Kai Meyer - Der Pakt der Bücher

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  • Inhalt:
    Londons Straße der Buchhändler – Labyrinthe aus Regalen, Läden voller Geschichten auf vergilbtem Papier. Mercy Amberdale führt hier das Antiquariat ihres Stiefvaters und praktiziert die Magie der Bücher.
    Als man sie zwingt, das letzte Kapitel des verschollenen Flaschenpostbuchs an den undurchsichtigen Mister Sedgwick zu übermitteln, gerät das Reich der Bibliomantik aus den Fugen. Vergiftete Bücher und nächtliche Rituale, ein magisches Luftschiff und ein mysteriöser Marquis reißen Mercy in einen Strudel tödlicher Intrigen. Denn wer alle Kapitel des Flaschenpostbuchs vereint, kann die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion niederreißen. Wenn Mercy ihre Gegner nicht aufhält, droht ihrer Welt der Untergang – und die Invasion der Antagonisten.


    Rezension:

    Für den mysteriösen Sammler Phileas Sedgwick soll Mecy Amberdale das letzte Kapitel des Flaschenpostbuches besorgen.
    Doch welche gefährlichen Pläne er damit hat, erfährt Mercy erst, als es fast zu spät ist.


    "Der Pakt der Bücher" ist der zweite und vorerst letzte Band von Kai Meyers Vorgeschichte zu seiner Seiten der Welt Trilogie.
    Das Buch wird aus den abwechselnden personalen Sichten der zwanzig Jahre alten Buchhändlerin Mercy Amberdale, ihren Freunden Philander und Tempest, sowie Cedric de Astarac, einem Agenten der Adamitischen Akademie erzählt.


    Fünf Monate sind seit den Geschehnissen des ersten Bandes vergangen und es geht sofort spannend los!
    Mercy gelangt unverhofft an das letzte Kapitel des Flaschenpostbuches, auf das der undurchsichtige Commissioner Sedgwick schon sehnsüchtig wartet. Doch seine Pläne könnten die bekannte Welt der Bibliomantik aus den Fugen heben und nicht nur Sedgwick hat es auf das Flaschenpostbuch abgesehen. Schon bald muss sich Mercy vielen spannenden Auseinandersetzungen stellen, um ihre Freunde, aber auch das Liber Mundi, ihre Buchhandlung am Cecil Court, zu beschützen!


    Ich mag die großartig ausgearbeitete Welt der Bibliomantik richtig gerne und so habe ich mich sehr gefreut, noch ein letztes Mal in diese eintauchen zu dürfen! Auch in diesem Band gab es wieder viele neue spannende Details der Welt zu entdecken und mit jedem Band liebe ich diese noch ein Stückchen mehr!
    In diesem zweiten Band der Vorgeschichte widmet sich Kai Meyer dem Ursprung der Exlibri und langweilig wurde es nie! Deshalb finde ich es auch echt schade, dass die Reihe nun zu Ende ist, denn ich hätte gerne noch mehr aus der genialen Welt der Bibliomantik gelesen!


    Allerdings muss ich sagen, dass ich "Der Pakt der Bücher" ein wenig schwächer fand, als den ersten Band um Mercy Amberdale. Da hatten es mir ja besonders die Elemente des Detektivromans angetan, die ich hier ein wenig vermisst habe.


    Von den Charakteren hat mir Mercy mit Abstand am besten gefallen, denn sie ist eine kluge Protagonistin, die sich niemals unterkriegen lässt und für das kämpft, was ihr am Herzen liegt.
    Mit ihr konnte ich am stärksten mitfiebern, während ich mit Tempest und Philander leider nicht komplett warm geworden bin. Die beiden waren mir stellenweise ein wenig zu aufbrausend und haben manchmal sehr unüberlegt gehandelt, was mich etwas gestört hat. Aber auch bei ihnen merkte man, dass sie immer mit Herzblut dabei waren, was mir wiederum sehr gut gefallen hat.
    Ich habe mich außerdem sehr gefreut, dass wir in diesem Band ein wenig mehr über Cedric de Astarac erfahren haben, denn den mysteriösen Franzosen mochte ich schon im ersten Band richtig gerne!


    Fazit:
    Der erste Band der Vorgeschichte hat mir zwar ein wenig besser gefallen, aber "Der Pakt der Bücher" von Kai Meyer ist dennoch ein großartiger zweiter Band!
    Ich liebe die einfach großartig ausgearbeitete Welt der Bibliomantik mit jedem Buch ein wenig mehr, denn es gibt so viel geniales zu entdecken und auch die Geschichte konnte mich mitreißen!
    Schade, dass die Reihe nun zu Ende ist, aber der zweite Band hat mir noch einmal viel Freude gemacht, sodass ich sehr gute vier Kleeblätter vergebe!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Mit dem Buch "Der Pakt der Bücher" ist Kai Meyer wieder ein richtig tolles Buch gelungen. Es handelt sich dabei um die zweite Geschichte über Mercy Amberdale im London des Jahres 1880. Auch in diesem Buch ist es dem Autor wieder gelungen eine Atmosphäre aufzubauen, welche die der ursprünglichen "Die Seiten der Welt"-Trilogie noch übersteigt. Dadurch wird eine zum Teil unheimliche Spannung aufgebaut, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.


