Stephan Thome - Gott der Barbaren (Start: 03.11.2018)

  • Ich bin jetzt bis Kapitel 7 gekommen, 8 und der Rest folgen morgen, ich bin einfach zu müde.:sleep:


    Elisabeths Tod hat mich echt schockiert und absolut überrumpelt. Es wurde so beiläufig erwähnt und ich habe nicht damit gerechnet. Das tat mir auch sehr Leid, hatte ich doch auf ein Happy End gehofft.:wink:


    Mir gefällt der Aufbau des Buches bisher so gut. Jedes Kapitel wechselt die Erzählperspektive und der Autor wechselt die Partei - und so umrundet man quasi das komplizierte Geschehen und sieht immer wieder den Menschen dahinter.

    Ich genieße es auch , dass das Buch chronologisch aufgebaut ist und ich als Leser nicht zwischen den Zeiten und den Erzählern herumspringen und Ordnung schaffen muss.


    Der Krieg kommt immer näher an uns heran. Wir erfahren nur indirekt von ihm: Zunächst sind es die vielen Flüchtlinge auf Hongkong, die vor der kaiserlichen Armee fliehen - dann sind es die Erinnerungen des Lord Elgin an die Massaker in Kanton, die uns durch die Reise des "Missionars" wieder in Erinnerung gerufen werden - wir erfahren viele Gerüchte über die gegenseitigen Gräueltaten - bis wir als Leser dann im 7. Kapitel direkt mit einer Bluttat konfrontiert werden.

    Das gefällt mir am Buch auch sehr. Es wird dadurch facettenreicher, nicht so eintönig und man gewinnt Einblick unterschiedliche Perspektiven und Rollen.

    Ich finde die Charakterisierung von Lord Elgin so spannend - diese Zerrissenheit, auch jetzt zurück in Schottland. Zerrissen von der Gegenwart, in der er nicht leben darf wie er es gerne möchte, aber auch zerrissen von seinen Erinnerungen. Sein Vater war ja schon ein Extrem :shock: Und gleichzeitig weiß er - obwohl er überall gefeiert und wie ein Star herumgereicht wird - dass der ausgehandelte Vertrag null und nichtig sein wird, das er nichts erreicht hat. Er wird also jetzt gefeiert, wo er versagt hat (versagen musste aufgrund der Gegebenheiten) während seine Erfolge davor nichts zählen. Und alles hilft ihm nicht aus seiner Bredouille.

    Seine Ehe scheint ja eine gute zu sein, so wie Thome das schildert. War auch nicht so häufig zu damaliger Zeit....

    Was meinst Du: hat er mit der Chinesin oder hat er nicht? Auch diese Schilderung fand ich faszinierend: hat also der arme Maddox tatsächlich ein "Zimmermädchen" aufgetan und jetzt steht der Lord da mit der verängstigten Frau. Irgendwie musste ich ja lachen :lol:


    Und mit Alonzo tritt noch so ein Charakterkopf in die Handlung ein - ein geheimnisvoller Typ, bei dem ich gespannt bin, wie er in der Geschichte weiter auftritt, welche Rolle er wirklich übernimmt. Irgendwie glaub ich nicht, dass es nur beim Wegbegleiter bleibt :-k

    Lord Elgin finde ich auch immer faszinierender und interessanter. Potter kann ich noch nicht einschätzen, ich bin aber sehr auf mehr von ihm gespannt.

    Ach, was ich noch erwähnen wollte: mein umgetauschtes Buch ist soeben wieder zerfallen. Diesmal hat sich der vorderste Block bis S. 152 vom Rücken gelöst :roll:

    :shock: Was ist das für eine Qualität bitte? Ich habe bisher Glück mit meinem buch, ich hoffe, das bleibt so.


    Ja, das denke ich auch. Allein, dass die Engländer als Barbaren bezeichnet wurden, zeigt das ganz gut. Schließlich sind die Chinesen hier ja die eigentlichen Barbaren (zumindest aus Sicht der Engländer). Ich denke, dass diese Wortwahl auch gewollt war.

