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Neal Adams - Batman-Collection Band 4

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Batman-Collection: Neal Adams, Band 4

4.5|1)

Verlag: Panini

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 196

ISBN: 9783866079267

Termin: Februar 2010

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  • Batman Collection: Neal Adams


    Mit dem vorliegenden Sammelband 4 schließt der Panini Verlag die Neal Adams Batman Collection ab. Die in diesem Band veröffentlichten Storys stammen aus den US-Ausgaben Batman 243-245, 251, 255, sowie Power Records 27 und 30 aus den Jahren 1972 bis 1974, für die sich Neal Adams als Zeichner verantwortlich zeigte. Adams hatte zu dieser Zeit schon längst eine Ausnahmestellung als Zeichner erlangt und war auch über das Medium Comic hinaus bereits anerkannt. Wie kein anderer Comiczeichner zuvor hatte er bis dahin den Dunklen Ritter mit seinem einzigartigen Zeichenstil fast schon zu einer Ikone gemacht und damit nachfolgende Generationen von Künstlern beeinflusst. Bis heute wird sein Stil kopiert. Die Geschichten dieses Bandes zeigen die Arbeiten des gereiften Künstlers Neal Adams. Sein einzigartiger Stil, die Perspektiven und die Dynamik der Bewegungen sind nach meiner Auffassung hier auf dem Gipfel seines Schaffens und gehen in ihrer Qualität noch über die Arbeiten aus den vorhergehenden Bänden 1-3 der Reihe hinaus.


    Die Beantwortung der Frage, warum ausgerechnet seine zeichenhandwerklichen Fähigkeiten so kompatibel für die Figur Batmans sind, wird sich rationellen Überlegungen sicherlich entziehen. In einem der Vorworte kann diese dort ebenfalls aufgeworfene Frage nicht einmal von Meister persönlich beantwortet werden. Aber wem sich von uns Lesern die unverwechselbaren Manierismen von Neal Adams einmal in das Gehirn eingebrannt haben, der wird sie wohl Zeit seines Lebens nicht mehr vergessen.


    Ein Beispiel meiner Behauptung kann ich übrigens aus eigener Erfahrung aufführen: Eine Story in dem vorliegenden Band (Wolfsmond/Moon of the Wolf vom März 1974) war mein erster, allerdings ziemlich in die Hose gegangener, Kontakt mit Superhelden. Diese Story ist erstmals in Deutschland im August 1974 vom Ehapa Verlag in dem dort erscheinenden Magazin Superman/Batman veröffentlicht worden (siehe Bild unten). Ich habe aufgrund des so fantastischen Covers damals als 8-jähriger Steppke meiner Großmutter am Zeitungskiosk so lange in den Ohren gelegen, bis sie mir das Heft - entgegen den Warnungen des Verkäufers! - kaufte. Der Mann wusste wohl schon, welch ein unheimlich-düster gezeichnete Story von Neal Adams darin enthalten war. Nachdem ich das Heft dann in der Wohnung meiner Oma durchgeblättert habe, bekam ich um den gegen einen schier übermächtigen Werwolf kämpfenden Batman dermaßen viel Angst, dass ich zu weinen begann und meine Oma das Heft dann gegen ein Fix & Foxi – Magazin umtauschen musste. Ich bin jetzt 52 Jahre alt und viele Jahre liegen meine Gehversuche in der Welt der Superhelden zurück, jedoch die düsteren Bilder dieser so unheimlichen Story habe ich bis heute im Kopf behalten!


    Damit diese Storys wohl auch aktuell ein jüngeres Lesepublikum besser ansprechen, wurden die Bilder eigens für diese Ausgabe von Neal Adams persönlich neu coloriert und entsprechen damit auch optisch den Anforderungen modernerer Geschmäcker. Für die älteren Puristen könnte dies vielleicht als eine Respektlosigkeit von Adams vor seinem eigenen Werk aufgefasst werden. Aber tatsächlich gestört hat es mich nicht.


    Alles in allem ist mit der Neal Adams Collection sicherlich für viele ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. Und wer von uns in etwa eine Ahnung davon hat, wie schleppend sich in Deutschland neu aufgelegtes klassisches Superheldenmaterial verkauft, kann sich in etwa ausdenken, welch ein Risiko Panini mit der Veröffentlichung dieser Reihe eingegangen ist. Dass diese nun vollständig abgeschlossen werden konnte, zeigt mir aber auch, dass die Sammlung eine herausragende Stellung bei der Veröffentlichung von klassischem Material hat. Daher kann dieser Band neben Nostalgikern auch denjenigen unter uns empfohlen werden, die zeitlos gute (Comic)-Kunst lieben und auch bereit sind, über den einen oder anderen der Zeit geschuldetem, erzählerischem Mangel hinwegsehen zu können.

  • Squirrel

    Hat das Thema aus dem Forum Fantasy nach Papierkorb verschoben
  • edit: erledigt

  • Squirrel Die Sammelbandregel ist mir natürlich ein Begriff. Aber in diesem Fall ist es so, als wollte man einen Kurzgeschichtenband nicht zulassen, weil die Kurzgeschichten zuvor in literarischen Magazinen oder Zeitungen erschienen wären, in diesem Fall halt in schnell rausgeschossenen Comicheften und oft willkürlich zusammgestellten Comicmagazinen aus dem Zeitschriftenhandel, wenn ich das richtig sehe. Wollte man hier adäquat nach Erstveröffentlichung rezensieren, müsste man für jede einzelne Geschichte sehr aufwendig recherchieren und stieße dabei wieder nur auf andere, ältere, zerfledderte, heute schwierig aufzutreibende Magazine voller Comic-Kurzgeschichten, die die Zeichner für den Verlag gezeichnet haben, der sie dann in seinen unterschiedlichen Heftchen verbraten hat. Sind Kurzgeschichtenbände denn von der Sammelbandverbotsregel auch betroffen? Dann finden Kurzgeschichten hier bald noch weniger statt als so schon.:|

    Denton Welch "Jungfernfahrt" (391/452)


    Jahresbeste: Herbert Lieberman (2019), Emil Ferris (2018), Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
    Gelesen: 31 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: William H. Gass "Der Tunnel" (19.3.)

  • Squirrel

    Hat das Thema aus dem Forum Papierkorb nach Fantasy verschoben
  • Sind Kurzgeschichtenbände denn von der Sammelbandverbotsregel auch betroffen?

    Nein, sind sie natürlich nicht.:wink:

    Und nach Absprache im Team betrachten wir diese Ausgabe als thematisch in sich geschlossenen Kurzgeschichtenband, weshalb ich den Thread zurückgeschoben habe.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Batman-Collection: Neal Adams, Band 4“ zu „Neal Adams - Batman-Collection Band 4“ geändert.
  • Das freut mich! :)

    Das Amt des Dichters ist nicht das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht.



    H.H.

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