Aki Shimazaki – Hôzuki

  • Kurzmeinung

    tom leo
    Verwickelte Erzählstränge, Doppelleben um der Liebe willen...? Erneut ein besonders geschriebener Roman mit jap Flair

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  • Original : Französisch, 2015


    INHALT :

    Mitsuko Tsuji, 38 Jahre alt, besitzt in Nagoya eine Buchhandlung , die auf philosophische Werke spezialisiert ist. Sie nennt sich « Kito », was auf andere Schreibweise eben hôzuki ist, dh Blasen- oder Judenkirsche. Sie lebt mit ihrer Mutter und Sohn Tarô, der taubstumm ist und sichtbar Mischling. Freitags arbeitet sie als Animierdame in einer schicken Bar und verdient sich das Notwendige hinzu um die finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren und die besondere Schule für Tarô bezahlen zu können.


    Eines Tages taucht in ihrem Laden eine Dame aus höheren Kreisen mit ihrer Tochter auf. Die beiden Kinder freunden sich an, und nur deswegen wird Mitsuko sich drauf einlassen, diese Frau Sato wiederzusehen. Doch vielleicht bringt diese Begegnung das Gleichgewicht ihrer Familie durcheinander...


    BEMERKUNGEN :

    Die erste Pentalogie der Autorin wurde hier schon vorgstellt und fand relativ gutes Echo : https://www.buechertreff.de/bu…ki-shimazaki-reihenfolge/ International war der Erfolg sicherlich noch einschlagender als im BT. Inzwischen ist die Autorin bei ihrem dritten Zyklus, und ich fand dieses zweite Buch ihrer dritten Pentalogie, das vom französischen Klappentext erst einmal meine Aufmerksamkeit weckte : Buchhändlerin ! Tja, und dazu die relativ guten Erfahrungen mit den anderen Büchern.


    Vorab : ich wurde nicht enttäuscht.


    Was sprachlich relativ einfach und in einem japanischem Flair daherkommt (man findet auch im Annex erklärte japanische Wörter) entfaltet doch eine rechte Komplexität : verschiedene Handlungen oder Umstände aus der Vergangenheit und Gegenwart erscheinen bei einer Wegkehrung in neuem Licht, sind ineinander verwickelt. Abgesichert scheint nicht viel von vorneherein. Vermutete man einen abwesenden Vater oder einfach eine alleinerziehende Mutter, entfaltet sich nach und nach eine andere Story, die ich hier nicht beschreiben will. Es geht – vielleicht eben genau wie in der ersten Pentalogie – erneut viel um Geheimnisse, Anspielungen auf gewisse Zufälligkeiten im Leben der Protagonisten, bei Mitsuko angefangen, aber auch bei ihrer Mutter und ebenfalls Frau Sato. Wo aber wird das zur Lüge, wo wird etwas um Besseres willen eben verschwiegen ? Wer will urteilen ? Und eventuell dann einfach am Ziel vorbeischiessen ? Letztlich geht es hier um Mutterliebe… Doch man findet mühelos andere Themen.


    Prima Buch, das viele hier interessieren könnte ! Noch nicht auf Deutsch erschienen, aber das mag noch kommen...


    AUTORIN :

    Aki Shimazaki (jap. 島崎 あき, Shimazaki Aki) ist eine kanadisch-japanische Schriftstellerin, die ähnlich wie Tawada Yōko nicht in ihrer Muttersprache Japanisch, sondern in Französisch schreibt und veröffentlicht. Sie wurde 1954 in Gifu/Japan geboren und arbeitete in Japan fünf Jahre lang als Kindergärtnerin und gab Unterricht in englischer Grammatik an einer Nachhilfeschule. 1981 emigrierte sie nach Kanada und lebte zunächst fünf Jahre in Vancouver, wo sie bei einer IT-Firma arbeitete, danach wohnte sie fünf Jahre lang in Toronto. Seit 1991 lebt sie in Montreal/Quebec. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit unterrichtet sie auch Japanisch. Erst 1995 im Alter von 40 Jahren begann sie im Selbststudium und an der Sprachschule Katimavik systematisch Französisch zu lernen. Bücher von ihr sind inzwischen in Englisch, Japanisch, Serbisch, Deutsch und Ungarisch erschienen.


    Broché: 144 pages

    Editeur : Coédition Leméac/Actes Sud (4 mai 2016)

    Collection : ROMANS, NOUVELL

    Langue : Français

    ISBN-10: 2330057164

    ISBN-13: 978-2330057169

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