Melissa Scrivner-Love - Lola

  • Buchdetails

    Titel: Lola


    Band 1 der

    Verlag: Suhrkamp Verlag

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 391

    ISBN: 9783518469453

    Termin: Neuerscheinung März 2019

  • Bewertung

    4.4 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Lola"

    South Central, L.A. Lola Vasquez ist klein, zierlich, unscheinbar, anscheinend eine chica unter vielen in der Latino-Gang The Crenshaw Six. Die Gang versucht, möglichst unauffällig zu agieren, und zu dieser Strategie in einer Mucho-macho-Welt gehört auch, dass Lola nicht sichtbar wird, denn in Wahrheit ist sie die Chefin der Gang, ebenso brillant wie rücksichtslos. Die Karten werden neu gemischt, als sie in einen Krieg zwischen einem etablierten Großdealer, einem expansionswilligen mexikanischen Kartell und einem neuen Großlieferanten gezogen wird. Auch die Polizei und die Staatsanwaltschaft mischen mit – eine Gang wie jede andere. Lolas Achillesferse ist ihre Familie, ihre Crack-Mutter und ihr nicht allzu schlauer Bruder. Als es hart auf hart kommt, muss Lola ein paar Entscheidungen fällen, die alles andere als leichtfallen …
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  • Lola Vasquez ist mexikanischer Abstammung und wuchs in den übelsten Verhältnissen auf. Ihre Mutter war drogenabhängig. Gewalt und Kriminalität kennt sie, solange sie sich zurückerinnern kann, denn in ihrem sozialen Umfeld war das einfach so - Gangs auf der Straße, Bandenkriege, Drogen. Das hat sie hart und rücksichtslos gemacht. Sie ist immer auf der Hut, trägt Messer und Pistole stets versteckt mit sich und bleibt unscheinbar. Die Latino-Gang Crenshaw Six wird von ihr angeführt. Viele glauben, dass Garcia der Boss ist. Das ist ihr nur recht. Doch dann wird die Gang in eine Sache hineingezogen, die mächtig schiefläuft. Lola ist der Boss, sie ist verantwortlich. Das kann sie akzeptieren, denn so läuft das Geschäft. Aber sie will wissen, was schieflief und wer die Fäden gezogen hat. Das hätte sie besser gelassen, denn sie gerät in Lebensgefahr.

    Ich kann nur sagen, toll und authentisch geschrieben und superspannend. Erzählt wird aus Lolas Perspektive.

    Die Charaktere sind super gezeichnet und haben alle eine Bedeutung in diesem Spiel. Lola hat sich in ihr Umfeld eingefügt. Sie ist eine chica, klein und zierlich, so wirkt sie jedenfalls auf die, die es nicht besser wissen. In Wirklichkeit ist sie intelligent, knallhart und wenn es sein muss auch ganz pragmatisch. Sie tut, was getan werden muss, ist dabei ganz und gar nicht zimperlich. Wenn einer das nicht überlebt – so what. Sie zeigt keine Reue. Ansonsten könnte sie sich in ihrem Job auch nicht behaupten. Dabei kann sie durchaus mitfühlend und liebevoll sein, doch das trägt sie nicht nach außen. Wenn was schiefläuft, handelt Lola nach dem Motto „hinfallen, aufstehen, weitermachen“. Sie ist nun wirklich kein Mensch, der sympathisch rüberkommt und trotzdem mochte ich sie.

    Hier wird ein Milieu voller Brutalität, Missbrauch, Betrug, Verrat und Mord geschildert. Um hier zu überleben, muss man abgebrüht und stark sein. Lola ist eine solch starke Protagonistin.

    Es geht von Anfang an rasant, wendungsreich und sehr spannend zu. Das Buch hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Einfach nur super!

    1. Lola

      (Ø)

      Verlag: Suhrkamp Verlag


  • buchregal

    Hat den Titel des Themas von „Melissa Scrivner-Love Lola“ zu „Melissa Scrivner-Love - Lola“ geändert.
  • Im Sumpf aus Drogen und Gewalt

    Lola ist eine junge Latina in Huntington Park, einem heruntergekommenen Vorort von Los Angeles, in dem Gangs, Drogen und Gewalt den Alltag bestimmen. Sie ist die Freundin von Garcia, den alle für den Anführer der Gang „The Crenshaw Six“ halten, die an einigen Straßenecken des Viertels Drogen für das Kartell verkauft. Dass Lola die eigentliche Anführerin der Gang ist, wissen zunächst die wenigsten. Lola ist dies ganz recht, so kann sie die typische Latina chica spielen und unbeobachtet im Hintergrund die Fäden ziehen. Als ihre Gang jedoch in den Krieg zwischen zwei Drogenkartellen hineingezogen wird, ändert sich die Lage. Die Crenshaw Six sollen bei einer Geldübergabe sowohl das Geld als auch Heroin im Wert von zwei Millionen Dollar abgreifen, doch der Coup scheitert und Lola muss um ihr Leben bangen...


