Peter Dempf - Das Gold der Fugger

  • Buchdetails

    Titel: Das Gold der Fugger


    Verlag: Bastei-Lübbe

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 480

    ISBN: 9783404177684

    Termin: Oktober 2018

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Das Gold der Fugger"

    Lange stand Agnes‘ Vater als Fuhrwerker in Diensten der Fugger. Eines Tages aber wird ihm vorgeworfen, Gold gestohlen zu haben. Weil ein junger Patriziersohn ihn beschuldigt, reichen den Gerichtsherren drei Münzen als Beweis, um ihn auf dem Schindanger hinzurichten. Agnes ist jedoch von der Unschuld ihres Vaters überzeugt. Sie muss wissen, was wirklich geschehen ist. Eine Spur weist nach Prag, zum letzten Reiseziel ihres Vaters. Mit Hilfe des Fuhrwerkers Hannes schließt sie sich einem Fuggertross an und macht sich unter Lebensgefahr auf den Weg ...
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  • Ein Goldtransport, Diebesgesindel und ein bisschen Liebe


    Anfang des 16. Jahrhunderts war der Beruf der Fuhrwerker noch mit erheblichen Strapazen verbunden. Agnes` Vater war mit Leib und Seele Fuhrwerker und der Familie Fugger treu ergeben. Aber dann wird er des Diebstahls beschuldigt und alle Beweise sprachen gegen ihn. Er wurde hingerichtet, nur seine Tochter ist von seiner Unschuld überzeugt. Sie will herausfinden, was wirklich geschah und ob der junge Patrizier Georg Sultzer ihren Vater zurecht beschuldigt hat oder ob er gelogen hat. Wieder macht sich ein Tross auf den Weg nach Prag, doch diesmal folgt Agnes ihm. Der Weg von Augsburg nach Prag ist weit und gefährlich. Kann Agnes diese Prüfung bestehen?


    Peter Dempf erzählt eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte aus dem 16. Jahrhundert. Das Leben als Fuhrwerker war nicht einfach, viele Mühen kostete es, um von einer Stadt in die nächste zu gelangen. Die Männer kämpften nicht nur mit den schweren Wagen, den unbefestigten Wegen, sondern sie mussten sich auch gegen Diebesgesindel behaupten. Genau diese Situationen hat der Autor in eine spanende Geschichte gepackt.


    Agnes schließt sich diesem Tross an, um mehr über die Hintergründe zu erfahren, die zum Tod ihres Vaters geführt haben. Natürlich geht auch immer die Frage nach dem Gold mit. Wo ist es? Wer hat es? Und warum ist es im Tross versteckt?

    Soweit ist die Handlung auch nachvollziehbar, allerdings gibt es schon die eine oder andere Szene, die eben nicht ganz so stimmig war. Zum Beispiel wird auf der einen Seite erzählt, dass ihr Kleid nur noch aus Fetzen bestand und sie fast nicht mehr bedeckte, aber dann konnte es sich noch im Wasser aufblähen und sie so an der Oberfläche halten. Von solchen Szenen gab es einige, die ich nicht ganz so stimmig fand, die Dramatik der Geschichte aber weitergebracht hat.

    Da mir der Erzählstil des Autors gut gefällt und ich die Geschichte spannend fand, konnte ich über diese kleinen Unstimmigkeiten hinweg lesen und sie haben auch nicht meinen Lesespaß getrübt.

    Der Autor hat es durchaus geschafft, mich zu fesseln. Seine Beschreibungen der Landschaft, der Taten der Männer waren dazu angetan sich Bilder vorstellen zu können. Auch sind seine Beschreibungen der historischen Begebenheit und des Lebens dieser Zeit glaubwürdig.


    Ein kleines Personenregister zu Beginn stellt die Protagonisten kurz vor, ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit und ein Glossar die fremden Begriffe. Wobei das Glossar eher klein gehalten ist, und wer öfter historische Romane liest, wird die Begriffe auch bereits kennen.


