Alfred Bodenheimer - Der Messias kommt nicht

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Der Messias kommt nicht: Rabbi Kleins dr...

4.2|5)

Verlag: Verlag Nagel & Kimche AG

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 208

ISBN: 9783312006861

Termin: Februar 2016

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  • Über das Buch

    «Wenn du dich in Teufels Küche begibst, schau wenigstens, dass du sie als Chefkoch verlässt und nicht als Hackbraten.» Diesen Spruch seines Vaters hat Rabbi Klein im Ohr, als er sich von einem jungen Kommissar einspannen lässt, um dessen Nachforschungen in der Basler Jüdischen Gemeinde zu unterstützen. Eins ihrer Vorstandsmitglieder, ein erfolgreicher Anwalt, ist erschossen worden. Eigentlich wollte der Zürcher Rabbiner in Basel nur ein Buch aus dem 16. Jahrhundert über den christlichen und den jüdischen Messias übersetzen. Am Ende ist es nicht zuletzt das Nachdenken über den Messias, was ihn auf die richtige Spur bringt. Selbst wenn damit noch lange nicht sichergestellt ist, dass der Mörder auch gefasst wird. Einmal mehr gerät der gelehrte Rabbi mit seiner klugen, manchmal impulsiven Art, mit seinen Zweifeln und Selbstzweifeln in gefährliche Turbulenzen.


    Nach den aufreibenden skandinavischen Thriller, welche einem oftmals den letzten Nerv rauben mit ihrem abstrusen Plot, ist dieser Krimi in seiner strukturierten Form sehr angenehm zu lesen


    Gabriel Klein beschäftigt sich an der Universität Basel mit der Übersetzung von Sebastian Münster und seiner Schrift „Messias Christianorum et Iudaeorum“ Dabei handelt es sich um ein fiktives Gesprächs zwischen einem Christen und einem Juden nach der Frage des Messias.

    Wie er den Rabbiner Sommer der Basler Gemeinde welcher in einem argen Burnout steckt besucht, erfährt er dass es in der der jüdischen Gemeinschaft einen schweren Konflikt zwischen verschiedenen Mitglieder gibt. Da der Rabbi für das kommende Pessach Fest somit ausfällt bittet dieser Klein, dieses in einem Tagungsort zu leiten. Zwar ist dieser sehr unmutig über die Anfrage, zögert und sagt schliesslich zu

    Leider verläuft das Fest nicht in grosser Harmonie, die Feindschaften welche innerhalb der Gemeinde herrschen spürt man auch an diesem Anlass. Dann wird der Anwalt erschossen. Zur grossen Überraschung von Klein leitet die Untersuchung ein ihm bekanntes Gesicht aus Zürich. Dieser nun bittet den Rabbiner ihn bei den Nachforschungen etwas zu unterstützen. Da Klein spürt dass es der Kommissar nicht leicht hat in Basel, (ein Zürcher bei der Basler Polizei, nicht die optimale Besetzung) sagt er zu.


    Wie in den beiden vorigen Krimis verbindet der Autor einen Kriminalfall gekonnt mit Gedanken des Glaubens. Hier wird das Thema Messias aufgegriffen, ein Disput zwischen Christen und Juden, wobei zu beachten ist dass die letztern nicht Jesus als Messias betrachten. Es gelingt dem Autor mit seinen Schilderungen dem Leser einen sehr interessanten Überblick in dieses Thema zu geben.

    Dazu kommen die Einblicke in die Zerrissenheit und die Streitigkeiten welche in der Basler Gemeinde herrscht, welche einige zu Tatverdächtigen macht. Gabriel Klein ist ein neugieriger Rabbiner und somit lässt ihn der Fall natürlich keine Ruhe.


    Kein Krimi von Bodenheimer in welchem der Humor nicht fehlen darf (ich zitiere) „ Auf der Wache meldete er sich an, ging auf die Toilette und kontrollierte sein Spiegelbild. Er war etwas verschwitzt, aber sonst sah er besser aus als befürchtet. Er setzte ein Gesicht auf wie Charles Bronson vor dem letzten Duell. «Ich weiß, was ich weiß», sagte er seinem Gegenüber mit Bassstimme. Er wollte noch etwas hinzufügen, doch da kam jemand herein".

    Und es wirklich schön zu lesen das der Rabbiner immer wieder ins Grübeln kommt, sich seiner gar nicht so sicher ist und er dank seiner Frau Rivka, welche ihn wie immer mit ihren klugen Worten unterstützt aus dem Dilemma findet.


    Ein ruhiger, geschickt aufgebauter Krimi wenn man dies von einem Krimi mit einem Toten sagen kann, der wieder sehr gefällt

    Da wiederum einiges von den Traditionen und Riten der jüdischen Gemeinschaft in das Buch einfliesst ist das Glossar am Schluss hilfreich und es wird weitere Sekundärliteratur erwähnt.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Alfred Bodenmann - Der Messias kommt nicht“ zu „Alfred Bodenheimer - Der Messias kommt nicht“ geändert.

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