Joan Weng - Die Frauen vom Savignyplatz

  • Buchdetails

    Titel: Die Frauen vom Savignyplatz


    Band 2 der

    Verlag: Aufbau Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 320

    ISBN: 9783746634258

    Termin: Oktober 2018

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 8 Bewertungen

    75% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Die Frauen vom Savignyplatz"

    Weil die Liebe uns gehört! Berlin, 1925: Als Vicky von ihrem Mann verlassen wird, denkt sie gar nicht daran, sich einen neuen Gatten und Ernährer zu suchen. Stattdessen erfüllt sie sich lieber einen Traum und eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Buchhandlung. Und zwar nur für Frauen. Der kleine Laden am Savignyplatz sorgt von Anfang an für Aufsehen. Schon bald werden sie zu Ikonen der aufkeimenden Emanzipation, aber auch Ziel konservativer Anfeindungen. Doch dann wirft Vicky plötzlich alle guten Vorsätze über Bord und das ausgerechnet wegen eines Mannes ... „Joan Weng weckt das Berlin der Goldenen Zwanziger mit seinem Glamour zu neuem Leben.“ Stuttgarter Zeitung
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  • 20er Jahre Berlin. Vicky wächst als einzige Tochter in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf und hilft in der familieneigenen Metzgerei als Verkäuferin aus. Die Eltern haben für sie schon einen Ehemann ausgesucht, als sie den rothaarigen Fronturlauber und Studenten Willi kennen- und lieben lernt. So schnell, wie sie sich ineinander verlieben, heiraten sie auch, da das erste Kind unterwegs ist. Vickys Eltern sind mit dem Schwiegersohn gar nicht einverstanden und machen dem jungen Ehepaar das Leben schwer. Als Vicky mit dem fünften Kind schwanger ist, will Willi sich scheiden lassen, da er seine Jugendliebe ebenfalls geschwängert hat und diese nicht im Stich lassen will. Während Vickys Eltern den ungeliebten Schwiegersohn schon aus ihrem Gedächtnis streichen wollen und den damals ausgesuchten Eheanwärter wieder aktivieren, denkt Vicky daran, sich endlich ihren eigenen Traum zu erfüllen, nämlich einen Buchladen mit angeschlossener Bücherei, denn sie möchte Bücher fürs Herz, voller Romantik und Gefühl an die Frau bringen…


    Joan Wenig hat mit ihrem Buch „Die Frauen vom Savignyplatz“ einen historischen Roman vorgelegt, der neben der eigentlichen Handlung vor allem die Situation der Frau zur damaligen Zeit thematisiert und dem Leser vor Augen führt. Der Schreibstil ist flüssig, mit einigem Berliner Lokalkolorit gespickt und gut zu lesen, die Geschichte wird aus der Sicht von Vicky in der dritten Person erzählt. Der Autorin gelingt es gut, den Leser in die damalige Zeit zu versetzen und ihn am täglichen Leben teilhaben zu lassen. Aufgrund akribischer historischer Recherche gibt die Autorin dem Leser einen sehr guten Einblick in die damaligen gesellschaftlichen Strukturen, dem Rollenverständnis zwischen Mann und Frau sowie der politischen Lage. Die Nazis sind langsam im Aufwind, die Rolle der Frau ist die einer Haushälterin, Ehefrau und Mutter, die zu dumm ist, intelligente Literatur zu verstehen, weshalb sie sich am besten still im Hintergrund zu halten hat. Frauen waren nicht in der Lage, ein eigenes Geschäft zu eröffnen, da sie nicht geschäftsfähig waren. Nur mit einem Ehemann im Rücken war es, wenn auch nicht gern gesehen, doch geduldet. Die Autorin lässt den Leser erkennen, wie verlogen die damalige Zeit doch war, wo sich Homosexuelle als abartig galten, während die freie Liebe propagiert wurde. Mit dem Erstarken der Nazis, gegen die sich kaum jemand zur Wehr setzte, wurden der Verfolgung Tür und Tor geöffnet und dem alten Bild von der Frau am Herd noch mehr Raum gegeben wurde. Neben dem interessanten geschichtlichen Hintergrund plätschert die Haupthandlung eher vor sich hin und kann nicht wirklich fesseln. Bis es zur Eröffnung des Buchladens kommt, sind bereits 184 Seiten von 308 gelesen, was mehr als dürftig ist.


