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Gabriele Lukacs - Wien, Geheimnisse einer Stadt

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Wien: Geheimnisse einer Stadt: Rätselhaf...

4.5|2)

Verlag: Pichler

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 208

ISBN: 9783854317302

Termin: Januar 2016

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  • Inhalt

    Gabriele Lukacs zeigt ihren Lesern in diesem reich bebilderten Band ein "etwas anderes" Porträt der Stadt Wien. Vorgestellt werden zwar viele der üblichen touristischen Sehenswürdigkeiten, doch lernt sie der erstaunte Besucher bzw. Leser unter einem ganz neuen Blickwinkel kennen. Die Autorin, die mit ihren Mystery Tours bereits einen großen Personenkreis als Stadtführerin angesprochen hat, führt ihre Klientel weit in die Vergangenheit, um sie mit dem mystischen und magischen Denken unserer Vorfahren bekannt zu machen. Jahrhundertelang gehörten Zahlen und Symbole, geheime Codes und Schriften ganz selbstverständlich zum Alltag bestimmter Bevölkerungsschichten bzw. Berufsgruppen. Kaum eine Kirche, ein Schloss, eine Parkanlage, die nicht nach den Regeln einer rätselhaften Zahlensymbolik errichtet wurden.

    Wer offenen und aufmerksamen Sinnes durch Wien wandert, wird nach der Lektüre viele Hinweise an Gebäuden und Denkmälern erkennen, aber auch für größere Zusammenhänge bietet das vorliegende Buch eine gute Hilfestellung.


    Die Autorin

    Gabriele Lukacs ist als geprüfte Fremden- und Wanderführerin sowohl in Wien als auch in Niederösterreich unterwegs. Sie beschäftigt sich seit langem mit dem Mystisch-Geheimnisvollen. Kein Stein, keine Gruft, kein Hinterhof in Wien ist vor ihren Nachforschungen sicher.

    Einige ihrer Veröffentlichungen sind: "Geheimnisvolle Unterwelt von Wien", "Kraftorte im Waldviertel", "Kraftorte im Weinviertel".


    Der Fotograf

    Sven Posch, geboren in Wien, hat einen Hang zum Außergewöhnlichen. Ihn fasziniert die Jagd nach der Alchemie des Augenblicks, die Wahrheit, die zwischen Licht und Schatten liegt. Diese Momente fängt er mit der Kamera ein. Seine Themen sind: die spirituellen Kräfte verborgener Plätze, die sensible Dynamik von Menschen in ausgesuchter Gesellschaft, die kaum fassbare Körperbeherrschung von Extremsportlern und die künstlerische Perfektion der Natur.


    Meine Meinung

    Der Untertitel des Buches - Rätselhafte Zeichen, verschlüsselte Botschaften - hätte mich fast davon abgehalten, es zur Hand zu nehmen, weil das Mystische und Mythische, das Geheimnisvolle und Magische nun einmal so gar nicht meine Sache ist. Wer dieselben Befürchtungen hegt, den kann ich guten Gewissens beruhigen, wird sich ihm doch eine ganz und gar faszinierende Welt eröffnen, die nichts mit dem Übersinnlichen zu tun hat, sondern einst ganz selbstverständlich im Leben unserer Vorfahren verankert war.

    Schon die Stadtgründung Wiens im 12. Jahrhundert im Hinblick auf die ältesten Kirchen fördert Erstaunliches zutage, und diese "Aha-Erlebnisse" bleiben dem Leser buchstäblich bis zur letzten Seite erhalten.

    Vom Pentagramm, das sich dem Eingeweihten über dem Schönbrunner Schlosspark offenbart, werden sicher die wenigsten Wienbesucher (und wohl auch nicht viele Einheimische) Kenntnis haben. Die barocke Gartenanlage wurde nach hermetischen und kabbalistischen Prinzipien errichtet und enthält viele verborgene Geheimnisse. Sogar die Entwürfe der Beete, aber auch der Schönbrunner Berg mit der Gloriette und der Obelisk mit seinen ägyptischen Hieroglyphen verkörpern die Philosophie der Freimaurer, Rosenkreuzer und Illuminaten. Äußerst interessant sind die Informationen über den Schönbrunner Obelisk mit seinen "echten" ägyptischen Schriftzeichen, die eine sinnvolle Geschichte erzählen, obwohl der Obelisk nachweislich bereits ein halbes Jahrhundert vor der offiziellen Hieroglyphen-Dechiffrierung errichtet wurde.

