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George R.R. Martin - Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros / Fire & Blood: 300 Years before A Game of Thrones

Feuer und Blut - Erstes Buch: Aufstieg u...

3 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Vorgeschichte der

Verlag: Penhaligon Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 896

ISBN: 9783764532239

Termin: November 2018

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  • Inhalt / Klappentext

    Drei Jahrhunderte, bevor die Serie beginnt, eroberte Aegon Targaryen, der als Aegon I. der Eroberer in die Geschichte einging, mit seinen Schwestergemahlinnen und ihren drei Drachen den Kontinent Westeros. 280 Jahre währte die Herrschaft ihrer Nachkommen. Sie überstanden Rebellion und Bürgerkrieg - bis Robert Baratheon den irren König Aerys II. vom Eisernen Thron stürzte. Dies ist die Geschichte des großen Hauses Targaryen, niedergeschrieben von Erzmaester Gyldayn, transkribiert von George R.R. Martin.

    Dieses Buch beginnt mit der Ankunft der Targaryen in Westeros und beschreibt die Eroberung der Sieben Königslande und über anderthalb Jahrhunderte der Herrschaft des Hauses Targaryen. Es endet mit dem Thronfolgekrieg, der als Tanz der Drachen in die Lieder der Barden Einzug erhielt.


    Mein persönliches Fazit

    Als Fan von George R.R. Martins "Lied von Eis und Feuer"-Reihe muss man zwei Dinge besitzen: ein gutes Gedächtnis und ein übermäßiges Maß an Geduld. Denn allzu schnell darf man bekanntermaßen nicht mit einem neuen Buch des Autors rechnen. Und ehrlicherweise muss ich auch gestehen, dass ich dreimal überlegt habe mir das Buch überhaupt zuzulegen. Denn die wichtigsten Abschnitte in der Targaryen-Historie dürfte Martin bereits in "Westeros - Die Welt von Eis und Feuer" untergebracht haben. Lohnt sich der Kauf also überhaupt?


    Das Buch selbst ist sehr hübsch aufgemacht. Der Schutzumschlag ist ein Poster mit Familienstammbaum, in dem noch einmal bildlich gemacht wird wer in welchem Verwandschaftsverhältnis mit wem steht. Mit seinen fast 900 Seiten ist es auch ein ordentlicher Schmöker, von dem man ein bisschen was hat. Zwischendurch sind immer wieder Illustrationen verstreut, die entweder den jeweiligen König/Königin oder besondere Szenen zeigen. Die Bilder sind in schwarz/weiß gehalten und wirkten auf mich manchmal wie eine Kopie von einem farbigen Bild. Die Details gehen dann einfach unter und nehmen dem Bild doch ein wenig den Zauber. Ich finde die Illustrationen sehr nett, hätte sie aber nicht unbedingt gebraucht.


    In einer Mischung aus Sachbuch und Fantasy-Geschichte erzählt George R.R. Martin hier die Geschichte der berühmten Familie Targaryen. Dabei startet er seine Erzählung mit der Eroberung von Westeros durch Aegon I. Über die Entstehung der Familie im alten Valyria gibt er ein wenig Hintergrund dazu, die eigentliche Chronik beginnt erst mit den Eroberungszügen.

    Ich konnte der Geschichte und vor allem den vielen Personen gut folgen. Auch wenn mir vieles davon schon bekannt war, hat es mir Spaß gemacht das ganze in so eine komplexe Familiengeschichte eingebettet zu lesen.


    Erst als der "Drachentanz" beginnt, wurde es zusehends unübersichtlicher. Gerade die Namen der Kinder wiederholen sich und spätestens da kommt das angesprochene gute Gedächtnis zum tragen. Welcher Aegon gehört jetzt zu wem? Das Poster im Umschlag hilft da nur bedingt weiter. Ein Namensverzeichnis wäre ganz hilfreich - aber vermutlich würde das den Umfang des Buches sprengen :-,

    Ab diesem Punkt gab es auch mehrere Längen, durch die ich mich ein durchgekämpft habe.


    Empfehlenswertes Buch also für absolute Fans der Buchreihe, die sich für die Hintergrundgeschichte dieser Familie interessieren. Durch die komplexen Verwandtschafts- und Bündnisbeziehungen ist es aus meiner Sicht kein Buch, welches man "mal eben nebenbei" runterliest. Von mir gibt es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „George R.R. Martin - Feuer und Blut - Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros, Band 1 / Fire & Blood: 300 Years before A Game of Thrones (A Targaryen History)“ zu „George R.R. Martin - Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros / Fire & Blood: 300 Years before A Game of Thrones“ geändert.
  • Inhaltsangabe:


    Zitat


    Wie alles begann!
    Die packende Vorgeschichte um die Herrschaft des Königshauses Targaryen.

