David G. Compton - Das elektrische Krokodil / The Electric Crocodile / The Steel Crocodile

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Das elektrische Krokodil

4|1)

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 255

ISBN: 9783453309036

Termin: Januar 1899

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  • Über dieses Buch

    Das Buch aus dem Jahr 1970 (übersetzt ins Deutsche 1973) wurde sowohl für den Nebula Award als auch für den Locus Award für den besten Roman nominiert, hat aber wohl damals leider nicht ganz den Geist der Zeit getroffen. Um so mehr denke ich, dass dieser Roman aktuell sehr gut die aktuelle Situation in der Welt trifft, weswegen ich mich entschloss diese Rezension zu schreiben.


    Meinung + Bewertung

    Das Buch, obwohl etwas trocken geschrieben, beschäftigt sich mit der Macht der Computer und der Algokratie - ein Wort, das erst letztes Jahr (2018) im Rahmen der allgegenwärtigen Internet- bzw Computer-Algorithmen geprägt wurde. Der Bohn 507 ist eine gewaltige Datenbank von wissenschaftlichen Arbeiten auf der Welt und David G. Comptons Buch beschäftigt sich mit der These, dass Computer wesentlich schneller in der kreativen Ausarbeitung und Assoziierung der wissenschaftlich formulierten Doktorarbeiten sind - und entsprechend schneller als ein Mensch die verschiedenen Thesen verarbeiten kann um so Erkenntnisse und Erfindungen vorzugreifen, sowohl militärisch als auch gesellschaftlich. Compton formuliert dabei ähnlich wie George Orwell ein dystopisches Bild einer Gesellschaft, die in den Fängen eines diktatischen Systems der privaten Überwachung des Colindale-Instituts stecken, weil die Wissenschaft - der Gral der Erlösung - sich von den kleingeistigen Menschen distanziert. Sie sieht dies als Opfer, weil ein paar geniale Köpfe über den Bohn 507 wachen, um logokratisch eine Entscheidung herbeizuführen, ob der Computer eine heilsführende Entdeckung gemacht hat und oder nicht. Dieser Supercomputer wird deswegen auch elektrisches bzw. Stahl-Krokodil genannt, weil er nur nach vorne schauen kann - er kann sich nicht umdrehen, das übernehmen die Wissenschaftler und sehen es als ihre Aufgabe an, über Moral und Ethos zu wachen. Und genau das ist gerade der Punkt, warum das Buch gerade jetzt - knapp 50 Jahre später mit der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und immer besseren Supercomputern - den Zeitgeist wesentlich besser trifft als damals. Es zeichnet eher undramatisch eine Dystopie auf, die wir derzeit in anderer Form gerad im Internet beobachten können...


    Ich fand es ein wenig schwierig, in das Buch hinein zu kommen, weil es verschiedene Ebenen aufgreift und auf grundsätzlich eher seltsame Art polarisiert. Es gibt Abigail, die ein wenig mit ihrem Ehemann Matthew Oliver im Clinch liegt, sogar auf zwei Wegen: Einmal als gläubige Katholikin gegen die Wissenschaft, die er repräsentiert und einmal als Ehefrau in einer unglücklichen Ehe, die beide sich schönreden. Ihr Ehemann, der sich überreden lässt, im Institut als Agent der AFB zu arbeiten aber dann selbst ein wenig Gefallen an der Arbeit findet. Zuletzt folgt noch der Bruder von Abigail, der sich als Rebell gegen das System von ihr abwendet. Und zusätzlich noch der Hauptstrang, der wissenschaftlichen Ethos, der sich durch den Roman zieht.

    Ein sehr vielschichtiger Roman also, der in sich relativ geschlossen aber anfangs eher unspannend herüberkommt. Erst ab ungefähr der Hälfte nimmt der Roman an Fahrt auf und kann sich ein wenig abgrenzen, so dass ich mich besser auf die Geschichte konzentrieren konnte.

    Erst zum Ende hin gefiel mir das Buch, vorher hätte ich es gelangweilt weggelegt und es schlechter bewertet.

    Die Konflikte habe ich oben ein wenig umschrieben, aber die Geschichte selbst lasse ich hier ein wenig offen, damit ich den wenigen spannenden Elemente im Buch nicht vorgreife. Wer sich also auf das Buch einlassen kann, wird überrascht sein, wie aktuell der im Buch aufgezeigte Computer-Mensch-Konflikt ist - ich nehme da gern den Vergleich, dass es so ähnlich wie "1984" von George Orwell ist, als die Snowden-Affäre hochkam...


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Statistik 2019: Bücher: 13 <:~:> PR-Classics: 50 <:~:> ATLAN: 37/850 <:~:> Perry-Rhodan: 3024/3025
    Perry Rhodan EA Aufholgjagd: akt. Stand: 649 / 2874 << 2015: 73 << 2016: 215 << 2017: 159 << 2018: 152 << 2019: 50

    :study: ... nächstes Buch wird geladen: 36 %

    "Ich mag lange romantische Spaziergänge durch Buchläden". -Goodreads

  • Mario

    Hat den Titel des Themas von „David G. Compton - Das elektrische Krokodil / The Steel Crocodile“ zu „David G. Compton - Das elektrische Krokodil / The Electric Crocodile / The Steel Crocodile“ geändert.
  • Zitat

    Verlag: Heyne Verlag


    Seitenzahl: 255

    ISBN: 9783453309036

    Termin: Januar 1899

    Interessantes Erscheinungsjahr für ein Buch über Computer

    :loool:

    „An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert.“

    Erich Kästner

    "Das fliegende Klassenzimmer"


    Warnhinweis:
    Lesen gefährdet die Dummheit


    :study:

  • Interessantes Erscheinungsjahr für ein Buch über Computer

    Schau mal unter Charles Babbage und Hollerith nach, beide vor 1890 :wink:

    Obwohl bei Compton muss ein Fehler vorliegen, dieses Biuch ist im Original 1970 erschienen und David Guy Compton ist 1930 geboren.

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • okok , Mara 1:0 für dich, obwohl Rechenmaschinen etc. für mich empfindungsmäßig noch nicht zu den Computern zählen.

    „An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert.“

    Erich Kästner

    "Das fliegende Klassenzimmer"


    Warnhinweis:
    Lesen gefährdet die Dummheit


    :study:

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