (Achtung, es wird aus dem Inhalt berichtet) und meine Meinung:

    Ich persönlich finde, dass weder das Coverbild noch der Buchuntertitel zum Inhalt der Story passen.


    Ein junger Mann kommt zufällig bei einem Autounfall vorbei, um Erste Hilfe zu leisten.

    Die Killer, die das Fahrzeug zuvor gehackt hatten und nun den „Unfall“ „vervollständigen“ wollen, sehen in dem jungen Mann einen ungewollten Zeugen.

    Die Polizei sieht in ihm den vermutlichen Mörder der Insassen.

    Also ist er ab sofort auf der Flucht vor den Bösen Jungs und der Polizei.

    Da einer der Insassen dem jungen Mann vor seinem Tod noch eine Botschaft mitgeteilt hat, macht er sich auf die Suche, was es damit auf sich hat.


    Inhaltlich beschäftigt sich der Roman mit der Theorie, dass die Vermögensverteilung - wenige haben viel und viele haben wenig – sich mit Kooperation statt Konkurrenz lösen liese.


    Ja, es hat mich beim Lesen schon gestört, dass das Voranschreiten der Story sich sehr oft dadurch ergeben hat, dass die beiden Protagonisten bei der Suche nach der Lösung ihrer Theorie immer wieder im richtigen Moment auf die richtigen und kompetenten Personen treffen:

    So sind Nebencharaktere Studenten der Wirtschaftswissenschaften und bestens bewandert in theoretischen, wissenschaftlichen Abhandlungen jedweder Couleur.

    Und immer sind die richtigen Helfershelfer zur richtigen Zeit an den richten Stellen vorhanden.


    Ja, ich hatte schon das ein oder andere Mal den Eindruck, dass ich die Story ebensogut als Film hätte sehen können. Dazu trägt zum Einen der Erzählstil bei alsauch der Inhalt; denn vieles an der Story kommt einem vom Grundgerüst her doch sehr bekannt vor:

    Ein Durchschnittstyp wird zum Helden und ist mit einem superschlauen – vom bösen Investmentbanker zum guten Revoluzzer mutierten – Weltverbesserer unterwegs um die Welt zu retten.

    Oder eine top aussehende und beruflich in den oberen Sphären schwebende, hart arbeitende junge Dame, die ihre Karriere an den Nagel hängt und sich auf die Seite der Guten schlägt.


    Und eine echte Lösung in aller Ausformung, wie diese Superformel nun in der Realität die Welt retten könnte und zur Verbesserung der Lebenssituation des Großteils der Weltbevölkerung nun wirklich und konkret beitragen könnte, bleibt der Autor hier auch schuldig.


    Ich denke, man braucht als Leser schon eine gewisse Affinität zu Zahlen bzw. zur Mathematik und Wirtschaftstheorie, damit man nicht von den Zahlenspielen und Grundlagentheorien gelangweilt wird.

    Dennoch wird alles nachvollziehbar (sogar mit Zeichnungen und anhand von Beispielen) und verständlich dargestellt.


    Ob das hier Dargestellte korrekt ist, kann ich nicht beurteilen.

    Aber für mich war dies hier auch kein Sachbuch, sondern ein Roman.

    Und ein Roman hat in meinen Augen ein gewisses Recht auf „Freiheit in der Darstellung“.

    Und ein Roman hat in meinen Augen in erster Linie den „Auftrag“, seinen Leser zu unterhalten.

    Also, mir machte es jedenfalls einen Heidenspaß.


    Sprachlich gelang es dem Autor Spannung aufzubauen und ich finde, dass es ihm immer sehr gut gelungen ist einen Bogen zu spannen:

    Sei es sowohl im Kleinen alsauch im Großen und Ganzen des Romans.

    Beispiel (S. 414 und 417):

    Geh kein Risiko ein, das dich umbringen könnte.

    Gegenwehr konnte ihn umbringen. Jetzt.

    Keine Gegenwehr brachte ihn womöglich auch um. Später.“

    Geh kein Risiko ein, das dich umbringen könnte.

