Máili Cavanagh - Wenn Liebe eine Sünde ist

  • Kurzmeinung

    Amalia Zeichnerin
    realistischer, ungeschönter, aber auch romantischer historischer Gay Roman

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  • Klappentext

    Irland im Jahr 1848. Die Bewohner der Grünen Insel leiden unter der Herrschaft der Engländer. Als auch noch eine große Hungersnot ausbricht, beschließen viele Menschen ihre geliebte Heimat zu verlassen und in der Neuen Welt ihr Glück zu versuchen. So auch der Arzt Ruadhán Maher, der den Gerüchten Glauben schenkt, dass dort jeder so leben kann, wie er will.


    Eigene Meinung

    Ruadhán wirkte auf mich von Anbeginn als sympathischer Charakter, mit dem ich mich gut identifizieren konnte. Er kümmert sich – auch durch seine Rolle als Arzt – sehr um die Menschen in seiner Umgebung, nimmt diese in Schutz, wenn es sein muss und vertritt mutig seine Standpunkte, mitunter auch gegen Widerstand von anderen.

    Ungefähr das erste Drittel des Romans befasst sich mit Ruadháns Leben in Irland und dem Elend dort, welches durch die große Hungersnot ausbricht. Gegen diese ist Ruadhán selbst mit seinen medizinischen Kenntnisse machtlos.

    Der Autorin gelingt es sehr gut, diese Gegebenheiten eindringlich und anschaulich zu schildern, auch passt ihr sprachlicher Stil sehr gut für das historische Setting. Auch bringt sie irisches Gälisch und die irische Mythologie mit ins Spiel, so träumt Ruadhán einmal von der gefürchteten Bean Sidhe (oder Banshee). Als ihn schließlich nichts mehr in Irland hält, bricht er auf zu einer gefahrvollen Reise bis in den Westen der USA.


    Die Reise mit dem Schiff gestaltet sich bereits schwierig, denn hier leben sehr viele Menschen wochenlang auf engstem Raum und manch einer überlebt die damit verbundenen Anstrengungen nicht, zumal die Verhältnisse in den unteren Decks sehr schlecht sind. Auch dies wird von der Autorin realistisch und eindrücklich geschildert, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Auf der Überfahrt kann Ruadhán seine medizinischen Kenntnisse unter Beweis stellen, unter anderem hilft er auch einem Offizier und kommt diesem näher als erwartet.

    Später muss Ruadhán schon bei seiner Ankunft in Amerika erkennen, dass es kein Paradies ist, noch dazu sind die irischen Einwanderer dort unerwünscht. Aber trotz allem Leid ist er kein Mensch, der einfach aufgibt. Dennoch schlägt er sich tapfer weiter durch bis in den Westen und muss auf dem Weg dorthin viele Gefahren überwinden. Auch hier zeigt sich wieder, dass die Autorin gründlich recherchiert hat, ihre Darstellung eines Trecks in den „Wilden Westen“ liest sich sehr realistisch und ungeschönt. Unterwegs gibt es immer wieder Anlass zu Konflikten, die teilweise auch unter den Treck-Reisenden ausbrechen, oder aber durch äußere Gefahrensituationen entstehen, so dass Ruadhán und die anderen Treck-Reisenden einiges durchmachen.



    Achtung, es folgen einige Spoiler…


    Unterwegs verliebt sich Ruadhán in einen Mann namens Jim, der in vielerlei Hinsicht ganz anders ist als er, so dass hier ein interessanter Kontrast entsteht. Hierbei wird außerdem immer wieder deutlich, wie schwierig die gesellschaftlichen Verhältnisse für Homosexuelle Mitte des 19. Jh. waren – auch in dem damals noch kaum erschlossenen Westen der USA. Aber letztendlich gelingt es Ruadhán gemeinsam mit Jim, eine ganze Menge Hindernisse zu überwinden und der Roman endet mit einem sehr schönen und kitschfreien Happy End.


    - Ende der Spoiler -


    Der Titel des Romans erschien mir zu Beginn ein bisschen allgemein, doch am Ende wird darauf deutlich Bezug genommen und es wird deutlich, warum das Buch so heißt.


    Fazit: Ein realistischer, ungeschönter, aber auch romantischer historischer Gay Roman, der auch einige explizite Szenen enthält. Wer sich für die Geschichte der USA und Irland Mitte des 19. Jh. zur Zeit der Hungersnot und der Trecks gen Westen interessiert, dem sei dieses Buch sehr empfohlen.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Máili Cavanagh - "Wenn Liebe eine Sünde ist" (historischer Gay Roman)“ zu „Máili Cavanagh - Wenn Liebe eine Sünde ist“ geändert.

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