Ulrich Woelk - Der Sommer meiner Mutter

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Der Sommer meiner Mutter

4.2|3)

Verlag: C.H.Beck

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 189

ISBN: 9783406734496

Termin: Januar 2019

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  • Autor: Ulrich Woelk

    Titel: Der Sommer meiner Mutter

    Seiten: 189
    ISBN: 978-3-406-73449-6

    Verlag: C.H. Beck


    Autor:

    Ulrich Woelk wurde 1960 in Bonn geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Von 1980-1987 an, studierte er physik und Philosophie an der Universität Tübingen. Er arbeitete bis 1995 an der Technischen Universität Berlin, sowie in Göttingen als Astrophysiker. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1990. 1991 promovierte er über Weiße Zwerge in engen Doppelsternsystemen. Seit 1995 lebt Woelk als freier Schriftsteller in Berlin. Er schreibt Theaterstücke, Romane und Hörspiele. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt.


    Inhalt:

    Sommer 1969. Der elfjährige Tobias fiebert am Standtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen, während sich seine eher konservativen Eltern mit den neuen, politisch engagierten udn flippigen Nachbarn anfreunden. Deren dreizehnjährige Tochter Rosa bringt Tobias nicht nur Popmusik und Literatur bei, und zwischen den Ehepaaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung. Aber die Liebe geht andere Wege, als vermutet. Und so erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation... (Klappentext)


    Rezension:

    Auf je mehr Seiten eine Geschichte erzählt wird, um so größer sind die Chancen, dass das Gesamtbild stimmig ist. Einfach der Tatsache geschuldet, dass ein Autor bei einer umfangreichen Erzählung mehr Zeit und Platz hat, Handlungen und Protagonisten auszugestalten und Tiefe zu geben. Dann gibt es jedoch auch die Autoren, die es schaffen, auf wenigen Seiten viel und gut zu beschreiben, was den einzelnen Figuren passiert und Ulrich Woelk gelang mit "Der Sommer meiner Mutter" genau dies.


    Wir schreiben das Jahr 1969, das Jahr politischer Auf- und Umbrüche. Tobias, gerade erst elf Jahre alt geworden, lebt mit seinen Eltern in einem ländlichen Vorort von Köln und interessiert sich für Raumfahrt, zumal die erste Mondlandung kurz bevorsteht. Das Einzelkind, umsorgt von seinen Eltern, bekommt mit, wie sich diese immer mehr auseinanderleben, seine Mutter versucht für sich eine neue Rolle zu finden, der Vater hält noch an seinem althergebrachten Gesellschaftsbild fest und da kommt es gerade recht, dass im Nachbarhaus eine neue Familie einzieht. Das völlige Gegenteil von Tobias' Familie, deren Leben sich nun verändert.


    Geschildert werden sanft die vorstädtisch ländliche Idylle, einhergehend mit sesiblen Charrkaterbeschreibungen und einem ziemlich unspektakulären Handlungsverlauf. Es passiert auf diesen wenigen Seiten nicht viel, aber es reicht vollkommen aus, um Tobi und Rosa lieb zu gewinnen und das Umfeld, welches sich aus Kindersicht immer schneller dreht, am Ende den Abgrund entgegen gehen wird, wie ein Schwamm aufzunehmen. Zudem ist nicht nur die Handlung oder das lieb zusammengestellte Protagonistenensemble zu erwähnen, sondern auch die Sprache, die solche tollen Sätze hervorbringt, wie:


    Zitat

    "Ich möchte nicht, dass du den Mond verlierst."


    Das ist doch großartig. Der Autor hat, das merkt man diesen Roman an, auch Philosophie studiert, drängt dies seinen Lesern jedoch überhaupt nicht auf, hat dies fein in diese Geschichte eingewoben. Es geht hier jedoch nicht nur um Sprache, Philosophie oder der ersten Mondlandung selbst. Woelk hat es vielmehr fertig gebracht, so ganz nebenbei den gesellschaftlichen Wandel zu jener Zeit, Emanzipation und Rollenfindung, ja selbst den Coming-of-Age-Teil stimmig unterzubringen. Präzise und glaubwürdig. Auf so wenigen Seiten.


    Aus den C.H. Beck Verlag ein Kleinod und kleiner großer Roman, dessen Komponenten so stimmig sind, wie die Teile des Raumfahrtprogrammes der NASA es waren, welche zur Mondlandung führten. Der Autor hat es nicht nur geschafft, seinen beiden Berufen, den des Schriftstellers und des Astrophysikers Respekt zu zollen, sondern eine vielschichtige und lesenswerte Geschichte vorgelegt, die sich zu lesen lohnt.

  • Danke für die Rezi! Das tummelt sich bei mir auch auf dem Stapel.:thumleft:

    :study: All die unbewohnten Zimmer - Friedrich Ani

    :montag: Das Rosenpalais - Anna Jonas

    :montag: Die Stadt der Symbionten - James A. Sullivan

    :musik: Killgame - Andreas Winkelmann

  • Danke für die Rezi! Das tummelt sich bei mir auch auf dem

    Tolino. Du machst mich mit deiner Rezi neugierig auf das Buch findo. :applause:

    :study:




    Es gibt viele Wege zum Glück. Einer davon ist, aufhören zu jammern.

    Albert Einstein

  • Für mich hätten es schon ein paar mehr Seiten sein können. Über weite Strecken findet der Autor schöne Bilder, um (seine?) Kindheitseindrücke zu beschreiben. Zum Ende wird dann aber alles ziemlich schnell abgehandelt für meinen Geschmack.

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