    Umbringen konnte Jan jetzt nur mehr, kein Risiko einzugehen.“


    Fazit: Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten. Vielen Dank hierfür.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Das Wir gewinnt?

    Ich hatte mich sehr auf diesen neuen Roman von Marc Elsberg gefreut, weil ich „Blackout“ richtig gut fand und auch „Zero“ mir gefallen hat. Umso enttäuschter bin ich von diesem neuen Werk, das sich teilweise liest wie eine endlose Nachhilfestunde in Wirtschaftstheorie.

    Jan Wutte kommt zufällig an den Ort eines schweren Autounfalls, bei dem zwei Menschen sterben. Wie sich herausstellt, ist der eine ein Nobelpreisträger, der die Eröffnungsrede bei dem momentan in Berlin stattfindenen Weltwirtschaftsgipfel halten sollte. Der andere Wageninsasse kann Jan vor seinem Tod noch ein paar Namen zuflüstern. Dass es sich um keinen Unfall, sondern um kaltblütigen Mord handelt, merkt Jan, als die Killer auch ihn umbringen wollen und den Wagen anzünden. Jan gelingt es zu fliehen und die Personen ausfindig zu machen, deren Namen ihm der Sterbende genannt hatte. Die Polizei hält Jan für den Attentäter und er muss nicht nur vor den wirklichen Attentätern, sondern auch vor der Polizei fliehen.

    Bei einer wilden Hetzjagd über die Dächer von Berlin landet Jan, mittlerweile in Begleitung des Finanzgenies Fitzroy Peel, ausgerechnet in einem besetzten Haus, dessen Bewohner die Flüchtenden vor der Polizei schützen und es schaffen, die beiden beim Wirtschaftsgipfel einzuschleusen. Bis es allerdings so weit ist, betätigen sich Jan und Fitzroy als Fassadenkletterer, kommen in den Besitz von brisanten Dokumenten und geheimen Telefonnummern, werden mehrmals entführt und vieles mehr. Das Buch enthält seitenweise Zeichnungen von Wirtschaftstheorien (ich frage mich, wie sie diese Informationen im Hörbuch rüberbringen), die ich allerdings irgendwann nur noch überblättert habe, denn die Crux des Ganzen ist von Anfang an klar.

    Leider schafft es Elsberg auch nicht, die Personen so zu charakterisieren, dass man Empathie mit ihnen empfinden könnte. Mir blieben sie jedenfalls fremd. Alles in allem eine frustrierende Leseerfahrung. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Durch Zufall wird Jan Zeuge eines Autounfalls. Er will helfen und wird schnell zur Zielscheibe. Doch warum nur? Erst nach und nach erkennt er, dass eines der Opfer ein Nobelpreisträger war, der auf einem Wirtschaftskongress in Berlin als Gastredner eingeladen war, und dass es sich hier nicht um einen Unfall handelte. Auf der Suche nach den Hintergründen für die Tat lernt Jan Fitzroy kennen, einen Mathematiker, der mit einem der Opfer in Kontakt stand. Schnell geraten beide ins Visier der Verfolger, die für ihre Ziele bereit sind über Leichen zu gehen. Als dann auch noch ein Manuskript auftaucht, welches großen Einfluss auf die Weltwirtschaft und die Ökonomie nehmen könnte, geraten die Hauptpersonen immer mehr unter Druck.

    Marc Elsberg spricht in seinem neuem Roman ein hoch aktuelles Thema an. Aus einer nahenden Wirtschaftskrise versuchen die Einflussreichen und Gutbetuchten ihren eigenen persönlichen Nutzen zu ziehen. Anhand des besagten Manuskriptes legt der Autor glaubhaft dar, dass ein Miteinander deutlich mehr Vorteile bringen würde, als das aktuelle Gegeneinander. Optisch sehr gut ergänzt wird die Theorie durch kleine Skizzen, die in das Buch eingestreut sind.

    Die Geschichte wird wechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zusammen mit den kürzeren Kapiteln lässt sich das Buch dadurch flüssig lesen. Die Hauptpersonen sind sehr glaubhaft dargestellt. Vor allem mit Jan, der unverschuldet in die Rolle des Gejagten rutscht, hat man als Leser sehr schnell Mitgefühl entwickelt.

