Elke Nansen - Tödliches Pilsum

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Tödliches Pilsum

4.5|2)

Verlag: Klarant Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 220

ISBN: 9783955739003

Termin: November 2018

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  • Kriminalhauptkommissar Richard Faber wird zu einem Fundort gerufen. Ein Wagen wurde zufällig im Ems-Jade-Kanal entdeckt. Schnell stellt sich heraus, dass es der Wagen des genialen Biochemikers Robert Gerber ist, der fünf Jahre zuvor spurlos verschwunden ist. Doch der Wagen ist leer und der Mann bleibt verschwunden. Faber nimmt sich mit seiner Kollegin Rike Waatstedt des Falls an. Das Schicksal scheint es nicht gut zu meinen mit der Familie Gerber. Erst ist die kleine Tochter gestorben, dann verschwand der Vater und nun ist Frau Gerber schwer krank. Es ist nicht einfach für den siebzehnjährigen Mark, der sich nicht nur um seine kranke Mutter kümmern muss, sondern auch nur um seine Schwester Lorena, die erst 10 Jahre alt ist. Und nun wird die alte Geschichte wieder aufgerollt…

    Dies ist mein erstes Buch aus der Feder von Elke Nansen, aber sicherlich nicht mein letztes, denn der Schreibstil ist angenehm zu lesen und der Krimi sehr spannend.

    Der Prolog führt uns zurück ins Jahr 1998, in der Uniklinik Hamburg-Eppendorf ein kleines Mädchen stirbt.

    Die sympathischen Kommissare Faber und Waatstedt haben es mit einem alten Fall zu tun, den sie aber unbedingt auflösen wollen. Sie stellen fest, dass die Kollegen seinerzeit sehr schlampig gearbeitet haben und vielen Spuren nicht nachgegangen sind. Er konnte sich mit dem Tod der Tochter nicht abfinden und nahm einen längeren Urlaub, um der Sache auf den Grund zu gehen. Sogar mit dem Thema „Todesengel“ hat er sich beschäftigt. Warum aber hatte Gerber seinerzeit eine Geldanlage aufgelöst und sich das Geld auszahlen lassen? Hat er sich vielleicht einfach abgesetzt? Es gibt eine Reihe von Motiven und Spuren, denen die Ermittler nachgehen müssen.

    Nicht nur Rike Waatstedt und Richard Faber haben mir als Ermittler gut gefallen, auch die anderen Kollegen waren gut und realistisch dargestellt. Besonders „Leichenfledderer“ Philipp Schorlau gab der Geschichte eine unterhaltsame Note.

    Ich hatte nach einer Weile einen Verdacht, den ich allerdings nicht wirklich begründen konnte, doch aus diesem Bauchgefühl wurde immer mehr ein handfestes Motiv und damit war auch der Täter klar. Trotzdem blieb es weiterhin spannend.

    Ein toller spannender Ostfriesland-Krimi.

  • Als im Ems-Jade-Kanal der PKW eines Entführungsopfers gefunden wird, bringt das neue Impulse für den schon Jahre zurückliegenden Fall, und es stellt sich heraus, dass es damals einige Ermittlungsfehler gab.


    Es handelt sich hier bereits um den vierten Roman um Richard Faber und seine Kollegen vom Kriminal- und Ermittlungsdienst in Emden, für mich ist es allerdings der erste. Das ist aber nicht weiter schlimm, man kann den Roman sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen, wird aber schon ein bisschen neugierig auf die vorherigen Fälle. Ich zumindest werde sie auf jeden Fall noch lesen.


    Der Fall ist interessant und wird im Laufe der Geschichte noch interessanter, es wird Erschütterndes aufgedeckt, das manchen Leser vielleicht an seine Grenzen bringen wird, sehr blutig geht es dabei zwar nicht zu, aber es schockiert, was manche Menschen anderen antun können. Die Autorin hat ein sensibles Thema gut umgesetzt, auf die Auflösung wird dann auch konsequent hingearbeitet – mancher Leser kann sich vielleicht relativ früh denken, worauf das Ganze hinausläuft, lesenswert bleibt der Roman dennoch. Die Ermittlungen wirken authentisch, als Leser erhält man das Gefühl, dabei zu sein, und die Autorin erzählt flüssig und spannend.


    Neben den Ermittlungen gibt es noch einen zweiten Erzählstrang um Richard Faber und seine Kollegin Rike Waatstedt, der ihr privates Leben betrifft. Ich bin ein Fan von Kriminalromanen, die auch das Privatleben der Ermittler thematisieren, und fand diesen Aspekt daher nicht störend – bis Rike Waatstedt gegen Ende der Geschichte recht unüberlegt handelt, und die Gründe in eben diesem Erzählstrang begründet sind. Das wirkte auf mich dann doch etwas aufgesetzt.


    Ich war sehr angenehm überrascht von diesem spannenden Roman mit seinem schwierigen Thema, das gut umgesetzt wurde, seinen sympathischen Ermittlern (meine Lieblinge sind Opa Knut und der „Wikinger“) und seinem Lokalkolorit. Für mich ist es ganz sicher nicht der letzte Band der Reihe. Ich vergebe gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Krimifans.

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