    „Das Gold der Fugger“ ist ein schöner Abenteuerschmöker, der davon erzählt, wie Waren im 16. Jahrhundert transportiert wurden. Das Leben wird authentisch erzählt und mit Agnes fehlt auch nicht der weibliche Charme. Ein Roman, der mich gut unterhalten hat.


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  • 16. Jhr. Augsburg. Agnes ist die Tochter eines Fuhrwerkers. Ihr Vater diente lange der Familie Fugger und sie konnten sich stets auf ihn verlassen. Doch dann fehlt Gold, und ausgerechnet ihm wird der Diebstahl angelastet. Die Beweisführung ist recht kläglich, aber das Wort des Patriziers Georg Sultzer hat mehr Gewicht als das eines einfachen Arbeiters, so wird Agnes Vater zum Tod auf dem Schindanger verurteilt und hingerichtet. Agnes kann nicht glauben, dass ihr Vater den Diebstahl begangen hat und will unbedingt herausfinden, wer das Gold wirklich gestohlen hat. So begibt sie sich auf Spurensuche und schließt sich mit Unterstützung von Hannes, einem Fuhrwerker, einem Zug nach Prag an. Die Reise ist nicht nur lang, sondern auch voller Gefahren, denen sich Agnes aussetzt. Wird sie den Dieb ausfindig machen und den Ruf ihres Vaters wiederherstellen können?


    Peter Dempf hat mit seinem Buch „Das Gold der Fugger“ einen packenden unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und erzählt so fesselnd, so dass der Leser sich mit den ersten Seiten bereits in einem anderen Jahrhundert befindet und sich gemeinsam mit Agnes auf eine gefährliche Reise mit unbekanntem Ausgang begibt, wobei es einiges zu erleben gilt. Der Autor hat sehr gut recherchiert und seiner Handlung einen sehr interessanten Hintergrund gegeben. Eindrucksvoll informiert er den Leser über den damaligen Beruf des Fuhrwerkers, der mit vielen Strapazen, instabilem Fuhrwerk und gefährlichen Wegabschnitten sowie unvorhersehbaren Zwischenfällen zu kämpfen hatte, um kostbare Waren von einem Ort zum anderen zu schaffen. Kein Vergleich zum heutigen LKW-Fahrer, der ein vollfunktionsfähiges und fast automatisches Fahrzeug sein Arbeitsmittel nennen darf und der die zurückzulegende Strecke in einem Bruchteil der Zeit hinter sich bringt, als die Fuhrwerker damals. Ebenfalls zu erwähnen sind die farbenprächtigen Landschaftsbeschreibungen, die den Leser ein gutes Kopfkino bescheren und die beschwerliche Reise hautnah miterleben lassen. Die Spannung wird recht schnell aufgebaut und steigert sich während des Handlungsverlaufs immer weiter in die Höhe.


    Die Charaktere sind detailliert ausstaffiert und mit den nötigen Ecken und Kanten versehen. Sie wirken authentisch und individuell, passen gut zu der dargestellten Handlung. Da finden sich raue Gesellen, die ihrer harten körperlichen Arbeit nachgehen und aus einfachen Verhältnissen kommen, sich und ihre Familien ernähren müssen. Komplett gegensätzlich dazu die vornehmen Patrizier in feinem Tuch, die sich nicht die Hände schmutzig machen und es genießen, ihre politische sowie gesellschaftliche Macht auszuüben und sich über das gemeine Volk zu stellen. Anne ist eine mutige Frau, die aus einfachen Verhältnissen stammt. Sie ist ehrlich und offen, kann Ungerechtigkeit nicht ausstehen und versucht hartnäckig, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, was sich oftmals als recht gefährlich erweist. Auch die weiteren Protagonisten fügen sich wunderbar und glaubhaft in die Handlung ein und wissen durch ihre Taten zu überzeugen.


    „Das Gold der Fugger“ ist ein spannender und abenteuerlicher historischer Roman, der den Leser in eine vergangene Zeit eintauchen lässt, um hautnah an einer aufregenden Reise teilzunehmen. Verdiente Leseempfehlung.


    Gute Unterhaltung für :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

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