    Insgesamt ist hier ein spannender Roman zu einem hochaktuellen Thema entstanden, den ich sehr gerne gelesen habe, Dennoch fehlte mir zum Schluss hin das besondere Etwas, um hier volle fünf Sterne vergeben zu können.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Gier, Macht & Wirtschaft

    Das Einbetten der wissenschaftlichen Komponente um Gier, das Wirtschaftssystem und die Wohlstandsverteilung in die Handlung ist dem Autor gut gelungen. Die theoretischen Erläuterungen werden durch Beispiele und von Elsberg selbst angefertigte Zeichnungen verständlich und anschaulich dargestellt. Nachdem ich das Buch beendet habe, hätte ich gerne mit jemanden über die vorgestellte Theorie diskutiert. Es ist wirklich interessant, welchen Vorschlag eines anderen Wirtschaftssystems der Autor hier darlegt, so dass man sich während und auch nach dem Lesen sehr viele Gedanken dazu macht und sich fragt, ob das in der Realität wirklich so funktionieren kann.

    Elsberg schreibt sehr anschaulich und beschreibt genau das, was man als unbeteiligter Zuschauer sehen würde. Dadurch hat man das Gefühl, man wäre hautnah am Geschehen mit dabei.

    Allerdings bin ich nach den beiden großartigen Büchern „Blackout“ und „Zero“, die ich von Elsberg gelesen habe, von „Gier“ etwas enttäuscht. Nicht, dass es sich hier um ein schlechtes Buch handelt, aber im Vergleich zu den Vorgängern kann es nicht mithalten, denn die Handlung selbst ist nicht so packend wie erwartet. „Gier“ beginnt spannend, dann aber lässt die Spannung erst einmal nach, am Ende steigt sie wieder. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, so dass man zunächst eine Weile braucht, um sich in den verschiedenen Situationen zurechtzufinden und die Personen in die Geschichte einzuordnen. Durch die kurzen Kapitel kommt man schnell voran, allerdings wird man schnell wieder aus der Sichtweise in eine andere versetzt. Hat man die Personen allerdings kennen gelernt und taucht in die Geschichte ein, ist es vor allem durch die wissenschaftliche Komponente ein interessantes Werk.

    Fazit

    Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, allerdings war die wissenschaftliche Seite gut erklärt und geschickt in die Handlung eingebettet. Nicht so gut wie andere Werke des Autors, aber trotzdem lesenswert!

    4 Sterne

  • Ich hatte mich wieder sehr auf ein neues Buch von Herrn Elsberg gefreut.

    Leider ist etwas hinter meinen hohen Erwartungen nach seinen drei Büchern zuvor zurückgeblieben, die ich alle mit 4-4,5 Sternen bewertet habe.


    Zum einen kamen mir der Spannungsaufbau und die Verfolgungsjagden sehr ähnlich vor wie bei Büchern von Herrn Fitzek und erwarte ich von Herrn Elsberg einfach mehr.

    Außerdem bin ich bzgl. der angebotenen, wenn auch nur angerissenen, Lösung des hier im Buch aufgebrachten Gesellschaftsthemas (Arme werden ärmer, Reiche reicher, negative Umverteilung wächst) ganz bei Hirilvorgul : ich kann mir auch nicht vorstellen das Menschen dazu in der Masse in der Lage sind ihr Verhalten zu rationalisieren bzw. langfristiger zu bedenken.


    Trotzdem noch ein beinahe sehr gutes Buch: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Peter Prange - Eine Familie in Deutschland : Zeit zu hoffen, Zeit zu leben


    2020
    Gelesene Bücher: 4

    Gelesene Seiten: 2.502


    2019 : 48 / 21.610 ; 2018 : 47 / 22.388 ; 2017 : 50 / 24.667 ; 2016 : 56 / 25.723 ; 2015 : 61 / 27.175 ; 2014 : 73 / 31.730 ; 2013 : 75 / 33.510