    Was für Tolkiens Fans das Silmarillion ist, erscheint nun von George R.R. Martin – die epische Vorgeschichte von »Das Lied von Eis und Feuer« / »Game of Thrones«! Drei Jahrhunderte, bevor die Serie beginnt, eroberte Aegon Targaryen mit seinen Schwestergemahlinnen und ihren drei Drachen den Kontinent Westeros. 280 Jahre währte die Herrschaft seiner Nachkommen. Sie überstanden Rebellion und Bürgerkrieg – bis Robert Baratheon den irren König Aerys II. vom Eisernen Thron stürzte. Dies ist die Geschichte des großen Hauses Targaryen, niedergeschrieben von Erzmaester Gyldayn, transkribiert von George R.R. Martin.

    Quelle : Amazon


    Meine Meinung:


    Ich habe mir jetzt einige Tage Zeit genommen, um meine Eindrücken ein wenig zu verarbeiten, denn ich tue mich immer noch unheimlich schwer damit, dieses Buch zu bewerten.

    Wie schon in meinem Ersteindruck geschildert, hat Martin es quasi sofort geschafft, mich erneut in seine Welt zu ziehen. Der Kampf um Westeros beginnt auf Seite Eins und ich habe das Tempo als hoch empfunden, was dem Buch ausgesprochen gut tut. Zumindest am Anfang, aber dazu später mehr.

    Als eingefleischter Lied von Eis und Feuer/GoT Fan habe ich es auch unglaublich genossen, auf wie viele Details der Autor, im Verlauf des Romanes eingeht, die mich schon immer interessiert haben.

    Namhafte Orte/Ritter, berühmte Schwerter, bis hin zum größten aller Drachen, mit dem wir uns in den Krieg stürzen dürfen.

    "Feuer und Blut" ist aber nicht nur eine Chronik, sondern ich habe es gleichzeitig als einen grandiosen Streifzug durch das frühe Westeros empfunden.

    Natürlich gibt es Kriege und Schlachten, genau wie Rebellionen und Seegefechte. Bekannte Lords bekommen ihre Auftritte, aber auch viele kleinere und längst untergegangene Häuser spielen eine Rolle.

    Drachen die zur Mauer fliegen, Königinnen die sich bei "Frauenhöfen" Sorgen von Huren und Marketenderinnen anhören, oder die Freundschaft grimmiger Nordmänner erringen.

    Intrigen und Verrat, Hochzeiten, Giftmorde, Bündnisse, Verschwörungen, Schwangerschaften und Turniere... und noch viel mehr.

    All das erzählt Martin so detailliert das ich manches Mal fast vergessen habe, dass diese Dinge nie geschehen sind.

    Sie funktionieren wieder einmal hervorragend, weil es intime Momente sind, die dem Leser einen Bezug vermitteln und am Schicksal der Menschen teilhaben lassen.

    Leider sind genau solche Momente viel zu selten enthalten, wenn man das Buch in seiner Gesamtheit betrachtet.


    Denn die Ereignisse wechseln häufig schnell und sprunghaft, genau wie Könige, Königinnen und ihre Kinder, Enkel, Hände und Verbündeten.

    Und hier offenbart dann auch das hohe Erzähltempo seine Fallstricke. Denn die einzelnen Ereignisse verlieren irgendwann schlicht ihre Wucht, einfach durch ihre schiere Masse.

    Problematisch ist auch, dass Martin die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, oder besser gesagt, verschiedene "originale Quellen" zitiert. Es sind meistens drei oder vier verschiedene Chronisten, wie wir es eben in der Geschichte häufig finden.

    Anfangs fand ich diese Idee noch recht originell, aber irgendwie mutete es mir oft viel zu vage an.

    Vor allem deswegen, weil es wirklich unbefriedigend ist. Man liest dann drei Theorien und natürlich schmückt Martin die finsterste/romantischste häufig am schönsten aus, nur um einem dann mitzuteilen, dass der Chronist unzuverlässig ist, nur das schlechteste sieht, oder sich zu dem Zeitpunkt 200 Meilen vom Geschehen entfernt aufgehalten hat.

