Wilhelm Genazino verstorben

  • Wieder ist ein guter deutscher Autor gegangen. Ich hatte gerade erst im November einen Roman von Genazino gelesen, "Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz". Er hat mir zwar nicht so gut gefallen wie "Ein Regenschirm für diesen Tag" oder die "Abschaffel"-Trilogie, aber auf S.149 findet sich darin eine Stelle, die als Nachruf für Wilhelm Genazino oder andere verstorbene Autoren, die man mag, stehen könnte.


    In dieser Szene sitzt der Protagonist in einer Kneipe in Amsterdam und liest in den Tagebüchern des Malers Max Beckmann, die ihn sehr faszinieren.


    Zitat

    Der Ober stellt einen Kaffe und einen Genever auf meinen Tisch. Ich lese einzelne Sätze aus Beckmanns Tagebüchern und schaue zwischendurch in die Gesichter der anderen Gäste. Ich habe das Gefühl, die gelesenen Sätze stehen noch in meinen Augen und könnten von den anderen Menschen wieder gelesen werden. Dabei will ich nur sagen, dass es einige Tote gibt, die uns aus ihren Gräbern heraus am Leben erhalten." (die fettgedruckten Sätze sind von mir hervorgehoben).


    Ein Trost bleibt: Zumindest gibt es noch einige Romane von Genazino, die ich noch nicht gelesen habe.