    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und geben einen guten Querschnitt über die verschiedenen Gesellschaftsschichten. Sie alle wirken realistisch und authentisch. Vicky ist eine gute Seele mit dem Herz am rechten Fleck, was bei ihren Eltern ein regelrechtes Wunder ist. Sie hat eine Vorliebe für Liebesromane, ist etwas naiv, dabei offen und schlagfertig und träumt von einer eigenen Bücherei. Ihren Ehemann hat sie sich selbst ausgesucht und führt mit ihm eine eher ambivalente Ehe. Willi ist ein umtriebiger Ehemann, der seine Familie abgöttisch liebt und alles für sie tut. Gleichzeitig treibt er sich rum, wahrscheinlich der Grund, weil er sein Studium bisher nicht zum Ende bringen konnte. Vickys Freundin Lisbeth ist Vicky seit der Kindheit eine große Stütze. Bambi ist Vickys „verrückter“ Bruder, der schon früh als Vegetarier lebt und ihr so manches Mal mit den Kindern hilft. Jakob ist der erwählte Heiratskandidat der Eltern, der sich als freundlich und ehrenhaft erweist und Vicky so manches Mal unter die Arme greift. Auch die weiteren Protagonisten wie z.B. die Vermieterin Mietzi oder der Metzgergeselle geben ein buntes und sehr reales Bild der damaligen Zeit ab.


    „Die Frauen vom Savignyplatz“ ist ein durchaus unterhaltsamer Roman, der vor allem die damalige Zeit gut wiedergibt. Die Handlung plätschert derweil vor sich hin und bleibt nicht lange im Gedächtnis. Kleiner Schmöker für zwischendurch.


    Durchschnittliche :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Inhalt: 1916 verliebt sich die 17-jährige Vicky Hals über Kopf in den jungen Soldaten Willi Genzer. Als Vicky ein Kind erwartet, heiraten die Beiden gegen den Willen von Vickys Eltern, die die Tochter gerne mit einem wohlhabenden Sockenfabrikanten verheiratet hätten.

    Zehn Jahre und 4 1/2 Kinder später ist die Ehe von Vicky und Willi in einer tiefen Krise und Willi verlässt seine Familie.

    Seine schwangere Frau muss nun auf eigenen Beinen stehen und die Idee eines Buchladens nur für Frauen wird geboren.


    Meine Meinung: Joan Wengs Romanheldin Vicky liebt „Sirupbücher“, jene lieblich-süßen, süchtig machenden Liebesromane ohne Anspruch auf Tiefgang, die die Leserinnen einfach nur in eine andere, schönere Welt entführen möchten.

    In genau diese Kategorie gehört auch „Die Frauen vom Savignyplatz“.

    Es liest sich angenehm, leicht und locker, es gibt eine Liebesgeschichte, sympathische Protagonisten (selbst der einst verschmähte Sockenfabrikant ist doch ein netter Kerl…) und größere oder kleinere Probleme lösen sich schnell in Wohlgefallen auf.

    Die Geschichte ist in die 20er Jahre eingebettet und es gibt in der Rahmenhandlung natürlich auch einen Bezug zum historischen Hintergrund (z. B. der erste Weltkrieg und seine Folgen, der beginnende Nationalsozialismus, etc.), aber die eigentliche Geschichte könnte zu jeder Zeit spielen.

    Ein wenig fehlte mir hier der Tiefgang, denn die historischen Details wirken wie zufällig eingestreute Stilmittel um ein bisschen 20er Jahre Feeling zu erzeugen.

    Ebenfalls vermisst habe ich ein paar Ecken und Kanten bei den Personen, die teilweise sehr klischeehaft agieren.

    Im Großen und Ganzen habe ich das Buch aber gerne gelesen, es ist ein richtig schöner Schmöker für lange Herbst- und Winterabende.


    Fazit: Wer den grauen Alltag vergessen möchte und angenehme Unterhaltung sucht, liegt bei diesem Wohlfühlbuch genau richtig.

    3,5 Sterne.

  • Berlin 1916: Vickys Eltern haben ihre Zukunft bereits geplant, doch sie selbst stellt sie sich ganz anders vor. 9 Jahre später wird Vicky, schwanger mit dem 5. Kind, von ihrem Ehemann verlassen, doch sie gibt nicht auf, und plötzlich scheint ihr langgehegter Wunsch erfüllbar zu werden.


