Marc Girardelli, Michaela Grünig - Eiskalte Spiele

  • Doping mit Folgen



    Eiskalte Spiele, Kriminalroman von Michaela Grünig und Marc Girardelli, 270 Seiten, erschienen im Emons Verlag.

    Ein spannender Kriminalroman im Skisport-Milieu mit Dopinghintergrund. Andrea Brunner und Marc Gassmann ermitteln in ihrem dritten gemeinsamen Fall.

    Mehrere renommierte Profi-Skisport-Trainer begehen Selbstmord. Bei den Leichen werden gleichlautende Geständnisse gefunden. Ein weiterer Trainer ist verschwunden und Hans Bischoff, der Trainer von Marc Gassmann erhält ebenfalls eine Morddrohung. Gassmann versucht bei den Spielen in Südkorea noch einmal nach olympischem Gold zu greifen. Zusammen mit seiner On/Off Freundin der Polizistin Andrea Brunner, die Bischoff bewachen soll, macht er sich auf zu den Winterspielen in Pyeongchang. Gelingt es Andrea, Marc und Hans zu schützen oder gerät sie selbst in Gefahr?

    Das Buch ist in 20 spannende Kapitel eingeteilt, die in übersichtliche Leseabschnitte aufgeteilt sind. Das Autorenduo hat als Stilmittel die auktoriale Erzählweise gewählt. Die Erzählung gliedert sich in zwei Erzählstränge. Der Teil aus der Sicht des Täters ist in kursiver Schrift gedruckt, deshalb hat der Leser zu jeder Zeit Gelegenheit sich in der Handlung zurechtzufinden. Lebhafte Dialoge und ein bildhafter, wortgewaltiger Erzählstil gewähren eine flüssige und schnelle Lektüre.

    Grünig und Girardelli haben es wieder einmal geschafft mich zu verblüffen, die Story, die schon mit einem Knaller beginnt steigert sich bis zu einem nervenzerreißenden Finale ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Bis zum letzten Kapitel wusste ich nicht, wer für die Taten verantwortlich ist, das Ende ist so überraschend, die Gedanken und Pläne des Täters haben mich komplett in die Irre geführt. Chapeau! Nebenbei habe ich noch sehr viel über das Thema Doping erfahren, diese Abschnitte zeugen für hervorragende Recherchearbeiten. immer wieder faszinieren mich in den Krimis der Autoren, die Beschreibungen eines Abfahrtsrennens aus der Sicht des Sportlers, oder das harte Training das einem Erfolg vorangeht, ich war mir bewusst, dass für diese Szenen Girardelli verantwortlich ist, er weiß schließlich wovon er schreibt. Meine Lieblingscharaktere, Marc und Andrea, die ich nach dem 3. Krimi nun schon sehr gut

    kenne waren mir wieder sehr sympathisch, ich bin schon ein Fan der beiden geworden und hoffe, dass es für die Zukunft noch viel zu erzählen gibt. Mit dem Mörder hatte ich zwar kein Mitleid, ich konnte aber die Gründe für die Taten nachvollziehen.

    Ein hervorragender Ski-Krimi, der sich fast von alleine liest, es ist den Autoren tatsächlich gelungen, die Spannung und meine Begeisterung noch zu steigern. Geeignet für Wintersport-Fans die Krimis mögen, für die Fans der Reihe und alle anderen die sich von einem hervorragend recherchierten Krimi begeistern lassen, es ist möglich dieses Buch als Einzelband zu lesen, es wäre aber schade sich die Vorgängerbände entgehen zu lassen. Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung. Von mir die Goldmedaille, 5 verdiente Sterne.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Kriminelle Machenschaften im Profisport, ein eiskaltes Business, das auch über Leichen geht

    Der dritte Kriminalfall rund um Skistar Marc Gassmann führt uns zu den Olympischen Spielen nach Pyeongchang, denn Marc will es noch einmal wissen. Abfahrtsgold wäre die Krönung seiner langen Karriere.


    Doch bevor sich Marc den eisigen Hang hinunterstürzen kann, gilt es für ON/OFF-Freundin Andrea und Alberto Passini eine Reihe von Todesfällen zu untersuchen. Betroffen sind mehrere Trainer aus dem Skizirkus, die angeblich Selbstmord begangen haben. Auffällig ist ein Zettel mit dem Wort „schuldig“, der jeweils neben den Leichen gefunden wird. Bis der gemeinsame Nenner gefunden wird, dauert es eine geraume Zeit. Andrea reist als Bodyguard von Hans, Marcs Trainer, der ebenfalls gefährdet scheint, nach Südkorea mit.


    Was haben diese seltsamen Todesfälle mit den Erpresserbriefen zu tun, die mehrere Skistars erhalten? Man droht, Dopingsünder zu enttarnen. Auch Marc erhält so ein Schreiben und gerät in Verdacht, sich unerlaubter Hilfsmittel zu bedienen.


    Meine Meinung:


    Dem Autoren-Duo ist wieder ein fesselnder Krimi im Umfeld des Spitzensports gelungen. Die Arbeit der Anti-Doping-Behörden und ihrer Labors wird genau beschrieben. Auch die Frustration, dass die Anwender der verbotenen Substanzen der WADA immer einen Schritt voraus sind, ist gut herausgearbeitet. Die Leser erfahren einiges über staatliches Doping, das häufig in nicht ganz so demokratischen Ländern angeordnet wird. Oftmals erhalten die Athleten ohne ihr Wissen und Einverständnis Dopingmittel verabreicht. Hier merkt man den Insider, der aus dem Nähkästchen plaudert.


    Wir haben es mit zwei Erzählsträngen zu tun, wovon einer die Gedanken und Beweggründe des Täters zu erklären versuchen.


    Der Leser wird mehrmals gekonnt aufs Glatteis geführt. Zwar weisen die Spuren recht bald in eine Richtung, doch im letzten Moment, überrascht das Autoren-Duo mit einer nicht erwarteten, aber gekonnt und plausibel dargestellten Lösung.


    Die Charaktere haben sich ein wenig weiterentwickelt. Dies gilt im Besonderen für den Schweizer Kriminalbeamten Albert Passini. Andrea und Marc haben sich noch immer nicht zusammengerauft. Einerseits verstehe ich Andreas Drang nach Unabhängigkeit und andererseits Marcs Suche nach Nähe. Noch ist keiner der beiden bereit, einen Schritt auf den anderen zuzugehen. Aber, so geht dem Autoren-Duo der Stoff für einen vierten Krimi nicht aus.


    Hervorheben möchte ich das stimmige Cover, das durch sein winterliches Aussehen perfekt zum Inhalt passt. Der hohe Wiedererkennungswert lässt Fans von Michaela Grünig und Marc Giradelli blind nach diesem Krimi greifen.


    Fazit:


    Ein sehr gut recherchierter, fesselnder Krimi, der in einem nicht alltäglichen Umfeld angesiedelt ist. Von mir gibt’s hier 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

    "Ein Tag ohne Buch ist ein verlorener Tag"


    "Nur ein Lesender kann auch ein Schreibender sein oder werden" (Maria Lassnig/1919-2014)