    Ähnlich wie in dem Vorgänger "Die Spur der Bücher" versteht es Meyer auch in diesem Buch, der Welt der Bibliomantik neue Facetten hinzuzufügen. So hat es mir wieder richtig viel Spaß gemacht in diese Welt einzutauchen und Mery Amberdales Abenteuer zu folgen. Die Charaktere sind vielschichtig und wissen aus ihrer Sicht zu überzeugen. Und ein Schuss Selbstironie durfte natürlich auch nicht fehlen.


    Insgesamt bin ich wieder total begeistert von diesem Buch und hoffe, dass Kai Meyer irgendwann mal weitere Geschichten in dieser tollen Welt schreiben wird. Genauso wie der Vorgänger erhält auch "Der Pakt der Bücher" von mir die volle Punktzahl. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study: Robert Jordan - Der Schatten erhebt sich

    :study: Oliver Pötzsch - Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg

  • Die Fortsetzung zu "Die Spur der Bücher"

    Eine intensive magische Atmosphäre und atemlose Spannung - großartiges Finale!


    Klappentext


    Londons Straße der Buchhändler – Labyrinthe aus Regalen, Läden voller Geschichten auf vergilbtem Papier. Mercy Amberdale führt hier das Antiquariat ihres Stiefvaters und praktiziert die Magie der Bücher.


    Als man sie zwingt, das letzte Kapitel des verschollenen Flaschenpostbuchs an den undurchsichtigen Mister Sedgwick zu übermitteln, gerät das Reich der Bibliomantik aus den Fugen. Vergiftete Bücher und nächtliche Rituale, ein magisches Luftschiff und ein mysteriöser Marquis reißen Mercy in einen Strudel tödlicher Intrigen. Denn wer alle Kapitel des Flaschenpostbuchs vereint, kann die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion niederreißen. Wenn Mercy ihre Gegner nicht aufhält, droht ihrer Welt der Untergang – und die Invasion der Antagonisten.


    Meine Meinung


    "In der Straße der Buchhandlungen, einer schmalen Schlucht aus Schaufenstern, hinter denen die Wunder aller Welten auf Entdecker warteten, drang der Duft von Papier bei Tag und Nacht unter den Türen hervor." Erster Satz


    Schon den ersten Satz kann man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn er stimmt wunderschön ein auf diese magische Welt der Bibliomantik, der Magie der Bücher an sich und den Zauber, den Kai Meyer hier wieder mit einer wunderbaren Atmosphäre entstehen lässt.


    Die Fortsetzung setzt eine Weile nach den Ereignissen aus "Die Spur der Bücher" ein und während sich in der ersten Hälfte alles entwickelt viele Entscheidungen anfallen, zieht in der zweiten Hälfte das Tempo an und die Spannung wird immer wieder gesteigert.

    Die Sichtweisen wechseln sich ab, was auch gut so ist, denn obwohl sich scheinbar der Aufruhr gelegt hat, gibt es im Hintergrund natürlich immer jemanden, der nach mehr Macht strebt und der versucht, die Figuren nach seiner Melodie tanzen zu lassen.


    Mercy Amberdale hat kaum eine Chance, sich dem zu entziehen - sie muss harte Entscheidungen treffen und wieder stehen Menschenleben auf dem Spiel. Aber auch Cedric de Astarac, gefangen in seiner Verpflichtung gegenüber der Adamistischen Akademie, muss einen Weg wählen, den er mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

    Ich mag die beiden wie auch die anderen Figuren sehr gerne. Der Fokus liegt aber hier eher auf der Handlung, den Intrigen und Verwicklungen, den Abenteuern und der Magie der Geschichten und hier beweist der Autor wieder seine unerschöpfliche Quelle an Ideen. In anderen Rezensionen hab ich gelesen dass es zuviel war, zuviel Action, zuviel Gewalt, aber das hab ich gar nicht so empfunden. Es war ein gutes Gleichgewicht zwischen dieser berührenden, faszinierenden Ausstrahlung, die wohl jeder Leser in einem Raum voller Bücher empfindet. Ich kann das nicht in Worte in fassen, denn schon das Gefühl alleine ist schwer zu beschreiben, aber hier durchzieht diese Stimmung jede Zeile und jedes Kapitel.


    Dazu kommen die vielen genialen Erfindungen wie die bibliomantische Lupe, mit der man die Intentionen des Autors herausfinden kann, die bibliomantischen Seidenhandschuhe, mit denen man jeden Inhalt jedes Buches verinnerlicht, das man jemals gelesen hat oder die riesigen Refugien, geheime Orte geschaffen mit Buchmagie, die nur Auserwählte betreten dürfen. Das ist nur eine Auswahl aber zeigt sehr schön, mit wie viel Liebe zum Detail die Buchwelt zum Leben erwacht.