    Lustig fand ich den Brief und seine Antwort aber durchaus.



    Morgen lese ich weiter. Das Pensum darf gern beibehalten werden. An sich ist es kein Problem für mich, nur diese Woche war unerwartet viel los und abends war ich dann immer zu müde zum Lesen und hier schreiben, gelesen habe ich eure Beiträge aber immer gleich. Morgen lese ich dann Teil 2 fertig und Sonntag/ Montag dann gleich Teil 3.:D

  • Schließlich sind die Chinesen hier ja die eigentlichen Barbaren (zumindest aus Sicht der Engländer). Ich denke, dass diese Wortwahl auch gewollt war.

    "Barbaren", also Stotterer, sind immer die anderen … Das macht einen nachdenklich, gerade in unseren Zeiten. Kulturellen Rassismus gabs offenbar schon immer.


    ch bin jetzt bis Kapitel 7 gekommen, 8 und der Rest folgen morgen,

    Da bist Du aber gut vorangekommen. Ich habe die Bremse gezogen, anderes gelesen und bin jetzt bei Kapitel 8.

    Dann werde ich mir heute Kapitel 9 gönnen!


    Mir geht es wie Squirrel . Ich könnte das Buch in einem Hau weglesen.

    Gott sei Dank scheint mein umgetauschtes Exemplar stabiler zu sein, noch habe ich keine fliegenden Blätter.

  • Guten Morgen :wink:


    ich wollte nur Bescheid sagen, dass ich erst morgen spätnachmittags wieder zu Hause bin :winken:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Stephan Thome - Gott der Barbaren
    :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • Potter kann ich noch nicht einschätzen

    Der geht mir auch im Kopf herum. "Ein einäugiger Mann ohne Freunde, den sie hier Teufel nannten" (S. 146).

    So wird er eingeführt.

    Nach welchen Kriterien hat der Missionar ihn ausgesucht? Oder umgekehrt: nach welchen Kriterien entscheidet sich

    Potter dafür, den Missionar zu begleiten? Es heißt nur, dass er seine eigenen Ziele in Nanking verfolgen will, aber welche das sind, bleibt unklar.


    Er ist ein dunkler Geselle. Er raucht Cannabis, seine Waffen sind stets bei ihm, niemand will neben ihm sitzen, er meidet das Gespräch und wirkt wie ein "Krokodil" (S. 199). Ein nicht sehr sympathischer Vergleich …

    Auf der anderen Seite rettet er aber dem "Missionar" das Leben: er bringt ihn vor den Piraten in Sicherheit und amputiert seine Hand wegen dem Wundbrand.

    Aber die Säge ...herrje, muss das denn alles so genau geschildert werden. Ein Beil wäre doch auch vernünftiger gewesen.

  • Ich sammele einfach mal, was mir so im Kopf herumgeht, und ich hoffe, das ist Euch recht so.


    Zum 5. Kapitel

    Neukamp entwickelt Zweifel an seiner Mission (wie auch Lord Elgin und der Kaiserliche General). "Was es für einen Chinesen hieß, unseren Glauben anzunehmen, war uns nicht klar, obwohl wir wussten, dass viele Konvertiten von ihren Familien verstoßen oder sogar körperlich angegriffen wurden" (S. 156). Der christliche Glaube scheint ein Verrat an China zu sein - wir werden sicher noch mehr dazu hören.


    Zum Brief noch kurz: Die Antworten des Rebellenkönigs sind grundsätzlich blumig-ausweichend (z. B. wenn es um die Truppenstärke geht), aber bei einer Frage macht er eine auffallend klare Ansage: auf dem Konsum von Opium (und Alkohol) steht die Todesstrafe.


    Zum 6. Kapitel

    Das Thema mit der Finanzierung der Diplomaten hatten

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