    Lolas Biographie ist typisch für die Gegend: Vater verschwunden, Mutter drogensüchtig. Zur Finanzierung ihrer Sucht schickte die Mutter fremde Männer in Lolas Zimmer, als diese noch ein Kind war. Für den jüngeren Bruder Hector musste Lola früh die Verantwortung übernehmen, da die Mutter nicht dazu in der Lage war. Lola weiß also, dass das Leben kein Ponyhof ist. Nur der Stärkere überlebt, Skrupel kann sie sich nicht leisten. So hat sie auch keine Probleme damit, ein Gangmitglied per Kopfschuss zu töten, als sie feststellt, dass es Geld unterschlägt und auch innerhalb der Familie ist sie konsequent.

    Lola ist rational und pragmatisch, mit den Latinafrauen in ihrer Gegend, die sich über Nagelstudios und Kuchenrezepte austauschen, hat sie wenig gemeinsam. Sie ist keine typische sympathische Protagonistin – wer empfindet schon uneingeschränkt Sympathie mit einer Frau, die ohne jeden Skrupel andere tötet oder verstümmelt? – doch sie ist auch keineswegs unsympathisch. Vor allem als sie die kleine Lucy kennenlernt, die offensichtlich von ihrer drogensüchtigen Mutter ebenfalls an Männer verkauft wird wie Lola früher, kommt eine andere Seite Lolas zum Vorschein: sie nimmt Lucy bei sich auf und tut alles dafür, damit diese nicht zu ihrer Mutter zurück muss. Schon allein deshalb muss Lola es schaffen zu überleben...

    Dieser furiose Krimi führt den Leser in eine Welt voller Abgründe, in der Drogen, Gewalt und Kindesmissbrauch zur Finanzierung von Drogen an der Tagesordnung zu sein scheinen. Ein faszinierendes Erstlingswerk, das man kaum aus der Hand legen kann.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Rasanter Thriller mit einer knallharten Protagonistin


    Wow - als ich den Klappentext gelesen habe, hätte ich mit vielem gerechnet. Nicht aber mit so einer überzeugenden Story, einem so coolen Setting und nicht zuletzt einer so knallharten, toughen und zugleich überzeugenden Protagonistin wie Lola.


    Vor allem Letztere hat es mir während des Lesens angetan: Wie man einerseits in einer brutalen Männerwelt mit so klarem Verstand dominieren und in anderen Szenen so menschlich sein kann, das hat die heimliche Bandenchefin der Crenshaw Six immer wieder gezeigt und das Buch zu einem echten Erlebnis gemacht.
    Dementsprechend rasant habe ich es dann auch durchgelesen und bin jetzt noch begeistert.


    Wer rasante, harte Thriller mit einer knallharten Protagonistin im Mittelpunkt mag, wird "Lola" lieben! Von mir eine klare Leseempfehlung!

  • Lola hat einen knallharten Stil, der einen sofort auf die weiteren Geschehnisse vorbereitet. Auch wenn einen die ersten Seiten ein bisschen einzulullen versuchen ist doch sofort klar, in welche gewaltsame und schonungslose Richtung sich die Handlung bewegt. Die Characktere sind interessant wenn auch manchmal etwas eindimensional gestalltet. Das Thema der Macht und oder Kontrolle wird oft angesprochen oder subtil dargestellt (meist aber nochmals kommentiert).

    Ich war augenblicklich gefesselt, man muss sich aber auf das Buch einlassen.

    Wie gesagt es geht schon hart hier zu. Gangkonflickte sind nie niedlich und heiter Sonnenschein. Es hat mich gefesselt und ich habe mit gefiebert. Außerdem hat es ein nettes Cover.

  • Was ist das Buch? Ein Krimi, ein Thriller oder eine Telenovela? Eigentlich kann ich das nicht so genau sagen. Es ist wohl eher eine Milieustudie.

    Lola, die heimliche Chefin einer unbedeutenden Gang, gerät in einen Konflikt zweier Rauschgiftbanden zwischen die Fronten. Alle wollen ihren Tod, aber sie schafft es, sich immer wieder herauszuwinden.

    Das Buch ist aus Sicht von Lola geschrieben. Lola ist eine starke Frau, die sich in der Macho-Welt der Gangs behaupten muss. Dabei kommt ihr zugute, das sie zerbrechlich wirkt und dadurch nicht für voll genommen wird. Wenn sie sich um Lucy kümmert, kommt auch ihre fürsorgliche Seite zum Vorschein.

    Im Buch wird das Leben der Gangs beschrieben. Wie um Reviere gekämpft werden ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Menschenleben ist nichts wert. Sentimentalität kommt nicht auf.

    Sub: 5427:twisted: (Start 2021: 5421)

    gelesen 2021: 36/ 1 abgebrochen

    gelesen 2020: 92 / 2 abgebrochen / 42592 Seiten

    gelesen 2019: 90 / 1 abgebrochen / 36631 Seiten

    gelesen 2018: 80 / 2 abgebrochen / 32745 Seiten


    :montag: Gustav Skördeman - Geiger

    :study: Chris Lloyd - Die Toten von Gare d´Austerlitz

    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

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