    Auch das Flaschenpostbuch spielt eine wichtige Rolle - der Comissioner Sedgwick hatte im ersten Band schon nach den Kapiteln gesucht und Mercy soll ihm nun endlich auch das letzte besorgen. Welches Geheimnis sich dahinter verbirgt und welches Experiment Sedgwick damit plant, könnte einigen zum Verhängnis werden und es kommt auch zu einem spannungsgeladenen Showdown.


    Eine kleine, aber wichtige Rolle hat auch ein Mitglied der Faerfax Familie. In "Die Seiten der Welt", der Trilogie die zu einer späteren Zeit spielt, lange nach diesen Ereignissen, steht diese Familie im Mittelpunkt und ich bin schon gespannt, welche Verbindungen es hier geben wird. Genauso wie die Anfänge der Auflehnung gegen die Adamitische Akademie beschrieben werden, die in der Zukunft entscheidend sind. Ich bin ja eine der wenigen - wahrscheinlich - die "Die Seiten der Welt" noch nicht kennt, aber ich wollte erst die beiden Bände zur Vorgeschichte lesen. Und jetzt freu ich mich schon sehr auf die Trilogie und wie es in der Bibliomantischen Welt weitergeht.


    Mein Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

  • Mister Sedgwick fordert nun die abgemachte Gegenleistung von Mercy: Das achte Flaschenpostbuch, was sich in den Händen einer gefährlichen Frau befindet.

    Was genau passiert, wenn man alle Flaschenpostbücher vereint und den Code knackt, weiß niemand so genau. Es heißt, dass man dann die Fähigkeit hat „die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion niederzureißen„.

    Aus diesem Grund sind noch ganz andere Leute an den Flaschenpostbüchern und vor allem, an dem Code, den Mr. Sedwick entschlüsselt hat, interessiert.

    Und Mercy wird von diesen Leuten tief hinein gezogen in die Intrigen. Man verlangt von ihr, im übertragenen Sinne, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen.


    Meine Meinung:

    Wahnsinn!!

    „Die Spur der Bücher“ hatte mich ja nicht hundertprozentig überzeugt, aber das hier hat alles wieder wett gemacht. Was für ein unglaublich starkes Buch!

    Die Gegenspieler von Mercy sind so diabolisch, mir die Luft weggeblieben ist.


    Und die ganze Zeit habe ich mich gefragt: Was würde ich in Mercys Situation tun?! Dieser Gedanke hat mich nicht in Ruhe gelassen, weil es so dermaßen schrecklich ist, was sie von Mercy verlangen. Aber die Konsequenzen, wenn sie es nicht tut, nicht minder schrecklich sind. Behält man seine Integrität und verliert das Liebste, was man hat? Oder ignoriert man seine innersten Werte und zerstört so nicht nur sich, sondern auch jemand anderen?

    Hätte Mercys Gegner zu ihr gesagt: „Bring die Person!“ um, wäre alles leichter gewesen und ich hätte mir die Frage vermutlich nie gestellt. Doch das, was der Antagonist von ihr verlangt.... es wäre mein persönlicher Albtraum!


    Mercy Freunde Phliander und Tempest lernst man noch näher kennen und während Philander mich eher, wenn auch aus verständlichen Gründen, genervt hat, habe ich Tempest voll ins Herz geschlossen.


    „Wen meinen Sie?“

    „Derjenige, der uns alle erschaffen hat. Der Verfasser dieses Buches. Der dich und mich und jeden anderen, der uns im Leben begegnet ist, erfunden hat. Er weiß, was ich vorhabe. Dass ich sein Werk von hier aus unterwandere. Dass ich dabei bin, seinen Korridor des Fabulariums ins Chaos zu stürzen.


    Hier erlaubt Kai Meyer sich einen wunderbaren Scherz. Wer kennt diesen Gedanken nicht, dass wir alle nur Figuren auf einem Schachbrett sind. Und es fühlt sich beim Lesen so kurios an, weil wir wissen, dass die Figur, die das sagt, Recht hat. Gleichzeitig stört es die eigene Wahrnehmung, die man hat, wenn man sich Mitten in einer Geschichte befindet: Dass die Geschichte wahr ist.


    Dazu kommt das wunderbare Setting, London, im viktorianischem Zeitalter. Meyer beschreibt es so wortgewandt, dass man alles genau vor sich sieht und dabei vergessen kann, welchen Gefahren Mercy und ihre Freunde ausgesetzt sind.

    Interessant sind dabei auch immer wieder die kleinen, geschichtlichen Details, die nebenbei eingestreut werden.


    Fazit:


    Kai Meyer ist ein Meister der Erzählkunst.

    Charaktere, Handlungsstrang, Hintergründe, Spannung, Phantasie, Setting, alles fühlt sich authentisch und stimmig an.

    Ein wundervoller Abschluss einer großartigen Reihe. (Auch wenn ich die Hoffnung nicht aufgeben werde, irgendwann mehr über diese wunderbare Welt lesen zu dürfen)


    5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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