    Wer bereits Romane der Autorin kennt, wird sich freuen, bekannte Charaktere wieder zu treffen. Das ist eine Spezialität Joan Wengs, die ich sehr mag, bisher gab es in jedem ihrer Romane Wiedersehensfreude. Sogar Vicky ist dem Leser bereits bekannt, auch wenn das nicht sofort ersichtlich ist, spätestens, wenn ein bestimmter Name fällt, wird es einem klar. Bisher kennt man sie nur aus einer anderen Perspektive, die neue Betrachtungsweise tut ihr aber sehr gut, und lässt sie in einem ganz anderen Licht erscheinen, als bisher. Wer noch keine Romane der Autorin kennt, verpasst übrigens nicht, jeder Roman spricht für sich selbst, es ist nur ein besonderer Bonus für die Fans der Autorin.


    Wie schon in „Das Café unter den Linden“ hat Joan Weng sich wieder eine starke Frauengestalt als Protagonistin ausgesucht, auch wenn Vicky ein ganz anderer Typ als Fritzi ist, und auch in einem ganz anderen Lebensabschnitt steht, als diese, Vicky steht als Mutter vor ihren ganz eigenen Herausforderungen. Apropos Fritzi: Natürlich taucht auch sie hier wieder auf..


    Gut gefallen mir, wie immer, die Charaktere, die gut ausgearbeitet sind und auch schon mal für Überraschungen sorgen. Man kann sich herrlich über sie aufregen, sich mit ihnen freuen, ihnen die Daumen drücken, oder mit ihnen leiden, und gerade die in jedem Roman etwas verschobenen Perspektiven fügen manchmal neue Merkmale hinzu.


    Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, man taucht schnell ein in das Leben der Charaktere und in die 1920er Jahre. Dazu fehlt es der Erzählung nicht an Humor, so dass der Roman insgesamt gelungene Unterhaltung bietet. Ich freue mich schon sehr auf Joan Wengs nächsten Roman, und bin gespannt, wen ich dann in welchen Situationen wiedertreffe.


    Joan Wengs Romane mag ich einfach, ich mag es sehr, dass ihre Romane miteinander verknüpft sind, und ich Charaktere immer wieder treffe, und sie dadurch auch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten kann, außerdem erfahre ich so immer wieder, wie es ihnen weiterhin geht. Ich mag auch den Humor, der den Romanen zu eigen ist und fühle mich immer gut unterhalten. Daher vergebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Berlin, 1925: Vicky und Willi wollten für immer zusammenbleiben. Sie haben vier Kinder und eins ist unterwegs und nun trennt sich Willi von ihr wegen einer anderen. Vicky verfällt nicht in eine depressive Stimmung, ganz im Gegenteil, sie krempelt ihr Leben um und will beweisen, dass Frauen mehr draufhaben als nur Ehefrau und Mutter zu sein. Mit ihrer Freundin eröffnet sie am Savignyplatz eine kleine Buchhandlung für Frauen.

    Joan Weng führt uns mit ihrem Roman ins Berlin der Zwanziger Jahre. Ihr Schreibstil ist lebendig und die Atmosphäre ist sehr authentisch.

    Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet und kommen realistisch rüber. Vickys Eltern waren von dem Schwiegersohn, den Vicky ihnen vorstellt, gar nicht begeistert. Sie hatten jemand anderes im Blick und nun sehen sie die Chance, Vicky mit dem Fabrikanten Jakob Ebert zu verheiraten. Doch Vicky denkt nicht daran. Willi ist unbekümmert und hat seine Frauengeschichten. Als seine Jugendliebe von ihm schwanger ist, verlässt er dafür seine schwangere Frau. Hilfe erhält Vicky aber trotzdem von ihm und auch von Jakob Ebert. Mit Lisbeth verbindet Vicky eine langjährige Freundschaft und sie konnten sich immer aufeinander verlassen. Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet.

    Ihre Buchhandlung für Frauen trifft nicht überall auf Begeisterung, sie müssen auch eine Menge Anfechtungen aushalten, selbst Vicky Vater macht Schwierigkeiten.

    Es ist eine Zeit, als von Frauen erwartet wurden, dass sie heiraten, Kinder kriegen und dann ihr Glück am heimischen Herd finden. Aber es gibt auch Frauen, die mehr wollen und ihnen bläst zu der Zeit noch ein kräftiger Wind entgegen. Immer be3nötigen Frauen die Erlaubnis eines Mannes, wenn sie etwas auf die Beine stellen wollen. Mit dem Aufkommen der Nazis gibt es dann eine rückwärts gerichtete Entwicklung.

    Emanzipierte Frauen in den Zwanziger Jahren – eigentlich ein interessantes Thema, aber trotz interessanter Zeit und sympathischer Protagonisten wurde ich nicht so gepackt wie erwartet, da die Geschichte so vor sich hinplätschert.

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