Leonie Swann - Garou

Garou

3.7 von 5 Sternen bei 55 Bewertungen

Band 2 der

Verlag: Random House Audio

Bindung: Audio CD

Laufzeit: 00:06:15h

ISBN: 9783837102239

Termin: Juli 2010

  • Endlich ist es soweit. Die Schafe von Glennkill erkunden Europa. Gemeinsam mit ihrer neuen Schäferin Rebecca beziehen sie im Schatten eines französischen Schlosses ihr Winterquartier. Dann sterben plötzlich im Wald Rehe eines unnatürlichen Todes. Ein Werwolf, murmeln die Ziegen von der Nachbarweide. Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Doch spätestens, als ein Toter unter der alten Eiche liegt, ist klar, dass auch Hirngespinste tödlich sein können. Die Schafe heften sich auf die Spur des Garou und versuchen, mit Schafslogik, Mut und Kraftfutter sich selbst und ihre Schäferin zu retten.


    Bei Garou handelt es sich um den zweiten Teil von Leonie Swanns Schafskrimis: Die Schafe kommen endlich ins lang versprochenen "Europa"!


    Als erstes einmal etwas zum Schreibstil: Wie auch schon beim ersten Teil wird hauptsächlich aus der Perspektive der Schafe geschrieben und so werden uns normalerweise äußerst bekannte Gegenstände, Ereignisse oder Tätigkeiten umschrieben und "verschaft". So wird "Französisch sprechen" zum "quaken" oder das Vorhandensein von Blumen und Pflanzen im Winter wird als "unmöglich" abgetan. Genau diese Schreibweise macht die gesamte Reihe herrlich skurril und lustig und wird auch im zweiten Teil grandios fortgesetzt. Diese Art der Beschreibung wird auch nicht durchbrochen - was man nicht aus der Schafsprache versteht, wird auch von der Autorin nicht weiter erklärt.

    Trotz aller Skurrilität lässt sich dem Buch sehr gut folgen, nur an ein, zwei Stellen verliert sich die Autorin in derart mystisch und schafisch verzwirbelten "Vorsehungen", das ich einfach ausgestiegen bin.


    Zu den Hauptcharakteren zählen in diesem Buch neben den Schafen noch die Schäferin Rebecca, ihre Mutter und ein paar Ziegen. Die Schafe sind ebenso unterschiedlich und charakterstark wie im ersten Teil schon, jeder mit seiner eigenen Persönlichkeit und Aufgabe.

    Die Ziegen bilden einen herrlichen Kontrast zu den schon nahezu geordneten Schafen, denn das einzige Ziel der Ziegen ist es, möglichst verrückt zu sein. Manchmal werden sie deswegen beim zuhören/ lesen auch etwas anstrengend, aber mir waren sie durchweg sympatisch. Da aber alle Ziegen verrückt sind, konnte ich sie auch nur sehr schwer (gerade beim hören) unterscheiden. Es kamen auf jeden Fall mehrere vor, aber ich kann mich mittlerweile beim besten willen nicht erinnern wie viele und wie sie alle hießen. Es schien bis auf eine Ausnahme auch eher irrelevant zu sein.

    Rebecca und ihre Mutter sind die menschlichen Hauptpersonen, sie gefielen mir äußerst gut, keine Übermenschen, nicht allwissend und vor allem nicht perfekt in ihrem Tun. Die beiden liegen sich häufiger in den Haaren, und haben auch wunderbare Interaktionen mit den Schafen, die mehr als einmal zum Schmunzeln einladen :lol:


    Jetzt kommen wir allerdings zu meinem größten Kritikpunkt: Der Story. Erstmal braucht das Buch mindestens ein drittel Zeit, um in Fahrt zu kommen, dann versteht man erstmal nicht, warum so viel wind gemacht wird und am Ende habe ich noch nicht mal mehr gewusst, wer der "Täter" jetzt genau war. Oder die Täter. Also am Ende wurden alle Namentlich erwähnt, aber ich musste meinen Freund fragen, wer das nochmal alles war - er konnte sie aber auch nicht mehr zuordnen. Alle Krimi-Akteure außerhalb von Rebecca und "Mama" gehen über in eine ziemlich graue Masse.

    Die Autorin kriegt nur ganz eben so die Kurve, dass sich der Kreis schließt und zumindest im groben der Fall klar ist. Ich fand das allerdings sehr schade. Ich könnte mir aber vorstellen, dass hier das Lesen vermutlich einiges vereinfacht. Abseits vom Fall waren die Schafs-Aktivitäten (wie schon mehrfach erwähnt) grandios und auch gut beschrieben - vielleicht eben auf Kosten des Falls zu gut.


    Noch eine Kleinigkeit zur Sprecherin Andrea Sawatzki: Sie hat eine angenehme Stimme, eher flach und ruhig und an den richtigen Stellen ein bisschen kratzig - vor allem wenn es um die Ziegen geht :lol: Ich kann mir aber vorstellen, dass einige nicht gut mit der Vertonung der männlichen Schafe (vorwiegend Otello und Moppel) klar kommen würden, weil sie sehr dumm klingen und so, als wenn sie fast dauerhaft einen O-Mund beim Sprechen dieser gemacht hätte. Ich weiß nicht, wie ich das anders beschreiben soll. :uups:

    Mir hat das Zuhören aber die meiste Zeit Spaß gemacht.



    Alles in allem habe ich dem (Hör-)buch :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne gegeben.

    Einen:bewertung1von5: habe ich wegen der Story und der grauen Masse an Begleitcharakteren abgezogen, den :bewertungHalb: wegen einiger verschwurbelter Mystik-Szenen, wo ich nicht mehr durchgestiegen bin.

    1. Garou

      (Ø)

      Verlag: Random House Audio


    Mein Jahr 2019 (SuB 296/360): :study:: 55 :musik:: 40 :wuetend:: 2

    Aktuelles Jahr (SuB 360/378): :study:: 12 :musik:: 8 :wuetend:: 0