    Mich persönlich hat das dann später immens gestört, teilweise regelrecht genervt.

    Mir ist natürlich bewusst das in der realen Geschichte auch häufig lückenhafte Informationen überliefert sind und gerade dieser Raum zum spekulieren häufig reizvoll ist.

    Hier fand ich es aber teilweise unangebracht, zumal viel zu häufig eingesetzt,

    Ein weiterer Punkt ist das häufige Hin,- und Herspringen zwischen den Ereignissen und Orten. Teilweise auch zeitversetzt, was mir in der Summe einfach ein zu großes Wirrwar ergab.


    Zuletzt noch die vielen und vor allem gleichklingenden Namen. Wie oft hatte ich, beim Lied von Eis und Feuer schon gehört, die vielen Namen seien verwirrend. Ich persönlich habe es nie so empfunden und dachte eigentlich immer, ich bin da recht unempfindlich.

    Hier wird man allerdings mit einer solchen Flut von Namen konfrontiert, dass ich stellenweise kapituliert habe. Anfangs habe ich noch versucht, dies alles zu durchschauen, aber irgendwann hat es mir nur noch ein Schulterzucken abgerungen.

    Mir war es irgendwann unmöglich auseinander zu halten, wer denn nun Rhaena, Rhaenys, Rhaenerys, Daena, Dheanys und Aemma sind. Und das sind häufig nur die Kinder, von Königen und Königinnen, die alle Alysanne, Alys, Alicent, Daemon, Jaeherys und Aegon I. Aegon II.oder Aenys heißen.

    Deswegen konnte ich mich stellenweise des Eindruckes nicht erwehren, dass Martin hier den Leser vergessen hat und vorwiegend mit sich selbst spricht.

    Mancher mag nun denken, man kann solche Namen schon behalten, wenn einen etwas interessiert.

    Leider muss ich sagen: Martin hat es nicht immer geschafft, bei mir dieses Gefühl zu herzustellen und mich zu abzuholen.

    Stellenweise habe ich das Buch sogar als ein wenig trocken empfunden. Deswegen hat es auch solange gedauert, es zu lesen.


    Fazit:


    Mit einigen Tagen Abstand muss ich sagen, mir hat das Buch dennoch gefallen.

    Vor allem weil der Autor, ganz am Ende, doch noch die Kurve kriegte und ich den Rest nun auch lesen möchte.

    Für Hardcore Fans der Eis und Feuer Reihe ist es sowieso ein Muss, wie ich meine.

    Wer nicht damit vertraut ist, für den eignet es sich keinesfalls, um in Welt von Westeros einzutauchen, auch wenn es nominell die Vorgeschichte ist. Dafür setzt Martin zu viel Grundwissen voraus und der unbedarfte Leser wird sowohl viele Bezüge nicht verstehen, als auch die Details nicht genießen können.

    Die einfach klasse sind, dass muss ich hier noch einmal deutlich sagen, denn seit ich vom Besuch der Königin an der Mauer hörte, wollte ich schon immer wissen, wie das ablief. Was aus dem Schwert "Dunkle Schwester" wurde, wie Balerion starb, oder der König des Nordens sein Knie beugte.

    Hier hat "Feuer und Blut" meine Erwartungen mehr als erfüllt und stellenweise sogar übertroffen.

    Allgemein würde ich dieses Buch unter "schwere Kost" einordnen. Nicht weil es so unglaublich intelligent ist, sondern einfach weil teilweise wie ein belebteres/blumigeres Geschichtsbuch anmutet.

    Ich selbst habe einen großen Faible für mittelalterliche Geschichte und hatte trotzdem zeitweise zu knabbern, was aber vor allem an der erwähnten Fülle der Ereignisse liegt. 200 Seiten weniger hätten Buch wahrscheinlich besser gestanden.

    Abschließend: Ich freue mich einerseits, mehr Background aus dieser Welt zu bekommen und habe vor allem die Details geliebt.

    Trotzdem hat das Ganze einen leicht bitteren Beigeschmack. Denn so ganz kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass hier vor allem das Grundprinzip gemolken wird.

    Das Buch schwankt zwischen extremen (und guten) Fan Service und:

    "Ich komme mit dem Original nicht weiter, möchte aber gern noch was über die Welt erzählen und ein paar Millionen mitnehmen".

    Und das ärgert mich.

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