    Zwischen Schönnbrunn und dem zweiten Highlight dieses Buches, dem Stephansdom, der nicht nur durch seine Maße, sondern durch jeden Stein zu seinen Besuchern spricht, sofern man die Zahlen und Zeichen zu deuten versteht, liegt eine unglaubliche Fülle wenig bekannten Wissens.

    Die Autorin erklärt uns die Zahlenmystik des Renaissancekaisers Maximilian II., oder die Vorlieben der Habsburger für Geheimschriften und Geheimcodes, die teilweise entschlüsselt werden konnten, sich aber auch oft einer Auflösung entziehen. Was es mit Friedrich III. rätselhaftem Motto A. E. I. O. U. auf sich hat, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben ("Aller Ehrgeiz ist Österreich unbekannt" :wink: wird er sich eher nicht aufs Tafelgeschirr geschrieben haben). Aber auch Friedrichs Sohn Maximilian I. hielt die Geheimniskrämerei hoch. Seine Tagebücher, die er in einer selbst erfundenen Geheimschrift verfasste, wurden bis heute nicht entziffert.

    Fasziniert haben mich auch die Chiffren der Barockzeit, Chronogramme, die dem Kundigen allerhand Wissenswertes über ein Bauwerk verraten, während viele Habsburger ihren Fingerabdruck für die Nachwelt in Form fantasievoller Monogramme hinterließen.

    Und so stolpert der Leser weiter auf Schritt und Tritt über rätselhafte Zeichen und Symbole, etwa am Federlhof oder am Schweizertor, bis er schließlich sinnend vor dem Runentor steht, das den Eingang zum Bundeskanzleramt ziert.

    Die Fassade der Franziskanerkirche bietet dem Betrachter gar ein göttliches Wortspiel, ehe er sich im Kircheninneren fragt, wie wohl eine Axt in den Oberarm der Madonna am Hochaltar geriet.

    Was bedeuten Brezel, Kipferl, Beugel, Striezel, Schusterlaberl und Weckerl in Stein gemeißelt? Und warum hängt ausgerechnet ein Steinwürfel in einer Greifzange über einem kunstvoll geschnitzten Eingangstor, das voll tiefer Symbolik steckt? Das Tor ist unverschlossen, hat weder Türklopfer noch Glocke und gewährt dennoch nur einem kleinen Kreis Eingeweihter Zutritt.

    Die Donaumetropole, genauer gesagt die Minoritenkirche, birgt tatsächlich eine Sensation, nämlich Leonardo da Vincis "Letztes Abendmahl" als weltweit einzige Kopie nach den Originalmaßen. Welche verschlüsselte (unglaubliche) Botschaften das Bild enthält, und warum diese 200 Jahre alte Kopie dem Original näher ist als das Original selbst, erklärt Frau Lukacs genauso charmant wie noch viele andere Geheimnisse "ihrer Stadt".

    Es werden aber nicht nur Botschaften einer sehr fernen Vergangenheit vorgestellt; einer der jüngsten Geheimcodes in Wien stammt von österreichischen Widerstandsgruppen während des 2. Weltkrieges.

    Und selbst im Internetzeitalter wird auf Geheimzeichen zurückgegriffen, um die Stadt Wien (und viele andere Städte weltweit) mit Pixel Codes zu "erobern".

    Die Autorin versteht ihr unglaubliches Wissen so verständlich und unterhaltsam weiterzugeben, dass der Wunsch erwacht, selbst auf Erkundungstour zu gehen, um das bisher Gelesene weiter zu vertiefen. Gabriele Lukacs hat ein unheimlich interessantes und spannendes Buch vorgelegt, das sicher nicht nur Touristen begeistern wird. Auch gebürtige Wiener könnten daraus noch so manche Neuigkeit erfahren.

    Großes Lob gebührt auch dem Fotografen Sven Posch, der dem Buch durch seine wunderschönen, stimmungsvollen Bilder eine bezaubernd-geheimnisvolle Atmosphäre verleiht.


    Fantastische :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • einer der jüngsten Geheimcodes in Wien stammt von österreichischen Widerstandsgruppen während des 2. Weltkrieges.

    Das ist etwas das alle wiener Kinder in der Schule lernen und beim Besuch des Stephansdomes gezeigt bekommen. :lol:

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