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Karin Kehrer - Todesklang und Chorgesang

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Todesklang und Chorgesang

4.5|2)

Verlag: Midnight

Bindung: E-Book

Seitenzahl: 256

eISBN: 9783958192263

Termin: Oktober 2018

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  • Klappentext:

    Seit die pensionierte Bee Merryweather in das beschauliche South Pendrick gezogen ist, genießt sie die Schönheit der Natur und die Ruhe in vollen Zügen. Nur für ihr geliebtes Hobby, das Singen, muss sie einiges auf sich nehmen. Denn der Chorleiter Peter Bartholomew geizt nicht mit barschen Worten und reizt einige Chormitglieder bis aufs Blut. Und dann ist er tot. Ausgerechnet Bee findet Peter eines Morgens mit erstarrter Miene in seinem Haus. Seitdem lässt ihr der Fall keine Ruhe. Wer hatte einen Grund, Peter zu töten? Der Startenor, der keiner ist? Der Pfarrer, der ein ziemlich merkwürdiges Hobby pflegt? Oder die junge Frau im roten Kleid, die aus Peters Haus kam und die niemand je zuvor im Dorf gesehen hat?


    Meine Meinung:

    Ein kleines Dorf in Cornwall: ein kleiner Lebensmittelladen, eine Kirche, eine Schule mit nur 2 Lehrern. Hier wohnt Bee, seit dem Unfalltod ihres Mannes, alleine in einem hübschen Cotttage. Sie häkelt gerne und singt im Dorfchor mit. Am Tag nach einer hitzigen Chorporbe ist der Chorleiter Peter tot. Böse auf ihn war fast das ganze Dorf, war er doch ein recht arroganter Mensch. Aber auch an seinem früheren Wohnort Oxford hat Peter sich Feinde gemacht. Trotz seiner Unbeliebtheit setzt sich Bee in den Kopf, den Mörder zu finden. Eine schwierige und nicht ungefährliche Sache, auf die sich Bee einlässt. Doch an der Seite des Gerichtsmediziners Dr. Strong fühlt sie sich wohl dabei.


    Viele dunkle Geheimnisse durchziehen diesen Cosy-Krimi, der mit viel Lokalkolorit aufwartet. Ich mochte die farbenfrohe Bee, die die Gepflogenheiten der Dorfbewohner gut kennt, obwohl sie noch nicht so lange im Dorf wohnt.


    Auch die anderen Charaktere, insbesondere die Chormitglieder, lernt man gut kennen. Die Autorin beschreibt das Alltagsleben bildlich, dass man sich das fiktiven South Pendrick gut vorstellen kann.


    Die geheimnisvolle Geschichte ist gut durchdacht, kurzweilig und flüssig zu lesen. Durch viele unerwartete Wendungen rätselt man bis zum Schluss mit. Wer Krimis, die in kleinen Siedlungen spielen, Musik und Pflanzen mag, der sollte hier zugreifen.


    Fazit:

    Gemütliches und gelungenes Krimivergnügen!

    4 Punkte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Sympathische Neuentdeckung


    Für ein Krimidebüt bin ich wirklich ausserordentlich positiv überrascht! Dieses Buch las sich erfrischend-locker-leicht weg, ohne jedoch vorhersehbar zu sein. Es hat die Atmosphäre in einem britischen Dorf hervorragend eingefangen – zumindest so, wie man sich das als langjähriger Zuschauer von „Inspector Barnaby“ so vorstellt…! Die Hauptfigur, Bee Merryweather, ist sehr sympathisch, und bringt sich – natürlich – am Ende selbst in Gefahr. Und die Kriminalhandlung selbst ist sehr abwechslungsreich, und spielt mit den Schrullen der Dorfbewohner.


    Bee Merryweather ist erstens verwitwet, und zweitens Mitglied im Chor von Peter Bartholomew. Mit viel Hintersinn werden die anstrengenden Proben und die gelegentlichen Ausbrüche des Exzentrikers Peter geschildert, bis eines Tages – natürlich! - Bee seine Leiche findet. Sie scheint insgeheim froh zu sein über die Abwechslung – zumindest fängt sie sofort an, herumzuschnüffeln. Sie stellt Fragen, und wird dabei unterstützt von ihrem guten Freund, dem Dorfsergeanten David, sowie dem Arzt des Dorfes, Doctor Strong.


    Allmählich stellt sich heraus, dass Peter vergiftet wurde. Und es kommen beinahe pro Kapitel neue interne Verwicklungen der Dorfbewohner zutage. Das ist köstlich und unterhaltsam! Man mag zwar mitraten, aber eine wirkliche Chance hatte man als Leser nicht. Zumindest sehe ich das so – und das, obwohl ich seit Jahrzehnten Krimis lese. Hut ab!


    Das ganze Buch atmet eine Liebe zum dörflichen England, dass es eine wahre Freude ist. Der Adel ist verarmt. Im Pub treffen sich die Landwirte am Markttag. Der Pfarrer ist liebenswert verpeilt. Im Dorfladen wird getratscht. Und selbstverständlich gibt es eine Bridge-Runde, sowie mindestens eine uneheliche Schwangerschaft…! Das mag alles klischeehaft klingen, wird aber sehr liebenswert geschildert. Hinzu noch die wirklich drollig ausgesuchten Namen – Merryweather, Bartholomew… und erst die Katzen von Bee! Othello, Jago und Desdemona! Herrlich!


    Das Buch endet mit einer kleinen offenen Frage – nämlich einer zarten, beginnenden Romanze zwischen Bee und… aber das verrate ich nicht. Ich hoffe, noch mehr von Bee zu lesen. Eine Miss Marple ist sie nicht, aber eine gelungene Protagonistin allzumal. Eindeutige Leseempfehlung für alle Fans von „cosy crimes“.

    "Ein Mensch, der Ideale hat/
    Der hüte sich, sie zu erreichen!/
    Sonst wird er eines Tags anstatt/
    Sich selber andern Menschen gleichen."
    (Erich Kästner) :):)

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